Bundesliga-Hinrunde: Überraschungen und Enttäuschungen

Von am 20. Dezember 2011 – 23.10 Uhr 1 Kommentar

In der vergangenen Woche haben wir uns mit den Auf- und Absteigern der Hinrunde auf Seiten der Spielerinnen und Trainer beschäftigt, aber auch bei den Mannschaften gibt es Überraschungsteams und natürlich auch Enttäuschungen.

Von den Trainerinnen und Trainern der Bundesliga wurde die SG Essen-Schönebeck zur Überraschungsmannschaft der Hinrunde gewählt, aber es gibt weitere Teams, die in der ersten Saisonhälfte positiv auffielen.

Freiburg: Als Aufsteiger in die obere Tabellenhälfte
In der Südstaffel der Zweiten Bundesliga gewann der SC Freiburg in der vergangenen Saison 20 der 22 Spieltage, kassierte nur acht Gegentore und stieg souverän in die Erste Bundesliga auf. Dass der SC mit Spielerinnen wie Marisa Brunner, Essi Sainio und Marina Makanza über eine gute Mannschaft verfügt, war allen bewusst – doch das Team von Trainer Milorad Pilipovic zeigte von Beginn an eine beherzte Leistung und sorgte vor allem mit dem 1:0-Erfolg gegen den 1. FFC Frankfurt für Aufsehen. Nach zwölf Spieltagen liegt der SC auf dem fünften Tabellenrang – so gut hat sich kein Aufsteiger in den vergangenen Jahren präsentiert.

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Essen: Mannschaftlich geschlossen auf Rang 6
Einen Rang dahinter rangiert die SG Essen-Schönebeck, die viele vor Saisonbeginn eher im unteren Tabellendrittel gesehen hatten. Dabei musste die SGS schon früh die verletzungsbedingten Ausfälle von Katarina Tarr und Elena Hauer in der Abwehr kompensieren, kassierte eine 0:3-Auftaktniederlage gegen den 1. FFC Frankfurt und hatte sich vor Saisonbeginn, abgesehen von Ursula Holl, eher mit jungen Talenten verstärkt denn mit gestandenen Erstligaspielerinnen. Doch die Mannschaftsleistung in Essen stimmte, selbst den 1. FFC Turbine Potsdam hatten die Essenerinnen am fünften Spieltag am Rand einer Niederlage, ehe ihnen Genoveva Anonma mit einem Hattrick die 2:0-Führung zunichte machte.

Duisburg

Duisburg hat mit dem Sieg in Potsdam die Meisterschaft wieder spannend gemacht © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Duisburg: Erst Seifenoper, nun Meisterschaftskampf
Der FCR 2001 Duisburg bekleckerte sich im Frühjahr wahrlich nicht mit Ruhm, als er Martina Voss-Tecklenburg entließ. Dabei ging es weniger um das Warum, als vielmehr um das Wie. Die Statements seitens des Vereins waren dürftig, auf einer bizarren Pressekonferenz verlasen Spielerinnen ihre Unterstützung für „MVT“. Einige Leistungsträgerinnen kehrten dem FCR in der Folgezeit den Rücken, und man durfte mit Spannung abwarten, wie sich das neu formierte Team unter Trainer Marco Ketelaer in der Bundesliga präsentierte. Die Antwort: sehr gut. Nach elf Spielen steht der FCR auf dem zweiten Tabellenplatz  und machte die Meisterschaft mit einem Auswärtssieg gegen Potsdam wieder spannend.

Frankfurt: Internationale Stars in der Formkrise
Auf diesem zweiten Tabellenrang, oder vielleicht gar dem ersten, hatte man vor Saisonbeginn den 1. FFC Frankfurt erwartet. Die Hessinnen hatten sich mit vielen Nationalspielerinnen, wie Weltmeisterin Saki Kumagai, Fatmire Bajramaj und Kim Kulig verstärkt, um nach vier Jahren wieder einmal die Meisterschaft zu gewinnen. Doch auf eine 0:1-Niederlage gegen den SC Freiburg folgte ein 0:2 gegen Potsdam sowie ein 0:1 gegen den VfL Wolfsburg. Dabei fielen nicht nur die vergebenen Punkte ins Gewicht, sondern vor allem die Art und Weise, in der sich der FFC präsentierte. Mittlerweile scheint sich das Team wieder gefangen zu haben, doch die fünf Punkte Rückstand auf Potsdam (bei einem Spiel mehr) dürften schon zu viel sein.

Bayern: Mitten im Abstiegskampf
Eigentlich wollte der FC Bayern München in dieser Saison oben anklopfen, doch die Realität hat den FCB längst eingeholt: Nach elf Spielen steckt die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle mitten im Abstiegskampf. Nur 12 Treffer haben die Münchenerinnen in der Saison erzielt. Zwar fehlt Julia Simic mit einem Kreuzbandriss, doch die Formschwäche kann nicht an einer Spielerin festgemacht werden, es hakt in fast jedem Mannschaftsteil – auch auf der Trainerbank, wo der jüngste Bundesligatrainer zuletzt wenig Ruhe und Nervenstärke ausstrahlte.

Leverkusen: Kaum noch zu retten?
Ruhe ist vermutlich auch das Gegenteil dessen, was bei Bayer 04 Leverkusen derzeit los ist. Die Werkself liegt nach zwölf Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison hat sich die Mannschaft von Trainerin Doreen Meier gut verstärkt. Zwar folgte ein bitteres Verletzungspech, doch die Art und Weise, mit der Bayer auftritt, ist alles andere als erstligatauglich – auch abseits der Platzes, wo Meier öffentlich auf Konfrontation mit ihren Spielerinnen geht. Und so fragt man sich derzeit, wie der Verein – gerade auch nach der jüngsten Niederlage gegen München – noch vor dem Abstieg bewahrt werden kann.

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1 Kommentar »

  • Wieb Ke sagt:

    Von der „guten Verstärkung“ bei Bayer Leverkusen konnte bisher nur Turid Knaak spielen, da Marina Hegering leider immer noch mit ihrer langwierigen Verletzung zu kämpfen hat. Alle anderen Zugänge kamen aus der eigenen U17, naja, und die Mädels mussten ja auch sofort ran, auf Grund der vielen Langzeitverletzten.
    Das Thema „Meier“ ist ja auch hier schon bereits diskutiert worden…..

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