Frankfurt mit einem Bein im Viertelfinale

Von am 2. November 2011 – 16.13 Uhr 11 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat sich mit einem klaren Sieg gegen Paris Saint-Germain im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche verschafft.

Beim 3:0 (1:0)-Erfolg gegen die Französinnen brachte Fatmire Bajramaj die überlegenen Gastgeberinnen mit einem sehenswerten Treffer früh in Führung (9.). Kerstin Garefrekes (47.) und Melanie Behringer (55.) machten früh den Sieg perfekt.

Schweden-Duo nur auf der Bank
Frankfurt nahm in der Anfangsformation gegenüber dem 4:1-Erfolg gegen Stabæk Fotball zwei Änderungen vor, Svenja Huth und Dzsenifer Maroszan spielten anstelle des schwedischen Duos Sar Thunebro und Jessica Landström von Beginn. Paris veränderte seine Formation gegenüber dem 3:0-Erfolg gegen Peamount United auf drei Positionen, Elise Bussaglia, Ella Masar und Laure Boulleau ersetzten Nora Coton Pelagie, Cindy Thomas und Kenza Dali.

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Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj bejubelt ihren Treffer zum 1:0 © Zetbo / Framba.de

Frühe Führung
Die Frankfurterinnen drückten von Beginn an aufs Tempo, Melanie Behringer sorgte mit einem Lattenschuss aus 20 Metern früh für den ersten Aufreger, gerade einmal fünf Minuten waren gespielt. Nur kurz darauf hatte PSG Glück, als Verteidigerin Laure Boulleau einen Steilpass von Bajramaj unter Druck fast ins eigene Netz beförderte,  nur der Pfosten verhinderte einen Rückstand (7.). Doch nur zwei Minuten später ging Frankfurt in Führung, als Bajramaj vom rechten Flügel abzog und der Ball seinen Weg in den Winkel fand (9.).

Frankfurt dominant, aber wenig Chancen
Ella Masar gab mit einem Schuss aus 18 Metern ein erstes Lebenszeichen der Französinnen (16.), ein Freistoß von Elise Bussaglia fand im Strafraum fast Kapitänin Sabrina Delannoy, es war die beste Aktion der Gäste in der ersten Halbzeit (27.). Die Frankfurterinnen waren zwar weiterhin Spiel bestimmend, münzten ihre optische Überlegenheit aber nur in wenige Torchancen um. Bei einer von ihnen kam Behringer einem zweiten Treffer nahe, doch ihr 22-Meter-Schuss verfehlte knapp das Ziel 32.).

Garefrekes und Behringer sorgen für Entscheidung
Frankfurt erwischte auch in der zweiten Halbzeit den besseren Start, als Kerstin Garefrekes zum 2:0 abstaubte (47.) – PSG-Keeperin Véronique Pons hatte einen Schuss von Svenja Huth nicht festhalten können. Und es kam noch besser für die Gastgeberinnen, als Behringer von der Strafraumgrenze abzog, von Jessica Houara prallte der Ball ins Netz (55.).

Crnogorcevic scheitert knapp
Frankfurt hatte das Spiel in der Folge im Griffe, Highlights waren dünn gesät. Erst die eingewechselte Ana-Maria Crnogorcevic sorgte noch einmal für Gefahr vor dem PSG-Tor, als sie nach Freistoß Behringer einen Kopfball knapp neben den Pfosten setzte (79.). Es blieb beim 3:0, so dass Frankfurt mit einem beruhigenden Vorsprung ins Rückspiel in Paris in einer Woche geht.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • Krissi sagt:

    Glückwunsch Frankfurt! Gut gespielt, denke auch, dass Frankfurt schon mit (mehr als) einem Bein im Viertelfinale steht. Tolles Tor von Lira! Nur die Schiedsrichterleistung war mE nicht so doll – so, und jetzt Daumen drücken für Potsdam! 😉

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  • Lucy sagt:

    Das war doch schon mal ganz okay 🙂 Nur wie oben schon steht, man muss einfach mehr daraus machen, wenn man die ganze Zeit spielbestimmend ist !

    Auf jeden Fall beruhigt das Ergebnis erst mal ein wenig und man muss nicht zu nervös ins Rückspiel gehen.

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  • Sheldon sagt:

    Naja, mal schauen, wie das Rückspiel wird… Auch ein 0:3 ist noch nicht uneinholbar, wie beispielsweise Werder schon etliche Male bewiesen hat. Und Paris hat schon bewiesen, wie stark sie zuhause sind!
    Noch ist Frankfurt nicht durch!

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  • eisbär sagt:

    PSG hat auf ganzer Linie enttäuscht und konnte Frankfurt nicht ein einziges mal in Bedrängnis bringen. Ähnlich wie im Testspiel gegen Duisburg wurden die Angriffsbemühungen ohne Dynamik und mit schnellen Ballverlusten vorgetragen. Entweder hat PSG am Wochenende gegen OL zu viel Kraft gelassen oder aber OL hat einen ganz schwachen Tag erwischt, denn so wie PSG sich bei den beiden Auftritten in Deutschland in diesem Jahr präsentiert hat, kann man sich nur schwer vorstellen, dass eine Mannschaft wie OL gegen PSG Probleme hat. Frankfurt dürfte sich das eigentlich nicht mehr nehmen lassen und verdient ins VF einziehen, selbst wenn man einige Stammkräfte schont.

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  • Michele sagt:

    Das war doch mal ein sehr guter Auftritt des FFC. Hoffentlich spielen die Spielerinnen aus Paris zuhause nicht auch so unfair. Da waren einige ganz unschöne Aktionen dabei, z.B. gegen Huth und Crnogorcevic. Die Frankfurterinnen haben sich aber zum Glück nicht von der Spielweise anstecken lassen. Ein 3:0 sollte den Mädels reichen, um in die nächste Runde einzuziehen. Ganz stark heute auf Seiten des FFC waren Bajramaj, Behringer und Garefrekes.

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  • Krissi sagt:

    Toller Tag für die deutschen Fussballmädels – beide, Frankfurt so gut wie, und Potsdam ganz sicher im Viertelfinale – super! 😉 😉 😉

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  • waiiy sagt:

    Glückwunsch nach Frankfurt. Das war souverän. Mich hat überrascht, dass von Paris so gar nichts nach vorn zu sehen war.

    Bei Maro sieht man deutlich, dass sie noch Rückstand hat. Die Akzente kamen eindeutig mehr von Lira.

    Ich sah übrigens die Leistung von Behringer anders als der Kommentator und auch kritischer. Aber vielleicht reicht „bemüht sein“ ja aus…

    waiiy

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  • FFFan sagt:

    Nachdem ich dieses Spiel (FFC-PSG) gesehen habe, verstehe ich noch weniger, wie diese Mannschaft gegen Olympique Lyon ein Unentschieden erreichen konnte. Nach vorne strahlte PSG so gut wie überhaupt keine Gefahr aus, und die Abwehr einschließlich Torfrau erwies sich als sehr unsicher. Leider hat Frankfurt die Angriffe oft nicht gut zu Ende gespielt, sonst hätten noch wesentlich mehr Tore fallen können.

    Beim FFC gefielen mir Smisek, Garefrekes und Krieger am besten. Bajramaj hatte brillante Aktionen (z.B. das 1-0!), agierte aber gelegentlich zu eigensinnig. Huth steigerte sich erst nach der Pause. Marozsan fiel in der Tat etwas ab. Behringer mit Licht und Schatten: sie hatte einige unnötige Ballverluste, aber sie nimmt die Zweikämpfe an und sucht den Abschluss, was mit dem Tor zum 3-0 belohnt wurde! Die Innenverteidigung mit Bartusiak und Kumagai stand ziemlich sicher und Angerer im Tor verlebte einen geruhsamen Nachmittag. Weber ließ hinten links nichts anbrennen (bis auf eine Szene in der 80.Minute, als sie die Flanke nicht verhindern konnte), setzte nach vorn aber kaum Akzente. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum Thunebro in dieser Saison so wenig Einsatzzeit bekommt. Die eingewechselte Crnogorcevic konnte sich kaum in Szene setzen.

    Einen sehr schlechten Tag erwischte das Schiedsrichtergespann. Viele Fehler in der Bewertung von Zweikämpfen und bei Einwurfentscheidungen sowie den persönlichen Strafen. Der Bodycheck gegen Huth und das Foul an Crnogorcevic waren ‚gelbwürdig‘.
    Dabei war A.Ihringowa doch mal eine Spitzenschiedsrichterin?!

    Fazit: Frankfurt war in allen Belangen überlegen und steht mit mehr als einem Bein im Viertelfinale. Da kann im Rückspiel eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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  • hanah sagt:

    Frankfurt;);)Schönes Tor von Bajramaj! Am besten gefielen mir Bajramaj;)Krieger 😉 Leider hab ich das tor von Behringer verpasst;(

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  • waiiy sagt:

    @FFFan:

    Ich stimme Dir 100% zu.

    Du schriebst: „Behringer mit Licht und Schatten: sie hatte einige unnötige Ballverluste, aber sie nimmt die Zweikämpfe an und sucht den Abschluss…“

    Auch das unterschreibe ich so. Wieso sprechen dann Viele von einer richtig guten Leistung von ihr? Kann man nicht mehr von ihr erwarten? Ist sie nur die durchschnittliche Spielerin auf der 6, die die Zweikämpfe annimmt?

    Ich denke, dass unsere Ansprüche an sie höher sein dürfen, gerade wenn es für Deutschland oder für Frankfurt in der CL geht. Ich meine, in der Bundesliga darf sie so spielen und gegen Turbine würde ich es mir wünschen… 😉

    waiiy

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  • FFFan sagt:

    @ waiiy:

    Ich würde schon sagen, dass Melanie Behringer eine überdurchschnittliche Spielerin ist; ihre Leistung am Mittwoch war nicht schlecht, aber da ist schon noch ‚Luft nach oben’…

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