Wolfsburg will gut aus den Startlöchern kommen

Von am 9. März 2012 – 9.23 Uhr 7 Kommentare

Die meisten Teams der Frauenfußball Bundesliga haben den Start aus der Winterpause bereits hinter sich gebracht, doch für den VfL Wolfsburg steht am Sonntag gegen den FC Bayern München das erste Pflichtspiel im neuen Jahr an. Mit einem Sieg will das Team den Anschluss an die Spitze halten, doch die Niedersachsen sind gewarnt.

Ab 14 Uhr ist der FC Bayern München zu Gast im VfL-Stadion am Elsterweg. Die Münchnerinnen gehörten in der Hinrunde zwar zu den Enttäuschungen der Liga, doch nach dem 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg werden die Wölfinnen vor allem die neue US-Stürmerin Sarah Hagen im Auge behalten, die gegen Freiburg zwei Treffer erzielte. Dennoch gilt es für die Wolfsburgerinnen diese Hürde zu nehmen, denn nach zuletzt sechs Siegen in Folge ist der Appetit nach etwas mehr gewachsen.

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Wolfsburg will oben angreifen
„Wir sind in einer sehr guten Ausgangsposition, um vielleicht oben in Richtung Champions League noch etwas machen zu können, aber wir haben nicht den Druck, in diesem Jahr da oben rein zu kommen, deswegen genießen wir die Situation“, so Wolfsburgs Cheftrainer und Sportlicher Leiter Ralf Kellermann, nachdem das Minimalziel Platz 4 bei sieben Punkten Vorsprung auf Platz 5 und zwei weniger ausgetragenen Spielen wohl nur noch rechnerisch in Gefahr ist.

Müller und Tetzlaff zurück im Training
Die Wolfsburgerinnen müssen allerdings wegen einer Knochenhaut-Entzündung im Knie auf Mittelfeldspielerin Ivonne Hartmann verzichten, dafür haben aber Stürmerin Martina Müller nach Zehenbruch und Abwehrspielerin Maren Tetzlaff nach ihrem Außenbandriss bereits wieder mit der Mannschaft trainiert, ein Einsatz ist nicht ausgeschlossen.

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Freiburg erwartet wütende Potsdamerinnen
Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam will nach den zwei enttäuschenden Unentschieden gegen den Hamburger SV und Bayer 04 Leverkusen auf die Siegerstraße zurückkehren, erwartet aber beim starken Aufsteiger SC Freiburg eine schwere Aufgabe. Die Freiburgerinnen stellen sich auf einen Gegner ein, der „bestimmt mit Wut im Bauch nach Freiburg kommt“, so Trainer Milorad Pilipovic.

Kayikci fehlt
Von seiner Mannschaft, die ohne die an Knieproblemen leidende Stürmerin Hasret Kayikci auskommen muss, erwartet Pilipovic, dass „sie das Spiel so angeht, wie es sich gehört – wie ein absolutes Highlight.“ Und er erklärt weiter: „Wir haben bewiesen, was wir leisten können, wenn wir uns in jeden Zweikampf stürzen, immer nah dran sind, den Gegner ständig nerven und beschäftigen.“

Conny Pohlers

Schießt Conny Pohlers den VFL Wolfsburg in Richtung Champions League? © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Duisburg wohl ohne Bresonik
Ebenfalls auswärts treten der Tabellenzweite FCR 2001 Duisburg und der Tabellendritte 1. FFC Frankfurt an.

Die Duisburgerinnen sind ab 14 Uhr (live auf DFB-TV) bei Bayer 04 Leverkusen zu Gast. „Wir haben vor dem Rückrundenstart gesagt, dass es unser Anspruch ist, die Spiele gegen Hamburg, Leverkusen und in Leipzig zu gewinnen. Und davon rücken wir auch nicht ab“, gibt Duisburgs Trainer Marco Ketelaer die Marschrichtung vor.

Gegen Leverkusen soll es die Elf richten, die bereits den HSV mit 3:1 bezwang, mit Ausnahme von Linda Bresonik, „die wohl auch am Sonntag ausfallen wird.“

Frankfurts Auftakt in die englischen Wochen
Der 1. FFC Frankfurt will zum Auftakt der englischen Wochen mit den beiden Champions-League-Highlights gegen LdB Malmö wohl auch ohne die verletzten Nadine Angerer und Fatmire Bajramaj beim FF USV Jena einen Dreier landen. „Wir treten bei allem Respekt vor Jena dort an, um den nächsten Sieg einzufahren“, so Frankfurts Trainer Sven Kahlert, der von seinem Team Laufbereitschaft, Aggressivität, Kreativität und Konzentration einfordert.

Da Mbabi will auch in Essen knipsen
Die formstarke Célia Okoyino da Mbabi, die beim gerade zu Ende gegangenen Algarve Cup mit drei Toren im Finale die DFB-Elf zum 4:3-Sieg gegen Japan schoss, tritt mit dem SC 07 Bad Neuenahr bei der SG Essen-Schönebeck an, auch ein Duell der aktuellen Nationaltorhüterin Almuth Schult mit der früheren Nationaltorhüterin Uschi Holl. In einem weiteren Spiel kommt es zum Abstiegsduell zwischen dem zehntplatzierten Hamburger SV und dem 1. FC Lokomotive Leipzig, in dem der Sieg sich ein wenig Luft verschaffen kann.

Leipzig will in Hamburg punkten
„Nach einer ordentlichen Vorbereitung hat das erste Spiel in Frankfurt unsere Reserven aufgezeigt. Daraus gilt es zu lernen und mit Selbstbewusstsein eine kämpferische Leistung zu zeigen“, so Leipzigs Trainer Jürgen Brauße. „In Anbetracht der Tabellenkonstellation sollten wir unbedingt punkten, was uns zugleich Selbstvertrauen für die nächsten Spiele geben würde.“

HSv-Trainer Achim Feifel meint: „„Auch für dieses Spiel gibt es nur drei Punkte, keine sechs oder neun. Natürlich ist es ein besonderes Spiel, aber wir werden es angehen wie jedes andere auch.“

Bundesliga, 14. Spieltag

Sonntag, 11. März

11.00 Uhr: SC Freiburg – 1. FFC Turbine Potsdam
11.00 Uhr: Hamburger SV – 1. FC Lokomotive Leipzig
14.00 Uhr: FF USV Jena – 1. FFC Frankfurt
14.00 Uhr: VfL Wolfsburg – FC Bayern München
14.00 Uhr: SG Essen-Schönebeck – SC 07 Bad Neuenahr
14.00 Uhr: Bayer 04 Leverkusen – FCR 2001 Duisburg (live auf DFB-TV)

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Jetzt, da Bad Neuenahr in die Spur gefunden hat, wird es sicher ein interessantes Spiel in Essen.

    Nachdem sich Freiburg schon recht gut in Potsdam verkauft hat und Potsdam nicht wirklich gut drauf ist, wird es sicher auch im Breisgau spannend.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    Ich denke, dass Bad Neuenahr gegen Essen sicher gewinnen wird und hinten auch im Spiel Nummer 6 nacheinander die Null stehen wird!

    Übrigens, in Spielen bei Bad Neuenahr fallen durchschnittlich die wenigstens Tore, 24 in 12 Spielen! In der Abwehr haben sie mit 11 Gegentoren die fünftwenigsten, das ist ein unglaublicher Wert, weniger als 1 pro Spiel!

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  • Fee sagt:

    Wenn das schon ein „unglaublicher“ Wert ist, wie ist dann der Wert der vier Mannschaften die eine noch bessere Abwehr haben?

    13 Tore geschossen in 12 Spielen, noch so ein „unglaublicher“ Wert.

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  • waiiy sagt:

    Jede Serie geht mal zu Ende (siehe 3 Jahre ohne Niederlage in Potsdam)…

    Und 3 EUR ins Phrasenschwein… 😉

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @Fee: Ich meine, dass das ein erstaunlicher Wert für eine Mannschaft ist, die bis vor 4 Monaten noch als Letzter abgeschlagen ohne Sieg in den ersten 7 Spielen auf dem letzten Platz herumgelungert hat. Bei dem Personal, was Frankfurt, Duisburg, Potsdam oder Wolfsburg in der Abwehr haben (bis auf Himmighofen stehen dort nur Nationalspielerinnen), war es bei diesen zu erwarten!

    Übrigens muss Almuth Schult nur 20 Minuten in Essen ohne Gegentor bleiben und sie kann Nadine Angerers saisoninternen Rekord von 491 Minuten ohne Gegentor knacken!

    Wär hätte das nach dem 7. Spieltag gedacht???

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  • Detlef sagt:

    Noch glaube ich nicht so richtig an die „Wut“ der TURBINEN!!!
    Im Spiel gegen Leverkusen agierten sie meistens ohne echten Biß, ohne die letzte Konsequenz!!!
    Lediglich die letzten Minuten kämpften sie, und holten gegen den Tabellenletzten sogar die Brechstange raus, als sie merkten, daß ihnen die Zeit davon läuft!!!

    Ich hoffe sehr, daß die in Potsdam verbliebenen Spielerinnen die 2 Wochen Pause effektiv genutzt haben, um ein weiteres Debakel verhindern zu können!!!

    Die Algarve-Fahrerinnen hatten bis auf MAGGIE zumindest ein paar Erfolgserlebnisse gehabt!!!
    Die deutschen TURBINE-Natios haben den Titel gewonnen, und dabei einen recht guten Eindruck hinterlassen!!!
    TONI und YUKI haben immerhin nachweisen können, daß sie das Toreschießen nicht ganz verlernt haben!!!

    Bleibt also zu hoffen und zu wünschen, daß der deutsche Meister mit einem Erfolgserlebnis in die kommenden englischen Wochen starten kann!!!

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  • Sheldon sagt:

    Und 2:0 für Turbine! 8 Spieltage vor Schluss immer noch Tabellenführer! Jetzt müssen die anderen erstmal nachziehen!

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