Die Tops und Flops der Woche 44/2011

Von am 31. Oktober 2011 – 11.10 Uhr 13 Kommentare

In dieser Woche beschäftigen wir uns unter anderem mit torhungrigen Topstürmerinnen und einem überraschenden Tabellenführer, aber auch mit einem aufgelösten Team, einem zu hinterfragenden Modus und fragwürdigen Nominierungen.

Tops

Stürmerinnen in Torlaune
Heimspiele gegen Zweitligisten: Für die Topstürmerinnen war das DFB-Pokal-Achtelfinale ein gefundenes Fressen. Yuki Nagasato traf beim 4:1 des 1. FFC Turbine Potsdam gegen den VfL Sindelfingen zweimal, Célia Okoyino da Mbabi beim 3:1-Sieg des SC 07 Bad Neuenahr gegen die TSG 1899 Hoffenheim dreimal und Alexandra Popp gar gleich sechsmal beim 10:0 des FCR 2001 Duisburg gegen den Herforder SV.

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Huth debütiert
Beim 1:0-Sieg der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen Schweden feierte Svenja Huth vom 1. FFC Frankfurt als 183. Nationalspielerin aller Zeiten ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft, als sie in der 68. Minute für Melanie Behringer in die Partie kam. Auch wenn nicht alles gelang, war die Stürmerin mit Herz und Einsatz bei der Sache und brachte frischen Wind – ein ordentliches Länderspieldebüt.

Kanada gewinnt Panamerika-Spiele
Bei der Frauenfußball-WM in Deutschland musste Kanada nach drei Niederlagen in der Vorrunde früh die Heimreise antreten, doch unter dem neuen Trainer John Herdman stellte sich ein schneller Erfolg ein. Mit 4:3 nach Elfmeterschießen bezwangen die Kanadierinnen Brasilien und holten sich somit den Titel bei den Panamerika-Spielen, nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Kanadas Torhüterin Karina LeBlanc wurde mit zwei gehaltenen Elfmetern im Estadio Omnilife im mexikanischen Guadalajara zur Heldin.

Juvisy neuer Tabellenführer
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – in der französischen Liga hat der FCF Juvisy nach sieben Spieltagen und einem 3:0-Auswärtssieg beim AS Muret überraschend die Tabellenführung übernommen. Dabei profitierte das Team vom 0:0-Unentschieden im Topspiel zwischen den beiden Champions-League-Teilnehmern Paris Saint-Germain und Olympique Lyonnais. Juvisy führt die Tabelle mit 25 Punkten an, gefolgt von Lyon (24), Montpellier (23) und PSG (20).

Bad Neuenahr: „Eine starke Mannschaft gegen Krebs“
Unter dem Motto „Eine starke Mannschaft gegen Krebs“ hat Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr die Schirmherrschaft für einen am vergangenen Samstag stattgefundenen Informationstag Brustkrebs übernommen. Im Rahmen des reichhaltigen Programms gab es neben dem Auftritt des Bundesligisten Vorträge, wie etwa über die positiven Auswirkungen von Sport bei einer Krebserkrankung.

Flops

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WPS löst magicJack auf
Die US-Profiliga WPS schrieb in der vergangenen Woche einmal mehr negative Schlagzeilen. magicJack, Verein von so bekannten Spielerinnen wie Abby Wambach, Hope Solo, Christie Rampone und Megan Rapinoe, wird aufgelöst. In der nur dreijährigen Geschichte der WPS ist magicJack bereits der fünfte Verein, der seinen Betrieb einstellen wird. Und auch das Fortbestehen der Boston Breakers ist in Gefahr, so dass in der kommenden Saison im schlimmsten Fall Sky Blue FC als einziges WPS-Team der Anfangszeit übrig bleiben könnte.

DFB-Pokal-Modus sorgt für Langeweile
Acht Heimsiege gab es am Sonntag in den acht Spielen des DFB-Pokal-Achtelfinales. Ein Grund dafür: Zweitligisten wie Herford, Sindelfingen oder Hoffenheim hatten bei Erstligisten auswärts schier unlösbare Aufgaben vor sich. Die Kluft zwischen den beiden Ligen ist nach wie vor dermaßen groß, dass es wünschenswert wäre, den unterklassigen Vereinen in den Pokalspielen ein automatisches Heimrecht zu gewähren, mehr Spannung wäre garantiert.

Lena Goeßling (re.) sah in Frankfurt die Gelb-Rote Karte © Nora Kruse, ff-archiv.de

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Frieda sagt:

    Ich bezweifele, dass Mannschaften aus der 2. Liga im eigenen Stadion so viel stärker wären. Aus welchem Grund sollte das so sein?

    Die Liste für die Weltfußballerin ist meistens komisch. Die Nominierung sollte nicht nur von der WM-Leistung abhängen. Anonma sehe ich als auffällige Spielerin, aber auch nicht als Weltklasse. Im Offensiv Bereich gibt es da schon genug Nominierte. Wer aber fehlt ist Babett Peter, aber die Abwehrarbeit wird ja im Fußball generell nicht ernst genommen.

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  • Detlef sagt:

    Frieda hat recht, selbst wenn die Top-Favoriten im Zweitligastadion antreten müßten, dürfte das Endergebnis das Gleiche sein!!!
    Allerdings kann der Reisestreß den Favoriten schon negativ beeinflussen, was man damals bei der Paarung VFL Sindelfingen gegen TURBINE Potsdam im Floschenstadion gesehen hat, was der hohe Favorit mit ach und krach 1:0 gewonnen hatte.

    Auf den Titel Weltfußballerin oder gar Welttrainerin, gebe ich schon lange nichts mehr!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Frieda: Anonma ist im Frauenfußball zur Zeit die herausragende Spielerin. Man sollte sich nur einmal vergleichend anschauen, dass Bajramaj im letzten Jahr noch unter die 3 besten Spielerinnen der Welt gewählt wurde, die dann dieses Jahr von Anonma mehr als überragend ersetzt wurde und vollständig in Vergessenheit geriet.

    Hätte Anonma in Äquatorialguinea auch nur ansatzweise ein Team von Erstligaformat um sich, würde sie alles in Grund und Boden spielen.

    Von daher sehe ich sie nicht nur unter den Top Ten, sondern unter den „Top 3“-Spielerinnen der Welt!

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  • karl sagt:

    Ich finde auch dass Genoveva Anonma zu den nominierten gehoeren muesste. Aber das wird ja sowieso wieder Marta , leider

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  • Krissi sagt:

    Ja, ich meine auch, dass man Anonma hätte ruhig nominieren dürfen, aber nun ist es nicht zu ändern. Marta hätte man dafür dieses Jahr schon einmal außen vor lassen dürfe, denn zu einer „Welrfusballerin“ geöhrt m. E. mehre als gut Fußball spielen zu können (was Marta zweifelsohne kann). Aber durch Martas wiederholte Unsportlichkeiten (siehe WM) sehe ich doch andere Spielerinnen, die den Sieg bei der Wahler verdient hätten und die, meiner Meinung nach, auch dieses Jahr besseren Fußball gspielt haben als Marta – z.B. Solo, Wambach, Necib, Schelin und, und, und… 😉

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  • Sheldon sagt:

    @Krissi: Bitte, bitte, wenn du schon die besten Spielerinnen des Jahres aufzählst, dann bitte nicht nur deine Lieblingsspielerinnen! Du hast in deiner Aufzählung nämlich – ob bewusst oder unbewusst – die beste Spielerin des Jahres vergessen!

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  • Krissi sagt:

    @Sheldon: Bitte, ich habe doch ganz deutlich geschrieben „meiner Meinung nach“…das andere Personen eine andere Meinung haben ist doch völlig legitim – würde mich aber interessieren wen ich, deiner Meinung nach, vergessen habe – Sorry, falls du Sawa meinst, sie ist sicher eine klasse Spielerin, aber ich habe sie dieses Jahr nur bei der WM spielen sehen, daher kann ich nicht beurteilen wie ihr gesamtes Jahr war (habe ich auch schon in einem anderen Threat aufgeführt). Außerdem schrieb ich ja auch „Solo, Wambach, Necib, Schelin und, und, und…“, dies beinhaltet durchaus, dass auch noch weitere Spielerinnen in Frage kommen. 😉 Woher möchtest du wissen, dass es sich bei den von mir aufgezählten Spilerinnen um meine „Lieblingsspielerinnen“ handelt? Dann müsste ich nämlich ein paar Namen nennen, die bisher überhaupt noch nicht erwähnt wurden. 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Wo hast du denn bitte Wambach und Solo dieses Jahr spielen sehen außer bei der WM???

    Und falls du meinst, Sawa zu wenig gesehen zu haben, sie spielt bei INAC Leonessa mit 5 anderen Nationalspielerinnen ohne Niederlage die L-League!
    Und falls du sie im Frühjahr nicht gesehen hast, da war sie gerade dabei, ihre verschwundene Teamkollegen Aya Miyama zu suchen, die nach dem Tsunami und dem Erdbeben in Fukushima für 2 Wochen verschwunden war und der ich es noch viel mehr gönnen würde, Weltfußballerin zu werden!

    Und Schelin und Necib, die hast du wahrscheinlich ebenfalls nur im CL-Finale gesehen, von daher hast du von ihnen auch nicht vielmehr gesehen…

    Von daher kannst du bei der Argumentation gar keine Spielerin beurteilen.

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  • Krissi sagt:

    @Sheldon: Sorry, aber ich weiß gar nicht, was du dir anmaßt! ich habe wohl, unter anderem, Spiele der WPS gesehen – Schelin und Necib hast DU wohl nicht öfter gesehen als im CL-Finale, sonst würdest du nicht solche Sprüche ablassen. Ach so, danke für deine Aufklärungsversuche in Sachen Sawa *ironischkuck* . ich weiß nicht, warum du dich bei jedem Kommentar der hier geschrieben wird, persönlich angegriffen fühlst – akzeptiere doch bitte auch andere Meinungen, als deine eigene! 🙁

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  • FFFan sagt:

    Von mir aus könnte man ruhig den Zweitligisten im DFB-Pokal automatisches Heimrecht gegen Erstligisten geben; dass dies zu spannenderen Spielen führen würde, glaube ich allerdings nicht. Letzte Saison waren z.B. Herford (gegen Duisburg) und Gütersloh (gegen Frankfurt) auch zu Hause chancenlos.

    Der Sieg von Kanada bei den Panamerikanischen Spielen ist ein toller Einstand für den neuen Trainer John Herdman. Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass Endspielgegner Brasilien nicht in Bestbesetzung antrat; u.a. fehlte Superstar Marta.

    Anonma als Weltfußballerin des Jahres, das wäre vergleichbar mit der Auszeichnung des Liberianers George Weah als Weltfußballer des Jahres 1995. Er ist der einzige Spieler vom ’schwarzen‘ Kontinent, dem diese Ehre zuteil wurde, und dann auch noch aus einem sehr kleinen Land…
    Dass es bei den Frauen in absehbarer Zeit dazu kommt, ist indes nicht zu erwarten, dazu haben der Vereinswettbewerbe noch einen zu geringen Stellenwert. Weltfußballerin kann also wohl nur werden, wer in einem starken Nationalteam glänzen kann.

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  • Sheldon sagt:

    Was ich ja mal sehr interessant finde: Zwei der dieses Jahr auf der Liste der Kandidatinnen Stehenden sind aktuell vereinslos 🙂

    Auch die Verteilung auf die Klubs ist weiterhin sehr interessant: OL stellt in diesem Jahr 3 Spielerinnen, verständlich nach CL-Sieg und 3. bzw. 4. Platz bei den Weltmeisterschaften.
    Gefolgt werden sie von Western NY Flash mit Marta (ohne Kommentar) und Alex Morgan, die zu Recht auf der Liste steht, da sie wesentlichen Anteil an den erfolgreichen KO-Runden-Spielen hatte und in Amerika Meister geworden ist.
    Dazu jeweils eine Spielerin von zwei japanischen Klubs sowie KG von Frankfurt!

    Was Anonma betrifft: Nun, George Weah wird einem immer in Erinnerung bleiben und hat diese Auszeichnung auch nicht unverdient. Es ist leider unverständlich, wieso einem Spieler wie Finidi George eine solche Ehre nie zuteil wurde.
    Wenn man mal nur die Fähigkeiten der Spielerinnen bedenkt, so müssten sich auf dem Treppchen Sawa, Anonma und Marta versammeln. Diese sind zur Zeit die absolut besten Spielerinnen der Welt, was die Gesamtleistung anbelangt!

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  • Ulf sagt:

    Was erlauben Gentlemen ?

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  • Oskar sagt:

    Marta ist die beste Fußballerin der Welt – immer noch! …und alle Neider sollen schweigen… daher ist es völlig egal wer nominiert wird. Wer derartig auf die Socken kriegt, muß sich wehren…auch manchmal scheinbar unsportlich!

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