Europa: Unentschieden im Gipfeltreffen

Von am 5. Dezember 2011 – 22.27 Uhr 9 Kommentare

In der heutigen Ausgabe unserer Europa-Serie werfen wir einen Blick auf die neue Liga in Irland, auf Arsenals Gastspiele in Japan, auf zwei Treffer von Inka Grings und natürlich das Spitzenspiel der französischen Liga zwischen Olympique Lyonnais und Spitzenreiter FCF Juvisy.

Durch ein 1:1 bei Lyon hat Juvisy die Tabellenführung in Frankreich verteidigt. Fast wäre Juvisy im Stade Gerland auch der große Coup gelungen, doch Lyon schaffte den späten Ausgleich.

Frankreich: Juvisy trifft vom Elfmeterpunkt
Über 3.000 Zuschauer kamen in die Heimstätte der Männer von Olympique Lyonnais und sahen ein enges Spiel, bei dem Lyon zwar überlegen agierte, aber nicht zum erfolgreichen Abschluss kam. In der 10. Minute ergab sich für Lyon die erste Großchance, doch der Ball von Amandine Henry traf lediglich die Latte. Zehn Minuten später hatte Sandrine Soubeyrand nach einer Kombination über Gaetane Thiney und Laetitia Tonazzi die Führung für Juvisy auf dem Fuß, schoss jedoch am Tor vorbei.

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In der 35. Minute gingen die Gäste schließlich doch in Führung. Nach einem Foul an Tonazzi verwandelte Thiney den fälligen Strafstoß zum 1:0 für Juvisy. Als es schon fast nach einem Auswärtssieg Juvisys aussah, kam der amtierende Champions-League-Sieger doch noch zum Ausgleich. In der 80. Minute traf Eugénie Le Sommer zum 1:1-Endstand.

Irland: Champions-League-Teilnehmer Peamount liegt zurück
Mit sechs Mannschaften nahm die neu gegründete Liga in der Republik Irland am 13. November ihren Spielbetrieb auf. Die Teams spielen insgesamt dreimal gegeneinander, beendet ist die Saison am 22. April 2012 – der Meister qualifiziert sich für die kommende Champions League. Nach vier Spieltagen führt allerdings nicht Peamount United, die Irland in dieser Saison in der Königsklasse vertraten, das Klassement an, sondern Raheny United. In der vergangenen Woche siegte Raheny gegen Peamount mit 4:1 und konnte die Tabellenführung auch an diesem Wochenende verteidigen. Peamount setzte sich zwar deutlich mit 4:1 bei Castlebar Celtic durch, doch Raheny kam zu einem knappen 3:2-Auswärtssieg gegen Wexford.

Während der irische Pokal in den vergangenen Jahren im Internet nur schlecht repräsentiert war, erhält die Liga mit einer eigenen Website nun auch mehr Aufmerksamkeit.

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Arsenal London war elf Tage in Japan zu Gast. © Nora Kruse, ff-archiv.de

England: Arsenal auf erfolgreicher Japan-Tournee
In der englischen Liga wird momentan nicht gespielt, Meister Arsenal nutzte die Zeit zu einer elftägigen Reise nach Japan, von der sie ohne Niederlage zurückkehren. Zum Auftakt kam Arsenal gegen Homare Sawas Club INAC Kobe, bei dem insgesamt sieben Weltmeisterinnen spielen, zu einem 1:1. Jennifer Beattie traf vor der eindrucksvollen Kulisse von 11.000 Zuschauern für die „Gunners“. Es folgte ein 5:0-Erfolg gegen Musashigaoka, ehe die Londonerinnen am Sonntag mit 3:1 gegen NTV Beleza gewannen.

Für Arsenal war es der erste Ausflug nach Japan, wo der englische Serienmeister Geld für die Erdbebenopfer erspielte und Trainingseinheiten für Kinder leitete. Am kommenden Wochenende beginnt in England die erste Hauptrunde des FA Cups, Arsenal und die anderen WSL-Vereine greifen allerdings erst in der fünften Runde ins Geschehen ein. Der Pokalsieger qualifiziert sich ebenfalls für die Champions League.

Schweiz: Letzter Spieltag vor der Winterpause
Die Schweizer Liga hat sich mit dem 14. Spieltag in die Winterpause verabschiedet. Zum Abschluss gewann der FC Zürich beim FC Basel mit 4:0, zweifache Torschützin war Inka Grings, die mit einem Doppelschlag (43./44.) vor der Pause für die Entscheidung sorgte. Verfolger SC Kriens hält mir vier Punkten Rückstand auf den FCZ weiter Anschluss – der SC gewann beim FC St. Gallen knapp mit 1:0. Hinter dem Spitzenduo werden die Abstände größer, der FC Basel auf Rang drei hat nach der Niederlage gegen Zürich bereits elf Zähler Rückstand auf Kriens. Titelverteidiger BSC Young Boys hielt mit einem 6:0-Erfolg gegen die Grashopper Zürich den sechsten Tabellenrang.

Spanien: Spitzenduo marschiert vorweg
Der FC Barcelona hat in Spanien den 12. Sieg im 12. Spiel eingefahren. Der Tabellenführer gewann gegen Valencia Féminas CF mit 8:0, Verfolger Athletic Club siegte bei SD Lagunak mit 3:0 und rangiert mit zwei Punkten Rückstand auf Barcelona weiter auf dem zweiten Tabellenrang. Meister Rayo Vallecano de Madrid gewann gegen SD Reocín ebenfalls mit 3:0, hat aber schon zwölf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter.

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9 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    …“eindrucksvollen Kulisse von 11.000 Zuschauern“…???

    Hier zeigt sich mal wieder, wie wenig Insiderwissen hier doch vorhanden ist!
    11.000 Zuschauer ist für INAC Leonessa magerer Durchschnitt. In überhaupt nur zwei Ligaspielen kamen weniger als 5000 Zuschauer seit der WM (beide auswärts), der wohl weltweiten Zuschauerrekord in einem Vereinsspiel wurde ebenfalls auswärts in dieser Saison im Spiel gegen Albirex Niigata aufgestellt.

    Sage und schreibe 24.546 Zuschauer kamen zu diesem Spiel, um die Tore von Homare Sawa (INAC) und Megumi Kamionobe (Albirex) zum 2:1-Sieg für Leonessa zu sehen, ins Big Swan Stadium Tohoku, FIFA WM-Stadion der Männer-WM 2002!
    Das sind dann noch einmal ganz andere Dimensionen! Und das bei einem regulären Ligaspiel! In Deutschland bekommt man selbst beim Topspiel nicht einmal 20% davon ins Stadion!

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  • waiiy sagt:

    Trotzdem machen 11.000 Zuschauer in einem Freundschaftspiel Eindruck – also „eindrucksvoll“… 🙂

    Viel bemerkenswerter ist das „Ach-und-Krach“-Unentschieden von Lyon gegen Juvisy. Vielleicht spielen die beiden zur Zeit stärksten europäischen Vereinsmannschaften gar nicht in der CL… (Duisburg und Juvisy) 😉

    waiiy

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  • Frieda sagt:

    @ Sheldon
    Ich habe mal in einem Interview mit Buchwald gelesen (der z.B. Ando nach Duisburg vermittelt hat), dass die Spiele der japanischen Frauenliga immer vor denen der Männer gespielt werden. Wenn dies noch immer so ist, dann zählen die Rekorde meiner Meinung nach nur halb.
    Es ist natürlich trotzdem schön, wenn so viele Menschen sich jetzt für den Frauenfußball begeistern.

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  • Sheldon sagt:

    @Frieda:

    Das ist schon möglich. Aber auch bei den Männern liegt der Schnitt nicht viel höher als bei den Spielen von INAC! Und ich bin mir sicher, dass die Spiele nicht im gleichen Stadion stattfinden, denn das hätte einen großen Nachteil für die Männermannschaften.

    Ich glaube, in Japan ist das eher mentalitätsbedingt. Sonntag ist Familientag und da geht es nicht in erster Linie darum, was man macht, sondern dass man es zusammenmacht.
    Der Mangel an etablierten klassischen Mannschaftssportarten und der auch Erfolg der Frauen bei der WM hebt den Frauenfußball da natürlich in eine ganz andere Position, vor allem, weil die Japanerinnen durch ihren Auftritt Vorbilder geworden sind in ihrer Heimat! Die Japanerinnen fühlten sich – gerade, weil die Spielerinnen auch den Fairplay-Preis bekommen haben – würdig vertreten, was dem Frauenfußball natürlich noch einen erheblichen positiven Stellenwert gegenüber den anderen Mannschaftssportarten einbringt.
    Dieser Vorbildcharakter und die Qualität der Spielerinnen sowie die Qualität des Ambiente (schließlich spielt man in den alten WM-Stadien von 2002) machen den Frauenfußball zu einem absoluten Familienerlebnis und deswegen genießt er in Japan wohl dieses große Ansehen!

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  • timmy sagt:

    So, irgendwer hat sich in der englischen FA umentschieden, oder UEFA hatte die Finger mit drin. Jedenfalls erhält nun doch Birminghanm als Zweiter der abgelaufenen FA WSL Saison den 2. Champions League Startplatz und doch nicht mehr der FA Women’s Cup Sieger.

    http://www.birminghamcityladiesfc.co.uk/news/champions_league_place_for_blues.html

    Gute Entscheidung!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „…der wohl weltweiten Zuschauerrekord in einem Vereinsspiel wurde ebenfalls auswärts in dieser Saison im Spiel gegen Albirex Niigata aufgestellt. Sage und schreibe 24.546 Zuschauer kamen zu diesem Spiel…“

    eine stolze Zahl, aber kein Weltrekord für Frauen-Vereinsfußball! Am 22.05.2009 sahen 28.112 Zuschauer in der Duisburger MSV-Arena das UEFA-Cup-Endspiel zwischen dem FCR 2001 Duisburg und Zvezda 2005 Perm!

    @ timmy:

    Es wäre interessant, die Gründe für den Sinneswandel zu erfahren. So schön das für Birmingham ist, wird dadurch auch der Pokalwettbewerb ein Stück weit abgewertet und alles konzentriert sich auf die nur 4 Monate dauernde WSL-Saison.

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  • Markus Juchem sagt:

    @pinkpanther und FFFan: Es hat keine nachträgliche Änderung der Regularien gegeben. Die UEFA-Regularien sehen vor, dass die Champions-League-Teilnehmer aus dem Ligabetrieb ermittelt werden, so denn eine Frauenfußball-Liga im Land vorhanden ist, was ja seit der Einführung der irischen Liga in allen UEFA-Mitgliedsstaaten der Fall ist. Es hätte also einer Ausnahmeregelung bedurft, für die aber offenbar keine Notwendigkeit gesehen wurde.

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  • pinkpanther sagt:

    Spekulationen im Keim erstickt 😉
    Danke Markus!

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Oh, naja, 4.000 mehr…

    Aber es ist schon etwas anderes, ob ein Ligaspiel oder ein CL-Endspiel!

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