Birgit Prinz feiert emotionalen Abschied

Von am 27. März 2012 – 20.38 Uhr 6 Kommentare

Mit einem stimmungsvollen Abschiedsspiel vor 6 543 Zuschauern im Frankfurter Volksbad-Stadion hat Birgit Prinz ihre einzigartige internationale Karriere beendet und sich von ihren Fans und Mitstreiterinnen verabschiedet.

Beim 6:3 (3:2)-Sieg der DFB-Auswahl gegen den 1. FFC Frankfurt gelangen der Rekordnationalspielerin zum Abschluss ihrer Karriere noch einmal zwei Tore, jeweils eines im Dress des 1. FFC Frankfurt in der ersten Halbzeit zum 2:3 kurz vor der Pause und eines im Trikot der Nationalelf in der 84. Minute.

Highlights des Abschiedsspiels anschauen

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Kurz danach verließ sie unter dem Jubel und Beifall der Fans das Feld – die Spielerinnen beider Mannschaften bildeten eine Gasse, Prinz drehte danach eine minutenlange Ehrenrunde.

Da Mbabi und Landström treffen doppelt
Anja Mittag (10.), Célia Okoyiona da Mbabi (14., 37.), Viola Odebrecht (66.), Alexandra Popp (79.) und Prinz (84.) trafen für die DFB-Auswahl, Jessica Landström (38., 69.) und Prinz (40.) waren für Frankfurt erfolgreich.

Wensing verletzt
Getrübt wurde die Freude durch die Verletzung von Nationalspielerin Luisa Wensing, die mit dem Fuß im Rasen hängen blieb und mit schmerzverzerrtem Gesicht in der zweiten Halbzeit ausgewechselt werden musste und wohl für das EM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Spanien in Mannheim (ab 16 Uhr live in der ARD) ausfallen wird.

Prinz: „Rundum gelungene Veranstaltung“
Prinz erklärte nach der Partie: „Es war ein sehr schöner Abend. Es war mir wichtig, dass alle Spielerinnen gekommen sind und man hat gesehen, dass alle kicken können. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Ich hatte eine super Zeit und eine sehr schöne Karriere, in der ich viel erlebt habe.“

Frauenfußball - Birgit Prinz

Die Spielerinnen beider Teams standen für Birgit Prinz Spalier © Bongarts

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Prominente Verstärkung
Beide Teams wurden durch namhafte Spielerinnen aus der Vergangenheit verstärkt. So durften die Fans noch einmal die Künste bewundern von Steffi Jones, Marleeen Wissink, Louise Hansen, Hege Riise, Pia Wunderlich, Renate Lingor, Kerstin Stegemann, Doris Fitschen, Maren Meinert, Bettina Wiegmann, Ursula Holl, Sonja Fuss, Britta Carlson und Judith Affeld.

Neid: „Leistung über 14 Jahre gebracht“
Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Es war vor allem für Birgit ein tolles Event mit vielen Zuschauern, die extra wegen ihr gekommen sind und es war auch ein ganz ansehnliches Spiel. Ihre herausragendste Fähigkeit war es, dass sie ihre Leistung über 14 Jahre gebracht und den Frauenfußball wie keine andere geprägt hat.“

214 Länderspiele, 128 Tore
Prinz bestritt in ihrer langen Karriere zwischen 1994 und 2011 214 Länderspiele und schoss dabei 128 Tore. Nach der Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land war sie aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

„Ich denke, dass ich schon im Fußball bleiben werde, vielleicht als Psychologin“, so Prinz zu ihren Zukunftsplänen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • hapl27 sagt:

    Ein toller Abschied in einem würdigen Rahmen!

    Danke Birgit!

    Und gute Besserung an Luisa Wensing!

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  • Markus Juchem sagt:

    Highlights:

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  • speedy75 sagt:

    Toller Abschied von Birgit Prinz.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich bin immer noch ganz baff, was da am gestrigen Abend so über den TV-Schirm geflimmert ist – eine geballte Ladung Sportprominenz, wo so manches Kabinettstückchen aufblitzte. Hervorheben will ich mal Maren Meinert, aber explizit eine Kerstin Stegemann, die so spielten, als wären sie nie weg gewesen! Kerstin, Du bist immer noch die Wucht in Dosen! 😀

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  • Michael sagt:

    @SF:
    D’accord, Maren Meinert war wirklich agil, auch von Lingor hat man ein äußerst intelligentes Spiel gesehen, das ihre offensichtlichen konditionellen Defizite manchmal sogar überdeckte.

    Am meisten aber haben mich die beinharten Spurts über den halben Platz von Jessica Landstroem überrascht, die ja für den 1.FFC immer in den 5 bis 10 Minuten, die sie noch bekommt, waidwund über den Platz schleicht oder schlurft. Wenn Frankfurt sie zu einem anderen Verein ziehen lässt, wird man sich vielleicht noch sehr wundern, was sie alles kann, wenn sie Lust dazu hat! Technisch ist sie ja eh top.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Nun, Michael, das zu Landström Geschilderte, kann man von ihr eigentlich erwarten bzw. voraussetzen. Von daher bin ich nicht explizit darauf eingegangen, wenngleich es ihr die recht dosierte „Abwehrleistung“ der NM-Spielerinnen leicht machte.
    Mir ging es insbesondere um den Aha-Effekt, ausgelöst von den Altinternationalen, Renate eingeschlossen (man kann auch Mitspieler mit nahezu Standfussball gut ins Szene setzen, wenn man´s drauf hat!), und das hatte sie.
    Aber Meinert und Stegemann spulten ja ihr (Lauf-)Pensum runter als wäre es das Selbstverständlichste auf dem Rasen! Und wie sie so manche Arrivierte ins Leere laufen liessen, veranlasste mich sogar zum Schmunzeln. 🙂
    Von daher meinen allerhöchsten Respekt nach dem Motto:Ehre, wem Ehre gebührt!

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