EM-Quali: Spanien weiter auf Kurs, England patzt

Von am 28. Oktober 2011 – 7.34 Uhr 5 Kommentare

Sieben Qualifikationsspiele zur UEFA Women’s EURO 2013 standen am Donnerstag auf dem Programm. Spanien kam zu eine souveränen Auswärtssieg in Kasachstan und hielt den Druck auf Deutschland aufrecht, während England sich wegen eines verschossenen Elfmeters mit einem Remis in den Niederlanden begnügen musste.

Die Spanierinnen ließen sich in Astana von Kälte und Schneefall nicht aus dem Konzept bringen und kamen zu einem 4:0-(1:0)-Sieg gegen Kasachstan.

Spanien weiter Spitzenreiter
Sonia brachte ihr Team in Führung (18.), Adriana erhöhte kurz nach der Pause mit einem verwandelten Foulelfmeter (51.). Erneut Sonia (82.) und die eingewechselte Silvia Meseguer (86.) machten den Erfolg und somit den dritten Sieg im dritten Spiel perfekt. Damit ist Spanien mit neun Punkten weiter Tabellenführer der Gruppe 2, gefolgt von Deutschland mit sechs Punkten, aber einem Spiel weniger auf dem Konto.

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Duşa trifft dreimal
In einem weiteren Gruppenspiel kam Rumänien zu einem 7:1 (3:1)-Kantersieg gegen die Türkei. Beste Torschützin der Rumäninnen war Cosmina Duşa mit drei Treffern (37., 47. ,60.), die weiteren Tore erzielten Andreea Laiu (6.), Raluca Sârghe (34.) sowie die eingewechselte Laura Rus (74., 86.). Den Ehrentreffer für die Türkinnen erzielte Kapitänin Bilgin Defterli (45.+2) von Zweitligist 1. FC Köln.

Fara Williams

Fara Williams vergab für England einen Big Point © Nora Kruse / ff-archiv.de

Williams verschießt Elfmeter
Unter der Leitung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus fand in Zwolle die mit Spannung erwartete Neuauflage des Halbfinales der Frauenfußball-Europameisterschaft 2009 in Finnland zwischen den Niederlanden und England statt. Beim 0:0 verpasste England jedoch die Chance, die Tabellenführung in Gruppe 6 zu übernehmen.

In einer taktisch geführten Partie mit nur wenigen Highlights zeigte Steinhaus kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit nach einem Foul der niederländischen Torhüterin Loes Geurts an Fara Williams auf den Elfmeterpunkt. Geurts machte jedoch ihren Fauxpas wieder gut und hielt den von der Gefoulten selbst getretenen Elfmeter, so dass die Engländerinnen die Chance vergaben, nach dem überraschenden Punktverlust gegen Serbien wieder Boden gut zu machen.

Zwei Tore in der Nachspielzeit
Weitaus unterhaltsamer gestaltete sich die Partie zwischen Kroatien und Slowenien, die dank eines furiosen Schlussspurts der Kroatinnen mit 3:3 (0:1) endete. Ein Eigentor von Allison Lee Scurich (20.) brachte die Gastgeberinnen ins Hintertreffen, Tanja Vrabel erhöhte für die Gäste (54.). Dušanka Juko (56.) gelang zwar postwendend der Anschlusstreffer, doch Urška Žganec (66.) schien die Sloweninnen auf die Siegerstraße zu bringen. Doch Kroatiens Trainer Dean Klafuric bewies ein glückliches Händchen, die Einwechselspielerinnen Petra Glavac (90.+2) und Izabela Lojna (90.+4) retteten den Team auf den letzten Drücker einen Punkt.

Finnland und Schottland enttäuschen
Neben England ließen auch zwei weitere favorisierte Teams am Donnerstag Federn. In Gruppe 5 kam Finnland, EM-Halbfinalist von 2005 und Viertelfinalist von 2009, in Weißrussland nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Linda Sällström brachte die Gäste zwar zweimal in Führung (15., 50.), doch den Gastgeberinnen gelang durch Ekaterina Avkhimovich (42., 51.) jeweils der Ausgleich.

Und auch Schottland musste sich im Heimspiel gegen Wales in Gruppe 4 mit einem 2:2 (2:2) begnügen. Die Gäste, die bereits bei der 1:4-Niederlage gegen Frankreich eine ansprechende Leistung gezeigt hatten, gingen durch Amie Lea (4.) und Helen Lander (26.) zweimal in Führung, doch Jane Ross (19.) und Jennifer Beattie (44.) retteten den Gastgeberinnen zumindest einen Punkt.

Nächste Spiele am 19. November
In Gruppe 3 ergatterte Ungarn durch den 4:0 (3:0)-Sieg in Bulgarien im vierten Anlauf die ersten Punkte. Fanny Vágó (24., 33.), früher in Diensten des TSV Crailsheim, brachte ihr Team auf Kurs, Lilla Sipos (36., 71.) machte den Auswärtssieg in Lovech perfekt. Weiter geht es in der EM-Qualifikation am Samstag, 19. November. Dann empfängt unter anderem die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft in Wiesbaden Kasachstan.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    „England verschießt Elfmeter“ –> Es ist schön, dass wenigstens eine Konstante im Fußball gibt… 😉

    waiiy

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  • Therese sagt:

    Einige Kommentare aus England und Niederlande

    link the FA:

    link The Guardian: http://j.mp/rRvUbq

    link vrouwenvoetbalnederland:

    link vrouwenvoetbalnieuws:

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  • Detlef sagt:

    Ich habe leider nur die letzten 25 Minuten des Spiels in Zwolle mitbekommen!!!
    Es war wesentlich besser, als damals das EM HF-Spiel!!!
    Zum Schluß hatte die Powell-Truppe sogar noch Glück, denn Holland startete nochmal durch, und kam zu einigen guten Möglichkeiten!!!
    Allerdings spielten die Gastgeberinnen doch recht umständlich, und vergaben so ihre Chance!!!

    England enttäuschte mich doch ziemlich, da sie bei der WM ein recht guten Eindruck hinterließenen!!!
    Ihre Angriffe waren einfallslos und zu berechenbar!!!

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  • Krissi sagt:

    @Detlef: Ich muss ehrlich sagen, dass ich England schon bei der diesjährigen WM nicht so stark fand..für die Damen aus England wird die EM-Qualifikation ganz sicher kein Spaziergang.

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  • FFFan sagt:

    England „patzt“? Abgesehen davon, dass etwas mehr Einfallsreichtum bei den Überschriften wünschenswert wäre, sehe ich das torlose Remis in den Niederlanden nicht als „Patzer“ an (es sei denn man bezieht das nur auf den verschossenen Elfmeter). Es ist doch eher so, dass England einen wichtigen Auswärtspunkt geholt hat und im Kampf um den Gruppensieg weiter alles selbst in der Hand hat. Schließlich waren sich beide Seiten vor dem Spiel einig, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird. Und ob die Gastgeberinnen mit dem Ergebnis so zufrieden sind? Der erhoffte „Big Point“ war es jedenfalls nicht!

    Im anderen Spiel der Gruppe 6 hat die Gelb-Rote Karte für Sloweniens Manja Benak vielleicht auch dazu beigetragen, dass Kroatien in der Nachspielzeit noch einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen konnte. Im Artikel könnte bei Eigentorschützin Allison Scurich noch ergänzt werden, dass sie in der 2.Bundesliga beim TSV Crailsheim spielt.

    Totes Rennen in Gruppe 5! Finnland, Weißrussland, Slowakei und Ukraine punktgleich an der Spitze, Estland bleibt nur die Rolle des Punktelieferanten.

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