Enges Aufstiegsrennen in der zweiten Liga

Von am 30. November 2011 – 20.18 Uhr 2 Kommentare

Nachdem in den vergangenen Jahren der Aufsteiger aus der Zweiten Bundesliga Nord bereits früh in der Saison feststand, entwickelt sich in dieser Spielzeit das erwartet enge Rennen an der Tabellenspitze. Doch das Trio, das nach der Hinrunde die besten Chancen hat, ist sich in einem einig: Aufstiegsfavorit ist der andere.

Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam II kann nicht aufsteigen, dahinter liegen der FSV Gütersloh 2009, der BV Cloppenburg und der Herforder SV.

Cloppenburg sieht sich nicht als Favorit
„Wir haben uns nicht zum Aufstiegskandidaten Nummer eins geredet“, so Cloppenburgs Trainerin Tanja Schulte am Sonntag nach der 0:5-Niederlage beim Herforder SV. „Das machen wir schon“, antwortete HSV-Trainer Jürgen Prüfer, obwohl seine Mannschaft gerade gegen die hoch gehandelten Gegnerinnen deutlich und verdient gewonnen hatte.

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Zufriedenheit in Herford
Prüfer ist in Herford Schultes Nachfolger, kam in der Mitte der vergangenen Saison, konnte den Abstieg aus der Ersten Bundesliga aber nicht mehr verhindern. Mit der Entwicklung seiner Spielerinnen in der laufenden Zweitligasaison ist er zufrieden. „Wichtig ist, dass wir dazulernen. In den letzten Wochen haben wir für Fehler in Magdeburg und Oldesloe bezahlt. Ich muss von Anfang an diktieren und die Zweikämpfe aggressiv führen. Das haben wir gegen Cloppenburg geschafft.“ Doch vom Aufstieg möchte er nicht sprechen.

Herford noch nicht reif genug
„Wenn ich gegen Potsdam gewinne, gegen Cloppenburg gewinne, gegen Gütersloh unentschieden spiele, dann bin ich automatisch noch lange nicht so weit.“ Die zunächst etwas seltsam anmutende Aussage Prüfers birgt einiges an Wahrheit. Herfords Spiel war keinesfalls auf dem Niveau einer Mannschaft, die sich für die erste Liga bewirbt. Gegen Cloppenburg reichte dies aus, aber auch das ist keine Mannschaft, die bei dieser Leistung im Oberhause eine Chance hätte.

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Marie Pollmann (li.) kämpft mit Cloppenburg um den Erstligaaufstieg. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Schulte: „Gütersloh ist die spielstärkste Mannschaft“
„Wir sind die Mannschaft, die mit sieben neuen Spielerinnen versucht, etwas aufzubauen“, unterstreicht Schulte einmal mehr, nicht als Top-Kandidat gehandelt werden zu wollen. Man sei beim BVC mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg – ähnlich sieht das Prüfer bei seinem HSV, und so bleibt da noch der FSV Gütersloh 2009. „Die spielstärkste Mannschaft“, sagt Schulte über die Ostwestfälinnen, die nach dem 7:0-Sieg gegen den FFC Oldesloe auf den zweiten Rang geklettert sind, doch deren Trainer Markus Graskamp schließt den Kreis: „Klarer Favorit ist Cloppenburg.“

Erinnerung an Saison 2007/2008
Es bahnt sich ein ähnlicher Dreikampf an der Spitze wie 2008 an. Damals setzte sich der Herforder SV erst am letzten Spieltag durch. Spannung will man sehen in der Liga, doch in den Zeiten, wo die Leistungsunterschiede zwischen den beiden Ligen so groß sind, birgt sie für die Vereine auch Gefahren, denn die Planungssicherheit ist erst spät gegeben. Auch wenn alle Teams den möglichen Aufstieg offiziell noch weit von sich schieben, gilt es dennoch, perspektivisch zu handeln.

Willkommene Finanzspritze für Gütersloh
Gütersloh kommt dabei der erneute Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals vor allem finanziell entgegen. Zum zweiten Mal in Folge nimmt der FSV zuvor nicht einplante 16.000 Euro mehr ein – Geld, dass der noch junge Club gut gebrauchen kann. Denn, wie für Herford, wäre ein Aufstieg in die Erste Bundesliga eine finanzielle Herausforderung. Um sich dort zu etablieren, ist nicht nur perspektivische Planung wichtig, man muss mittlerweile vor allem tief in die Tasche greifen – das könnte wohl nur Cloppenburg.

Vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen dem FSV Gütersloh und dem FCR 2001 Duisburg haben wir uns ausführlich mit Markus Graskamp über den bisherigen Saisonverlauf und die Perspektiven des FSV unterhalten – zu lesen am Freitag bei Womensoccer!

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2 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Ich würde es Gütersloh gönnen! Es ist schon beeindruckend, wie sich diese Mannschaft, mit vielen jungen Talenten, die teils ‚Eigengewächse‘ sind, entwickelt hat, nachdem sie letzte Saison noch nur Mittelmaß war.

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  • Speedy75 sagt:

    In der 2ten Liga sieht ist das Bild im Moment wie folgt.

    1. Sindelfingen mit 31 Punkten, 2. Hoffenheim mit 26 Punkten und
    3. Crailsheim mit 20 Punkten.

    Ist also etwas mehr Luft als in der Nordliga.

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