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Ein Sieg für die Seele

Von am 20. November 2011 – 12.32 Uhr 12 Kommentare

Alexandra Popp machte nach dem 17:0-Sieg gegen Kasachstan naturgemäß einen zufriedenen Eindruck. „Wir haben gut miteinander gespielt“, so die Stürmerin, „aber ich könnte gar nicht sagen, wer hier die Tore geschossen hat.“ Das dürfte letztlich auch nur für die Statistik interessant sein, für die DFB-Auswahl war der Sieg vor allem Balsam für die Seele.

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Zur Halbzeit stand es in Wiesbaden bereits 10:0. Silvia Neid strahlte auf der Trainerbank – nach den vielen kritisierten Auftritten ihrer Elf stand der Bundestrainerin endlich wieder ein Interview-Marathon bevor, in dem sie sich und das Team nicht erklären musste.

Torhungrige Mannschaft
Dementsprechend hatte Neid „überhaupt keine Kritik“ vorzubringen. Dass die DFB-Elf das Spiel gewinnen würde, hatte kaum einer im Vorfeld bezweifelt, doch die Mannschaft ließ auch nach den vielen frühen Toren nicht nach. „In der Halbzeitpause habe ich gefragt: ‚Hat von euch schon einmal jemand 20:0 gewonnen? Wir lassen jetzt nicht nach.‘“ Und so stand am Ende der höchste deutsche Sieg aller Zeiten zu Buche.

Das Team legte Spielfreude an den Tag, Rückkehrerin Célia Okoyino da Mbabi fügte sich optimal ins Mannschaftsgefüge ein. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man zurückkommt zur Nationalmannschaft und direkt wieder von Anfang an spielen darf“, so die lange verletzte Stürmerin, die sich mit vier Treffern bedankte.

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Die deutsche Mannschaft freut sich über den Rekordsieg. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Jubel über 17 Treffer
Sturmpartnerin Popp traf ebenfalls viermal ins Schwarze, die weiteren Treffer erzielten Babett Peter (3), Simone Laudehr (2), Martina Müller (2), Melanie Behringer und Fatmire Bajramaj. Dass die deutsche Mannschaft, die nicht unbedingt für ausgelassen Torjubel bekannt ist, jeden dieser Treffer feierte, zeigte, welch großer Druck von der Mannschaft abfiel und wie wichtig der Sieg vor allem für die Moral war. „Es war wichtig, dass wir das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen haben“, so Okoyino da Mbabi.

DFB-Elf krabbelt aus dem Loch
Nach dem bitteren Ausscheiden bei der Heim-WM und den Rücktritten von Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes und Ariane Hingst war die Mannschaft vor allem unsicher. Die drei Länderspiele danach wurden allesamt gewonnen, doch vom alten Glanz des Teams war nur noch wenig zu sehen. „Wir krabbeln so langsam aus dem Loch raus, kommen langsam ran und sind wieder auf dem Weg, eine Topmannschaft zu werden“, erklärt Babett Peter. „Für uns gilt es, uns mit der neuen Mannschaft zu finden und zu festigen“, fügt Okoyino da Mbabi an.

Kasachstan als Aufbaugegner
So könnte Kasachstan der Aufbaugegner zum richtigen Zeitpunkt gewesen sein – auch mit Blick auf die Partie gegen Spanien. „Wir wissen, dass jetzt ein schwierigerer Gegner auf uns wartet“, will die Stürmerin vom SC 07 Bad Neuenahr das Ergebnis nicht zu hoch hängen. Wie gut das Sturmduo harmoniert, das System greift und die Baustelle Spielaufbau behoben ist, wird sich erst gegen stärkere Gegner zeigen.

Signal in Richtung Spanien
Doch ein 17:0-Erfolg gegen eine Mannschaft, gegen die die hoch gehandelten Spanierinnen lediglich mit 4:0 gewinnen konnten, ist vor dem Aufeinandertreffen in Motril am Donnerstag (20.30 Uhr, live auf Eurosport) zumindest ein deutliches Signal an den Gegner, dass man als Team wieder in die Spur gefunden hat.

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12 Kommentare »

  • xyz sagt:

    Hätte mir gewünscht,dass Luisa Wensing ihr erstes A-Natio Länderspiel bestritten hätte.Bei diesem Spielverlauf,hätte sie eine Chance in der 2. Halbzeit verdient gehabt!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Nö, ich hätte sie von Anfang an gebracht! Genauso wie ich bereits hier im Vorbericht schrieb inkl. Wechsel auf der Torhüterinnenposition und ggf. noch Huth gemäß dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“! 🙂

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  • ballander sagt:

    babett for captain!

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  • Schnappa sagt:

    Es war wohl besser, der Stammformation erst mal „Seelenfutter“ zu geben. Die B-Elf kann man ja immer noch im Rückspiel ranlassen, auch wenn das immer Risiken mit sich bringen kann. Nochmal wird Kasachstan sich nicht so heftig durch den Kakao ziehen lassen. Es gibt ja auch noch Freundschaftsspiele. 😉

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  • Lusankya sagt:

    Normalerweise tritt die deutsche Elf in Pflichtspielen immer in Bestbesetzung an, auch wenns gegen San Marino oder Kasachstan geht. Einerseits aus Respekt vor dem Gegner, andererseits will man ja auch nicht vor dem wichtigen Spanienspiel wieder alle Positionen durchmischen.

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  • Guido sagt:

    Ich denke, die Trainerin hat in diesem Spiel keinesweg nur eine Stammelf aufgeboten, sondern eine Menge Neues ausprobiert, und das ist alles richtig gut aufgegangen:

    In der Verteidigung hat Silvia Neid ja mit Lena Goeßling in der IV eine reichlich überraschende Variante präsentiert. Mit Babett Peter und Verena Faißt (auch sie fand ich am Samstag richtig stark) auf den Außenpositionen außen hatten wir eine sehr offensivstarke Aufstellung, die auch künftig gerade gegen defensiv eingestellte Gegner immer eine Option sein kann.

    Im defensiven Mittelfeld musste Viola Odebrecht neu eingebaut werden, und in der Offensive war Celia Okoyino da Mbabi wieder zurück. Beides hat dem Spiel gut getan.

    Die Torhüterin zu wechseln hätte ich als unglücklich empfunden. In so einem Spiel hat eine Ersatz-Keeperin kaum eine Chance, sich auszuzeichnen, sondern sie kann eigentlich nur verlieren, wenn sie 90 Minuten in der Kälte herumsteht und dann ein einziges Mal ein gefährlicher Ball aufs Tor kommt. Wenn das dann schief geht, ist sie die Deppin. Freundschaftsspiele gegen stärkere Gegner bieten sich da eher an.

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  • Sheldon sagt:

    Was habt ihr alle mit eurer Luisa Wensing? Erst alle jahrelang auf Annike Krahn rumhacken von wegen technischer Mängel usw., aber dann Wensing fordern! Auch sie ist keine begnadete Technikerin, sie spielt durchaus auch immer mal wieder gehörigen Murks zusammen und sie ist noch längst nicht da, wo sie als N11-Spielerin sein muss! Genauso Svenja Huth!

    Ich denke schon, dass wir hier die Stammformation der nächsten WM zu 90% gesehen haben. Kulig wird noch eingebaut und dann ist das schonmal die DFB-Aufstellung für die EM!

    Also, gleich noch das Spanienspiel hinterherschieben, dann hat man doch eine solide Basis für den Wiederaufbau!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Sheldon
    > Ich denke schon, dass wir hier die Stammformation der nächsten WM zu 90% gesehen haben.
    > Kulig wird noch eingebaut und dann ist das schonmal die DFB-Aufstellung für die EM!
    Schaffe mal Deine Glaskugel zum Kalibrieren, die zeigt schon Murks an!
    Aber vorher vom Fliegendreck befreien, sonst wird die Annahme verweigert…
    Und dann mutmasse ich mal, dass Du das diesjährige U19-EM-Endspiel (im Minimum!) verpasst hast, sonst würde Deine Einschätzung bzgl. Lulles Leistungsvermögen gezwungenermassen positiver ausfallen!
    Desweiteren glaube ich mich zu besinnen, dass Krahn auch bei Dir kaum Pluspunkte ergattern konnte und Du auch eher auf ihr rumgehackt als Streicheleinheiten verteilt hast.

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  • Sheldon sagt:

    @SF: Ich ziehe es aber auch durch! Krahn ist nicht gut, aber Wensing auch nicht besser! Beide haben ähnliche Defizite und ganz ehrlich: Jugendwettbewerbe haben einen so geringen Stellenwert wie Zweitligaspiele!
    U19, da reicht noch körperliche Präsenz! Doch als 19-jährige reicht das bei den Profis halt nicht mehr! Und glaub mir, Krahn war auch ne 1A-U19-Spielerin, hat sogar als Abwehrspielerin in 29 Spielen 10 Tore erzielt!
    Das sagt noch gar nix aus!

    Und wer sollte denn sonst in der N11 spielen, wenn nicht die gestrigen?

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  • sodalith7 sagt:

    Bis zur EM ist es ja noch etwas hin. Mir hat die Aufstellung sehr gut gefallen, aber es gibt schon noch Alternativen.

    Bianca Schmidt für die rechte Abwehrseite bzw. rechte Außenbahn.
    Dzsenifer Marozsán bzw. Kim Kulig für die Position auf der Doppelsechs, wenn sie wieder richtig fit sind.
    Julia Simic für die Position hinter der Spitze, sie war ja auch schon mal nominiert.
    Tabea Kemme und Nadine Kessler könnten den Sprung auch noch schaffen.
    Linda Bresonik steht bestimmt auch noch auf der Liste von Frau Neid.

    Im Vergleich zu den Jahren davor, finde ich es gut, dass wir soviele Möglichkeiten haben.

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  • Sheldon sagt:

    @sodalith: Allerdings musst du die Möglichkeiten auch zu nutzen wissen! Ein Überangebot von Möglichkeiten kann auch Probleme bereiten, die WM war da ein sehr gutes Beispiel für!

    Ich sehe es aber auch folgende 8 Feldspielerinnen im Rennen um die weiteren Plätze vorne, sofern sie gesund sind und bleiben:
    Schmidt, Krahn, Kemme, Kulig, Maroszan, M. Müller, Simic und ???

    Jemand eine Idee?!

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  • FFFan sagt:

    @ xyz:

    Wensing konnte nicht eingewechselt werden, da sie (ebenso wie Henning und Längert) nicht im endgültigen (18er-)Kader für das Spiel war.

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