Spanien keine Räume lassen

Von am 24. November 2011 – 10.14 Uhr 19 Kommentare

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Abend auf Spanien trifft, ist es nach 1997 erst das zweite Duell der beiden Teams. Damals war es ein Freundschaftsspiel in Lübeck, heute ist Spanien der schärfste Konkurrent der DFB-Auswahl im Kampf um die direkte Qualifikation zur Europameisterschaft 2013.

Die Deutschen gehen mit einem 17:0 gegen Kasachstan im Rücken in die Begegnung in Montril (20.30 Uhr, live auf Eurosport). „Aber wir wissen, dass jetzt ein schwierigerer Gegner auf uns wartet, der bislang souverän durch die EM-Qualifikation gegangen ist“, so Stürmerin Célia Okoyino da Mbabi.

Quereda gibt sich optimistisch
Vier Siege aus vier Spielen – die Bilanz der Spanierinnen ist makellos. „Das war unser erstes Ziel“, sagt der spanische Nationaltrainer Ignacio Quereda. „Wir sind uns bewusst, dass wir jetzt dem stärksten Gegner der Gruppe gegenüber stehen.“ Doch der Trainer, der bereits seit 1988 für die Auswahl verantwortlich ist, ist dennoch von den Stärken seiner Elf überzeugt. „Wir müssen in der Defensive sehr aufmerksam sein und unsere Möglichkeiten ausnutzen, die aufgrund der Qualität unserer Spielerinnen mit Sicherheit kommen werden.“

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Spanien in der Jugend erfolgreich
Schon in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2009 erreichten die Spanierinnen die Playoffs, in der WM-Qualifikation hatten sie England am Rand einer Niederlage. Die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Jahren verlief steil, in der Weltrangliste nimmt sie mittlerweile den 18. Rang ein. Im Team spielen einige U19-Europameisterinnen von 2004, und der spanische Nachwuchs kann sich weiter sehen lassen, wie zuletzt die gewonnen U17-Europameisterschaften 2010 und 2011 belegten.

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Die DFB-Elf will gegen Spanien weiter jubeln. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Neid will die Räume eng machen
Bundestrainerin Silvia Neid hat die Partie zwischen Spanien und der Schweiz im Oktober analysiert. „Die Spanierinnen sind ballsicher, erkennen Räume, stehen sehr kompakt und sind technisch gute Spielerinnen“, so das Fazit der Fußballlehrerin. „Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Kasachstan. Wir müssen aus einem sehr guten Mittelfeldpressing heraus spielen und dürfen Spanien keinen Raum lassen.“

Der Sieg gegen die Kasachinnen war dabei vor allem gut für das Selbstbewusstsein der Mannschaft. Dass die das 17:0 dabei zu hoch hängt, denkt Neid nicht. „Wir haben schon besprochen, dass man die beiden Spiele nicht vergleichen sollte, und die Spielerinnen wissen das auch.“

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Dynamisches Sturmduo
Mitnehmen aus dem Erfolg vom Samstag kann die DFB-Auswahl neben dem Selbstbewusstsein aber auch „das Wissen, dass wir ein sehr gutes Spiel nach vorne haben und dass mehrere Spielerinnen torgefährlich sind“, so Neid. Gegen Kasachstan stach vor allem das Sturmduo Alexandra Popp/Célia Okoyino da Mbabi hervor. Beide „sind bekannt dafür, dass sie dahin gehen, wo es weh tut.“ Die Abstimmung mit der lange verletzten Okoyino da Mbabi funktionierte in deren ersten Spiel nach der Weltmeisterschaft hervorragend. Doch das dynamische Duo wird gegen schwerere Gegner beweisen müssen, dass es für die Europameisterschaft in Schweden die richtige Wahl ist. Spanien ist auf diesem Weg der erste Prüfstein.

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19 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Eurosport geht schon um 20:00 Uhr auf Sendung. Ich bin gespannt, was an Vorberichten bzw. Interviews sein wird.

    Ich bin auch auf unsere Aufstellung gespannt, gerade auch nach dem letzten Spiel. Weiß da jemand schon etwas Genaueres?

    waiiy

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  • speedy75 sagt:

    Sollte man sich auf jeden Fall ansehen nachdem Eurosport ab 20 Uhr auf Sendung ist. Schade dass derzeit nur Eurosport so viel vom Frauenfußball berichtet aber das ist immerhin auch besser als noch weniger. Außerdem sind die meistens immer recht gut informiert bei Eurosport.

    Aufstellung kenn ich bisher auch noch keine.

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  • jochen-or sagt:

    Ich freue mich auf das Spiel, weil dies dann über den wahren aktuellen Leistungstand Aufschluss geben sollte.
    Hoffentlich spielen sie nicht wieder vor einer Minikulisse, denn es gehört auch zu einer guten Mannschaft sich mal gegen die Zuschauer zu bewähren.

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  • Sheldon sagt:

    Was spricht gegen die Aufstellung von letzter Woche? Die hat sich doch eindrucksvoll präsentiert 😉

    Ansonsten: Ich bin sehr froh, dass v.a. Eurosport berichtet, denn die können das wenigstens, im Vergleich zu anderen Sendern. Hat jemand eine Ahnung, ob man das Spiel auch im Internet verfolgen kann?

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  • waiiy sagt:

    @jochen-or: Ich schätze Spanien stärker ein als die anderen Gegner der EM Quali. Aber wie stark sie wirklich im Vergleich zur Europäischen u. zur Weltspitze sind, weiß ich nicht. Wenn wir gewinnen, weiß ich danach immer noch nicht so richtig, wo wir stehen. Da war das Spiel gegen Schweden (auch wenn es nur ein Freundschaftsspiel war) eher ein Anhaltspunkt.

    waiiy

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  • Mika sagt:

    Es gibt einige Indizien dafür, dass Spanien sehr schnell aufschließt. Zum einen sind die Jugendmannschaften schon länger sehr gut mit dabei. Außerdem scheint Barcelonas Mannschaft schnell an Boden zu gewinnen. Ich erschließe dies nur aus den Zahlen, aber so wie sie die Liga momentan dominieren, scheint schon eine neue Ära angebrochen zu sein.

    Ich sags mal so: Wenn Spaniens momentane Natio so zur alten Natio steht wie Barcelona zum alten Meister Rayo, dann wird das heute ein interessantes Spiel.

    Aber eventuell könnte jemand der tatsächlich was vom Spanischen FF versteht mehr dazu sagen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Mika: In der spanischen Sportzeitung „AS“ ist heute ein interessantes Interview mit dem spanischen U17-Trainer Jorge VIlda zu lesen. http://www.as.com/futbol/articulo/premio-todo-futbol-femenino/20111124dasdaiftb_33/Tes

    Er ist fest davon überzeugt, dass auch die spanische A-Nationalmannschaft bald eine gute Rolle wird spielen können. Auf die Frage, woran es liege, dass die Juniorinnen-Mannschaften Titel gewinnen würden, bei der A-Nationalmannschaft aber noch kein Qualitätssprung zu verzeichnen sei, antwortet er: „Dieser Sprung wird bald kommen. Dieses Jahr haben wir eine gute Mannschaft und ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns für die EURO qualifizieren werden. […] Ich glaube, dass wir schon in wenigen Jahren eine großartige A-Nationalmannschaft haben werden, mit einem Pool aus 40 Spielerinnen, die auf höchstem Niveau agieren können.“

    Ich denke auch, dass man in Spanien auf einem guten Weg ist. Es mangelt noch an der internationalen Erfahrung und der Kader ist in der Breite noch nicht gleichwertig besetzt. Aber an einem guten Tag können sie wohl schon jetzt einer ganzen Reihe von Mannschaften gefährlich werden. Für ein Team vom Kaliber Deutschlands dürfte es allerdings derzeit noch nicht ganz reichen, solange die Deutschen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber ist dürfte nur noch ein Frage der Zeit sein, bis Spanien ganz vorne mitmischen kann, auch der Ligabetrieb wird inzwischen ernstgenommen und auch in den Vereinen selbst wird dem Frauenfußball inzwischen mehr Respekt entgegengebracht.

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  • Markus Juchem sagt:

    Deutschland beginnt in folgender Formation:

    Angerer – Schmidt, Goeßling, Bartusiak, Peter – Odebrecht, Laudehr – Bajramaj, Okoyino da Mbabi, Behringer – Popp

    Eine Änderung gegenüber dem 17:0 gegen Kasachstan, Schmidt für Faißt in der Startelf, Peter wieder auf der linken Außenbahn.

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  • Sheldon sagt:

    Gibts irgendwo Livestreams im Internet? Kann es leider nicht im Fernsehen sehen ;(

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  • Markus Juchem sagt:

    Aufstellung Spanien: Tirapu, Diéguez, García, Sonia, Boquete, Adriana, Sandra, Corredera, Meseguer, Ibarra, Torrejón

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  • hop-sing sagt:

    Schau mal hier

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  • Therese sagt:

    @Sheldon

    Ist die Eurosport Player keine Losung? Euro 4,95 pro Monat!

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  • Mika sagt:

    @Markus Juchem: Danke für die Info! Kann Spanisch zwar nur mit einigen Schwierigkeiten lesen, aber ich finde es sehr spannend, was da so los ist. Ich frage mich ob das an den großen Männermannschaften liegt, und daran, dass sie jetzt mehr für die Entwicklung und Ausbildung der Frauen tun? Das würde jedenfalls erklären, warum Barcelona auf einmal so gut dasteht…

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  • Sheldon sagt:

    @hop-sing: Danke!

    @Theresa: Fernseher haben wir schon, aber heute ist bei uns im Studentenwohnheim Filmabend 😉 Da ist der Fernseher besetzt! 😉

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  • Speedy75 sagt:

    Zur Halbzeitpause eine 0:2 Führung für unsere Mädels. Die Spanierinnen standen die erste halbe Stunde aber auch gut.

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  • Sheldon sagt:

    Halbzeit 2:0

    Zwischenfazit: Ist ganz okay.

    Positiv aufgefallen:
    1. Das sehr frühe Pressing von Popp und Celia (hat viele frühe Fehlpässe und Ballverluste von Spanien provoziert)
    2. Der gute Einsatz im Zweikampfverhalten

    Negativ aufgefallen:
    1. Ganz viele unnötige Fehlpässe, zu oft den langen Ball gespielt anstatt sicher aufzubauen
    2. Häufig schlecht zu Ball gestanden, Laufwege waren nicht klar

    Personell sind mir einzelne Spielerinnen besonders aufgefallen:

    Bajramaj – mit ihr bin ich heute sehr zufrieden, sie zeigt endlich mal öfter ihr Potential und bewegt da drüben auf ihrer Seite ne Menge

    Bartusiak – sehr, sehr gute Arbeit, sie scheint eine echte Führungsspielerin zu werden, gewann so ziemlich jeden Zweikampf und spielte kaum Fehlpässe; immer präsent, wenn es mal brannte

    Odebrecht – sie zeigte leider nur ganz sporadisch ihr wahres Potential, gewann zwar jeden Zweikampf, stand aber leider zu oft schlecht zu Gegner und Ball und auch ihre Schnelligkeit lässt noch zu wünschen übrig
    Spielte allerdings auch schöne spieleröffnende Pässe, die zeigen, was für eine Übersicht mitbringt

    Goeßling – bis auf das Tor steht sie noch neben sich, spielte zu oft den langen Ball, der fast nie ankam und leistete sich einen riesigen Schnitzer

    Allgemein gute Ansätze, im Zusammenspiel muss es noch besser werden, da wird oft noch zu überhastet abgespielt und dadurch gehen viele Bälle verloren.
    Ansonsten aber gute Anknüpfung an das Spiel am Samstag! 🙂
    Weiter so!

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  • Sheldon sagt:

    Zusatz: Die Schiedsrichterin sollte vielleicht ein bisschen härter durchgreifen, auch wenn es gegen Deutschland ist! Das ein oder andere Foul war schon gelbwürdig!

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  • Sheldon sagt:

    2:2 am Ende! Deutschland hat sich selbst geschlagen. Vor dem 2:1 konnte der Ball dreimal nicht aus dem Strafraum geklärt werden, beim 2:2 sah Angerer ganz schwach aus! Den muss sie entweder haben oder konsequent wegfausten!

    Das Unentschieden wurde denke ich eingewechselt. Wieso Neid Bartusiak rausgenommen hat, ist mir ein absolutes Rätsel, sie war in der ersten Halbzeit meiner Meinung nach eine der besten Spielerinnen! Nachdem Krahn für sie kam, ging die Ordnung absolut in der Abwehr verloren und es wurden viel mehr Torchancen zugelassen.

    Auch Schmidt stand in der zweiten Halbzeit oftmals zu offensiv in meinen Augen, viele Chancen entstanden in ihrem Rücken über ihre Seite!

    Neben Bartusiak hat mir Bajramaj richtig gut gefallen. In der zweiten Halbzeit spielte sie noch besser als in der ersten, über sie lief so ziemlich jeder Angriff, sie absolvierte ein riesiges Laufpensum, half öfter mal hinten aus, was man von ihr bisher kaum kennt, das war eine sehr gute Arbeit! Schade, dass sie sich nicht mit dem Tor belohnen konnte.

    Nur noch ein Wort zur Schiedsrichterin: Sie und ihr Gespann haben sich in der zweiten Halbzeit zur Lachnummer gemacht! In ihren Entscheidungen war absolut keine Linie zu erkennen und sie haben das Tempo aus dem Spiel genommen. Sie lag noch nicht einmal bei so vielen Entscheidungen daneben, doch sie war zum Teil derart kleinlich und hat jede Diskussion mit den Spielerinnen förmlich gesucht.
    Dass dann solche Entscheidungen wie die Gelbe Karte für Odebrecht oder den Verweis von Silvia Neid auf die Tribüne rauskommen, krönt die Leistung noch und brachte unnötig Zunder in die Partie! Ich habe Deutschland noch nie so emotionalisiert auftreten gesehen!

    Allerdings gibt es auch wirklich gute Erkenntnisse: Deutschland entwickelt sich hin zum modernen Fußball und löst sich von dem starren 4-2-3-1-System hin zu einem 4-3-3. Gerade in der zweiten Halbzeit wurde deutlich, dass sich da mit Popp, Celia und Bajramaj drei Spielerinnen gefunden haben, die sich ideal ergänzen und viel Tempo in die Partie bringen. Durch das ständige Rotieren ergeben sich gerade für Bajramaj die Räume, die sie braucht, um ihre volle Klasse auszuspielen und die anderen beiden ideal zu bedienen. Perfektioniert man dieses Zusammenspiel, dann wird das die stärkste Offensivreihe der Welt.
    Hinten kristallisiert sich mit Bartusiak eine echte Abwehrchefin raus, die eine unglaubliche Sicherheit gewonnen hat. Kaum noch ein Fehlpass, wo sie doch früher immer mal für einen Bock gut war. Sie wird eine der neuen Führungsspielerinnen sein.
    Leider war das zentrale Mittelfeld heute recht stark abgemeldet, Odebrecht muss unbedingt noch etwas an ihrer Fitness tun und noch konsequenter draufgehen, so wie man es schon von ihr gesehen hat.

    Ein großer Rückschlag ist es nicht und es sind sehr viele gute Ansätze zu erkennen, sodass ich guter Dinge bin, dass Deutschland spätestens 2013 wieder da steht, wo sie jahrelang standen!

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