Anja Kunick neue Geschäftsführerin in Jena

Von am 27. Januar 2012 – 9.00 Uhr 7 Kommentare

Bundesliga-Schiedsrichterin Anja Kunick wird ab dem 1. Februar Geschäftsführerin bei Frauenfußball Bundesligist FF USV Jena.

Die 37-Jährige, die in den vergangenen fünf Jahren beim sächsischen Fußball-Verband für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, wird Nachfolgerin des am Jahresende zurückgetretenen Michael Krannich.

Wirtschaftliche Konsolidierung
„Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und weiß, dass es viel zu tun gibt, um den Verein wirtschaftlich zu konsolidieren. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die Ziele zu verwirklichen“, so Kunick.

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13 Jahre lang Bundesliga-Schiedsrichterin
Kunick machte sich als Schiedsrichterin der Frauenfußball Bundesliga einen Namen, 2006 leitete sie das DFB-Pokalfinale, seit 2007 wird sie auf der FIFA-Liste geführt. Zukünftig wird Kunick keine Bundesligaspiele mehr leiten, im Laufe des Jahres wird sie ihre Karriere als DFB-Schiedsrichterin beenden.

Neue Impulse
Der Vorstand des FF USV Jena freut sich, mit Kunick eine sehr sachkundige Frau für die Geschäftsführung gewonnen zu haben, und geht davon aus, dass mit ihrer Anstellung neue Impulse für den Frauenfußball in Jena und Thüringen verbunden sein werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Winter sagt:

    Sehr gute Entscheidung, Glückwunsch nach Jena. Eine Frau und dann noch mit sehr viel Sachverstand, besser kann man es kaum treffen!

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  • speedy75 sagt:

    Gute Entscheidung von Jena. Mal sehen was sie hier bewirken kann.

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  • Sokrates sagt:

    Hat es schon einmal eine(n) Buli-Schiri gegeben, der/die Geschäftsführer(in) bei einem Buli-Verein wurde – und das auch noch während der laufenden Saison? Interessanterweise hat der DFB schon vorher keinen möglichen Interssenkonflikt zwischen Frau Kunigs Tätigkeiten beim sächsischen Landesverband und als Schiri in der laufenden Buli-Saison gesehen, in der Lok Leipzig als sächsicher Verein vertreten ist.

    Trotzdem finde ich es gut, dass Anja Kunig in anderer Funktion dem FF erhalten bleibt.

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  • FFFan sagt:

    @ Sokrates:

    Ja, das hat es schon gegeben, allerdings umgekehrt: Manfred Amerell war Geschäftsführer beim TSV 1860 München, beim FC Augsburg und zuletzt beim Karlsruher SC, bevor er 1984 als Schiedsrichter in den Profi-Bereich aufstieg.

    Anja Kunick leitete in der Frauen-Bundesliga keine Spiele des 1.FC Lokomotive Leipzig – eben um erst gar nicht den Verdacht der Befangenheit („Interessenkonflikt“ ist hier nicht das richtige Wort) aufkommen zu lassen. Sie hat übrigens auch schon länger kein Spiel des FF USV Jena mehr gepfiffen (das letzte war am 1.Spieltag der Saison 2010/11); es bestehen also keine Anhaltspunkte dafür, dass das Jobangebot ein ‚Dankeschön‘ für frühere Spielleitungen gewesen sein könnte. Tut mir ja leid für alle Verschwörungstheoretiker! 😉

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  • Sokrates sagt:

    An Verschwörungstheorien ist mir persönlich überhaupt nicht gelegen. Dennoch ist wohl ein Hinweis auf diese sehr ungewöhnliche und seltene, wenn auch nicht einmalige Konstellation erlaubt. Man könnte als Schiri übrigens auch indirekt die Buli beeinflussen, wenn man Spiele der Konkurrenten vom unteren Tabellenende pfeift, an denen die Mannschaft aus dem eigenen sächsischen Landesverband und der Heimatstadt Leipzig bzw. das Team des künftigen Arbeitgebers USV Jena gar nicht beteiligt sind. Ich habe überhaupt keine Anhaltspunkte für eine mögliche Einflussnahme, aber die bloße objektive Konstellation könnte Spekulationen, Gerüchten oder Verschwörungstheorien Nahrung geben.

    PS: Was ist der Unterschied zwischen Befangenheit und Interessenkonflikt?

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  • sitac sagt:

    Ging ja schneller als gedacht mit der Neubesetzung. Gratulation an Jena. Hört (und sieht 🙂 [Entschuldigung]) sich sehr gut an.
    Jetzt noch ein Supersponsor und eine Goalgetterin und die Liste wäre abgearbeitet.

    Kurz noch Überlegungen zu Sokrates: Alle (auch die BuLi-)Schiedsrichter sind Mitglied in einem Fussball-Verein und damit auch automatisch Mitglied eines Fussball-Landesverbandes. Niemand würde auf die Idee kommen, dass ein Schiedsrichter des bayerischen FV kein Dortmund-Spiel pfeifen darf, weil er Bayern München begünstigen könnte im Meisterschaftskampf.

    Außerdem hat ja Anja Kunick hier keinen Beratervertrag bekommen, bei dem sie für Nichtstun und als Belohnung für früheres Wohlverhalten 6-bis 7-stellige Summen kassiert(wie in anderen Bereichen unserer Gesellschaft Usus), sondern einen Maloche-Posten, bei dem sie sich wahrlich nicht dumm und dämlich verdienen kann.

    Ich wünsche ihr alles Gute und viel Glück(braucht man auf einem solchen Sitz immer auch 🙂 )

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  • FFFan sagt:

    @ Sokrates:
    „Was ist der Unterschied zwischen Befangenheit und Interessenkonflikt?“

    Befangenheit liegt bereits vor, wenn es nur Gründe für Zweifel an der Unparteilichkeit eines Entscheidungsträgers gibt.

    vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Befangenheit

    Von einem Interessenkonflikt (im engeren Sinn) spricht man, wenn jemand gleichzeitig für mehrere Personen oder Institutionen tätig wird, deren Interessen mindestens teilweise im Widerspruch zueinander stehen. Beispiel aus dem Sport: Spielervermittler, der zugleich für einen Verein tätig ist. Zu Beispielen aus anderen Bereichen verweise ich wieder auf Wikipedia:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Interessenkonflikt

    Ein Schiedsrichter vertritt nicht die Interessen einer Partei, sondern ist unparteiisch; deshalb passt der Ausdruck m.E. nicht.

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