DFB-Elf: Warm-up für die Schlüsselspiele

Von am 14. Februar 2012 – 11.50 Uhr 19 Kommentare

Es soll nicht abschätzig klingen, doch die Türkei wird im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland (Mittwoch ab 16 Uhr live in der ARD) in Izmir trotz der Personalsorgen der DFB-Elf nicht mehr als ein besserer Sparringspartner sein. Ein Sieg ist trotz der fehlenden Spielerinnen fest eingeplant.

Für das deutsche Team wird es auch ohne das Quintett aus Nadine Angerer, Fatmire Bajramaj, Inka Grings, Kim Kulig und Simone Laudehr vor allem darum gehen, sich gezielt an die Form heranzutasten, die nötig sein wird, um in den Schlüsselspielen gegen Spanien (31. März) und in der Schweiz (5. April) erfolgreich bestehen zu können.

Ein Sieg muss her, egal wie
Eine Galavorstellung wird man dabei von der DFB-Elf im ersten Spiel nach der Winterpause wegen der fehlenden Spielpraxis vermutlich nicht erwarten dürfen, auch wenn ein klarer Sieg dennoch außer Frage stehen dürfte. „Für uns sind die drei Punkte wichtig, wie auch immer das aussehen mag“, so Bundestrainerin Silvia Neid. In ihrer Länderspielgeschichte traf die DFB-Elf bisher erst einmal auf die Türkei, auf den Tag genau vor 13 Jahren gewann sie in Istanbul mit 12:1.

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Chance für die Jungen
Neid dürfte in Abwesenheit einiger arrivierter Kräfte vor allem einen Blick darauf haben, wie sich die jungen Nachrückerinnen schlagen werden, wie Almuth Schult, die ihr Debüt im Tor der A-Nationalmannschaft geben wird, vermutlich aber keinen allzu arbeitsintensiven Nachmittag verleben dürfte oder auch andere wie Dzsenifer Marozsan oder Svenja Huth, die zu einem Einsatz kommen könnten.

Frauenfußball - DFB-Elf will drei Punkte in Izmir

Die DFB-Elf will in Izmir drei Punkte ergattern © Tom Schlimme / girlsplay.de

Räume gegen kompakten Gegner nutzen
Neid erwartet einen extrem defensiv eingestellten Gegner. „Ich gehe davon aus, dass sie sich gegen uns erneut sehr tief hinten reinstellen werden“, spielt sie auf die Taktik der Türkinnen bei der knappen 1:2-Niederlage gegen Rumänien im November an. Neids Erfolgsformel: „Wir müssen die Räume finden, uns gut bewegen, immer aus dem Deckungsschatten herauskommen und natürlich den Abschluss suchen.“

 

Konzentriert zu Werke gehen
Neid warnt aber davor, die Aufgabe zu leicht zu nehmen. „Auch gegen einen solchen Gegner muss man erst einmal ins Spiel finden und gegen jede Mannschaft auch erst einmal Tore machen. Von daher muss man auch sehr konzentriert sein.“

Tabellenführung im Blick
Mit einem Sieg in der Türkei kann die deutsche Mannschaft die von den punktgleichen Spanierinnen die Tabellenführung in der Gruppe 2 der Qualifikation für die UEFA Women’s EURO 2013 übernehmen. Nach der Pflichtaufgabe in Izmir wird sich der Blick dann schnell auf den Algarve Cup in Portugal richten.

Blickrichtung Algarve Cup
„Dort können wir uns wunderbar einspielen und Spielerinnen ausprobieren“, freut sich Neid auf das Kräftemessen im Süden. „In Portugal haben wir gute Gegner und die Spielerinnen werden grundsätzlich individuell gefordert. Dort kann man dann positionsbezogen sehen, wer mit wem am besten harmoniert.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Durch die Sperre von Silvia Neid kann sich Uli Ballweg heute mal als Cheftrainerin bewähren. 🙂

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  • Mini sagt:

    Boah wenn ich das schon wieder lese… sowas wie:
    -wird wahrscheinlich nich viel zu tun kriegen im tor..
    -ich mehr als ein sparringpartner

    Genau sone Sätze und Gedanken haben uns die WM vermasselt – und wenn man mal vllt an die letzten Spiele zurückdenkt,weiß man dass das deutsche Spiel nicht mehr das BEste ist. UNd wenn die dann kein Tor machen,reicht ein Konter und das wars.
    Wenn man tief stapelt,kann man auch höher draufbauen!

    *kopfschüttel*

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  • waiiy sagt:

    Den größten Druck dürfte Dzsenifer Marozsan haben. Für sie reicht „einfach ein Sieg“ nicht aus. Von ihr erwarte ich mir, dass sie das Spiel an sich reißt und mit Kreativität füttert, da ihr ja eine Lira Bajramaj nun keinen Platz mehr nimmt und sie schalten und walten kann, wie sie es für richtig hält. Da kann sie beweisen, dass sie die Spielerin ist, der die Zukunft auf der 10-er Position gehört und nicht Lira Bajramaj oder einer Anderen.

    Ich denke, sie wird es selbst genauso sehen und ich bin gespannt, wie sie mit dem Druck von außen, aber besonders mit ihrem eigenen Druck umgehen wird.

    waiiy

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  • Markus Juchem sagt:

    @Mini: Ich finde den Quervergleich zur WM unpassend. Die Türkei ist ein Frauenfußball-Entwicklungsland, das für die kommendenden Jahre große Ambitionen hat und auch bereits viele Projekte in diese Richtung angeleiert hat. Aber das aktuelle sportliche Niveau ist einfach nicht so, dass man heute ein spannendes Spiel erwarten kann.

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  • Michele sagt:

    @waiiy

    Woher weißt du, dass Maro von Anfang an spielt? Ich denke das Celia und Alex vorne spielen. Aussen werden wohl Sveni/Mel und Linda agieren. Auf der 6 denke ich ich, spielen Viola und Lena. Maro wird bestimmt Einsatzminuten bekommen, aber von Anfang an? Maro hat ihre Form einfach noch nicht, deshalb wird sie wohl nicht beginnen.

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  • waiiy sagt:

    @Michele: Da hast Du recht, das könnte auch passieren, dass sie nicht von Anfang an spielt. Aber dann braucht sie sich keine Gedanken mehr zu machen, ob überhaupt auf sie gesetzt wird auf dieser Position.

    Ich denke, sie sollte heute spielen, damit sie eben mal zeigen kann, ob sie die Fähigkeiten von der U20 WM 2010 auch in die A-Nationalmannschaft transportieren kann. Und da gibt es keine bessere Möglichkeit, als wenn Lira Bajramaj nicht spielen kann und der Gegner Türkei heißt.

    Da kann man sich auch überlegen, ob man Celia auf außen spielen oder anfangs draußen lässt. Man könnte heute sogar ein 4-4-2 mit Raute (Maro vorn) spielen lassen, da ja Simon auch nicht dabei ist. Oder man nimmt das „System Schröder“… 😉

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @Michele: Bei aller Liebe, aber Linda noch einmal auf der Außen? Gut, gegen die Türkei würde selbst sie das hinkriegen, aber die gehört, wenn überhaupt, ins defensive Mittelfeld, dort, wo sie auch in Duisburg spielt.

    @waiiy: Wer sagt dir, dass es in Zukunft noch eine 10er Position in Deutschland geben wird? Ich bin da nach wie vor skeptisch, weil dann Laudehr, Kulig oder Odebrecht auf die Bank müssten und man im Gegenzug in der Offensive keinen vergleichbaren Ersatz hat (wenn man Behringers letzte Einsätze sieht, dann kann man sie nicht als adäquaten Ersatz für irgendeine dieser drei Spielerinnen ansehen!)

    Von daher fände ich mal diese Kombination ganz interessant:

    Schult
    Peter, Goeßling, Bartusiak, Faißt
    Odebrecht, Bresonik, Maroszan
    Mittag, Celia, Popp

    Gegen Türkei kann man ja schließlich mal ausprobieren!

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  • waiiy sagt:

    Meine Lieblingsaufstellung für heute wäre:

    Schulth

    Peter Bartusiak Goeßling Kemme

    Odeberecht

    Schmidt Huth

    Marozsan

    Popp da Mbabi

    Ob dies so realistisch ist, weiß ich nicht.

    Aber der DFB lanciert gerade selbst, dass Marozsan von Anfang spielen könnte:

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy:

    […]

    Kemme ist noch okay, aber mit Raute??? Aus welchem Sinn?
    Man wird in der N11 ganz sicher in Zukunft nicht wieder mit Raute spielen und da wäre dieses System, auch wenn es nur ein „Freundschaftsspiel“ ist, kontraproduktiv!

    Entweder 4-2-3-1 oder 4-3-3, andere Systeme wird es in Zukunft nicht mehr in der N11 geben!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Hanna Hinrich sagt:

    Meine taktische Aufstellung:

                 Popp
    Behringer  Maroszan    da Mbabi
        Odebrecht   Goeßling
    Kemme   Peter   Krahn   Schmidt
               Schult

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Schon klar, dass es nicht Raute genannt wird. Dann wäre es ja veraltet. Man würde sagen, dass Marozsan die 2. Sechser ist, die weiter vor spielt als Odebrecht und dass die 10-erin da Mbabi weiter nach vorn geschoben wird auf Grund des Gegners.

    Wenn man richtig kreativ ist, erfindet man sogar den Begriff „Zwischenspieler“ (Jogi Löw für Kroos)…

    Das ist aber im Prinzip nichts anderes.

    Ganz davon abgesehen, ist es im Spitzensport sowieso nicht mehr möglich, dass eine Mannschaft mehrere Systems beherrscht, die gewechselt werden können, ohne dass große Unfälle passieren (Turbine hat das ja in der Saison 2010/2011 in Wolfsburg auch gezeigt, wonach das 4-4-2 eingestampft wurde).

    Das ist das wirklich Traurige, dass man gegen die Türkei nicht mal 3 Stürmerinnen mehr mitgenommen und auch mehr aufgeboten hat. Dann hätten die Spielerinnen der Türkei gleich noch mehr die Hosen voll gehabt.

    waiiy

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  • Toni sagt:

    Hier die Anfangsformation, lt. DFB-TV Ulrike Ballweg

    Schult
    Peter, Goeßling, Bartusiak, Faißt
    Bresonik, Odebrecht, Maroszan, Behringer
    Popp, Okoyino

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  • Michele sagt:

    Sehr gute Aufstellung. Ich denke, dass es auch ein Zeichen an Annike Krahn ist. Man brauch einfach hinten Leute dieein gutes Aufbauspiel haben. Lena hat eins, Annike nicht. Linda und Mel auf den Aussen, Viola und Maro auf der 6 und Celia und Poppi vorne, dass verspricht viel Torgefahr.

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  • waiiy sagt:

    Kommentar von Ulrike Ballwanz ist: „da Mbabi und Popp auf der 10 und 11“. Das heißt dann wohl genau das, dass sie beide vorn sind und die 10 nicht genau geklärt ist. Das impliziert für mich genau das, dass Marozsan weiter vorn das Spiel machen sollen und die Beiden vorn stürmen werden. Das ist natürlich keine Raute…. 😉

    Ansonsten die erwartete Aufstellung, da Schmidt, Kemme und Huth nur Wunschtraum waren, womit ich nicht wirklich gerechnet hatte.

    Ich schließe mich Michele in puncto „Krahn / Goeßling“ an. Gefällt mir!

    waiiy

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  • Michele sagt:

    @Hanna Hinrich
    Du hast es vielleicht noch nicht mitbekommen, aber Sassi wird heute die N11 als Kapitänin auf das Feld führen. Somit spielt sie.

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  • Svensson sagt:

    Any live-streaming for people outside Germany?

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  • Sheldon sagt:

    @Michele: Linda und Mel und Torgefahr??? Nicht wirklich, oder?

    Das ist genau die langweilige Aufstellung, die ich erwartet habe, bis auf die Abwehr, die hatte ich so erwartet.

    Allerdings denke ich, dass Bresonik eher defensiv spielen wird, also in die Zentrale rücken wird, sodass es doch zu einem 4-3-3 umfunktioniert werden wird. Behringer wird denke ich auf links ein bisschen abgehängt werden wie schon gegen Spanien.
    Ansonsten denke ich, dass munter rotiert werden wird. Vorne zwischen Popp und Celia, die auf 10 und 9 spielen, die 11 ist, wie eigentlich jeder wissen sollte, die Position rechts außen, während die 7 die Position links außen bezeichnet. Celia wird auch immer wieder auf rechts außen wechseln, Maroszan sich dann auf die 10 orientieren und Bresonik sich zurückfallen lassen wird.

    Was schade ist, ist, dass Kemme nur auf der Tribüne sitzt…

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  • Markus Juchem sagt:

    @Svensson: You can try if it is working outside Germany, not sure:

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  • Sheldon sagt:

    Man muss echt sagen, dass das heute nicht mehr als ein Grottenkick ist! Und zwar einer der schlimmsten Sorte.
    Deutschland liegt nur dank seiner körperlichen Stärke 2:0 vorne und kann froh sein, dass die Türkinnen eine Schnelligkeit besitzen, über die man lieber nicht spricht.
    Dass man aus 90% Ballbesitz nicht mehr als ein 0:2 machen konnte, liegt vor allem an:

    – Schwachen Flanken, vor allem von Behringer und Faißt
    – Hohe Fehlpassquote, gerade über rechts
    – Abgemeldeten Stürmerinnen, vor allem Popp
    – Blinde Torschüsse, die entweder 10-15 Meter über oder neben das Tor gingen
    – die mangelnde Schnelligkeit in der Offensivbewegung

    Am besten hat mir mit Odebrecht, Maroszan, Bartusiak und Goeßling das magische Viereck gefallen! Wenn schon alle anderen nicht ihre Arbeit machen, dann stimmt wenigstens das. Diese 4 sind vorrangig für den hohen Ballbesitz verantwortlich.
    Komplettausfälle sind Faißt, Behringer und Popp, dagegen können Celia, Bresonik und Peter wenigstens ein bisschen Klasse zeigen und hier und da auch Glanzpunkte setzen.
    Gerade wenn Celia sich den Ball auf rechts holt, wird es gefährlich und dann kommt auch ein bisschen Geschwindigkeit ins Spiel

    Meines Erachtens Mittag und Schmidt für Behringer und Faißt rein, dringend Bresonik ins Mittelfeld zurückziehen und Celia auf rechts, dann kommt mehr Schnelligkeit auf.

    Achso, noch eine Kleinigkeit: Die beste Spielerin war für mich die Torhüterin der Türkinnen, die mit ihrer Parade gegen Popp die Einzige auf dem Platz war, die tatsächlich ein bisschen Weltklasse verbreitet hat!

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