Aya Miyama zu Asiens Fußballerin des Jahres gekürt

Von am 23. November 2011 – 18.26 Uhr 8 Kommentare

Die Japanerin Aya Miyama ist zu Asiens Fußballerin des Jahres gewählt worden. Die 26-Jährige setzte sich etwas überraschend gegen ihre Teamkolleginnen Homare Sawa und Ayumi Kaihori durch.

Im Vorfeld galt eher Sawa als Favoritin auf den Titel, die Kapitänin war bei der Frauenfußball-WM in Deutschland mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin und Goldenen Schuh als beste Torschützin des Turniers ausgezeichnet worden. Miyama brachte es in sechs WM-Spielen in Deutschland zwar nur auf zwei Treffer, doch die hatten es in sich.

Wichtige Tore
Beim 2:1-Auftaktsieg gegen Neuseeland sorgte sie mit einem sehenswerten Freistoß für den Siegtreffer, im Finale war es ihr Ausgleich in der 81. Minute, der die Nadeshiko in die Verlängerung rettete, bevor das Team im Elfmeterschießen den WM-Titel eroberte. „Diesen Preis zu gewinnen, ist für mich eine große Überraschung“, erklärte Miyama, die auch als eine von zehn Spielerinnen in der Vorauswahl zur Weltfußballerin des Jahres steht.

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Aya Miyama

Aya Miyama (re.) im Duell mit US-Spielerin Heather O'Reilly © Tom Schlimme / girlsplay.de

Dank an alle Beteiligten
„Ich möchte mich bei allen bedanken, die an diesem wunderbaren Fußball-Jahr beteiligt waren, der japanischen Mannschaft, meinem Verein, den Trainern, Teamkolleginnen und allen Teammitgliedern“, sagte sie auf einer Gala im Hotel Mandarin Oriental im malaysischen Kuala Lumpur, an der AFC-Präsident Zhang Jilong und auch FIFA-Präsident Sepp Blatter teilnahmen.

Japan Team des Jahres
Die japanische Frauenfußball-Nationalmannschaft wurde erwartungsgemäß zum „Team des Jahres“ gekürt. Der Fokus ist nun bereits auf das Olympische Fußballturnier im kommenden Jahr in London gerichtet. „Wenn wir als Team zusammenbleiben und gegen qualitativ hochkarätige Gegner spielen, haben wir wirklich eine gute Chance, die Goldmedaille zu gewinnen“, so Miyama.

Foord beste Nachwuchsspielerin
Als beste Nachwuchsspielerin des Jahres wurde die Australierin Caitlin Foord ausgezeichnet, die sich gegen die Japanerin Mai Kyokawa und die Nordkoreanerin Yun Hyon-hi durchsetzte. „Allein nominiert worden zu sein ist fantastisch, aber zu gewinnen macht mich sehr glücklich“, so Foord, die am 11. November erst ihren 17. Geburtstag feierte. Sie war bereits bei der Frauenfußball-WM in Deutschland als „Beste Junge Spielerin“ ausgezeichnet worden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Wow, damit hätte ich nicht gerechnet! Freut mich aber sehr für die wohl kleinste Spielerin der Welt 😉
    Sie wird leider keine Chance haben bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres, obwohl auch sie es verdient hat, die ja mit Sawa und Ohno ein zumeist kongeniales Trio in Japans Offensive abgab!

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  • waiiy sagt:

    Ja, ich denke auch, dass Myama keine Chance auf die Weltfußballerin haben wird.

    Aber welche Chancen sollte dann bei der Wahl noch Sawa haben, wenn sie nicht einmal auf ihrem eigenen Kontinent beste Spielerin geworden ist? Ich habe dabei ein ganz mulmiges Gefühl, dass Sawa wohl doch nicht Weltfußballerin wird… 🙁

    waiiy

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  • ronnje sagt:

    Freut mich besonders für Foord die ein bärenstarkes Spiel gegen Brasilien machte.

    Glückwunsch Caitlin 😀

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Du solltest dir die Gremien bitte mal anschauen. Ich glaube, die Fans haben dieses Jahr ihr Bestes getan bei der WM, um aller Welt zu zeigen, also insbesondere der FIFA, dass sie diesen Titel nicht verdient hat.
    Zudem: Auch deutsche Stars haben den Titel Weltfußballer des Jahres bekommen, ohne gleichzeitig Europas Fußballer des Jahres zu werden. Da sehen Sawas Chancen durchaus noch realistisch aus!

    Zumal Sawa in diesem Jahr alles gewonnen hat, was man gewinnen kann: Erst hat sie bei der WM so gut wie abgeräumt und auf Vereinsebene ist INAC noch ungeschlagen diese Saison, wo sie übrigens, es wurde schon erwähnt, regelmäßig vor über 20.000 Zuschauern spielt, mehr als in Deutschland an einem Bundesligaspieltag incl. Topspiele und Derbys kommen.

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  • Micol sagt:

    Angeblich muss man an der Zeremonie teilnehmen, um den Preis bekommen zu können. Wenn das stimmt, hat vielleicht Sawa diesmal zugunsten von Miyama verzichtet.

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon und Micol: Ich wünsche mir, dass Ihr Recht habt. Ich möchte nicht, dass es schon wieder Marta wird…

    @Sheldon: Du hast geschrieben: „Zumal Sawa in diesem Jahr alles gewonnen hat, was man gewinnen kann: Erst hat sie bei der WM so gut wie abgeräumt und auf Vereinsebene ist INAC noch ungeschlagen diese Saison, wo sie übrigens, es wurde schon erwähnt, regelmäßig vor über 20.000 Zuschauern spielt, mehr als in Deutschland an einem Bundesligaspieltag incl. Topspiele und Derbys kommen.“

    Hat das bisher als Argument gezählt (siehe letztes Jahr, als Bajramaj als Einzige der letzten 3 einen internationalen Titel gewonnen hatte)?

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Im letzten Jahr gab es nur einen internationalen Titel zu gewinnen: Die CL!
    Von daher hätten nur Potsdamerinnen eine Chance haben dürfen…

    Dieses Jahr sieht das noch ein ganzes Stück anders aus! Japan hat Eindruck gemacht und Marta vergessen lassen. Bei der Weltfußballerinnenwahl hat ja jeder Verband genau zwei Stimmen. Und nach Marta ist mit Sawa nun endlich ein neuer Name auf internationaler Bühne aufgetaucht, der sinnbildlich für ein Märchen steht: Das Märchen vom Frauenfußball! Der Zuschauerzuspruch hat sich in Japan verfünfzehnfacht, das ist eine unglaubliche Entwicklung!

    Von daher wird es nicht wenige geben, die gerade das als Vorbild für die Entwicklung des eigenen Frauenfußballs sehen und damit Sawa und Sasaki als Begründer dieses Märchens!

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  • Krissi sagt:

    @Sheldon: Gut gesprochen, kann mich dem nur anschliessen. Wenn die Entscheidung zur Weltfussballerin des Jahres zwischen Marta und Sawa fallen sollte, dann dürfte es diesmal aber auch gar keinen Zweifel daran geben, dass eindeutig Sawa die Nummer 1 ist! Habe die WM (wie viele andere auch) – und mittlerweile auch den japanischen Frauenfussball (was die japanische Liga angeht) – verfolgt und muss sagen, dass Sawa wirklich ein großartiges Jahr hatte! 😉

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