Der Frauenfußball Jahresrückblick 2011 – April

Von am 31. Dezember 2011 – 11.40 Uhr

Im Mittelpunkt des Jahres 2011 stand die Frauenfußball WM in Deutschland, doch die vergangenen zwölf Monate hatten mehr zu bieten – Womensoccer lässt das Jahr noch einmal Revue passieren, diesmal den Monat April, in dem vor allem der Wechsel von Fatmire Bajramaj Wellen schlug.

Nach der wegen der Frauenfußball WM im Sommer bereits im März beendeten Bundesligasaison stellten die Bundesligisten bereits kräftig die Weichen für die Zukunft. So bereichterte der VfL Wolfsburg nach den Verpflichtungen von Nadine Keßler, Laura Vetterlein und Conny Pohlers seinen Kader um eine weitere Spielerin des 1. FFC Turbine Potsdam. Josephine Henning wechselte vom Deutschen Meister zu den Niedersachsen.

Bundesligisten verstärken Kader
Auch in den anderen Vereinen war man nicht untätig. Die Potsdamerinnen ihrerseits verpflichteten Patricia Hanebeck von Zweitligist 1. FC Köln, der Hamburger SV sicherte sich die Dienste von U20-Weltmeisterin Marie-Louise Bagehorn, die aus Potsdam zu den Hanseatinnen stieß. Der FC Bayern München holte Laura Feiersinger vom Herforder SV und Nachwuchsspielerin Sarah Rommert aus Memmingen. Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig präsentierte in Anne van Bonn vom FCR 2001 Duisburg einen klangvollen Neuzugang. Bad Neuenahr holte Torhüterin Almuth Schult von Zweitligist Magdeburger FFC.

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Bajramaj-Wechsel wirbelt Staub auf
Doch für die größten Schlagzeilen sorgte der 1. FFC Frankfurt, nicht so sehr wegen der Verpflichtung von Torhüterin Desirée Schumann, aber umso mehr durch den Transfer von Fatmire Bajramaj von Potsdam an den Main, die einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 erhielt. Der Wechsel sorgte nicht nur für hitzige Diskussionen, sondern im Nachklang auch für monatelange Scharmützel zwischen Bajramaj und Potsdams Trainer Bernd Schröder. Nach unserer Meinung läutete der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte eine neue Ära ein.

Trainer-Rochaden
Auch das Trainer-Karussell rotierte. So verpflichtete der 1. FC Lok Leipzig, nachdem er gerade mit einem Sieg beim 1. FC Lübars den Aufstieg in die Erste Liga perfekt gemacht hatte, Trainerin Claudia von Lanken vom Hamburger SV II, deren Gastspiel in Sachsen allerdings nur wenige Monate dauern sollte. Der SC 07 Bad Neuenahr präsentierte Colin Bell als neuen Trainer und Nachfolger für Thomas Obliers, der als Sportlicher Leiter bei der Nationalmannschaft Nigerias anheuerte und das Team auf die WM in Deutschland vorbereitete.

Start zum Bundesliga-Cup
Mit dem Bundesliga-Cup sollte die lange Zeit bis zur neuen Saison verkürzt werden, wir konnten uns nicht so recht für den Wettbewerb erwärmen. Wolfsburgs Stürmerin Selina Wagner zog sich im Spiel gegen den FCR 2001 Duisburg einen Kreuzbandriss zu und fiel mehrere Monate aus. Zuvor hatte der FC Bayern München auf einer Jordanien-Reise den Frauenfußball gefördert, der FCR 2001 Duisburg zwei verdienstvolle Spielerinnen verabschiedet.

Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramajs Wechsel von Potsdam nach Frankfurt machte Schlagzeilen © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

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Lyon und Potsdam erneut im Champions-League-Finale
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Panini-Bilder zur Frauenfußball WM
Die nahende Frauenfußball WM warf ihre Schatten voraus. Panini kündigte an, erstmals zu einer Frauen-WM Sammelalben und Stickertütchen in den Handel bringen zu wollen, die Alben sollten später reißenden Absatz finden und auch in Spielerinnenkreisen zum begehrten Sammelobjekt werden. WM-OK-Präsidentin Steffi Jones zog ein positives Fazit ihrer Welcome Tour, die sie in alle Teilnehmerländer führte.

England im Aufschwung, Trauer in Österreich
Bereits Anfang des Monats hatte England mit einem historischen 2:1-Sieg gegen die USA überrascht. Auf der Insel startete derweil auch die erste FA Women’s Super League, wir sprachen mit Evertons Trainerin Mo Marley über die Bedeutung der neuen Liga. Vera Pauw wurde neue Trainerin der russischen Nationalmannschaft, doch schon nach kurzer Zeit gab sie das Amt wieder auf. Mit Bestürzung reagierte die Frauenfußball Welt auf den Tod des österreichichischen Nationaltrainers Ernst Weber, der im Alter von 62 Jahren verstarb, nachdem er kurz zuvor noch die U19 durch die EM-Qualifikation begleitet hatte.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.