Potsdam ist Herbstmeister, Wolfsburg Dritter

Von am 11. Dezember 2011 – 16.24 Uhr 69 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat in der Frauen-Bundesliga seinen Platz an der Sonne zum Abschluss der Hinrunde mit einem fulminanten Auswärtssieg in Leipzig zementiert. Der Deutsche Meister profitierte aber auch vom Remis im Topspiel zwischen Duisburg und Frankfurt am Samstag. Neuer Dritter ist der VfL Wolfsburg.

Die Potsdamerinnen feierten bei Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig nach zwei Niederlagen in Bundesliga und DFB-Pokal einen 7:0 (4:0)-Erfolg und liegen somit nach der ersten Saisonhälfte mit 30 von 33 möglichen Punkten an der Tabellenspitze.

Drei Tore von Nagasato
Die Treffer für den in allen Belangen überlegenen Champions-League-Teilnehmer erzielten Anja Mittag (5., 51.), Genoveva Anonma (22.), Yuki Nagasato (35., 61., 84.) und Kristin Demann (38.). Bereits vier Punkte Rückstand auf Potsdam hat der FCR 2001 Duisburg, der im Verfolgerduell am Samstag zu einem 1:1 (0:1) gegen den 1. FFC Frankfurt kam. Die Gäste blieben nach drei Niederlagen auch im vierten Spiel in Folge ohne Sieg.

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Remis in Duisburg
Melanie Behringer brachte die Frankfurterinnen mit einem indirekten Freistoß aus 25 Metern in Führung (26.), der Treffer zählte allerdings nur, weil Duisburgs Torhüterin Christina Bellinghoven die Fingerspitzen noch am Ball hatte. Linda Bresonik sorgte nach einer knappen Stunde mit einem Schuss aus zwölf Metern für den verdienten Ausgleich (58.). Frankfurt hatte aber Pech: Einem regulären Kopfballtreffer von Kerstin Garefrekes wurde wegen eines angeblichen Fouls an Bellinghoven die Anerkennung verweigert (76.).

Frankfurt korrigiert Saisonziel
Torschützin Bresonik erklärte: „Wir können mit dem 1:1 leben, für uns ist das positiv.“ Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte: „Im Kampf um Platz 2 ist noch vieles machbar, das ist unser vorrangiges Ziel.“ Dass die als großer Titelfavorit gehandelten Frankfurterinnen die Hinrunde allerdings nur auf Platz vier mit acht Punkten Rückstand auf Potsdam abschließen, ist jedoch eine Enttäuschung. Vom ursprünglichen Ziel, den Meistertitel holen zu wollen, redet am Main derzeit niemand mehr.

Martina Müller

Martina Müller lässt den VfL Wolfsburg von der Champions League träumen © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Müller schießt Wolfsburg auf Platz 3
Das mit internationalen Topspielerinnen gespickte Team musste in der Tabelle sogar noch dem VfL Wolfsburg den Vorrang lassen. Die Niedersachsen verbesserten sich dank eines 2:0 (2:0)-Siegs gegen die SG Essen-Schönebeck auf Platz 3 und dürfen bei nur einem Punkt Rückstand auf Duisburg weiter von einer Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison träumen. Martina Müller sorgte mit zwei Blitztreffern (5., 8.) für die frühe Entscheidung, für Wolfsburg war es bereits der sechste Sieg hintereinander.

Da Mbabi vergrößert Leverkusens Nöte
Tabellenschlusslicht Bayer 04 Leverkusen musste beim 0:3 (0:1) gegen den SC 07 Bad Neuenahr eine weitere bittere Niederlage hinnehmen, mit nur drei Punkten liegt die Werkself abgeschlagen am Tabellenende. Die Gäste von der Ahr feierten hingegen dank dreier Treffer von Nationalspielerin Célia Okoyino da Mbabi (35., 47., 80.) den vierten Sieg in Folge und haben nach dem problematischen Saisonstart mit sieben sieglosen Spielen Anschluss ans gesicherte Mittelfeld gewonnen.

Jena holt Punkt in Freiburg, HSV gegen Bayern abgesagt
Der FF USV Jena, mit nur fünf erzielten Treffern weiter das offensivschwächste Team der Liga, holte beim torlosen Remis gegen den SC Freiburg den dritten Auswärtspunkt der Saison und verbesserte sich auf Platz neun, da das Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern München wegen widriger Platzverhältnisse im Wolfgang-Meyer-Stadion bereits am Freitag abgesagt werden musste und vermutlich erst Mitte Februar nachgeholt wird, ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

69 Kommentare »

  • Holle sagt:

    @sheldon

    „Hierbei liegt der klassische Ausbilder Turbine Potsdam mit zur Zeit 8 Spielerinnen vorne (Angerer, Bajramaj, Pohlers, Keßler, Omilade, Henning, Schumann, Larsen Kaurin)…“

    Die genannten kamen von Turbine, was aber nicht bedeutet, dass sie dort ausgebildet wurden.
    Als Beispiele für deine These taugen sie nicht.

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  • Sokrates sagt:

    Die Daumen-runter-Funktion ist kein Mittel der Zensur, sondern der Bewertung. Allerdings kann der rote Daumen auch aus Abneigung gegenüber einer Person oder eines Vereins, aus Jux und Dollerei oder aus Versehen und damit aus sachfremden Gründen erteilt werden. Vielleicht könnten Nora und Markus alternativ eine Höchstgrenze für die Zahl der Kommnentare einer Person pro Blogbeitrag und / oder pro Woche und auch eine Begrenzung der erlaubten maximalen Länge eines Beitrags einführen. Es gibt einen heilsamen Zwang zur Kürze.

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  • Sheldon sagt:

    @Sokrates: „Allerdings kann der rote Daumen auch aus Abneigung gegenüber einer Person oder eines Vereins (…) erteilt werden!“

    Hm, wie war noch gleich die Definition von Zensur? Unter einem solchen Aspekt kommt auch noch Diskriminierung in Betracht, die damit gefördert wird!

    […]

    Ich für meinen Teil habe absolut kein Bock mehr auf dieses Forum! Es zeigt sich wieder an den letzten Kommentaren, dass nur einzelne, kleinere Randnotizen auseinandergenommen werden, die absolut zweitrangig sind und nur als bildliche Erläuterung dienen, um einen gesamten Beitrag aus dem Kontext zu reißen, weil niemand solche sinnvollen Lösungen hören will! Kämen sie von anderen Personen, würde man diese bejubeln und beklatschen. So versucht man hier, was geht, auseinanderzunehmen, um zu entstellen und entwerten, nicht weil es unkorrekt wäre, sondern einfach, weil einem der Schnabel des anderen nicht passt!

    Das ist echt unter meinem Niveau! Habe ich jemals hier in diesem Blog irgendjemanden persönlich angegriffen? Ich denke Nein! Ich habe immer andere Beiträge auf logische Fehler untersucht, doch letztlich habe ich weder Ulf noch Detlef noch waiiy noch Krissi noch Lucy noch MOPessen persönlich angegriffen, selbst SF blieb von persönlicher Kritik von mir verschont!
    Und doch ist es relativ egal, welche Argumente ich in einem Beitrag bringe, spätestens 10 Stunden später ist er ausgeblendet! Egal, was drinsteht!
    Und das Schlimmste ist: Nicht eine Person von euch würde mir das persönlich ins Gesicht sagen, dass er mich maximal als Fußabtreter benutzen würde! Und das ist einfach beschämend!

    Wenn jemand persönliche Probleme mit mir hat, kann er sie gerne über Markus mit mir ausräumen! Aber bitte nicht auf diesen Blog abwälzen! Ich stehe für jedes private Gespräch zur Verfügung, anders als Theo Zwanziger! Ich stehe zu dem, was ich sage und ich bin der einzige in diesem Blog, der jemals eine falsche Annahme zurückgenommen hat und das sogar schon zweimal! Aber nein, man muss ja weiter seine pauschalen Vorurteile pflegen! Wenn man einmal sich dem Diktat der Mehrheit unterworfen hat, dann kann man sich darin ja bis zur Unkenntlichkeit suhlen!
    Gegen solche Leute gehen wir im Osten auf die Straße!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • be sagt:

    Nur kurz Sheldon: Getroffene Hunde bellen.

    Mir scheint, als ob du eine Eskalation provozieren willst. Da brauchste dich doch nicht wundern, wenn jemand „Spring doch!“ ruft.

    Noch einmal: Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass sich alle immer lieb haben und Ringelpietz mit Anfassen tanzen. Auch Gegenwind gehört dazu, genauso wie sich ab und zu auch mal auf die Zunge zu beißen und nicht immer die eigene Meinung kundzutun. Und manchmal helfen Taten (konkret – wie bereits geschrieben – aktive Vereins- oder Gremienarbeit) mehr als nur Worte.

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  • Holle sagt:

    sheldon schrieb:
    „Es zeigt sich wieder an den letzten Kommentaren, dass nur einzelne, kleinere Randnotizen auseinandergenommen werden…
    […]
    Ich habe immer andere Beiträge auf logische Fehler untersucht,…“
    Deine angesprochenen „Randnotizen“ waren logische Fehler. Nimms nicht persönlich.

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  • waiiy sagt:

    Also egal, welcher Verein es ist, wenn eine Spielerin mit Anfang 20 dahin kommt, dann sollte sie noch nicht komplett ausgebildet sein. Wenn eine Spielerin in so einem Alter kein Entwicklungspotential mehr hat, sollte man sie nicht verpflichten.

    Um nicht Potsdam als „leuchtendes Beispiel“ anzuführen, will ich Wolfsburg zeigen, die selbst in der 1. Saisonhälfte Spielerinnen wie Henning und Keßler, die vom Meister gekommen sind, enorm weiter entwickelt haben.

    Ich denke, dass man bei „Ausbildung“ auch diese Entwicklungssprünge sehen sollte.

    Ansonsten sind es doch nur die kleinen Vereine, die in großem Stil „ausbilden“, weil sie dazu verdammt sind, jede Saison 3 bis 5 Spielerinnen aus der Jugend hochzuziehen, wenn die besten Spielerinnen wegen der Perspektive woanders hingehen.

    Ich denke, dass bei Bajramaj sowohl Duisburg, Potsdam als auch jetzt Frankfurt „Ausbildungsvereine“ sind, weil sie soviel Potential hat, was sie immer weiter ausschöpfen kann. In Duisburg konnte sie unbeschwert stürmen und ihre Stärken ausspielen. In Potsdam hat sie mit ihren Leistungen zum ersten Mal eine Mannschaft mit tragen müssen, in der es lief und die erfolgreich war. In Frankfurt muss sie jetzt versuchen, eine Mannschaft zu tragen, bei es auch mal nicht so rund läuft. Auch das wird sie weiter entwickeln.

    Wenn man von Potsdam als „Ausbildungsverein“ spricht, dann sollte man auch beachten, dass trotz der vielen Verpflichtungen, die vor der Saison getätigt wurden, eine Jennifer Cramer einen Stammplatz hat und eine Kristin Demann mächtig Druck macht und ihre Einsatzzeiten nutzt. Das ist in einer solchen Mannschaft nicht selbstverständlich.

    waiiy

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  • palermomüller sagt:

    Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich gedacht, daß sich FF eher in Ballungsräumen wie Ruhrgebiet (vor allem dort wegen der enormen Fixierung auf Fußball generell) und Berlin entwickeln würde und auch in Hamburg mehr hinkriegt. Ich möchte HH nicht unterbuttern, aber dort hätte ich eine Entwicklung vermutet wie z. B. in Duisburg – vor allem mehr Kohle, bessere Infrastruktur, eigentlich sogar bessere Trainigsmöglichkeiten, wenn ich HSV UND St. Pauli berücksichtige.

    Daher ist zum Beispiel die Erfolge und die Konstanz von Bad Neuenahr und in Ostwestfalen gar nicht hoch genug zu würdigen. Aber vermutlich hinkt die Entwicklung im FF auch daran, daß die Interessen vieler Frauen schlicht eine andere ist und andere Sportarten von Frauen eventuell als attraktiver empfunden werden. Wobei dieses eher eine Theorie meinerseits darstellt.

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  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    guter Beitrag wie immer, aber einen kleinen Einspruch habe ich!!!
    Bei KESSI und JOSI sehe ich im Moment keine riesigen Entwicklungssprünge!!!
    Sie rufen vielmehr in WOB ihre Leistung besser ab, als sie das zuletzt in Potsdam zeigen konnten!!!
    Für mich ist das kein Entwicklungsindiz, denn das jetzige Niveau hatten beide bereits in Saarbrücken!!!
    Meiner Meinung nach haben sie sich in Potsdam nicht wirklich weiterentwickelt, was sicherlich auch an ihren vielen Verletzungen (vor allem bei KESSI) gelegen haben mag!!!

    @Sheldon,
    Deine Aufzählung der Beispiele für TURBINES Nachwuchsförderung zeigt mir, wie verschwommen Dein Bild vom FF sein muß!!!
    Ich will nicht alle Spielerinnen durchgehen, aber eine NATZE war bereits 24 (oder 25) als sie zu TURBINE kam!!!
    Da war sie keine wirkliche Nachwuchstorhüterin mehr, wie heute etwa DESI, FELIX oder Almuth Schult!!!
    Ihr „Handwerk“ hat sie in München beigebracht bekommen, nämlich bei Wacker und Bayern!!!
    Sie hat in ihrer Potsdamer Zeit sehr viel bei Schröder und vor allem bei Heini gelernt, was sie auch heute noch immer betont!!!

    LENI war sogar schon 27 Jahre alt, als sie für TURBINE spielte!!!
    Von Ausbildung kann da keine Rede mehr sein, von Weiterbildung schon eher!!!

    @palermomüller,
    In zwei Fällen hast Du Recht behalten, nämlich mit der positiven Entwicklung im Ruhrgebiet (siehe DU und E), und in Hamburg (zumindest bis dieses Jahr)!!!

    Das Hamburger Beispiel zeigt sehr deutlich, wie schnell eine äußerst positive Entwicklung abgewürgt werden kann, wenn diese vom Wohl und Wehe eines Männerklubs abhängt!!!
    Aus München hört man jetzt ja ähnliche Überlegungen, in Köln ist man wohl nicht mehr sehr weit entfernt, und in Leverkusen sieht man sich das „Experiment FF“ sicherlich auch nicht mehr lange an, wenn die Ausbeute weiterhin mager bleibt!!!
    Fortuna Dresden Rähnitz, Recklinghausen und Sindelfingen sind weitere Beispiele, wo Partnerschaften mit dem MF aufgelöst worden, bzw gar nicht erst zustande gekommen sind!!!
    Positive Beispiele bleiben hier vor allem Wolfsburg und Freiburg, die für ihre Verhältnisse ordentlich Kapital in die Hand genommen haben!!!
    Sehr positiv sieht es im Moment auch in Leipzig aus, wo der Verein voll hinter seinen Frauen steht!!!
    Auch Bremen ist noch lobend zu erwähnen, da sie sich von (fast) ganz unten bis in Liga 2 hochgearbeitet haben!!!

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  • MOPessen sagt:

    MEINE GÜTE KINDERS!!!!!!

    Euch kann man echt nicht mal ne woche alleine lassen 😉 😉 😉

    Irgendwie kommt mir gerade der Song „Why can’t We be friends“ von „WAR“ in den schädel!! http://youtu.be/WJTBPdVpdMc

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