FF USV Jena erneut auf Personalsuche

Von am 19. Dezember 2011 – 21.12 Uhr 4 Kommentare

Vor nicht einmal einem halben Jahr kam Michael Krannich als neuer Geschäftsführer zum Frauenfußball-Bundesligisten FF USV Jena, nun verlässt er den abstiegsbedrohten Club wieder – nicht die einzige Personallücke, die in Jena erneut entsteht.

Zum neuen Jahr wird sich der FF USV Jena in der Geschäftsstelle personell neu aufstellen. Aus persönlichen Gründen, so Michael Krannich, werde er sein Amt zum 31. Dezember niederlegen.

Jena kommt nicht zur Ruhe
Krannich war erst zu Beginn der laufenden Spielzeit nach Jena gekommen. Seine Arbeitsschwerpunkte waren die wirtschaftliche Führung, das Marketing sowie die Zusammenarbeit mit den Sponsoren. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden, entsprechende Entscheidungen würden im Januar getroffen, ließ der Verein mitteilen. Neben Krannich verlässt auch Teammangager Michael Werner den Verein. In den vergangenen anderthalb Jahren hat der FF USV Jena auf keiner Position Kontinuität aufbauen können.

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Trainer ohne Lizenz
Im Mai 2010 verließ die langjährige Trainerin Heidi Vater den Verein, den sie zu diesem Zeitpunkt in der Bundesliga etabliert und ins DFB-Pokalfinale geführt hatte. Über ein Jahr lang konnte keine dauerhafte Lösung auf der Trainerbank gefunden werden. Zwar wurde zur Saison 2010/2011 Thorsten Zaunmüller verpflichtet, vier Monate später gab man ihm nach einer sportlichen Negativserie allerdings schon wieder den Laufpass.

Logo des FF USV Jena

Logo des FF USV Jena © FF USV Jena

Namhafte Trainerin
Es übernahm zunächst sein Assistenztrainer Dr. Michael Zahn das Training, später kam Daniel Kraus, der wegen einer fehlenden A-Lizenz jedoch nur vorübergehend in der Bundesliga arbeiten durfte. Um ihn dennoch bis zum Ende der Spielzeit 2010/2011 zu halten, präsentierte der FF USV Jena mit Konrad Weise einen sportlichen Leiter mit nötiger Qualifikation. Zu Beginn der laufenden Saison wechselte mit Martina Voss-Tecklenburg zwar eine der namhaftesten deutschen Trainerinnen nach Jena, doch es kommt keine Ruhe in den Verein.

Situation in Jena kritisiert
Krannich ist nicht der erste Geschäftsführer, der den FF USV Jena verlässt. Im März bat Vorgänger Markus Etzel um Vertragsauflösung – zuvor hatte er mit einem Interview für Aufsehen gesorgt, in dem er öffentlich die Situation beim USV und den Vorstand kritisierte. Seine Nachfolge trat befristet Michael Werner an, ehe dieser von Krannich abgelöst wurde – nun haben beide ihren Hut genommen.

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4 Kommentare »

  • Michael Kaiser sagt:

    Was ist da nur los?

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  • susifan sagt:

    Und es ist niemand da, der mal auf den Tisch haut und sagt wo es lang geht. Schade das die gute Arbeit der Trainerin und der ersten Mannschaft immer wieder unter dem unerträglichen Chaos in der Vereinsführung leidet. Ein inzwischen gigantisches Minus in der Kasse wird vom Vorstand verkündet (150.000.- Euro in diesem Jahr), aber wirklich reagieren tut niemand. Die zweite Mannschaft macht seit Jahren ihr eigenes Ding, ein Verein im Verein, der in einer Liga spielt die nicht finanzierbar ist (was jeder weiß) und niemand reagiert, ein Geschäftsführer der keine echten Vollmachten hat und eine Clubführung die alles vermeidet mit den Fans zu kommunizieren (siehe Online-Fanseite im Internet, die noch auf Saisonbeginn steht)
    Erstaunlich nur, das es so lange gut gegangen ist. Der große Knall wird aber mit Sicherheit kommen, die Gerüchte um eine mögliche Insolvenz kreisen ja schon das ganze Jahr um den Verein…
    Aber es reagiert ja niemand (und anscheinend interessiert es auch niemanden in der Stadt)
    Schade um den Sport!

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  • Postel sagt:

    Ja, so ist das nun mal in einer ONE Man Show. Früher sagte man Diktatur dazu. Leider kein Einzelfall im FF. Aber der Reihe nach. Das was ich bis hier im Beitrag und Kommentar von Susifan gelesen habe sind für mich ja noch nicht einmal die größten Aufreger dieses Jahr. Wirklich fragwürdig sind für mich andere Ereignisse. Stichworte? 1. kooptierter Vorstand. Ein Vorstand wird nicht mehr gewählt, er wird eingesetzt.2. Geheime Wahl einfach nicht zugelassen. Gerade das bedeutet für mich ein minimum an Demokratie. Also weniger darfs nun wirklich nicht sein. 3. Fans, welche sich wegen mangelnder Webpräsens beschweren, werden mit dem Satz „Wir können nicht jede Wasserstandsmeldung kommentieren“ abgespeißt. Und zu den zurückgetretenen Geschäftsführern habe ich da so meine eigene Theorie. Lt. Michael Ulbrichts Artikel hat doch der Vorstand bei der Mitgliederversammlung bemängelt das man noch zuwenige Aufgaben im Verein Ehrenamtlich erledigt bzw das noch zu viele auf der Gehaltsliste stehen. Die beiden haben den Aufruf verstanden und erfüllen ihre Aufgaben jetzt Ehrenamtlich um ein Zeichen zu setzen. In der Hoffnung, ein großteil der Spielerinnen möge ihnen folgen. Die Quelle, wo Markus Juchem seine Infos her hat, hat er nur falsch interpretiert. Ach ja, da war ja noch 4. Die einzige Antwort nach dem minus in der Vereinskasse ging unglücklich und höchst vorwurfsvoll in Richtung Spielerinnen. „Die wollen am Monatsanfang auch noch alle ihr Geld haben.“ Wie gehabt auch lt. Michael Ulbricht. (Der Mann ist manchmal mit vorsicht zu geniesen. Wenn ihr versteht, was ich meine) Und damit schließt sich der Kreis wieder. Genau diese Spielerinnen sind es doch, die die ONE MAN SHOW am laufen halten. Respekt vor jeder einzelnen das sie sich Woche für Woche Schindern bis zum Erbrechen und Sonntag für Sonntag ihre Gesundheit riskieren. Das ist ehrlicher Fussball. Daran sollten mal viele Vereinsmeier denken, die hier so manchen Kommentar abgeben. Gute Nacht allerseits.

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  • berggruen1 sagt:

    @Postel: „Die Quelle, wo Markus Juchem seine Infos her hat, hat er nur falsch interpretiert.“ – Jetzt abgesehen mal davon, dass Nora Kruse den Artikel geschrieben hat: was hat sie denn falsch interpretiert, welche Quelle? Du berufst Dich auf einen einzigen Artikel eines lokalen Sportreporters (und nein, ich weiß nicht, warum ich ihn mit Vorsicht genießen sollte, ich kenne ihn nicht und habe ihn erst einmal gegoogelt) und baust Dir Deine eigene Theorie, weshalb Nora Kruse dann ihre Quelle für den obigen Artikel falsch interpretiert?!? Wo steht denn in dem Artikel von Michael Ulbrich, dass die ehemaligen Geschäftsführer jetzt ehrenamtlich für den Verein arbeiten? Das ist doch recht unwahrscheinlich, warum sollten sie das tun? Und vor allen Dingen: warum sollten es die Spielerinnen tun und „ihnen folgen“? Das Modell „ehrenamtlicher, gemeinnütziger Verein“ kann auf lange Sicht im immer härter werdenden Bundesligageschäft nicht funktionieren. Leider liest man Nichts zum Gehalt (Aufwandentschädigung) des Vorstandes… Anstelle von ehrenamtlich Tätigen sollten sie lieber schauen, dass sie potente Geldgeber finden (Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist).
    Dass die Spielerinnen, die neben Beruf/Schule/Ausbildung/Studium höchsten Respekt verdienen, steht dabei gar nicht zur Disposition, wird hier aber auch nicht in Frage gestellt. Vereinsmeierei hin oder her.
    PS: Es ist, gerade in kleinerer Runde (47 Leute zählen da noch zu), nicht sooo unüblich, dass man offen wählt. Offenbar schienen aber auch nur drei Mitglieder etwas dagegen zu haben, der Antrag auf geheime Wahl wurde ja gestellt und nicht unterstützt.

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