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EM-Quali: Norwegen verliert, Österreich überrascht

Von am 20. November 2011 – 10.31 Uhr 17 Kommentare

Die zehn Spiele der EM-Qualifikation hatten es am Samstag in sich: Deutschland feierte einen Rekordsieg, Norwegen kam überraschend in Nordirland unter die Räder und Österreich gelang ein Auswärtssieg in Portugal.

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Der 17:0 (10:0)-Sieg Deutschlands gegen Kasachstan war nicht nur der höchste der DFB-Geschichte, sondern egalisierte auch die europäische Bestmarke.

Pfosten verhindert neue Bestmarke
1994 hatte Spanien gegen Slowenien und 1995 Norwegen gegen die Slowakei in der EM-Qualifikation mit dem identischen Ergebnis gewonnen. Schade, dass der Pfosten bei Fatmire Bajramajs Schuss in der Schlussminute verhinderte, dass Deutschland alleiniger Rekordhalter wurde. Mit dem Erfolg schob sich das Team von Bundestrainerin Silvia Neid aufgrund des besseren Torverhältnisses vorübergehend an Spanien vorbei. Beide Teams haben neun Punkte, doch die Spanierinnen können heute wieder die Spitze zurückerobern, wenn sie in Rumänien nicht verlieren.

Ingvild Stensland

Die EURO 2013 ist für Norwegens Kapitänin Ingvild Stensland in weite Ferne gerückt © Marion Kehren / girlsplay.de

Norwegen verliert, Belgien auf Platz 2
Überraschend kassierte Norwegen in Nordirland eine 1:3 (0:2)-Niederlage und kann seine EM-Hoffnungen nun bereits fast begraben. Kirsty McGuinness (17.) und Kapitänin Ashley Hutton (44.) schockten die Norwegerinnen bereits vor der Pause. Isabell Herlovsen sorgte zwar noch einmal für einen Hoffnungsschimmer (60.), doch Rachel Furness (74.) besiegelte den K.o. der Norwegerinnen, die bei einem weniger ausgetragenen Spiel nun nur noch Vierter sind mit sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Island. „Wenn wir gegen ein solches Team drei Gegentreffer kassieren, sind wir einfach nicht gut genug“, so das Fazit der enttäuschten Trainerin Eli Landsem. Im zweiten Spiel der Gruppe 3 kam Belgien zu einem ungefährdeten 5:0 (3:0) gegen Bulgarien und verbesserte sich auf Platz zwei. Annaelle Wiard (14., 43.), Aline Zeler (15., 56.) und die eingewechselte Stéphanie Van Gils (70.) sorgten für die Treffer.

Niederlande souverän, Serbien bleibt dran
Die Niederlande kam in Slowenien zu einem 2:0 (1:0)-Sieg. Kirsten van de Ven (31.) brachte ihr Team in Führung, Bundesliga-Legionärin Chantal de Ridder machten den Erfolg perfekt (90.), die Gastgeberinnen schossen im gesamten Spiel nicht einmal aufs Tor. Die Niederländerinnen sind mit zehn Punkten weiter Spitzenreiter, gefolgt von Serbien (7), das sein Heimspiel gegen Kroatien mit 4:2 (1:1) gewann und weiter in aussichtsreicher Position liegt. Auf Platz 3 liegt England (5), das ein Spiel weniger bestritten hat, aber erst am Mittwoch wieder ins Geschehen eingreifen wird.

Laura Feiersinger

Bayern Münchens Laura Feiersinger erzielte Österreichs Siegtreffer in Portugal © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Feiersinger sorgt für Österreich-Sieg
Ein Treffer von Bayern Münchens Laura Feiersinger (13.) bescherte Österreich einen unerwarteten 1:0 (1:0)-Auswärtssieg in Portugal. Damit schoben sich die Österreicherinnen als neuer Tabellenzweiter in Gruppe 7 bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Dänemark heran, der allerdings ein Spiel weniger ausgetragen hat. Zudem kann die Tschechische Republik mit einem Heimsieg gegen Armenien heute Platz zwei zurückerobern.

Italien ohne Mühe, vier Treffer von Kuliš
In Gruppe 1 kamen die Gästeteams zu souveränen Auswärtssiegen. Italien kam in Polen zu einem 5:0 (1:0)-Sieg und festigte somit die Tabellenspitze. Beste Torschützin war Melania Gabbiadini (25., 63., 82.), die weiteren Treffer erzielten Kapitänin Patrizia Panico (74.) und Elisa Camporese (77.). Russland gewann in Griechenland mit 4:0 (1:0) dank zweier Treffer von Olga Petrova (23., 78.) und Toren von Ekaterina Sochneva (58.) sowie der eingewechselten Elena Terekhova (79.). Bosnien-Herzegowina feierte in Mazedonien einen 6:2 (3:0)-Sieg. Spielerin des Tages war mit vier Treffern Lidija Kuliš vom 1. FFC Turbine Potsdam. In Gruppe 5 kam die Slowakei zu einem klaren 3:0 (0:0)-Sieg gegen Weißrussland und übernahm damit die Tabellenführung.

Heute stehen drei weitere EM-Qualifikationsspiele auf dem Programm, am Mittwoch und Donnerstag werden elf weitere Partien ausgetragen, ehe die EM-Qualifikation bis 15. Februar 2012 in die Winterpause geht.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • karl sagt:

    In dem Satzkonstrukt:“Überraschend kassierte Norwegen kassierte in Nordirland eine 1:3 (0:2)-Niederlage“ ist wohl ein kassierte zuviel. Das scheint ja ne echte Krise zu sein in Norwegen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke, karl, ist korrigiert.

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  • Krissi sagt:

    Was ist denn da nur los in Norwegen??? Ich frage mich ernsthaft ob die denn überhaupt an der EM teilnehmen wollen??? *ironisch* Bitte, bitte Norwegen, findet wieder in die Spur zurück, denn eine EM ohne Norwegen kann und will ich mir gar nicht vorstellen… 🙁

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  • Sheldon sagt:

    Auf dem besten Weg zur WM scheinen folgende Teams zu sein:

    Italien, Russland, Deutschland, Spanien, Island, Frankreich, Niederlande, Dänemark

    Das macht noch 3 Startplätze, von denen einer an eine Mannschaft aus Gruppe 5 gehen, die noch sehr offen ist (Favorit meiner Meinung nach Finnland).

    Schon mal so eine kleine Lostopfeinteilung an dieser Stelle 😉

    Topf 1: Schweden, Frankreich, Deutschland
    Topf 2: Italien, Dänemark, England
    Topf 3: Niederlande, Russland, Island
    Topf 4: Spanien, Finnland, ?

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  • Krissi sagt:

    @Sheldon: Deine Einteilung ist ja recht niedlich, aber ich denke, dass man das Bärenfell noch nicht verteilen sollte, solange der Bär noch nicht erlegt ist… 😉

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  • Sheldon sagt:

    Was ist daran verwerflich, schon einmal ein bisschen spaßeshalber vorzuplanen?

    Ist doch nur ne Spielerei. (Ne Gruppe mit Dänemark, Island und Spanien fänd ich nett ;))

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  • Lusankya sagt:

    Wie kommst du eigentlich auf die Setzliste? Hast du die aktuellen Koeffizienten der Teams, Seldon?

    Übrigens funktioniert die Auslosung nicht so, wie du dir vielleicht vorstellst.
    Schweden kommt in Gruppe A, das Team mit dem besten Koeffizienten in Gruppe B und der zweitbeste Koeffizient in Gruppe C. Die drei Teams danach sind in einem Lostopf und werden den drei Gruppen zugelost, die sechs restlichen Teams sind ungesetzt und werden aus einem einzigen Topf gezogen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    RUM-ESP 0:4

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  • Sheldon sagt:

    @Lusankya: Wieso? Deutschland, Frankreich und Schweden sind mE immer noch die drei besten Teams in Europa. Danach dürften Dänemark, England und Italien kommen, Dänemark und Italien sind ja in der Quali zur WM nur minimal gescheitert! Und zwar am WM-2. und WM-3., das sollten wir nicht vergessen.
    Und der Rest wird dann wohl im 3. Lostopf sein!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:

    Dänemark ist in der WM-Qualifikation zuletzt aber ziemlich kläglich an der Schweiz gescheitert!

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: …nachdem sie es gegen Schweden bis in die Verlängerung gebracht haben!
    Ist klar, dass man 2 Wochen danach gegen einen Gegner, der sich gegen England verhältnismäßig geschont hat, nichts mehr reißt!
    Außerdem, die Qualifikation der Schweiz scheint zur Zeit in ziemlich weite Ferne zu rücken!

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  • Sheldon sagt:

    PS: Neben Deutschland und Japan ist Dänemark damit eines von nur drei Teams, dass Schweden in den letzten Jahren geschlagen hat!

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  • Sheldon sagt:

    Ganz ehrlich: Die sind aber mal extrem veraltet! Letztes Match im September 2010, die werden doch wohl keine Gültigkeit mehr bezüglich der Auslosung für die EM 2013 haben?!

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  • Therese sagt:

    @Sheldon
    link:

    1.2.3 Auslosung der Endrunde
    Für die Berechnung des für die Auslosung der Endrunde der UEFA-Frauen-
    Europameisterschaft 2011-13 verwendeten Nationalmannschaftskoeffizienten
    werden folgende Wettbewerbe berücksichtigt:
    a) UEFA-Frauen-Europameisterschaft 2007-09 (Qualifikationswettbewerb
    und Endrunde)
    b) FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 (europäischer Qualifikationswettbewerb
    2009-11 für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft und FIFAEndrunde)
    c) UEFA-Frauen-Europameisterschaft 2011-13 (Qualifikationswettbewerb:
    Gruppenphase und Entscheidungsspiele)

    Ich weiss (noch) nicht ob die UEFA wieder a) 20% b) 40% und c) 40%
    verwenden wird wie beim Euro 2009

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  • Sheldon sagt:

    Gut, dann stimmte meine Reihenfolge ja, wenn wir mal berücksichtigen, dass Norwegen höchstwahrscheinlich die Endrunde nicht erreichen wird (nach aktuellem Stand der Dinge)!

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  • Lusankya sagt:

    Ich hab mal die aktuellen Koeffizienten für England und Frankreich ausgerechnet und obwohl England sowohl für die EURO 2009 als auch den WWC 2011 einen besseren Koeffizient hat, liegt aktuell Frankreich vorne, da England es ja in der EURO 2013 Quali so versaut. Frankreich wird auch unabhänig von Englands weiteren Ergebnissen vorne bleiben, wenn sie maximal ein Spiel unentschieden spielen und den Rest gewinnen.
    Außer natürlich England würde jeweils mit abartig vielen Toren gewinnen (Tore zählen ja zum Koeffizienten dazu).
    Deutschland hat den mit Abstand besten Koeffizienten und den werden sie höchstwahrscheinlich auch behalten.

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