Home » Bundesliga Frauen

Trainer-Dilemma: Jena hofft auf DFB-Gnade

Von am 1. Februar 2012 – 21.13 Uhr 35 Kommentare

Nach dem Weggang von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg in die Schweiz will Frauenfußball Bundesligist FF USV Jena vorerst keinen neuen Cheftrainer verpflichten, sondern eine altbewährte Notlösung aus dem Hut zaubern.

Anzeige

Denn wie schon in der Saison 2010/11 soll Daniel Kraus das Traineramt übernehmen. „Wir beabsichtigen, mit dem Team um die Co-Trainer Daniel Kraus und Bernd Lindrath weiterzuarbeiten“, so Präsident Ralf Schmidt-Röh.

Keine A-Lizenz
Der Haken: Kraus ist nach wie vor nicht im Besitz der notwendigen A-Lizenz, er verfügt nur über die B-Lizenz. Eine entsprechende Sondergenehmigung ist laut Schmidt-Röh bereits beim DFB beantragt worden. Der Thüringer Verein hofft also, dass der DFB bereits zum zweiten Mal ein Auge zudrückt und eine neuerliche Ausnahme macht.

Externe Lösung angestrebt
Schmidt-Röh begründet die Entscheidung damit, dass Kraus sich für den im März beginnenden A-Lehrgang angemeldet habe. „Die Ausnahmeregelung müsste also nur für die ersten Wochen der Rückrunde gelten“, so seine Argumentation. Doch der Verein sehe sich auch nach externen Lösungen um, betont er.

Schon 2010 mit Sondergenehmigung
Kraus hatte bereits im November 2010 nach dem Weggang von Thorsten Zaunmüller interimsweise das Traineramt dank einer Sondergenehmigung ausgeübt, der DFB hatte aber wenig später eine längerfristige Ausübung der Tätigkeit untersagt.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

35 Kommentare »

  • NRHZ sagt:

    dem Vorstand vom FF USV Jena kann man nur den Rat geben schnell zu entscheiden – warum nicht die Hanseatin Claudia von Lanken engagieren? Sie ist jung und ehrgeizig – ihre Arbeit bei Lok Leipzig hatte Qualität, trotz Fehler, aber wer macht denn keine? Sie trainierte sehr erfolgreich die ehemalige Zweite Mannschaft des Hamburger SV und errang mit den Spielerinnen die Meisterschaft der II. Bundesliga Gruppe Nord in der vorigen Saison. Daniel Kraus ist sicher genauso gut, aber es gibt sicher diesmal mehr Probleme beim DFB und den „Liga-Strippenziehern“ . Als Interimstrainerin eingesetzt zu werden und die Super Jenaer Mannschaft zu retten, das ist doch eine Story, die zur resoluten Claudia von Lanken passen würde, sicher gibt es auch andere Ansichten, ich denke der FF USV Jena wird bald eine/n Trainer/in benennen, die Frauenbundesliga ist sowohl in der Meisterschaft als auch im Abstiegskampf diesmal sehr spannend – es hat sich gezeigt, dass Hunger manchmal sogar stärker im Fußball ist als Geld, wenn es um das i-Pünktchen geht, wer die Nase vorn hat, ich denke gerade auch an Teams wie SC Freiburg oder SG Essen-Schönebeck

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Immer die von Lanken? Ehrlich gesagt, bin ich nach wie vor bei ihr ziemlich skeptisch!
    Zumal männliche Trainer die Szene dominieren, gerade bei den kleinen aufstrebenden Vereinen, wäre ich dafür, dass Jena es zunächst mal mit Kraus versucht, denn die Zeit der großen Fußballtrainerinnen läuft ab!
    Sylvia Neid, Pia Sundhage und Hope Powell werden auf lange Zeit erstmal die letzten ihrer Art sein.

    (0)
  • Frieda sagt:

    @ Sheldon
    Genau, denn nur Männer können Frauen so richtig leiten!
    In welchem Zeitalter lebst du?

    (0)
  • foxi sagt:

    Hier geht es nicht um Männer oder Frauen. Ich verstehe die Jenaer, nach so viel Wechseln lieber Kontinuität reinbringen zu wollen. Bei MVT hatte ein bestimmtes System, eine Neue / ein Neuer würde wahrscheinlich wieder alles umstellen. Und das in der momentanen Situation, wo jeder Punkt zählt. Bei Daniel Kraus, der ja eng mit MVT zusammengearbeitet hat und den die Spielerinnen gut kennen, gibt es wahrscheinlich keinen Bruch im Spielsystem. In der OTZ von heute steht aber auch, dass auch van Lanken als Trainerin im Gespräch ist.

    (0)
  • sitac sagt:

    Ich denke, mit Kraus würde am meisten Ruhe reinkommen. Er hat den Abstieg schon einmal bravourös verhindert und damit sein Können bewiesen. Er kann auf das Positive aufbauen und das abstellen, was ihm unter MVT nicht gefallen hat. Aber: A-Schein machen und weiter coachen? Das wurde schon einmal Babbel beim VfB zugestanden und er hat die Doppelbelastung nicht verkraftet. Das lag aber daran meiner Meinung nach, dass die Mannschaft nicht die Reife und das Format hatte, mit einem immer wieder abwesenden Trainer klarzukommen. Bei einer solchen Lösung muss die Karenzzeit durch fähiges Personal der 2. Reihe aufgefangen werden und durch eine harmonierende und funktionierende Mannschaft mit Charakter.

    (0)
  • berggruen1 sagt:

    Warum nur hat Herr Kraus seit November 2010 (also schon weit mehr als ein Jahr vorbei) nicht schon lange den A-Schein gemacht, warum erst ab März? Man kennt auch in Jena die DFB-Statuten! Sehr merkwürdig!

    (0)
  • SGS sagt:

    @sitac:
    Ich glaube Babbel hatte seinerzeit die A-Lizenz bereits, sonst hätte er vermutlich auch mit Sondergenehmigung des DFB nicht in der Männer-BL coachen dürfen. Er hat damals nebenher die Fussballehrer-Lizenz gemacht, wo die Anforderungen und der Zeitaufwand vermutlich noch etwas höher sind.

    Ich denke, dass Kraus die Doppelbelastung schon hinbekommen würde. In der derzeitigen Situation dürfte er die beste Lösung für Jena sein. Die letzte Saison hat gezeigt, dass er gut mit der Mannschaft kann. Außerdem war er als Co. von MVT in dis bisherige Entwicklung der Saison involviert. Hoffentlich drückt der DFB ein Auge zu. Ich wünsche Jena, dass sie erstklassig bleiben.

    @berggruen1:
    Ich meine gelesen zu haben, dass Kraus in der Zwischenzeit erstmal den B-Schein gemacht hat, den er vorher auch noch nicht hatte. Insofern wäre man da keineswegs untätig gewesen.
    Soweit ich weiß, kann man keine der Lizenzklassen überspringen. Ich glaube, nur für verdiente Profis (Nationalspieler?) hat der DFB eine Ausnahmeregel, so dass diese direkt den Fussballehrer-Schein machen dürfen.

    (0)
  • berggruen1 sagt:

    @SGS: Ja, das mag sein, dennoch: die B-Lizenz enthält 80 Lerneinheiten Basis plus 20 Lerneinheiten Prüfung – da hätte man zumindest schon in der Ausbildung A-Lizenz sein können… Und jetzt sag mir nicht, er habe als Torwarttrainer in Jena eine 60 Stunden-Woche. Das mag in Potsdam sein mit den vielen verschiedenen Wettbewerben etc., aber nicht in Jena, bei allem gebührenden Respekt. Und gerade der Verein hat ja ein Interesse daran, dass er die A-Lizenz erhält, daher hätte die Unterstützung schon da sein müssen…

    (0)
  • foxi sagt:

    Daniel Kraus war letzte Saison zunächst Torwarttrainer mit C-Lizenz, doch seit der Verabschiedung von Zaunmüller in der letzten Saison hatte er sicher alle Hände voll zu tun. Bisher war er Co-Trainer und zudem noch bei Jenaktiv beschäftigt.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Frieda: Fußball hat vor allem mit Mathematik zu tun. Deswegen haben Männer als Trainer einfach nen Vorteil, was Taktiken angeht!
    Das hat man insbesondere bei Sasaki gemerkt, dass er dort 10mal fähiger war als Powell, Neid und Sundhage zusammen, deren Spiel einzig und allein auf dem körperlichen Aspekt beruhte!

    (0)
  • frekazoid sagt:

    Als ich hoffe das zumindest erstmal die Sondergenehmigung durchgeht.
    Danach der Klassenerhalt, Spielerinnen binden und Trainersuche.

    Meiner bescheidenen Meinung nach sollte man gerade in dem Punkt Trainersuche nichts übers Knie brechen, denn wenn man den Klassenerhalt durch hat, dann lässt es sich auch einfacher suchen und finden und die potenziellen Kandidaten sind „interessierter“

    (0)
  • susifan sagt:

    Och nee, bitte nicht schon wieder so ein rumgeeier mit irgendwelchen Sondergenehmigungen, Übergangsquatsch etc. pp. Nichts gegen die Fähigkeiten von Daniel Kraus, aber was dieser Verein doch nun wirklich endlich mal braucht, ist jemand der Kompetenz, Erfahrung und vor allem Kontinuität in den Laden bringt. Und egal welchen Geschlechts…

    (0)
  • prinz9 sagt:

    Vielleicht Ulrich Göhr…..

    (0)
  • Detlef sagt:

    Natürlich hatte die Verpflichtung von MVT für etwas Zeit gesorgt, in der Herr Kraus die notwendigen Lizenzen erwerben wollte!!!
    Der vorzeitige Wechsel von Martina kam da nun zum ungünstigen Zeitpunkt!!!

    Ich würde dem USV raten, einer Doppelbelastung von Herrn Kraus nicht zuzustimmen!!!
    Dabei kämen bei beiden Tätigkeiten sicher nur jeweils halbe Sachen heraus!!!
    Also wäre wohl die optimalste Lösung, daß er sich nun auf die Schulbank setzt, und die fehlende A-Lizenz erwirbt!!!

    Ob CvL mit der Rolle als Notnagel einverstanden wäre weiß ich nicht so recht!!!
    Andererseits könnte sie mit der Rettung des USV weitere Erfahrungen in Liga Eins sammeln, welche ihr in Zukunft noch nützlich sein könnten!!!

    (0)
  • mrx sagt:

    Bernd Schröder könnte nach Jena gehen. ^^

    Mit Potsdam hat er doch alles erreicht. Für den Trainer-Posten bekommt er einen symbolischen Euro und rettet Jena vor dem sportlichen sowie finanziellen Abstieg. Im Sommer mistet er den Verein etwas aus und bringt den Nachwuchs auf Trab. Nächste Saison spielt dann Jena frisch verstärkt mit einigen WPS-Spielerinnen in der oberen Tabellenhälfte mit und neben den Potsdam-Fans schimpfen dann auch endlich die Jena-Fans über die Frankfurter Einkaufspolitik… *duck*

    (0)
  • Speedcell sagt:

    So schön diese vorstellung auch ist, aber bernd schröder wird wohl nie einen anderen verein als seine turbine trainieren. Aber träumen darf man ja trotzdem. 😉

    (0)
  • H2O sagt:

    @sheldon

    „@Frieda: Fußball hat vor allem mit Mathematik zu tun. Deswegen haben Männer als Trainer einfach nen Vorteil, was Taktiken angeht!
    Das hat man insbesondere bei Sasaki gemerkt, dass er dort 10mal fähiger war als Powell, Neid und Sundhage zusammen, deren Spiel einzig und allein auf dem körperlichen Aspekt beruhte!“

    Ich halte mich ja eigentlich zurück, aber das tut ja schon beim lesen weh….
    Dir ist schon klar, dass mehr Frauen als Männer in Deutschland Mathematik studieren?

    Desweiteren wird „richtige“ Mathematik in der Regel per Deduktion betrieben. Also vom Allgemeinen auf das Spezielle.
    Bei deinem „Beleg“ gehst du im Gegenteil per Induktion vor. Nimmst nen Spezialfall (Sasaki) um deine allgemeine Aussge (Männer>Frauen) zu belegen.
    Mathematisch betrachtet ist das Unfug.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @H2O: Du musst mir nix über Mathematik zu erzählen.

    Zunächst einmal: Ob mehr Frauen oder Männer Mathe studieren, das ist hierfür nicht relevant! Denn Studieren kann heute so ziemlich jeder, was er will!
    Doch wenn du dir mal anschaust, wer die Topmathematiker sind/waren, dann sind das ausschließlich Männer!
    Außerdem gehe ich nicht von Sasaki aus, sondern nutze sein Fallbeispiel nur zur Bekräftigung meiner durch wissenschaftliche Erkenntnisse über mathematische Veranlagungen!
    In ihm zeigen sich alle Eigenschaften eines brillianten Taktikers und die setzen sich nunmal in der höchsten Liga durch!
    Und dazu bedarf es einer überdurchschnittlich mathematisch begabten Frau, die wir bei dem bestehenden Personal in der Weltspitze oder auch in der deutschen Spitze einfach nicht haben!

    (0)
  • H2O sagt:

    @Sheldon:

    „Doch wenn du dir mal anschaust, wer die Topmathematiker sind/waren, dann sind das ausschließlich Männer!“

    Das lag früher natürlich nicht an der allgemeinen gesellschaftlichen Situation von Frauen… Wenn man da nämlich in die Oberschicht schaut, sieht das schon anders aus.
    War da nicht die Programmiersprache Ada die zu ehren von Ada Lovelace so beannt wurde….

    Naja und heute gibt es sehr viele Topmathematikerinnen….

    Übrigens, früher gab es auch nicht so viele Topfußballerinnen… 😉

    „wissenschaftliche Erkenntnisse über mathematische Veranlagungen“
    Die kenne ich noch garnicht. Ich kenne nur welche über räumliches Denkvermögen, aber Mathematik ist deutlich mehr als nur Geometrie.

    „@H2O: Du musst mir nix über Mathematik zu erzählen.“

    Ok, wenn du meinst… 😉

    „Und dazu bedarf es einer überdurchschnittlich mathematisch begabten Frau, die wir bei dem bestehenden Personal in der Weltspitze oder auch in der deutschen Spitze einfach nicht haben!“
    Meiner meinung nach sollte erstmal noch ne ganze Menge aus den Spielern rausgeholt werden, bevor man sich Gedanken über Toptaktiken macht. Meiner Meinung nach stören am meisten die noch vorhandenen eklatanten technischen Mängel.

    (0)
  • foxi sagt:

    Wissenschaftliche Erkenntnisse haben lediglich gezeigt, dass Männer IM DURCHSCHNITT ein etwas besseres räumliches Vorstellungsvermögen haben als Frauen und dass Frauen dafür durchschnittlich eine etwas stärker ausgeprägte verbale Ausdrucksfähigkeit besitzen. Diese Unterschiede sind statistisch signifikant, weil man sie an sehr großen Stichproben nachweisen konnte, im Alltag spielt das aber kaum eine Rolle, weil die Wahrscheinlichkeit, dass der Eine besser als der Andere ist, bei etwa 51 zu 49 liegt. Es sind also sehr geringe Unterschiede! Bei mathematischen Fähigkeiten sind im allgemeinen keine signifikanten Unterschiede messbar, aber es wurde gezeigt, dass Mädchen bereits früh trotz gleicher Leistungen ein geringeres Zutrauen in die eigenen mathematischen Fähigkeiten haben. Wahrscheinlich aufgrund von Äußerungen wie der oben!

    Tatsächlich sind Neid, Sundhage und Morace nicht die überragenden Taktikerinnen, aber MVT traue ich da mehr zu, gerade aufgrund dessen was ich in Jena gesehen habe.

    (0)
  • wrack sagt:

    @ H2O: Dein Zitat „Fußball hat vor allem mit Mathematik zu tun. Deswegen haben Männer als Trainer einfach nen Vorteil, was Taktiken angeht!“ kann ich wirklich und ernsthaft nicht nachvollziehen. Kannst du das bitte erläutern ?

    @ foxi, betrifft mathematisches Talent von Männern / Frauen: Das ist auch mein Kenntnisstand. Aber vielleicht gibt es neuere empirische Daten, neue Studien ? Quellen ?

    @ Sheldon: Abgesehen von den Statistiken, was hat Taktik mit Mathematik zu tun ? Ich glaube nicht, dass sich irgendein Trainer von der Errechnung und Bedeutung von Korrelationskoeffizienten, Mittelwertsvergleichen und Messfehlern leiten läßt. Das ist beim Basketball sehr nützlich, aber für den Fußball taugt das m.E. nach lediglich als eine Bestätigung dessen, was man im Spiel schon gesehen hat. Fußball wird von zuvielen Variablen beeinflusst, als das man ein Spiel mathematisch exakt (und nützlich) analysieren kann.

    (0)
  • H2O sagt:

    @wrack

    Hallo wrack,

    bitte lies nochmal meinen Beitrag. Ich zitiere an der Stelle sheldon, daher steht der Beitrag auch in “ …“ . 🙂
    Der Grund meines Beitrages ist natürlich gerade, dass diese Aussage Blödsinn ist.

    lg H2O

    (0)
  • foxi sagt:

    @wrack
    In einzelnen Studien kann man durchaus mal Unterschiede finden, aber Meta-Analysen zeigen, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in puncto Mathe sich rausnivellieren und früher da waren, aber über die Jahrzehnte immer geringer geworden sind. Studie dazu z.B.: Hyde, J. S. & Linn, M. C. (2006). Gender similarities in mathematics and science. Science, 314, 599-600.
    Aber davon mal abgesehen ist das offtopic, weil Mathe nix mit Fußballtaktik und -strategie zu tun hat.

    (0)
  • wrack sagt:

    @ H2O: Mea Culpa, sorry. Habe wohl meine Lesebrille verlegt 🙂

    @ foxi: Danke für die Quelle.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    […]

    Natürlich ist Fußball ein strikt mathematisches Spiel! Über lange Zeit kannst du den Erfolg eines Teams mit einem bestimmten System errechnen.
    Beispielsweise kannst du anhand von einem großen Pott Variablen die beste taktische Ausrichtung für 11 verschiedene Spielerinnen berechnen. Das Ganze geht natürlich in die komplexe Mathematik hinein, wobei im Idealfall auch Variablen wie Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung und Windverhältnisse in die Berechnungen einbezogen werden!
    Beispielsweise kann hierdurch die ideale Laufintensität einer jeden Spielerin beim jeweiligen Wetter anhand ihrer physikalischen Fähigkeiten ermittelt werden, sodass sie innerhalb von 90 Minuten die idealen Laufwege zurücklegt, um sich nicht so sehr zu verausgaben, dass sie am Ende blau geht, aber auch nicht zu wenig zu investieren!
    Indem man nun also die ideale Laufintensität festgelegt hat, kann man darüber entscheiden, welche Position genau auf dem Platz die Idealposition für die jeweilige Spielerin ist, was die idealen Passkombinationen sind und mit welchen Spielzügen die Spielerinnen ihr Laufpotential möglichst effektiv nutzen.
    Hierzu sind natürliche auch im besten Fall auch möglichst differenzierte Gesundheitstests der Spielerinnen nötig, um hier ein möglichst fehlerfreies Ergebnis zu erzielen!
    Aber mit der nötigen Technik, effektiver Trainingszeitnutzung und angewandter Mathematik (zu der die Programmiersprache übrigens nicht gehört, diese ist Teil des Fachgebiets Informatik) kann man aus jeden 11 Spielerinnen eine Meistermannschaft machen, zumal die Abweichung von den ermittelten Ergebnissen hier sogar noch sehr viel größer sein darf als im MF, da die technisch-taktischen Belange hier noch nicht mit der Präzision genutzt werden wie das beim MF der Fall ist, Stichwort: Computerauswertung der Laufwege. Auch hier wäre zwar noch mehr Analyse möglich, zum Beispiel Puls- und Blutdruckmessgeräte während des Spiels, um beispielsweise sehen zu können, wie der Körper eines jeden Spielers auf verschiedene Spielsituationen reagiert, wie er sich bei einem abgebrochenen Sprint verhält oder wie beim Dribbling.

    Selbst der Schiedsrichter kann ausgewertet werden, seine bisherigen Leistungen, seine Mimik und Gestik und wie er unterbewusst zu beeinflussen ist.
    Je mehr das Spiel mathematisch durchstrukturiert wird und je mehr die Spielerinnen zu Schauspielern, zu eiskalt berechnenden Sportlern werden, bei denen kein Schritt auf dem Spielfeld ungeplant ist, desto größer ist die Kontrolle über das Spiel! Und hier haben es nunmal die Mathematiker wesentlich leichter!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

    (0)
  • FFFan sagt:

    Wenn jetzt Claudia von Lanken als mögliche Nachfolgerin von Martina Voss-Tecklenburg (die selbst kurz nach ihrer Entlassung beim FCR Duisburg in Jena ‚angeheuert‘ hatte) gehandelt wird, zeigt dies, dass mittlerweile auch im Frauenfußball so etwas wie ein ‚Trainerkarussell‘ existiert, was noch vor wenigen Jahren nicht der Fall war!

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Das Ganze geht natürlich in die komplexe Mathematik hinein, wobei im Idealfall auch Variablen wie Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung und Windverhältnisse in die Berechnungen einbezogen werden!“

    Richtig, und ganz große Experten ziehen darüber hinaus noch die Konstellation der Sterne und den Monatszyklus der Spielerinnen in Betracht. 😉

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Selbst dieses muss bei abergläubischen Spielerinnen unbedingt mitbedacht werden, da sich ein schlechtes Horoskop auf die Moral auswirkt.
    Der Monatszyklus muss sowieso mitbedacht werden, da die körperliche Leistungsfähigkeit der Spielerinnen damit abnimmt.

    Zu den anderen Dingen:
    Die Bodenbeschaffenheit wirkt sich auf das Verletzungsrisiko bestimmter Spielerinnen aus, sodass hier die Laufwege auf den gut begehbaren Stellen des Platzes vorrangig zu nutzen sind.
    Dieses ist insbesondere bei Plätzen wie in Wolfsburg von höchster Priorität. 😉
    Sonneneinstrahlung beeinträchtigen die Sichtverhältnisse und dadurch das Stellungsspiel zum Ball. Außerdem kann dies zu Ermüdungserscheinungen führen.
    Wind wirkt ebenso auf die Erschöpfung der Spielerinnen. Je stärker der Gegenwind und je heimtückischer er ist, desto schneller ist die Ermüdung!

    Du siehst, je mehr man bedenkt, desto feiner kann man die Leistung der Spielerinnen beeinflussen!

    (0)
  • be sagt:

    Regelmäßiger O-Ton Schröders: „Fußball ist keine Naturwissenschaft.“

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @be: Joa, man muss ja nicht immer mit ihm mitgehen. Aber schließlich hat Schröder auch von seiner harten DDR- bzw. Ostzonenschule profitiert! Es ist kein Wunder, dass er heute der beste deutsche Trainer bei den Frauen ist, schließlich legte man gerade in der DDR den Schwerpunkt auf Naturwissenschaften!

    (0)
  • wrack sagt:

    @ Sheldon: Du kannst neben den Lottozahlen natürlich auch Fußball mathematisch erfassen und auswerten. Nur: Was hast du bei den Lottozahlen davon, auch wenn Lotto ein „strikt mathematisches“ Gewinnspiel ist ? Vorhersagen kannst du die Zahlen trotzdem nicht.

    (0)
  • H2O sagt:

    @sheldon

    Ich muss dich erstmal loben, deine Beiträge motivieren mich öfter mal was zu schreiben. 🙂

    „Aber mit der nötigen Technik, effektiver Trainingszeitnutzung und angewandter Mathematik (zu der die Programmiersprache übrigens nicht gehört, diese ist Teil des Fachgebiets Informatik) kann man aus jeden 11 Spielerinnen eine Meistermannschaft machen…“

    Dein mathematisches Modell soll so gut sein, dass du damit alle besiegst? Dein mathematisches Modell löst Fußball?

    Also 2007 wurde das Brettspiel Dame gelöst.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,495493,00.html

    Bis heute ist Schach noch nicht gelöst.

    Bis heute gibt es noch keine wirklich gute „go“ Simulationen (die gegen gute menschliche go Spieler bestehen kann).

    Dies sind Spiele die relativ einfach modellierbar sind. (immer nur einer am Zug, es wird von einer zentralen Person pro Partei der Zug ausgeführt, diskretisiertes Spielfeld).

    Selbst wenn du dir ein Modell aufbauen kannst, das einigermaßen geeignet ist und sollte das ganze riesig und schwierig zu lösen sein. Da würde mich interessieren womit du die Lösung berechnest. Mit einem Quantemcomputer?

    Soweit ich das bisher gesehen habe, und ich habe mich damit nicht sonderlich beschäftigt, werden heutzutage bei den Auswertungen statistische Daten ermittelt. Laufwege, Anzahl der Sprints usw. also einfach weitere Möglichkeiten um das Verhalten von Spielern zu erfassen. Damit wird dann gearbeitet…

    Das hilft dir aber nicht einen Masterplan zu erhalten wie du den nächsten Gegner aushebelst. Du lernst deine und die anderen Spieler bestenfalls besser kennen.

    Davon abgesehen hast du 11 unabhängig agierende Spieler und keine Zentrale die alles steuert… und und und….

    FFFan hat das ganze gut auf den Punkt gebracht. 😉

    „Das Ganze geht natürlich in die komplexe Mathematik hinein…“
    Komplexe Mathematik? Die Lösung liegt in den komplexen Zahlen?

    Wenn du mit DGLn und PDGLn modellierst ist das nicht unwahrscheinlich oder meinst du damit anspruchsvollere mathematische Verfahren aus der mathematischen Optimierung, Numerik und Stochastik/Statistik?

    „angewandter Mathematik (zu der die Programmiersprache übrigens nicht gehört, diese ist Teil des Fachgebiets Informatik)“

    Was willst du mir damit sagen? 🙂
    Ada Lovelace war Mathematikerin und so „Top“ dass, später ihr zu ehren eine Programmiersprache nach ihr benannt wurde.
    Davon abgesehen ging die Informatik aus der Mathematik hervor.

    „Je mehr das Spiel mathematisch durchstrukturiert wird und je mehr die Spielerinnen zu Schauspielern, zu eiskalt berechnenden Sportlern werden, bei denen kein Schritt auf dem Spielfeld ungeplant ist, desto größer ist die Kontrolle über das Spiel! Und hier haben es nun mal die Mathematiker wesentlich leichter!“

    Hört sich eher nach Voodoo an. 😉

    (0)
  • wrack sagt:

    @ H2O: Du schriebst „Hört sich eher nach Voodoo an.“
    🙂
    Wenn beide Trainer zweier gegeneinander spielenden Teams ausschließlich Zombies zur Verfügung haben, die sich nur verhalten und nicht handeln, und wenn Schieds- und Linienrichter ebenfalls auf Kugelfisch-Diät gesetzt werden, wenn man Rahmenbedingungen wie Wetter, Platz und Ball konstant halten kann, dann wäre nach einigen tausend analysierten Spielen mit immer denselben Spielern unter immer denselben konstanten Randbedingungen vielleicht eine mathematische Steuerung der ersten 30 Sekunden des Spiels möglich.

    Aber ich glaube, mit echtem Voodoo (bzw. Santaria) kann man mehr erreichen, siehe Brasiliens Männernationalteam in den 50ern und 60ern.

    (0)
  • sitac sagt:

    Technische Fertigkeiten möglichst perfekt brauchen alle. Verteidiger/innen brauchen Disziplin und perfektes Stellungsspiel und „legale“ Härte, belegt mit dem Adjektiv beinhart. Mittelfeldspieler/innen brauchen Genialität und Kreativität und einen Schuss Verrücktheit. Stürmer/innen brauchen Schnelligkeit und Robustheit und Killerinstinkt.
    Mehr braucht es nicht!
    Vodoo, vielleicht ja, Mathematik, mit Sicherheit nein.

    Unter Quadrillionen Spielen wird keines sein wie ein anderes.
    Bei keinem einzigen Schuss auf das Tor vom Elfmeterpunkt aus wird man die Flugbahn des Balles mathematisch berechnen oder vorhersagen können.

    Ich denke, es ist egal, ob ein Mann oder eine Frau Trainer/in ist.

    Neben Disziplin, Taktik, Laufwege pauken etc muss Spass, Freude, Verrücktheit massiv Platz haben, sonst geht gar nichts. Diese Balance ist höchste Kunst, die Wenige beherrschen.

    Es hängt nicht von der Frage Trainer Mann-Frau ab.

    Dennoch ist Bruno Bini für mich da derzeit derjenige, der alles möglicherweise ganz gut unter einen Hut kriegt.

    Ich drücke den Französinnen den Daumen, dass sie in London Gold holen. Sie spielen für mich den derzeit faszinierensten Frauenfussball.

    (0)