Essen trennt sich von Elena Hauer

Von am 2. Januar 2012 – 10.38 Uhr 29 Kommentare

Frauenfußball Bundesligist SG Essen-Schönebeck und Abwehrspielerin Elena Hauer werden ab sofort getrennter Wege gehen.

Wie der Bundesligist mitteilte, habe sich die Trennung bereits seit Mitte Oktober abgezeichnet, da Hauer „seit dieser Zeit nur eingeschränkt am Training teilnehmen konnte.“ Es sei auch vorhersehbar gewesen, dass sich dies auch in der Rückrunde nicht ändern werde.

Nur vier Einsätze
„Wir wünschen Elena alles Gute und hoffen für Sie, dass Sie bald wieder uneingeschränkt Ihrem Hobby nachgehen kann“, so Essens Geschäftsführer Willi Wißing. Hauer bestritt in der laufenden Bundesligasaison 2011/12 nur vier Bundesligaspiele und stand dem Verein danach für weitere Einsätze nicht mehr zur Verfügung.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • Ruhri sagt:

    Hoffentlich ereilt Kat Tarr nicht das gleiche „Schicksal“!

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  • Starhunter sagt:

    Weiß jemand was mit ihr los war. Irgendwann mal wurde erwähnt das sie verletzt war und danach nichts mehr.

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  • Detlef sagt:

    @Starhunter,

    Im FF-Forum hat ein User geschrieben, daß sie wohl unter ständigen Rückenproblemen litt/leidet, und ihr wahrscheinlich sogar die Sport-Invalidität drohe!!!

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  • Starhunter sagt:

    @Detlef,

    danke für die Info.

    Mittlerweile fand ich noch diesen Link zum Thema.
    http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/essen/sgs-und-hauer-gehen-getrennte-wege-id6210402.html
    Dort ist die Rede von „Muskuläre Probleme am Oberschenkel“. Der Hauptgrund ist aber ihr Umgang mit der Verletzung. Irgendwie schon komisch.

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  • Sokrates sagt:

    Egal, ob es sich um muskuläre Probleme am Oberschenkel oder um Rückenprobleme handelt, entscheidend für die Trennung scheint doch Elena Hauers unprofessioneller Umgang mit ihrer Verletzung zu sein. Darauf spielt die süffisante Formulierung „Hobby” des Essener Geschäftsführers an. Elena wird also indirekt vorgeworfen – wenigstens im Zusammenhang mit ihrer aktuellen Verletzung -, dass sie den FF in der Buli nicht ernsthaft und professionell, sondern nur aus Spaß wie eine Hobby- oder Freizeitfußballerin ausgeübt hat und bei einer Verletzung mit dem Spielen und Trainieren weitgehend aufgehört hat anstatt zum Arzt zu gehen.

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  • Speedy75 sagt:

    Stellt sich immer mehr heraus dass die Spielerin mit Ihrer Verletzung wohl alles andere als professionell umgegangen ist und das wohl mit einer der Gründe für die Trennung war.
    Wenn man als Spielerin weiter kommen will muss man mit solchen Dingen wesentlich professineller umgeben.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Vielleicht will man gerade das glaubhaft machen, um sich als Verein in ein güstigeres Licht zu bringen?
    Ich habe jedenfalls keine Erklärung dafür, dass angeblich ein Sportler bei massiven gesundheitlichen Problemen keinen Arzt aufsucht, um die Schmerzen zu lindern und eine Wiedergenesung zu erreichen.

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  • Frieda sagt:

    Da täusch dich mal nicht. Sportler sind meistens die Uneinsichtigsten bei Verletzungen! Falscher Ehrgeiz…

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Frieda
    > Sportler sind meistens die Uneinsichtigsten bei Verletzungen!

    Glücklicherweise sind diese Deine Erfahrungen nicht so repräsentativ, wie Du es uns Glauben machen willst.
    In professionellen Vereinen sind die medizinische Abteilung bzw. der Teamarzt durchaus in der Lage nicht nur präventive und rekonvalenzente Massnahmen zu ergreifen und durchzusetzen, notfalls auch gegen den Willen des Sportlers, der sich „unterwerfen“ muss.

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  • Frieda sagt:

    Das ist nicht nur meine Erfahrung. Schröder, MVT, Hingst, Popp und noch einige mehr haben es auch schon mehrfach formuliert.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Frieda
    > Schröder, MVT, Hingst, Popp und noch einige mehr haben es auch schon mehrfach formuliert.

    Dann hätte ich das auch gern im Kontext so zur Kenntnis genommen. 🙂

    Uneinsichtigkeit bei Verletzungen kann auch bedeuten, dass man nicht sich selbst als Auslöser sieht, sondern meinetwegen den Gegenspieler, das Training etc.
    Nur im diskutierten Fall Elena Hauer wird eher deren schlampiger Umgang mit der Verletzung suggeriert, was beim Gang vor´s Arbeitsgericht auch zu beweisen wäre.

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  • Detlef sagt:

    Frieda hat nicht unrecht!!!
    Gerade junge Spielerinnen sind da sehr gefährdet, wenn sie aus falsch verstandenem Ehrgeiz ihre Verletzungen nicht gründlich genug auskurieren!!!
    In dem Alter fehlt halt noch die Erfahrung, was solches Verhalten für bittere Folgen haben kann!!!

    Und selbst die beste medizinische Abteilung ist da machtlos, wenn die Spielerin versichert, keine Schmerzen mehr zu haben, aber in Wirklichkeit (ihrer Meinung nach) tapfer auf die Zähne beißt!!!

    Ein ähnlich bitteres Beispiel wie bei Elena Hauer, habe ich zuletzt in Wolfsburg gehört, als ich nach dem Verbleib von JULE HÖFLER fragte!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Es wird wohl, wenn überhaupt, weniger der falsch verstandene Ehrgeiz als vielmehr der Leistungsdruck sein, der zu diesem (Fehl-)Verhalten führt! Ausserdem zählt im diskutierten Fall, Elena Hauer nicht zu den sog. „jungen Spielerinnen“!

    Weiterhin glaube ich nicht, dass geschultes medizin. Personal sich so leicht auf die Schippe nehmen lassen wird, wie Du es hier vermittelst, Detlef.

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Ein ähnlich bitteres Beispiel wie bei Elena Hauer, habe ich zuletzt in Wolfsburg gehört, als ich nach dem Verbleib von JULE HÖFLER fragte!!!“

    Wie war denn da der Stand der Dinge?

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  • Detlef sagt:

    @Frau Fußball,
    Natürlich ist der hohe Leistungsdruck auch ein Grund!!!
    Aber nur ein gesunder Körper kann diesem Leistungsdruck Paroli bieten!!!
    Eine erfahrene Spielerin wie Elena hätte das eigentlich wissen müssen!!!

    Und das medizinische Personal kann nur feststellen, ob Brüche und/oder Risse wieder verheilt sind!!!
    Schmerzen (vor allem auf dem Platz) können sie nur durch beobachten des Bewegungsablaufes vermuten!!!

    @FFFan,
    wie mir ein guter Kenner der Wolfsburger Szene erzählte, hatte JULE wohl eine Verletzung nicht richtig auskuriert, und viel zu früh wieder mit den harten Belastungen angefangen!!!
    Jetzt ist sie wohl froh, daß sie wieder einigermaßen Laufen kann, aber mit dem Leistungssport ist es nun endgültig vorbei!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef

    > Und das medizinische Personal kann nur feststellen, ob Brüche und/oder Risse wieder verheilt
    > sind!!!
    > Schmerzen (vor allem auf dem Platz) können sie nur durch beobachten des Bewegungsablaufes vermuten!!!

    Um Gottes Willen, wie arm wäre es doch um die heutige Medizin bestellt, träfe dieses abenteuerliche Aussage zu!

    Ich fasse mal Eure Meinungen bis hierhin zusammen:
    Elena ist eine junge Spielerin, die aus falsch verstandenem Ehrgeiz eine komplizierte, langwierige Verletzung nicht nur in Kauf genommen hat, sondern diese auch nicht fachgerecht behandeln ließ. Sie zeigte damit ein unprofessionelles Verhalten, worauf es nur eine einzig mögliche Konsequenz des Arbeitsgebers geben konnte -> die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Kündigung!
    Schröder, MVT u.v.m. haben das vorhergesehen. 😀

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  • CyberBabe sagt:

    Irgendwie verstehe ich es nicht so ganz.
    Laut dem Essener Geschaeftsfuehrer hat sie den Fussball nur als Hobby betrieben. Wie kann man da von falschem Ehrgeiz reden ?

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  • FFFan sagt:

    @ CyberBabe:
    „Laut dem Essener Geschaeftsfuehrer hat sie den Fussball nur als Hobby betrieben. Wie kann man da von falschem Ehrgeiz reden ?“

    Das war von Wißing natürlich eine gezielte Boshaftigkeit: indem er die Elena Hauer indirekt als „Hobbykickerin“ einstuft, spricht er ihr jegliche Professionalität ab.

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  • elli sagt:

    Wenn eine Spielerin über einen so langen Zeitraum verletzt ist, spricht man doch mit ihr und begleitet sie. In Essen offensichtlich nicht. Da schickt Mann einfach eine fristlose Kündigung: Grund: nicht mehr zu gebrauchen, weg damit! Ohne Vorankündigung.

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  • FFFan sagt:

    @ elli:

    Wie kommst du auf „fristlose Kündigung“? In dem Artikel steht davon nichts! Da steht lediglich, dass man nun „getrennter Wege“ gehe. Das klingt eher nach einer (einvernehmlichen) Vertragsauflösung.

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  • elli sagt:

    Das ist wohl die übliche Redewendung aber nicht die Wahrheit. Die Spielerin hat nur einen Brief mit der fristlosen Kündigung bekommen; vorher keine Abmahnung, kein Gespräch, nichts. Vor jedem Arbeitsgericht hätte Essen schlechte Karten. Elena hätte gute Aussichten, vor diesem Gericht zu gewinnen. Aber für so einen Schritt ist sie zu lieb. Oder vielleicht doch?

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich würde Elena den Tipp geben, den ich oben bereits ansprach, nämlich zum AG zu gehen und auf Wiedereinstellung oder besser auf Entschädigung zu klagen! Bei solchen Methoden muss man knallhart gegensteuern und die Stirn bieten. Sie sollte in der Tat gute Karten haben, ein eventuelles Verfahren für sich zu entscheiden.

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  • berggruen1 sagt:

    @SF: So einfach mit Entschädignung bzw. Wiedereinstellung ist es nun auch nicht. Ich bezweifle sehr stark, dass hier Jemand den Vertrag im Wortlaut kennt noch die Art der Kündigung und von Beidem wird die Rechtmäßigkeit der Kündigung abhängen. Selbstverständlich darf ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer auch während einer Krankheit kündigen.
    Ich frage mich auch, woher Elli so genau weiß, dass die Wahrheit eine andere ist als der Wortlaut uns verkündet?!? Aber selbst eine fristlose Kündigung ist u.U. möglich. Man sollte einem Verein nicht immer nur das Schlechteste unterstellen – wenigstens der Trainer wird mit ihr das Gespräch gesucht haben, denn er wird es sich nicht leisten haben können, auf eine Spielerin grundsätzlich zu verzichten. Sollte also der Trainer signalisiert haben, dass ihr Arbeitseinstellung nicht den an sie gestellten Forderungen entspricht, darf durchaus eine Kündigung erfolgen.

    Daran wird man sich auch beim FF in Zukunft gewöhnen müssen, dass bei einem unprofessionellen Umgang mit Krankheit, Verletzung und Co., aber auch hinsichtlich etwa der Nebenbeschäftigungen, die dem Fußball abträglich sind, ein Gang höher geschaltet wird als es bislang vielleicht üblich war. Eine Spielerin, deren Rolle nicht so wichtig ist, dass sie sich Vieles herausnehmen kann, wird immer häufiger an ihrer professionellen Haltung gemessen werden. Hobbykickerinnen werden in der 1. BuLi immer weniger zum Einsatz kommen – auch wenn diese Formulierung sehr pointiert war, stellt es doch sehr klar, wie die Einstellung E. Hauers gegenüber ihrem Verein gewesen sein muss.

    Übrigens: Detlef hat Recht, wie soll die medizinische Abteilung Schmerzen feststellen? Da gibt es leider noch kein Verfahren zu. Schmerztherapeuten müssen sich immer noch auf das Vehikel „Schmerzskala“, eine sehr, sehr subjektive und verunsichernde Erfassungsart, verlassen, um ihre Therapien auszurichten.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @berggruen1

    Ich verfüge genauso wie Du über die hier geschriebenen Informationen und vorausgesetzt deren Wahrheitsgehalt ist korrekt, bleibe ich auch bei meiner Aussage, dass ein Gang zum AG für Elena durchaus erfolgreich sein wird!

    Zur Detlefschen Aussage:
    > Und das medizinische Personal kann nur feststellen, ob Brüche und/oder Risse wieder verheilt
    > sind!!!
    Meine Bemerkung stellt obiges Zitat, ich denke zu Recht in Zweifel, und er hat dabei keineswegs Recht, wie Du ihm zuerkennen möchtest!
    Wir sind durchaus in einem Zeitalter, wo die Medizin über wesentlich mehr Möglichkeiten verfügt als die von Detlef genannten. Natürlich nicht im Behandlungszimmer eines Sportvereins, sondern in Kliniken u.ä., aber darum ging es ja nicht.

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  • berggruen1 sagt:

    @SF: Nun, welche Möglichkeiten der Schmerzerkennung, selbst in der besten Klinik, kennst Du denn? Und zwar eine objektive?!? Aber selbst angesichts der Möglichkeit, wenn es sie denn gäbe: Du musst erst eine Spielerin dort hinein bekommen. Aber offenbar wollte genau dieses die Spielerin nicht – die professionelle, alle legalen Möglichkeiten ausschöpfende medizinische Behandlung.
    Ansonsten: die Informationen des oben stehenden Textes – ich habe ihn noch einmal hinsichtlich möglicher Entschädigungsklagen gelesen – sind doch recht allgemein gehalten. Markus Juchem gibt doch in keiner Silbe einen Grund mit an, weshalb sie klagen sollte/könnte. Die Tatsache, dass sich eine Trennung bereits „seit Oktober abzeichnete“, verweist doch weit eher darauf, dass man sich mit der Spielerin bereits damals bzgl. einer Trennung auseinandergesetzt hat. Aus welcher Aussage von Markus Juchem schließt Du, dass die Kündigung unrechtmäßig erfolgt sei?

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  • FFFan sagt:

    @ berggruen1:

    Was du als „Aussage von Markus Juchem“ bezeichnest, ist letztlich nur die Wiedergabe des Inhalts einer Pressemitteilung der SG Essen-Schönebeck.

    Wir kennen eben nur die Darstellung der Vereinsseite; deshalb ist es schwierig, sich eine Meinung zu diesem Fall zu bilden.

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  • berggruen1 sagt:

    @FFFan: Ja, das ist mir klar, darum finde ich die doch sehr definite Aussage von SF nicht so logisch, wie SF es darstellt. Aus keinem einzigen Satz, eben weil es nur diese Darstellung gibt, ist eine rechtlich „gute Chance auf Entschädigungsklge“ herauszulesen. Mir geht es gegen den Strich, wenn bei manchen Leuten die Reaktion „schlechter Vereinsvorstand – gute Spielerin“ reflexartig bei Allem hervorgebracht wird. Nicht immer ist der Vereinsvorstand derjenige, der die Fehler gemacht hat. Manchmal ist es eben dann doch nur der Arbeitnehmer.

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  • elli sagt:

    Berggruen1 hat Recht. Es sind nicht immer die Vereinsvorstände, die alles falsch machen. Und das ist auch bei Willi Wißing der Fall. Mich hat nur seine Kommentierung in der Presse tierisch geärgert, weil sie Elena Hauer und ihren gesundheitlichen Problemen nicht gerecht wird. Hätte er nichts dazu gesagt und es bei der Überschrift belassen, wäre es nach außen gut gewesen. Die Allgemeinheit muss nicht immer alle Details kennen. Aber die Art und Weise war nicht in Ordnung. Das hätte menschlich besser gelöst werden können, vor allem, da in den Gehaltsklassen in Essen und den meisten anderen Frauen-Bundesligisten nicht von Profi-Liga gesprochen werden kann. Die fristlose Kündigung, ohne E.H. vorher ein Wort zu gönnen, ist nicht in Ordnung. Das hat sie nicht verdient. Das haben auch die Spielerinnen so empfunden. Kurz: Kein Ruhmesblatt für WW, aber wie ich ihn kenne, läuft das glatt an ihm herunter.

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