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Schröder kritisiert Zwanziger und Jones

Von am 18. November 2011 – 12.51 Uhr 41 Kommentare

Zwei Stunden lang diskutierten Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder und Frankfurts Manager Siegfried Dietrich in der vergangenen Woche über Stand und Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Während Dietrich ein positives Fazit zog, sparte Schröder nicht mit harscher Kritik.

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So kritisiert der Turbine-Trainer im Gespräch mit der BILD die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen DFB und den Vereinen. „Jeder kämpft wieder für sich alleine. Das war nach der WM so nicht geplant.“ Doch vor allem mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Frauenfußball-Direktorin Steffi Jones geht er hart ins Gericht.

„Zwanziger hat sich in Luft aufgelöst“
„Ich bin ein Freund von Theo Zwanziger, aber er hat sich beim Frauen-Fußball in Luft aufgelöst, für ihn ist dieser Sport nicht mehr aktuell“, so Schröder, der über Jones meint: „Die Steffi ist ein liebes Mädel, eine klasse Frau, ein Sonnenschein. Aber du kannst nicht nur in der Weltgeschichte rum fliegen und alles toll, toll, toll finden, du musst auch mal anpacken.“

Bernd Schröder

Bernd Schröder übte harsche Kritik © Nora Kruse / ff-archiv.de

Nationalelf fehlen die Persönlichkeiten
Positiv sieht er zumindest, dass sich das Verhältnis zu Bundestrainerin Silvia Neid gebessert hat. „Sie ruft jetzt sehr oft an und redet mit uns, aber so gehört es sich auch.“ Dennoch sieht er die Entwicklung der Nationalmannschaft kritisch. „Warum haben wir denn die Probleme in der Nationalelf? Hauptsächlich, weil uns die Persönlichkeiten ausgegangen sind – und die wachsen auch nicht nach. Das macht mir große Sorgen.“ Auch in Sachen Nachwuchsarbeit würde in Deutschland zu wenig passieren.

Dietrich versprüht Optimismus
Ein anderes Bild zeichnet hingegen Siegfried Dietrich, Manager von Turbine Potsdams Erzrivalen 1. FFC Frankfurt, der meint: „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung, durch die WM hat die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit erst richtig begonnen. Es gibt nach Birgit Prinz viele neue Gesichter, immer mehr Mädchen die Fußball spielen und ab nächster Saison sogar eine Juniorinnen-Bundesliga.“ Als Beleg für das gestiegene Interesse führt er an: „Wir haben in der Liga vierzig Prozent mehr Zuschauer, viele Sponsoren und eine noch nie da gewesene Medienpräsenz. Es geht eindeutig nach oben!“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • Fee sagt:

    „Dietrich versprücht Optimismus“

    😀

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke, Fee!

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  • S.O.S. sagt:

    Der Frauenfußball in Deutschland bräuchte dringend einen

    Siegbernd Schrödtrich.

    Schade, dass man ihn sich nicht „backen“ kann!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ist doch klar, dass Dietrich nichts zur Nachwuchsarbeit, aber auch dazu das der Natio die Persönlichkeiten ausgehen, sagt!
    Und sich mit den beiden Genannten anzulegen, ist auch nicht sein Ding, denn im Grunde genommen interessiert ihn nur sein Verein, wo er auch derzeit genug Arbeit/Probleme zu bewältigen hat.
    Schröder ist aber grundsätzlich kein eingleisiger FF-Versteher und -kenner und erst recht nicht ein hochbezahlter, satter Funktionär.
    Ich kann es gar nicht oft genug hier schreiben, dass der Matthias Sammer seitens des DFB auch für den FF zuständig sein sollte, zumindest was die NW-Arbeit und Talenteförderung angeht. Warum soll er die doch im männlichen Bereich erzielten Erkenntnisse und Erfolge nicht auch auf die Mädels und Frauen übertragen können?

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  • Max sagt:

    Schröder ist das Beste was FF-Deutschland passieren kann, nicht lamentieren, sondern klare und unmissverständliche Ansage! Vielleicht ist es auch der Weckruf – hallo wach, für die/den eine/n oder andere/n!?
    Siggi Dietrich ist mir manchmal zu sehr auf Schmusekurs mit dem DFB, aber toll das beide so zusammensaßen!

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  • Fuxi sagt:

    „Für Zwanziger ist dieser Sport nicht mehr aktuell“ – stimmt (aber war das nicht zu erwarten?).
    „Steffi Jones muss auch anpacken“ – stimmt (umso mehr, da sich Zwanziger selbstzufrieden zurücklehnt).
    „Der Nationalmannschaft sind die Persönlichkeiten ausgegangen.“ – richtig. (Denn eine Lira Bajramaj ist ’ne ordentliche Fußballerin und ein Werbegesicht, allenfalls eine Lebensgeschichte, aber keine Persönlichkeit; Angerer, Bartusiak, Garefrekes, Krahn, Peter, Behringer oder Müller sind nicht mal die letzten beiden Dinge, obwohl die als Alte bzw. Erfahrene eigentlich vorneweg marschieren müssten…)

    Gut, um ungeschlagen Erster in der EM-Qualigruppe zu werden, reicht’s noch, aber mit dem Titel sollte man besser nicht rechnen – insofern teile ich die Kritik Schröders (dessen Brüllerei auf dem Platz mir früher äußerst unsympathisch war), der damit einmal mehr einen beachtlichen Horizont beweist.

    Dass Sigi Dietrich das nicht sieht, ist mir klar. Auch wenn die Statistik derzeit etwas schief ist (die genaueren Zahlen kann ich mir heute Abend zu Gemüte führen und berechnen, wenn Winterwetterfaktor etc. mit einkalkuliert sind) und noch nicht alle ihre Heimspiele gegen die Spitzenteams absolviert haben, so steht doch eins fest: Frankfurt hat mit fast 66 Prozent mehr Zuschauern von der WM profitiert – aber bei Potsdam beträgt das Plus gerade um homöopathische 3 Prozent, während Essen einen Einbruch um 31 Prozent verzeichnet (minus 342 im Schnitt), Bad Neuenahr 36 Prozent (minus 318), Bayern und Jena ebenfalls mit einem Minus über 300 Zuschauer im Schnitt, und selbst der HSV (der ja eine kleine, aber zumindest stabile Basis hat und größtenteils auf Gäste hoffen muss) hat im Schnitt fast 100 Zuschauer verloren. Den Leverkusener Zugewinn (plus 49) schiebe ich im Kern auf andere Effekte abseits der WM.
    (Zahlenquelle: Framba)

    Insofern verwundert Dietrichs Blindheit nicht – wer täglich Kaviar, Pastete und Champagner konsumiert, sieht auch das Elend der Welt nicht.

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  • Fuxi sagt:

    Korrektur zum vorigen Posting: Bei Potsdam sind’s immerhin fast 15 Prozent mehr Zuschauer, keine homöopathischen 3 Prozent – sorry dafür!

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  • ballander sagt:

    für den schmusekurs wird er ja auch mit so netten artikeln wie zuletzt vom dfb belohnt 😉

    in sachen pokalauslosung gebe ich ihm recht: warum geht sowas nicht früher?!

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  • Sheldon sagt:

    @S.O.S.: Diese Person wäre eindeutig schizophren!

    @SF: Vielleicht, weil man den MF nicht 1:1 auf den FF übertragen will. Außerdem scheint mir Sammer nicht unbedingt der größste Freund des FFs zu sein!

    Allgemein war das ganze Gespräch ziemlich einseitig. Interessant, dass die beiden (immer noch) per du sind, das hätte ich so nicht erwartet. Wie Schröder Dietrich an die Wand gespielt hat, das ist schon beeindruckend!
    Wenn jemand so wie SiDi als Anwalt im Gerichtssaal argumentiert, ist das normalerweise das Anfang vom Ende! Dann gehts nur noch in eine Richtung!

    Interessant fand ich auch Schröders Einschätzung zu Zwanziger, dem scheint die Luft zu dünn geworden zu sein, seitdem er mitbekommen hat, dass auch Frauenfußball Arbeit und nicht nur schönes Repräsentieren bedeutet. Die Einschätzung teile ich übrigens, die Aussagen Zwanzigers nach der WM sind sehr mau und sehr phrasenreich geworden.
    Auch von Steffi Jones kann man sich allgemein mehr erwarten. Da stimme ich voll und ganz zu.

    Und letztlich bringt es Schröders letzter Satz auf den Punkt: „Du erklärst jetzt in einer Absolutheit, wie sich der Frauen-Fußball entwickeln wird, aber woran machst Du das fest? Glaube mir, ich bin 40 Jahre im Geschäft, kenne die gesamte Entwicklung unseres Sports – es kann ganz schnell nach unten gehen. Dein Optimismus ist löblich, aber wir müssen nichts schön reden.“

    Genau das ist es! Wieviele Vereine sind in Deutschland schon insolvent gegangen? Ich schätze, mehr, als je in der 1. Liga gespielt haben! Da muss die Kohle hinwandern! Die großen Vereine haben genug Geld, die brauchen das nicht noch. Die kleinen Vereine, da muss erst einmal die Grundfinanzierung überhaupt gesichert werden, damit sie das nächste Jahr überhaupt noch überstehen! Bis auf Frankfurt, Potsdam, Wolfsburg und Duisburg vielleicht müssen sich ALLE Vereine in Deutschland finanziell nach unten orientieren. Und das darf nicht sein!

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  • Jennifer sagt:

    Wenn die beiden 2 Stunden lang diskutiert haben, dann frage ich mich, wo der Artikel über die Diskussionen sind. Das sind doch nur Zusammenfassungen von Journalisten, die sich einen bestimmten Schwerpunkt herausgesucht haben, aber was da tatsächlich diskutiert wurde, wissen wir nicht. Es sei denn, es gäbe irgendwo eine Aufzeichnung darüber.

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  • waiiy sagt:

    Wieso spricht Schröder nicht Zwanziger und Jones direkt an? So wie ich es in Erinnerung hatte, hatte er bisher immer die Möglichkeit, mit dem Präsidenten direkt zu sprechen, was für andere nicht so leicht möglich ist.

    Und zum Anderen kann man Steffi Jones nicht wirklich vorwerfen, dass sie mal anpacken muss, wenn man ihr nicht sagt, wie man es am besten macht. Dass sie nach der WM mental vielleicht ein wenig ausgebrannt ist, ist verständlich. Da muss sie sicher auch ein wenig kürzer treten, bei der Verantwortung der sie sich zuvor angenommen hat. Und jetzt hat sie ein neues Aufgabengebiet, bei dem sie eingearbeitet wird. Und da sollte gerade Schröder jemand sein, der sie richtig gut unterstützen kann, wo er doch immer wieder betont, dass er 40 Jahre im FF tätig ist und das ja auch nicht unerfolgreich.

    Also von den Inhalten stimme ich Bernd Schröder (wie eigentlich immer) sehr zu, aber der Weg ist mal wieder ein wenig wunderlich. Für mich wäre in seiner Situation der direkte Weg besser gewesen.

    waiiy

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  • karl sagt:

    “Der Nationalmannschaft sind die Persönlichkeiten ausgegangen.” Seh ich auch so, da kann man nur noch auf Okoyino da Mbabi und Maroszan hoffen und vielleicht mit Abstrichen auf Laudehr,Bajramaj und Bresonik, wenn die denn ihre Form wiederfindet.

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  • Ruhri sagt:

    @Fuxi:
    In Bezug auf die Essener Zuschauerzahlen hast Du Dich verrechnet. Es muss heißen +31 % (= Summe der Zuschauer aus den Heimspielen gegen Jena, Duisburg, München und Hamburg 2010/11: 3357, 2011/12: 4409, Quelle: dfb.de). Hätte mich auch gewundert !!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Sheldon
    > @SF: Vielleicht, weil man den MF nicht 1:1 auf den FF übertragen will.
    > Außerdem scheint mir Sammer nicht unbedingt der größste Freund des FFs zu sein!
    Kümmerst Du Dich etwa auch um des Nachbarn Garten, obwohl es gar nicht zu Deinem Aufgabengebiet gehört? Manchmal zählen eben ungelegte Eier mehr…
    Noch mehr Kompetenzgerangel beim DFB muss sich ein Sammer auch nicht antun, da haben ihm nur die unbestrittenenen Erfolge der jüngsten Vergangenheit den Kopf gerettet. Weshalb also erneut auf Konfrontationskurs gehen?
    Und das er kein großer Freund des FF sei, ist grundsätzlich falsch! Er gab dazu auf dem mehrfach geschilderten Trainerlehrgang auch eine Aussage, die nur nicht sonderlich Pro-Neid war, um es mal moderat auszudrücken.

    @waiiy

    Wenn Schröder den von Dir favorisierten Weg wirklich gewählt hätte, hättest Du davon absolut nichts mitbekommen! Der Rest aber ebensowenig…
    Oder kannst Du Dir ernsthaft eine DFB-Mitteilung über Vier-Augen-Gespräche mit mehr als nur Blabla-Inhalt vorstellen?

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  • Michele sagt:

    @Karl
    Bajramaj ist nicht mal mit Abstrichen eine Führungspersönlichleit. Von einer Führungsspielerin erwarte ich auch, dass sie im Verein den Ton angibt. Wenn es bei der Mannschaft nicht klappt, wird Lira immer lustloser. Dabei staucht sie ihre Kolleginnen zusammen. So stelle ich mir nicht mal mit Abstrichen eine Führungspersönlichkeit vor.

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  • karl sagt:

    @Michele : ok, streichen wir die , aber da bleiben ja nur noch 2 ganze und zwei halbe die hoffen lassen, naja , vielleicht kommen ja doch noch irgendwelche nach.

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  • waiiy sagt:

    @SF: Genau darum geht es, dass die Öffentlichkeit solche Sätze gar nicht hören sollte, wenn man gemeinsam miteinander arbeiten will. Wie soll Zwanziger auf diesen Satz reagieren? Hat Schröder mit dieser öffentlichen Aussage irgendetwas erreicht, was den FF voranbringt? Nein. Er hat eher was eingerissen, indem er den DFB Präsidenten als gleichgültig hinstellt und die FF Beauftragte in eine Abwehrstellung bringt, anstatt sie einzubeziehen.

    Nochmal: Er hat in der Sache recht. Aber Kritik sollte so vorgebracht werden, dass sie konstruktiv ist, also im Dienst der Sache ist und diese voranbringt. Und das heißt halt, dass Ottonormalverbraucher „waiiy“ solche Sätze nicht in der Presse hören, lesen oder sehen kann und darf, auch wenn das solche herrlichen Diskussionen nicht zustande wie jetzt kommen.

    Und: Ja, ich kann mir vorstellen, dass nicht nur „Blabla“ rauskommt, wenn sich jemand mit Bernd Schröder an einen Tisch setzt. Ich schätze Steffi Jones auch so ein, dass sie sehr intelligent ist und auch über ihren Schatten springen kann. Sie ist mit Sicherheit offen für jede ehrlich gemeinte Hilfe. Und Theo Zwanziger hat halt ein wenig mehr um die Ohren grad, deswegen wird auch er sicherlich froh sein, wenn sich auch jemand anderes mit in die Verantwortung nimmt und nicht nur den Weg über die Presse wählt. Im Klartext meine ich, dass Steffi Jones richtig das Zepter im FF in die Hand nehmen sollte. Das schafft sie aber nur, wenn ein Bernd Schröder hinter ihr steht, weil Zwanziger zur Zeit gar nicht die Möglichkeiten hat. Aber dafür muss ein Gespräch mit den Beiden her und kein Interview mit SiDi…

    waiiy

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  • Detlef sagt:

    @Waiiy,
    Ich pflichte Dir bei, daß Steffi Jones erst einmal etwas Einarbeitung in ihre neue Aufgabe braucht!!!

    Ich schätze Schoko schon als Macherin ein, die wahrscheinlich eher gebremst werden muß, um nicht zu viele Baustellen auf einmal zu beginnen!!!
    Ich vertraue ihr da!!!
    Ich sehe Schröders markige Worte auch nicht unbedingt als Kritik an Steffi, eher als Aufmunterung, die Ärmel hochzukrempeln!!!

    Und ich schätze Schröder so ein, daß er mit seinem „Busenkumpel Theo“ schon ordentlich Tacheles geredet hat!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @waiiy
    Entschuldige, aber wieso hat das nichts gebracht? Darüber zu spekulieren ist doch eindeutig verfrüht!
    Vergleichsweise am Beispiel, wo er nach der desolaten WM die BT auf nahezu identische Art + Weise angegangen ist, hatte er doch auch was bewegt. Da ist nämlich mittlerweise Frau Neid in Potsdam gewesen, es gab zahlreiche Telefonate miteinander, man hat sich in den Arm genommen und, und, und…
    Was Du jedenfalls schreibst, kann ich nicht für bare Münze nehmen. 🙂
    …und mit dem Blabla hast Du mich absolut missverstanden!

    Du siehst, ich bin völig auf Schröders Seite und teile seinen Standpunkt und Weg!

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  • Ulf sagt:

    Noch etwas zur Diskussion, zumindest für Duisburg-Hasser sicher amüsant:
    http://www.wz-online.de/home/sport/frauenfussball-sehnsucht-nach-rampenlicht-1.822010

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Ich sehe nicht, dass Schröder einen Fehler gemacht hat. Er spricht nur das aus, was jeder FF-Fan schon lange denkt! Und ich sehe ja auch hier im Forum überaus viel Zustimmung für seine Position!
    Der Fehler war doch, dass vor der WM nicht mit offenen Karten gespielt wurde, dass Personen einfach Fehler machen durften, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden! Mangelnde Transparenz wurde dem DFB doch jahrelang vorgeworfen!
    Nun müssen es halt die Trainer machen…

    Und ganz ehrlich: Liest man das Interview richtig, stärkt Schröder Neid absolut den Rücken! Er sieht sie nicht als Marionette von Zwanziger, die nur noch da ist, weil er da ist, sondern er sieht sie als kompetente Frau, die am ehesten erkannt hat, woher der Wind weht und die Veränderungen anstrebt.
    Bedeutet im Umkehrschluss: Selbst wenn Zwanziger, Jones und co. gehen würden, Neid würde von Schröder Unterstützung bekommen! Und genauso muss man an die Sache rangehen: Das ist viel besser, als wie es hier einige tun, dauerhaft auf der Trainerin rumzureiten oder die Situation einfach totzuschweigen und auszusitzen, mit der frommen Hoffnung, irgendwann wird es schon wieder besser werden…

    Der Fisch stinkt vom Kopf her und da sollten wir alle die Position Schröder unterstützen, bei dem jeder Einzelne für die Fehler, die er macht, kritisiert und zur Verantwortung gerufen wird, nicht etwa solche aber, die nichts dafür können und nur als Sündenbock dienen!

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon: Dann sollte Bernd Schröder aber auch eine Lira Bajramaj nicht verurteilen, wenn sie den gleichen Weg gewählt hat, um ihren Wechsel bekannt zu geben. Da ist er nämlich sehr dünnhäutig gewesen und hat noch nach Monaten nachgetreten.

    Wer mit solchen Dingen an die Presse geht, wird nicht zu Unrecht als Nestbeschmutzer angesehen.

    Als normaler Angestellter würde man für solche Aussagen gefeuert werden.

    Aber es gibt Personen, die darüber erhaben sind. Bei den Bayern ist das ja zum Beispiel auch Franz Beckenbauer, beim HSV Uwe Seeler. Alles Beispiele von Menschen, die mit ihren Aussagen auch viele Dinge einreißen dürfen und denen dazu von vielen Leuten gratuliert wird.

    waiiy

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  • FFFan sagt:

    Dietrich & Schröder – die neuen Waldorf & Statler des Frauenfußballs! 😀

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  • wrack sagt:

    Ich stimme Sheldon zu (Kann mal jemand nachsehen, ob man inzwischen in der Hölle Schlittschuh läuft ?).
    Die Kritik beschädigt m.E. weder die Ämter noch die Personen, ist bei Jones auch sehr spezifisch und – wie ich denke – sachdienlich. Weil sie von außerhalb des DFB kommt, wirken die Motive Schröders auch nicht (sport)politisch motiviert.
    Und nach Schröder’schen Maßstäben lobt er die Bundestrainerin sogar. Für mich ein wertvoller Beitrag, besonders die Warnung in puncto Nachwuchsarbeit.

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  • Oliver sagt:

    Nochmal zum Thema Zuschauerzahlen. Ich weiß natürlich, dass auch dieser Vergleich hinkt, aber wenn man nur die ersten 9 Spieltage der Saison 2010/11 mit der aktuellen Saison vergleicht, kommt man auf einen allgemeinen Anstieg von 43 Prozent (828 Z. / 1.184 Z.).

    Bei den Vereinen haben alle Vereine außer Wolfsburg hinzugewonnen. Wobei Wolfsburg in der Vorsaison bereits zwei Topspiele mit Stadionfest und mehr als 3.000 Zuschauern hatte. Zum Saisonende dürfte daher auch Wolfsburg im Plus liegen.

    Im einzelnen lautet der Anstieg wie folgt (es wurden, wie gesagt, nur jeweils die ersten 9 Spieltage berücksichtigt): 1. FFC Frankfurt: + 115,58 %, Turbine Potsdam: + 36,72 %, FCR 2001 Duisburg: + 11,02 %, VfL Wolfsburg: – 16,57 %, SG Essen-Schönebeck: + 47,92 %, SC 07 Bad Neuenahr: + 21,28 %, FC Bayern München: + 57,00 %, FF USV Jena: + 88,34 %, Hamburger SV: + 40,23 %, Bayer 04 Leverkusen: + 27,30 %. (Quelle: Framba.de Datenbank)

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Der Unterschied zwischen Schröder und Bajramaj: Schröder ist, war und wird nie beim DFB angestellt sein! Deswegen ist er niemandem zur Rechenschaft verpflichtet! Bajramaj war dieses zum Zeitpunkt ihrer Presseerklärung…

    Ich kann nicht verstehen, was du auf einmal gegen Schröder hast. Er spricht doch nur das aus, was der Großteil der Fans im FF denkt. Und das ist auch richtig so. Jones und Zwanziger kann er das vielleicht auch sagen, aber welche Reaktion würde da kommen? Maximal die kalte Schulter.
    So muss Schröder immer mehr als Sprachrohr der FF-Fans, der wahren FF-Fans agieren und zwar in der Öffentlichkeit. Was er zu Zwanziger und Jones gesagt und auch, was er zu Bajramaj gesagt hat, deckte sich mit der Meinung eines Großteils der Fans und hat sich auch schon bewahrheitet. Was ist daran auszusetzen, wenn jemand die Karten auf den Tisch legt? Das wird und wurde doch überall gefordert!

    […]

    Ich sage dir, zeige mir einen Satz aus Schröders Ausführungen, der falsch ist oder sich nicht belegen lässt.
    Und an Schröders Stelle hätte ich es genauso gemacht!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • palermomüller sagt:

    Ich finde es zwar gut, wenn Klartext gesprochen wird, allerdings möchte ich an Herrn Schröders Sätzen etwas kritisieren.

    Zum einen muß er definieren, was er meint … und nicht wie hier allgemeingültige Sprüche bringen. WAS soll Frau Jones anpacken, WAS hat sie NICHT angepackt ??? WAS meint er mit „Luft auflösen“ ??? WAS meint er mit „Persönlichkeiten“ ? ? ?

    Das ist für meine Begriffe viiiiel zu allgemein, und somit trifft Schröders Kritik zuallererst auf ihn, Schröder, selbst zu, denn er scheint sich selbst in den Mittelpunkt stellen zu wollen.

    Und -mit Verlaub- das mit den „Persönlichkeiten“ ist für meine Begriffe eine Frechheit. Abgesehen davon, daß er dann auch seine eigenen SpielerInnen meinen würde, stimmt diese Aussage überhaupt nicht. Wattenfürpersönlichkeitenhömma….

    Frau Bartusiak ist eine Persönlichkeit, genauso wie Anja Mittag und Lira Bajramaj. Auch andere Spielerinnen sind sehr ok.

    Bezeichnend, daß ausgerechnet Spielerinnen aus Potsdam nicht wissen, wo das nächste Länderspiel stattfindet.

    Diese Aussagen sind Pöbeleien und bringen niemandem etwas. Wenn Herr Schröder etwas machen will, soll ER Präsi vonet „Dee Eff Bee“ werden, dann kann er zeigen, daß ER anpacken kann. Und wenn er keine eigenen Ideen hat, soll er ruhig bleiben, denn dadurch erreicht er genauso viel wie Zwanziger und Jones …. gar nix.

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  • KarlMai sagt:

    Wenn ein Politiker über eine andere Politikerin, beide in leitenden Stellungen (sagen wir mal Horst Seehofer über Kristina Schröder) sagen würde…

    Wenn ein Unternehmer (Vorstandsvorsitzender oder Aufsichtsrat) über eine leitende Angestellte eines anderen oder seines Unternehmens sagen würde…

    „Die […] ist ein liebes Mädel, eine klasse Frau, ein Sonnenschein. Aber du kannst nicht nur in der Weltgeschichte rum fliegen und alles toll, toll, toll finden, du musst auch mal anpacken.“

    Wie würde das wohl klingen?

    Ich denke, Worte wie „machohaft“, „gönnerhaft“ oder „chauvihaft“ könnten einem dann schon in den Sinn kommen.

    Das sagt nichts darüber aus, ob der Betreffende in der Sache nicht Recht hat. Aber wer so formuliert, der will damit auch nichts Sachliches aussagen, sondern nur, dass man die betreffende Person (die intellektuell unterbelichtete, faule) nicht ernstnehmen kann.

    Als ob Steffi Jones immer nur die Sonnenseite des Lebens kennengelernt hätte und nie etwas geleistet hätte *kopfschüttel*

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  • jochen-or sagt:

    Das mit den Zuschauerzahlen ist mit Vorsicht zu genießen.

    Die letzte Saison wurde über die Wintermonate mit entsprechend schlechten Wetterbedingungen durchgezogen. Bis jetzt haben wir erst 9 Spieltage gehabt mit zumeist Topfußballwetter und dem Knaller Frankfurt-Turbine. Deshalb sind auch die Zahlen für den FFC nur relativ. Mutmaßlich werden wir erst nach der Saison 2012/2013 ein ernsthaftes Urteil abgeben können, ob und inwieweit die WM tatsächlich zu einer nachhaltigen Erhöhung des Zuschauerinteresses geführt hat.

    Schröder hat meines Erachtens den Finger in die Wunde gelegt, indem er auf die fehlenden Persönlichkeiten verwiesen hat. Ich denke schon, dass Angerer eine solche ist, aber dann kommt schon das Loch.

    Sehr viel halte ich noch von Babett Peter, die m.E. deutlich unterschätzt wird. Auch Birgit war eine bescheiden auftretende Person mit dennoch spürbar großer Kraft und Energie – und ein solches zeichnet Persönlichkeiten aus, denn dies sind solche, an denen sich eine Mannschaft auch in schwierigen Situationen aufrichten, zumindest aber anlehnen kann. Dies setzt auch die entsprechenden spielerischen Qualitäten voraus.

    Ich kann mich an keines der (zumeist schlechten) WM-Spiele erinnern, wo Babett ein Ausfall gewesen wäre. Man muss sie aber an dieser Stelle auch fordern und fördern. Sie gehört m.E. als eine solche zentrale „Persönlichkeit“ zumindest für die Abwehr in das Abwehrzentrum. ( Dann möge Faißt auf links spielen und Krahn oder wer auch immer erlöst werden.)
    Ich wage auch zu behaupten, dass Turbine da oben steht, weil sie mit Babett, Viola und Jenny drei solche Persönlichkeiten in der Mannschaft besitzen, wobei es für letztere beide leider international nicht reicht.

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  • Sheldon sagt:

    Zu den Zuschauerzahlen: Das liegt, denke ich, auch an der Gestaltung des Spielplans! Letzte Saison spielten Frankfurt und Potsdam sehr früh gegeneinander. Danach war die Vorrunde so ziemlich gelaufen.
    Dieses Jahr sind die Topspiele allesamt so spät wie nur möglich angesetzt. Das schafft einen viel größeren Spannungsbogen. Die Teams standen unter viel größerem Druck in den ersten Spielen. Man musste sich die Ausgangsposition aufrecht erhalten.
    Dann sind natürlich auch vielmehr Fans in den Stadien, sowohl auswärts als auch zuhause, sodass da die zusätzlichen Zuschauer herkommen!

    @palermomüller: Deine Fragen sind ganz einfach zu beantworten. Das Aufgabengebiet von Steffi Jones ist ganz klar definiert. Sie ist für die Entwicklung des Breitensports zuständig als Direktorin des DFB, soll also dafür sorgen, dass der FF attraktiv wird, dass mehr Vereine Mädchen- und Frauenfußball anbieten, dass die Strukturen in den unteren Ligen verbessert werden, dass in der Spitze auch die finanzielle Basis der Vereine stimmt.
    Sie hat die Hauptverantwortung für die Entwicklung des FFs und da reicht es nicht, mal eben ein paar Auftritte hier und dort zu haben, da ist richtige Arbeit gefordert. Sie hat genug zu tun und dafür hat sie bisher noch ziemlich wenig gemacht. Ich habe jedenfalls nach der WM nix mehr von ihr gehört, genauso wenig von Theo Zwanziger, den ich einmal bisher gesehen habe und zwar am Sonntag beim Spiel in Frankfurt!
    Von ihm kam kein konstruktives Signal, wie es jetzt weitergeht, eine Aussprache des DFBs mit Schröder und Dietrich lässt auf sich warten und es gab allgemein kein Zeichen in Richtung Bundesliga! Das meint wohl das „sich in Luft auflösen“, das ist sehr wörtlich gemeint.

    Und Persönlichkeiten, wo sind unsere Persönlichkeiten? Wo sind die sagenhaften Spielerinnen a la Stegemann, Prinz, Lingor? Wo hat man Spielerinnen, die Weltmeisterschaften im Alleingang entscheiden können, die in die Bresche springen, wenn es mal nicht läuft?
    Echte Spielerpersönlichkeiten, wie es sie im Männerfußball zuhauf gab (Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Kalle Rummenigge, Lothar Matthäus, Miro Klose usw.), sind im FF zur Zeit rar gesät. Die größten Hoffnungen sollten da auf Viola Odebrecht liegen, weil sie alle Fähigkeiten dazu mitbringt. Aber er hat recht, dass diese fehlen, vor allem in der N11!

    @KarlMai: Mag sein, dass es chauvinistisch klingen mag, doch man muss sehen: Schröder ist 41 Jahre im Geschäft, Jones ist gerademal 38 Jahre alt. Er weiß vielmehr davon, er hat den FF in zwei Systemen erlebt. Und man muss sagen, sobald man Frauen chauvinistisch kommt, dann bewirkt man damit was, auch wenn man damit als das größste Arschloch dasteht! Denn Frauen sind darauf empfindlich und werden alles versuchen, das auszuräumen! Und was anderes will Schröder halt auch nicht 😉

    @jochen-or: Ne kleine Anmerkung zu Peter: Sie hat sehr gut gespielt, aber sie hätte im zweiten Spiel nach ihrer Tätlichkeit gegen Sinclair (Ellenbogencheck, you remember?!) gar nicht dabei sein dürfen! So sieht Verantwortung übernehmen und Führungsspielerin sein auch nicht sein!

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  • palermomüller sagt:

    ______@ Sheldon____

    Prinzipiell gebe ich Dir Recht, allerdings war mein Kommentar weniger in der Sache gemeint sondern mehr in Bezug auf den Stil Schröders.

    Daß er -wie auch ich ihm bereits attestiert habe- viele Verdienste hat und das Spiel seines Teams Ausdruck seines Könnens ist, ist klar. Die gibt ihm aber nicht das Recht, sportpolitisch den Affen zu machen.

    Grundsätzlich: er ist Angestellter von Potsdam, nicht des DFB, und hat auch kein Mandat des Frauenfußballs. Und wenn er etwas zu sagen hat, soll er eine Sitzung in Frankfurt beantragen und es den Leuten ins Gesicht sagen. Mit öffentlichen Anmachen entwickelst Du nix … gar nix.

    Ob Frau Jones ’nen guten Job macht, kann keiner von uns sagen … vielleicht könnte er besser sein. Aber hier macht Schröder gegenüber Jones -wie ich finde- den gleichen Fehler wie Kahlert gegenüber dem Frankfurt-Team … er stellt Frau Jones bloß mit der Konsequenz, daß sie ab sofort bei keinem Sponsor mehr auftauchen kann ohne sich lächerlich machen zu müssen – so als „Schröder-Girl“ … „aha, Sie sind doch nur hier, weil Herr Schröder Sie kritisiert hat.“ Was soll das?????

    Ich gebe Dir in der Sache Recht, Sheldon, sicher könnten viele Dinge mehr passieren, nur wie will er das jetzt erreichen? Und ist er kompetent, das zu beurteilen, was bei den Vereinen passiert?

    Es braucht ein Konzept und einen Plan, aber kein Gemeckere. Damit schreckst Du nur Leute ab. Findest Du nicht? Und wenn Frau Jones keinen guten Job macht, muß eine bessere Frau gefunden werden. Aber eben nicht so.

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  • Detlef sagt:

    @palermomüller,
    ich gebe Dir absolut recht!!!
    Schröder hätte seine „Kritik“ etwas präziser erläutern müssen!!!
    Durch die Verallgemeinerungen verpufft auch so ein wenig der Druck, vor allem gegen Zwanziger!!!

    Steffi war schon „sein liebes Mädel“, als sie noch Spielerin beim Erzrivalen war!!! 😉
    Das ändert sich auch jetzt nicht mehr, wo sie FF-Direktorin des DFB ist!!!

    Schröder ist ein Mann klarer Worte, aber auch oft ungerecht!!!
    Der Begriff „Persönlichkeiten“ ist nicht gut gewählt, denn damit spricht er eigentlich allen Natiospielerinnen (auch den TURBINEN) diese grundlegende Fähigkeit ab!!!
    Dabei ist jede für sich eine eigene Persönlichkeit, von der 31-jährigen Martina Müller bis zum 18-jährigen Küken Svenja Huth!!!
    Wäre er beim Begriff Führungsspielerin geblieben, wäre alles schick, und niemand könnte ihm so wiedersprechen!!!

    Aber es ist für mich auch normal, daß nach dem Abgang von solchen „Schwergewichten“ wie Prinz, Garefrekes und HINGST, erst einmal ein Machtvakuum entsteht, daß erst Stück für Stück wieder verschwinden wird, indem andere Spielerinnen dort hineinwachsen!!!

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  • Paul sagt:

    Schröders Kritik ist berechtigt, ich habe gehört das der Bayerische Fußballverband die Auflagen erteielt hat(vielleicht war es auch nur die Meinung eines Trainers)in den jeweiligen Stützpunkten nur noch ein Mädschen und 11 Jungen pro Trainingsgruppe zu fördern.
    Das zeigt wo der Frauenfußball wieder gelandet ist.

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  • Tom Schlimme sagt:

    Also ich muss sagen, ich bin geplättet.

    Steffi Jones hat als OK-Chefin einen ganz hervorragenden Job gemacht. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung, das war nun wirklich überall zu hören und zu lesen. Ich habe, obwohl ich die Szene intensiv verfolge, nicht die leiseste Kritik an ihrer Arbeit gehört oder gelesen, sondern immer nur Lob.

    Steffi Jones hat gezeigt, dass sie was kann.

    Jetzt hat sie also diese neue Aufgabe übernommen. Direktorin für Frauenfußball. Eine neu geschaffene Stelle. Eine Position, die langfristig angelegt ist, wo man viel Zeit brauchen wird, erst einmal Strukturen zu analysieren, neue Strukturen zu entwickeln und diese Veränderungen dann auch durchzusetzen, möglicherweise gegen erheblichen Widerstand. Eine schwere Aufgabe, ein richig dickes Brett. Was glaubt ihr eigentlich, wie schnell das geht? Was glaubt Bernd Schröder eigentlich, wie schnell das geht? Eben wird ein Amt neu geschaffen, dann mit Steffi Jones besetzt, und die Zauberfee spricht dann mal schnell drei kluge Sätze oder Zaubersprüche, und alles, alles wird gut in Frauenfußball-Deutschland?

    Nee, Leute, so funktioniert das nicht. Und Bernd Schröder weiß dass auch ganz genau. Das war ihm aber egal. Ich glaube nämlich gar nicht, dass es ihm hier irgendwie um inhaltliche, konstruktive Kritik ging, jedenfalls nicht an Steffi Jones. In dem Moment, wo Schröder irgendwie auf Frankfurt angesprochen wird, wird seine emontionale Ader geweckt. Man setze Schröder und Dietrich an einen Tisch, und er wird garantiert irgend etwas raushauen, was hinterher für eine Schlagzeile gut ist. Das hat man bei BILD doch vorher gesehen, und so ist es ja auch gekommen. Glaubt ihr, BILD sei auf einmal zur seriösen Diskussionsplattform mutiert, auf der inhaltliche Diskussionen geführt werden? Nee, ne?

    Steffi Jones ist eine DER großen Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt. Käme sie aus Potsdam, Schröder würde ganz anders über sie reden. Aber da sie Frankfurterin ist, verbeist er sich in sie wie ein Kampfhund in seinen Knochen.

    Jetzt ist es an uns, aufzupassen, dass Steffi Jones und ihre für uns alle wichtige Aufgabe nicht unter die Räder eines platten Sensationsjournalismus geraten, wo einfach gezielt Kontrahenten aufeinander gehetzt werden und der eine auch den Fehler macht, sich wie gewünscht hetzen zu lassen. Steffi Jones braucht Zeit, aber sie braucht auch Respekt und Anerkennung, sonst hat sie von vorneherein nicht den Hauch einer Chance, in diesem schwierigen Umfeld DFB etwas positiv für den Frauenfußball zu bewegen. Wenn sie jetzt schon, praktisch noch bevor sie überhaupt richtig angefangen hat, beschädigt wird, hat sie gleich verloren, haben wir alle gleich verloren.

    „Liebes Mädel, klasse Frau, Sonnenschein“, das ist nicht als Kompliment gemeint, sondern als Abqualifizierung. Liebe Leute, dieser Ton geht gar nicht!

    Wie gesagt, ich bin geplättet…

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  • wrack sagt:

    @ Tom Schlimme: Kann schon sein, dass Schröders Worte “Liebes Mädel, klasse Frau, Sonnenschein” abqualifizierend waren, obwohl der Mann in Mediendingen bei mir nicht als subtil gilt. Bei mir haben die Worte die abqualifizierende Funktion aber nicht erfüllt und – sollten sie so gemeint gewesen sein – ihr Ziel verfehlt. Ich denke, es ist schon ein Unterschied, ob man diese Worte in der freien Wirtschaft oder bei den FUßballfrauen wählt. Schröder hat darüber hinaus einen konkreten Kritikpunkt genannt und es ist an Steffi Jones, dazu Stellung zu nehmen ud ihre Sicht des Vorgangs (späte Auslosung) darzustellen. Sie hat ein wichtiges Amt mit wichtigen Funktionen. Da kann Kritik auch sehr willkommen sein, schon als Aufhänger für eine Selbstdarstellung.
    Jedenfalls darf man natürlich auch die Kritik kritisieren. Steffi Jones kann da sicher gut für sich allein sprechen, der Verteidigung bedarf sie meiner Meinung nach nicht.

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  • Sven sagt:

    Wie ich sehe, funktioniert die Fanbrille noch. Schröder alles schlecht reden, alles Frankfurt schlecht, alles DFB schlecht, alles SiDi schlecht und jetzt alles Jones schlecht, blabla.

    Was soll denn bitte falsch daran sein, einen müde wirkenden Fahrer anzustoßen, bevor man unterm Laster gelandet ist?

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  • Detlef sagt:

    Hallo Tom,

    Du kennst Schröder schon lange, er war noch nie anders, und wird sich auch nicht mehr ändern!!!
    Es gibt also keinen Grund gleich „grundsätzlich“ zu werden!!! 😉

    Ich empfinde seine Worte auch nicht wirklich als Kritik (schon gar nicht an ihrer Arbeit als OK-Chefin), sondern eher als Aufforderung die Ärmel hochzukrempeln (für ihre neue Aufgabe)!!!
    Mag sein, daß ich als Potsdam-Fan da schon etwas abgestumpft bin, aber ich bin auch oft ein Schröder-Kritiker, wenn er all zu weit übers Ziel hinaus schießt!!!

    Schröder ist ein sehr wiedersprüchlicher Mensch!!!
    ZB sagt er oft, daß man Geduld haben muß, wenn man sein Ziel erreichen will!!!
    Eine Aussage/“Kritik“ wie die gegen Steffi, zeigt aber auch seine eigene Ungedult, wenn es um die Zusammenarbeit des DFB mit den Vereinen geht!!!
    Da müssen in der Tat sehr dicke Bretter gebohrt werden, weil da in der Vergangenheit sehr viel Porzellan zerschmissen wurde (von beiden Seiten)!!!
    Hier die Wogen wieder zu glätten, wird ein ganz hartes Stück Arbeit für die EX-OK-Chefin!!!

    Ich glaube nicht, daß es dafür unbedingt neue Strukturen braucht, vielmehr sollte man erst einmal die vorhandenen richtig/besser nutzen!!!
    Um noch etwas bei dem Wortspiel zu bleiben; es nutzt nix (für die dicken Bretter) einen neuen Bohrer zu verwenden, wenn man ihn weiterhin in die falsche Richtung dreht!!!

    Und ich glaube auch nicht, daß Steffi unter die Räder eines „platten Sensationsjournalismus“ geraten könnte, denn dazu müßte es erst überhaupt einmal ein Interesse von irgendwelchen Journalisten geben!!!
    Dieses hat (nach der WM) erwartungsgemäß stark abgenommen, und wird wohl (bis zur nächsten EM/WM im eigenen Land) weiterhin auf einem sehr niedrigen Level bleiben!!!
    Für Steffi ist das natürlich klasse, denn so kann sie (medial unbeobachtet) ihre Aufgaben anpacken!!!

    “Liebes Mädel, klasse Frau, Sonnenschein”, solche „Komplimente“ sollte man bei Schröder als durchaus ernst gemeint annehmen!!!
    Er ist ein Mann der alten Schule, eine Vaterfigur, der kennt Steffi schon sooooo lange, daß wird sie ihm nicht krumm nehmen!!!
    Im Gegenteil, sie ist auch nicht auf den Mund gefallen, da kommt bestimmt eine Retourkutsche!!! 😉

    Ich hoffe sehr, daß der Tom bis zum Pokalkrimi wieder etwas mehr Fülle bekommt, sodaß wir nach dem Spiel wieder plaudern können!!!
    Letztes Mal warst Du so „geplättet“ daß ich Dich nirgendwo entdeckt habe!!!

    Grüße an den Main

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  • Sheldon sagt:

    @Sven: Coole Metapher^^

    @Tom: Was Jones anbelangt, nun, ich habe auch den Eindruck – und das betrifft nicht nur allein Steffi Jones, sondern alle im DFB für den Frauenfußball Verantwortlichen (mit Ausnahme von SN) -, dass alle nach der WM in eine Art Dornröschenschlaf gefallen sind!

    Nach dem Motto „Nix geht mehr“ wird der FF jetzt weiter den kleinen Vereinen überlassen, die immer noch relativ mittellos darstehen! Der Chance eines kleinen, langfristigen Aufschwungs wird somit jeglicher Wind aus den Segeln genommen!
    Es ist verständlich, dass die Ernüchterung groß ist, doch das bedeutet doch nicht einfach, dass man sich jetzt zurückziehen kann und die Vereine ihrem Schicksal überlässt!
    Wenn man in 4 Jahren kurz vor der WM wieder kurz was unternimmt und danach dann wieder die große Ernüchterung vorherrscht, das nützt nix!
    Kontinuierlich arbeiten, auch wenn man mal nicht im Rampenlicht steht, darauf kommt es an! Und das wurde hier im Wesentlichen von Schröder kritisiert!

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  • Tom Schlimme sagt:

    Ich bin ja durchaus auch der Meinung, dass man beim DFB noch viel ändern muss, um den Frauenfußball voran zu bringen. Das fängt für mich beim Spielplan an, der Frauenfußball nach wie vor zum Wintersport macht. Die besten Zeiten im Sommer werden für die Nationalmannschaft blockiert, vor der WM 2011 war das extrem, aber auch sonst war es immer ein Problem. Das müsste grundlegend geändert werden, Schweden zum Beispiel spielt auch bei allen großen Turnieren mit und hat trotzdem eine Liga, die überhaupt nur im Sommer spielt. So radikal braucht man es ja gar nicht machen, aber wenigstens ein paar Wochen mehr im Sommer und ein paar Wochen längere Pause im Winter würden der Familiensportart Frauenfußball viel bringen. Es geht nämlich auch um die Zuschauer, als zweitem Aspekt neben der unter den schlechten Winterplätzen leidenden Qualität der Spiele.

    Dazu kommen die Anstoßzeiten, Sonntag 11.00 Uhr finde ich einfach nicht glücklich gewählt.

    Aber was für Änderungsideen mir auch immer einfallen, sie hätten lange vor dieser Saison angegangen werden müssen, um jetzt zu greifen. Dass da nichts gemacht wurde, kann man kritisieren, aber nicht an der Person Steffi Jones fest machen. Die kann da mal gerade gar nichts für.

    Wer auch nur einen Funken Ahnung von Verbandsarbeit oder politischer Arbeit hat, und Schröder hat diese Ahnung, muss wissen, dass man vieles durch langfristig orientiertes Wühlen hinter den Kulissen erreicht. Gleich nach ein paar Wochen im Amt hinzugehen und öffentlich einen Riesenwirbel zu veranstalten, um den alten Verein DFB aufzumischen, das wäre im höchsten Grade unseriös und dumm. Selbst Schröder, hätte er das Amt von Steffi inne, würde sich geschickter verhalten.

    Insofern ist das Bild vom schlafenden Autofahrer grundfalsch. Ob Steffi schläft oder im Hintergrund mühsame Überzeugungsarbeit leistet, weiß doch keiner. Klar ist aber, dass zu diesem Zeitpunkt seriöse Ergebnisse unmöglich zu erzielen sind.

    Aber da hier ja so viele Experten sind, die es alles ganz anders machen würden, macht doch einfach mal ein paar Vorschläge. Was erwartet ihr, was Steffi Jones beim DFB in den letzten Wochen durchgesetzt haben sollte? Welche Änderung ist nicht gekommen, von der ihr erwartet habt, dass Steffi Jones sie in ihrer neuen Position bis heute, 22. November, durchsetzt?

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  • Sheldon sagt:

    @Tom: Ich erwarte keine großen Kunststücke von Steffi, aber wenigstens ein Lebenszeichen. Bis auf irgendwelche Porträts habe ich noch nix, absolut nix von ihr gehört, was sie jetzt überhaupt versucht, in Angriff zu nehmen…
    Und ich gehe einmal am Tag auf Google News und schaue nach, was es an News gibt im Frauenfußball gibt!
    Und da gab es weder Konstruktives von Jones noch von Zwanziger!

    Was ich mir insbesondere wünschen würde von Jones, wäre die Stärkung des Amateursports, also der unteren Klassen, der Aufbau des Systems von der Basis!
    Daher kommen nämlich die Stars der Zukunft!
    Nur hab ich den Eindruck, solange keine Kamera dabei ist, hat Jones noch nicht wirklich was bewegt! Oder täusche ich mich da?

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  • Detlef sagt:

    Ich gebe Dir absolut recht Tom!!!
    Wie ich ganz oben schon schrieb, sollte man Steffi erst mal Zeit für die Einarbeitung in ihre neue Funktion geben!!!
    Da sollte auch der feine, nette Opa Schröder mal ein wenig Geduld zeigen!!! 😉

    Sicherlich kann Steffi ihre Kontakte von der WM ganz gut nutzen, um dem „Alt-Herren-Verband“ etwas mehr Feuer unter ihren bequemen [….] zu machen!!!
    Aber natürlich kann sie sich auch nicht aufführen wie die Axt im Walde, sonst würde sie sich nur lächerlich machen!!!

    Auch wenn ich mich wiederhole, ich vertraue ihr da!!!

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