TV-Tipp: „Nachspiel. Der kurze Sommer der Fußball-WM“

Von am 8. Dezember 2011 – 9.40 Uhr 22 Kommentare

Am Samstag, 10. Dezember, 0.15 Uhr, lässt Regisseurin Sung-Hyung Cho in der ZDF-Dokumentation „Nachspiel“ die Frauenfußball WM aus ihrer persönlichen Sicht Revue passieren.

Der DFB gewährte Sung-Hyung Cho exklusiven Zugang zu allen Geschehnissen rund um die Frauenfußball WM und die deutsche Nationalmannschaft. Leider wird die Dokumentation erst zu nachtschlafener Zeit nach dem ZDF-Sportstudio zu einer wenig attraktiven Sendezeit ausgestrahlt.

Ungewöhnliche Einblicke
Für das ZDF nahm die Filmemacherin die deutschen Fußballerinnen mehrfach unter die Lupe –  bei Vorbereitungslehrgängen, beim Training mit Bundestrainerin Silvia Neid, im Stadion oder privat zuhause. So sieht man etwa Lira Bajramaj bei der Schönheitspflege im Hotelzimmer, Torhüterin Uschi Holl als Heimwerkerin und ist auch mit dabei, wenn Kim Kulig nach der WM wegen ihrer schweren Verletzung aus dem Japan-Spiel im Viertelfinale zur Reha muss.

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Fatmire Bajramaj

Spielszene vom 4:2-Erfolg der DFB-Elf gegen Frankreich © Nora Kruse, ff-archiv.de

Die Kraft der Bilder
Erinnerungen werden noch einmal geweckt an den Anfang beim Fotoshooting für die Werbepartner, an die schweißtreibenden Trainingseinheiten, das harte Spiel gegen Nigeria oder den Erfolg gegen Frankreich in Mönchengladbach. Die Dokumentation setzt dabei ganz auf die Kraft der Bilder und verzichtet gänzlich auf Kommentare.

Preisgekrönte Autorin
Die seit 1990 in Deutschland lebende Filmautorin Sung-Hyung Cho aus Südkorea machte 2006 in den deutschen Kinos mit ihrer Dokumentation „Full Metal Villlage“ über das Heavy-Metal-Eldorado im ländlichen Wacken von sich Reden. Sie wurde unter anderem mit dem Max-Ophüls-Preis und dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Warum die Ausstrahlung dieses Filmchens solange gedauert hat, ist mir nicht schlüssig. Das ist für mich nur ein lieblos zusammen geschnittener Film mit Beiträgen, die gar nicht zusammen passen. Es gibt keinen „roten Faden“ – irgendwie erinnerte mich das auch an die Spiele, die wir während der WM gesehen haben. Mir erschliesst sich auch nicht, warum der Meinung der Ersatztorhüterin soviel Zeit gewidmet wird, aber der gesamten Mannschaft und dem Team drumherum fast gar keine Zeit gegeben wird. Merkwürdiger Beitrag. Es gibt auch keinen Ausblick, z. B. hätte man den Film auch etwas positiver gestalten können mit dem Ausblick auf die EM 2013. Langweilig, lieblos, lustlos.

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  • Sheldon sagt:

    @werkselfe: Zu Angerer fällt mir auch nix mehr ein. Gerade auch vor dem Hintergrund ihres arroganten Rumgeeiere vor ihrem Tor, ich würde es ihr so gönnen, wenn ihr da mal einen Ball verspringt, das hat ja schon fast englische Ausmaße!

    Ansonsten, meine Güte, wieso war man Holl überhaupt berücksichtigt?! Die hatte vorher 6 Monate gar nicht gespielt!
    […]

    Und mir hat dieser Film absolut nichts gebracht, es war nur verschwendete Zeit! Jetzt nochmal auf den ollen Kamellen rumzureiten, ist armselig. Von mir aus muss in den Medien niemand die Schuld auf sich nehmen, solange die Veränderungen weiterhin so positiv werden, wie sie schon sind:

    Neids regelmäßige Besuche bei Potsdam, Nominierung von Debütanten, Nominierung von Odebrecht, Auflockerung des Systems (Variable Umstellung von 4-2-3-1 zu 4-3-3), Nichtnominierung von Grings und Bresonik (aufgrund mangelnder Leistung), Umstellungen in der Abwehr (Krahn raus), und und und…

    Mehr geht im Moment nicht. Wenn jetzt irgendwann Sarholz noch rehabilitiert wird, die taktische Variabilität noch ausgebaut wird und die aktive Formung des Teams (Beispiel: Popp als Linksaußen mithilfe des Vereins ausgebildet) geschieht, was soll man da noch klagen?

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • ff-reloaded sagt:

    Jep, gesehen und ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt. Bei dem Japan-Tor bin ich immer noch fast so fassungslos wie „damals“ live. Aber zum Film: Ich denke mal, jede(r), die/der sich für Frauenfußball interessiert, kennt alle Statements schon in- und auswendig. Und wer sich nicht dafür interessiert, muss schon Schlafstörungen haben, um letzte Nacht um diese Zeit Neues und Erhellendes gesehen zu haben.
    Die Idee mit dem Klapptisch gefällt mir für meinen Balkon, danke dafür.
    Die Beiträge der einzelnen Spielerinnen zeigen deren Mentalität, alles ok damit find ich. Nur spannend war das nun nicht. Es zeigt vor allem, was das ZDF noch von unserem Lieblingsthema hält. Schade.

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  • benkku sagt:

    Auf der Website der Regisseurin gibt es eine Erläuterung dazu, warum dieser Film in dieser Form zu dieser Sendezeit gezeigt werden mußte:

    http://sung-hyung.de/cms/index.php?id=hallo

    D.h. es kommt noch was Größeres nach. Ich kenne die beiden ersten Filme von ihr und bin sicher, daß die „Langfassung“ aussagekräftiger wird.

    Unabhängig davon fand ich den Schwerpunkt auf Ursula Holl mal eine erfrischende Abwechslung zu den üblichen Verdächtigen, die sonst mehr im Vordergrund stehen, auch und gerade, weil sie das Turnier als Ersatztorhüterin ja von einer etwas eigenen Position aus erlebt hat.

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  • Ulf sagt:

    Jean Pütz wohnt doch auch in Köln. Den hätte ich auf dem Balkon von Frau Holle dazugenommen um einen Tisch zu bauen. Man hätte den halbstündigen Film dann gut als „Hobbythek“ ins Programm nehmen können. Das ganze hätte man sich dann von Praktiker sponsern lassen können. Deren Zustand ist ja auch nicht besser als der der Nationalmannschaft, womit sich dann halbwegs der Kreis des Pythagoras schließt. Angerer hätte man nur gesagt „Halt die Kappe“.

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  • Ulf sagt:

    Für die Jüngeren, die Jean Pütz vielleicht nicht kennen:
    http://www.youtube.com/watch?v=fi-cXkqXI-Y&feature=related

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  • Jan sagt:

    Hatte mich schon gewundert, ob denn wie 2007 nicht wieder ein WM-Film gedreht würde. Ein weiterer, längerer ist ja wohl angekündigt.

    Aber mal halblang: Immerhin meinte Nadine Angerer schon vor der WM so o.ä., dass es doch eher unwahrscheinlich wäre, 3mal hintereinander Weltmeister zu werden. Vllt. stehen Torleute besonders zur Wahrheit, ähnl. Hope Solo nach dem WM-HF 2007, da Torwartfehler sofort fatal enden – anders, als wenn man im Sturm od. Mittelfeld mal einen Ball verliert.

    Die U17-WM 2010 war da ja eine Vorwarnung und böses Omen, als die hochfavorisierte dt. Mannschaft, die in der Gruppenphase den attraktivsten Fußball gezeigt hatte, im VF ebenfalls mit 0:1 ausschied, gegen Nordkorea. Auch wenn sich so etwas für die Heim-WM kaum einer hatte vorstellen können.

    Ich erinnere mich da an einen Satz von Spieler Mazzola in einem Interview in einem Buch über die WM 1966, welches ich habe, nachdem Italien durch ein 0:1 gegen Nordkorea im letzten Gruppenspiel ausgeschieden war: „Wir wollten es schaffen, mit Gewalt, aber da verkrampften wir völlig.“

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