Der Frauenfußball Jahresrückblick 2011 – August

Von am 9. Januar 2012 – 8.55 Uhr

Womensoccer lässt das Frauenfußball Jahr 2011 noch einmal Revue passieren, der August stand im Zeichen des Karriereendes von Birgit Prinz und des Wechsels von Inka Grings zum FC Zürich Frauen.

In der Frauenfußball Bundesliga wurde wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison die Personalplanung abgeschlossen. In Essen freute man sich über die Verpflichtung von Uschi Holl, die vom FCR 2001 Duisburg wechselte und die Lücke schloss, die die langwierige Kreuzbandverletzung von Lisa Weiß aufgerissen hatte. Holl sollte dann dazu beitragen, dass Essen zu den positiven Überraschungen der Bundesliga-Hinrunde zählen würde.

Hingst verlässt Frankfurt Richtung Australien
Der SC 07 Bad Neuenahr verpflichtete unter dem Eindruck der Frauenfußball WM zwei Neuseeländerinnen: Katie Hoyle und Sarah Gregorius erhöhten die Anzahl der Kiwis in der Bundesliga auf fünf. Der 1. FFC Frankfurt holte Ally Krieger zurück und verlängerte auch den Vertrag mit Manager Siegfried Dietrich. Die Frankfurterinnen mussten aber auch den Weggang von Ariane Hingst verschmerzen, die in Australien eine neue Herausforderung fand. Die von Verletzungen geplagte Katharina Baunach durfte sich über einen neuen Vertrag beim FC Bayern München freuen.

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Grings und Fuss wechseln nach Zürich
Linda Bresonik, die bereits ihren Weggang aus Duisburg angekündigt hatte, machte eine Kehrtwende und verlängerte ihren Vertrag um zwei Jahre. Sonja Fuss hingegen verließ den Verein in Richtung Schweiz und wechselte zusammen mit Teamkollegin Inka Grings zum FC Zürich Frauen. Ein Transfer, der für hitzige Diskussionen unter unseren Leserinnen und Lesern führte. Zuvor war Grings in Duisburg bereits die Kapitänsbinde zugunsten von Annike Krahn entzogen worden.

Favoritensiege zum Bundesliga-Auftakt
Die Bundesliga startete Mitte August in die neue Saison, wir gaben einen zweiteiligen Saisonausblick (die obere Tabellenhälfte und die untere Tabellenhälfte), die Favoriten starteten allesamt mit Auftaktsiegen. Auch in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gab es bis auf das unerwartete Aus des 1. FC Köln keine Überraschungen. Der 1. FFC Turbine Potsdam musste länger als erwartet auf Torhüterin Anna Felicitas Sarholz verzichten, die sich nach dem Haariss im Mittelfuß einen Kahnbeinbruch in der linken Hand zuzog.

Birgit Prinz

Birgit Prinz bei ihrem letzten Auftritt im Trikot des 1. FFC Frankfurt © fussballpics.de

Karriereende von Birgit Prinz
Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt verkündete Birgit Prinz nach ihrem Rücktritt aus der Nationalmannschaft  ihr Karriereende. Mehr als ein Jahrzehnt lang war die 33-Jährige das Aushängeschild des nationalen und internationalen Frauenfußballs. “Fußball ist eine der größten Leidenschaften in meinem Leben, deshalb ist es mir schwer gefallen, das Kapitel zu beenden”, so Prinz. Es fühle sich “nach dem richtigen Moment an, da meine Motivation, die eigene und berufliche Zukunft weiter voran zu treiben, immer größer geworden ist und das Leben als Profisportlerin zu viel Zeit und persönliches Engagement benötigt, um dies in befriedigender Weise nebeneinander gestalten zu können“, erklärte sie ihre Beweggründe.

Quartett tritt aus Nationalelf zurück
Die Nationalmannschaft sollte in der Folge ein neues Gesicht erhalten, denn neben Prinz und Hingst traten auch Uschi Holl und Kerstin Garefrekes aus der Nationalmannschaft zurück. Garefrekes war bei der Frauenfußball WM 2003 eine der großen Entdeckungen im deutschen Team und trug in den Jahren danach maßgeblichen Anteil an den deutschen Erfolgen, wie dem WM-Titel 2007 oder den Gewinn der beiden EM-Titel 2005 und 2009. Für das erste Länderspiel nach der WM berief Bundestrainerin Silvia Neid denn auch in Svenja Huth und Kathrin Längert zwei Neulinge in den Kader.

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Auslosung zur Champions League
In der Champions League bekamen die deutschen Teams bei der Auslosung in Nyon unterschiedliche Herausforderungen gestellt. Während sich für Potsdam das Duell gegen den isländischen Vizemeister Thór/KA später als die erwartet lösbare Aufgabe herausstellen sollte, musste der 1. FFC Frankfurt im ungleich schwereren Kräftemessen  gegen den norwegischen Meister Stabæk Fotball zittern, ehe der Aufstieg in die nächste Runde perfekt gemacht werden konnte.

FIFA sperrt Nordkorea
Die Frauenfußball WM sollte auch im August noch zu spüren sein. Aufgrund positiver Dopingproben bei einigen nordkoreanischen Spielerinnen während der Titelkämpfe in Deutschland, sperrte die FIFA die nordkoreanische Nationalmannschaft für die Frauenfußball WM 2015 in Kanada. Am Olympischen Frauenfußball Turnier in London 2012 wird das Team aber teilnehmen dürfen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.