EM-Quali: Aufholjagd reicht der Schweiz nicht

Von am 23. Oktober 2011 – 15.31 Uhr 17 Kommentare

Die Schweizer Nationalmannschat hat das EM-Qualifikationsspiel in Spanien mit 2:3 verloren. Dabei hatten die Gäste einen Zwei-Tore-Rückstand zwischenzeitlich schon egalisiert.

Zur Halbzeit lagen die Schweizerinnen mit 0:2 zurück, nach dem Seitenwechsel begann die Aufholjagd.

Foulelfmeter für Spanien
„Eigentlich sind wir gut ins Spiel gestartet, wir hatten die Spanierinnen in den ersten Minuten im Griff“, resümierte die Schweizer Nationaltrainerin Béatrice von Siebenthal, doch die Gastgeberinnen kämpften sich in die Partie. Mit einem verwandelten Foulelfmeter von Adriana ging Spanien nach 19 Minuten in Führung. Das war scheinbar das Erfolgserlebnis, das gebraucht wurde, um die Begegnung in der Folgezeit immer besser in den Griff zu bekommen. „(Wir) verloren im Verlauf der ersten Halbzeit die Ruhe im Spielaufbau und mussten den Gegnerinnen immer mehr das Spieldiktat überlassen“, so von Siebenthal, denn die Spanierinnen zeigten sich nun besser organisiert. Eine Viertelstunde nach dem Führungstreffer ließ Adriana das 2:0 folgen.

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Ramona Bachmanns Treffer gab der Schweiz wieder Hoffnung. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Entscheidung trotz starker Aufholjagd
Doch nach dem Seitenwechsel fand die Schweiz, die auf die verletzten Marisa Brunner und Lara Dickenmann verzichten musste, zurück ins Spiel. Zunächst gelang Ramona Bachmann (58.) der Mut machende Anschlusstreffer, keine zehn Minuten später erzielte Jehona Mehmeti (69.) den Ausgleich. Der hielt allerdings nur zwei Minuten. Verónica Boquete, die in Russland für Voronezh spielt, traf zum 3:2 für die Gastgeberinnen, die die knappe Führung in der Folgezeit souverän verwalten konnten.

Spanien überholt DFB-Elf
Durch den Sieg gegen die Schweiz hat die spanische Auswahl aufgrund des besseren Torverhältnis gegenüber der deutschen Mannschaft die Tabellenführung in Gruppe 2 übernommen. Für die Schweizerinnen ist die Niederlage ein herber Rückschlag im Kampf um den zweiten Platz, der für die Teilnahme an den Playoffs reichen würde. Dennoch gibt sich von Siebenthal weiter optimistisch. „Der zweite Platz hinter den Deutschen liegt immer noch in Reichweite.“

Zum Spitzenspiel zwischen Spanien und der deutschen Elf kommt es am 24. November im spanischen Motril. Zuvor trifft die DFB-Auswahl am 19. November in Wiesbaden auf Kasachstan. Dies ist auch der kommende Gegner für die Spanierinnen, die schon am kommenden Donnerstag im kasachischen Astana vorlegen können.

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17 Kommentare »

  • Krissi sagt:

    Auf das Spiel Spanien – Deutschland freue ich mich jetzt schon – das dürfte nach Lage der Dinge sehr interessant werden…

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  • FFFan sagt:

    Es scheint sich zu bewahrheiten, dass Spanien unser härtester Konkurrent um den Gruppensieg ist. Der Sieg gegen die Schweiz ist für mich keine Überraschung. Kompliment an die Eidgenössinnen, dass sie trotz des Fehlens von Brunner und Dickenmann einigermaßen mithalten konnten.

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  • Krissi sagt:

    Ja, ich denke auch, dass Spanien unser härtester Konkurrent werden könnte – heißt dann aber im Umkehrschluss, dass auch die Schweiz sich ganz schön strecken muss um den anvisierten 2. Platz zu erreichen

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  • Detlef sagt:

    Schade für die Schweizerinnen, gut für die Spanierinnen!!!

    Der spanische FF scheint seinen Erfolgskurs weiter fortzusetzen, und macht nun schon mal drei dicke Ausrufezeichen!!!
    Eigentlich waren für mich die Schweizerinnen klarer Favorit, aber ich wußte auch nicht um das Fehlen von Lara und Marisa!!! 🙁

    Da darf man sehr gespannt sein, wie sich die Spanierinnen gegen Top-Favorit Deutschland schlagen, und ob Helvetien noch mal oben angreifen kann!!!

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  • Jan sagt:

    Bei der letzten EM-Quali sowie WM-Quali war Spanien wohl stets denkbar knapp an England gescheitert – das später das EM-Finale erreichte u. bei der WM als einziges Japan besiegte.

    Keine Mannschaft wünscht sich wohl gern Deutschland in die eigene Quali-Gruppe. Aber nach guten Leistungen u. Ergebnissen in den letzten Jahren hätten es eigtl. beide verdient, mal zur EM zu fahren: die Schweiz UND Spanien (dessen U17 2010 ja recht gut abschnitt).

    Das ginge aber nur auf Kosten Deutschlands – wenn man zudem bedenkt, dass die Schweiz in der WM-Quali Dänemark ausschaltete, das in seiner Gruppe der einzige Favorit ist.

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  • Krissi sagt:

    @Jan: Mal den Teufel bloß nicht an die Wand – also ich möchte schon gerne, dass Deutschland zur EM fährt! 😉 Und dass geht nun mal nur auf Kosten der Schweiz oder Spanien…:-)

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  • Sheldon sagt:

    Naja, ich sehe Spanien im Vorteil. Deutschland ist bei der bisherigen Leistung der Teams Spanien und Schweiz ganz klar durch, die einzige Spielerin, die bisher erhöhtes Niveau gezeigt hat, war Bachmann, aber ne One-Women-Show reicht nunmal nicht.

    So wie sich die Schweiz gegen Deutschland präsentiert hat, sehe ich sie nicht bei der EM. Und Spanien hat eine gute Liga, die anderen Vereinen haben aufgeholt und Rayo spielt im Gegensatz zu YBB noch in der CL.

    Daher denke ich, dass Schweiz einfach noch nicht reif für eine EM ist!

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  • Lusankya sagt:

    Sheldon schrieb: „Daher denke ich, dass Schweiz einfach noch nicht reif für eine EM ist!“
    Das finde ich nicht, die letzte WM Quali hat doch gezeigt, dass die Schweiz durchaus zu den besten 12 europäischen Teams zählen kann. Sie hatten eben Pech mit der Auslosung. In den Gruppen 1, 3, 4, 5 und 7 hätten sie bessere Chancen auf die Quali gehabt.

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  • Sheldon sagt:

    Gruppe 1?! Gegen Italien und Russland? Keine Chance!

    Gruppe 3?! Maximal Platz 2 hinter Island, bedeutet Relegation

    Gruppe 4?! Ebenfalls maximal Platz 2 hinter Frankreich, bedeutet Relegation

    Gruppe 7?! Maximal Platz 2 hinter Dänemark -> Relegation

    Das heißt, die Schweiz hätte nur in Gruppe 5 Chancen auf die direkte Qualifikation.
    Im Vergleich gegen die Gruppenzweiten Russland, Niederlande, Spanien und Irland hätte man nur geringfügige Chancen in der jetzigen Verfassung!

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  • Lusankya sagt:

    Keine Chance gegen Russland? Vor welchem Team haben sie denn ihre Gruppe während der WM 2011 Quali gewonnen?

    Keine Chance gegen Island? Das sehe ich anders und Platz 2 ist ja wohl besser als Platz 3 in unserer Gruppe.

    Gruppe 4 und 7 dito, Platz 2 bedeutet ne Chance in der Relegation, Platz 3 nicht. Außerdem ist Dänemark nicht unschlagbar für die Schweiz. Vielleicht erinnerst du dich ja noch wen die Schweiz während der Quali zur WM 2011 in den Play-Offs eliminiert hat.

    Außerdem schrieb ich von „besseren Chancen“ nicht von „automatischer Qualifikation“.

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  • Sheldon sagt:

    Es geht nicht um das Schweizer Team vor 2 oder 3 Jahren, sondern es geht um die Schweiz heute!!

    Und wie ich das sehe, haben Teams wie Dänemark, Russland, Spanien, Island die Schweiz einfach überholt.
    Insbesondere beim Vereinsfußball hat sich in den Ländern zuletzt viel getan, was sich jetzt auf die N11 auswirkt. Dänemark ist seit Einführung der CL immer mit 2 Mannschaften wenigstens im Achtelfinale der CL vertreten gewesen, ähnlich Russland. Und in Spanien gerät auch Vallecano, der viele begeistert hat, durch das neue Ligasystem in Bedrängnis, obwohl sie in der CL sehr gut mithalten.

    Und nach den Leistungen der Schweizerinnen in den letzten Spielen stimmt mich es nicht gerade optimistisch, dass sie auf anderem Niveau mithalten würden.
    Kurz und gut: Schweiz wird weiterhin auf seine erste WM-Teilnahme warten, während Teams wie Irland möglicherweise die erste Qualifikation gelingt!

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  • Lusankya sagt:

    Vereinsmannschaften haben damit aber nicht viel zu tun, nicht umsonst spielt ein Großteil der schweizer Nationalspielerinnen ja im Ausland.

    Es gibt absolut keinen Beleg, dass Russland oder Dänemark die Schweiz seit der WM Quali überholt haben, weil seitdem ja erst ne Handvoll an relevanten Spielen bestritten worden ist.

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  • Sheldon sagt:

    Warte es ab. Dänemark hat sich unglaublich verbessert und eine ganze Reihe an vielversprechenden Talenten.
    Bei Russland verhält sich das ähnlich! Und vor allem überzeugen sie durch Siege. Genau wie Spanien. Und Spanien ist sicherlich nicht besser als Dänemark oder Russland.

    Zudem haben wir da ja noch die Ukraine.

    Und wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten Schweden mit Dänemark in den Playoffs hatte, der WM-3., dann sehe ich das schon als ein Indiz an, dass die Qualität in Dänemark unglaublich hoch ist!

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  • Detlef sagt:

    Ich sehe die Schweizerinnen auch im oberen Mittelfeld Europas!!!
    Wenn sie ihr (reichlich vorhandenes) Potential abrufen können, sind Gegner wie Rußland, Island und Dänemark durchaus schlagbar!!!
    Sogar das schwächelnde Norwegen könnte bezwungen werden!!!

    Aber genau hier ist das Problem, daß die Eidgenössinnen schon länger haben, sie sind einfach nicht konstant in ihren Leistungen!!! 🙁
    Sie sind wie eine Wundertüte, wo man nicht so genau weiß, was einen erwartet!!!

    Noch ist gar nichts verloren für die Siebenthal-Truppe!!!
    Es gibt immer noch ein Rückspiel gegen die Spanierinnen, und (sorry GAGA) mit Marisa im Kasten, hätte Helvetia sicher nicht verloren!!!
    Sie müssen nur ordentlich Gas geben, und wenn dann auch LARA wieder mit dabei ist, klappts auch mit dem Tore schießen!!! 😉

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  • labrys sagt:

    ach sheldon, in Fragen zum schweizer FF werde ich ab jetzt dich als Quelle nutzen, du bist so ein profi, unglaublich -.- Lebe weiter mit deinen Statistiken….ich schaue lieber Fussball, denn da können auch Underdogs was reissen. Die Schweiz spielt sehr guten FF, die halbe Nationalmannschaft spielt im Ausland und hat dort auch eine wichtige Funktion in deren Teams. Man kann Nationalmannschaften nicht mit den Vereinen vergleichen…. nicht in der Schweiz, da die meisten im Ausland spielen. Klar ist YB (lass bitte das zweite „B“ weg) nicht mehr in der CL, aber es spielt ja auch nur Wälti von YB in der Natio…. Und auch in den CL Mannschaften die du erwähnt hast, spielen Spielerinnen aus dem Ausland…also eigentlich ist deine Aussage nicht logisch….aber eben, es sind ja statistiken

    Gegen SPanien fehlte halt hinten Marisa, dazu die übersich einer Lara und auch das Abwehrbollwerk Beney. Der Elfer war aus meiner sicht schlau gemacht, doch kein wirklicher elfer. und bei allen gegentoren sehen beide Torhüterinnen sehr, sehr schlecht aus. eja, ein Punkt oder gar 3 wären für die schweiz drin gewesen….

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  • Sheldon sagt:

    @labrys: Ich sehe ein, dass Brunner hinten im Tor gefehlt hat und dass mit ihr das Spiel hätte gewonnen werden können.

    Und ich sage auch nicht, dass die Schweiz kein Potential hat, im Gegenteil: Offensiv könnten sie mit Crno, Bachmann, Meyer, Bürki, Dickenmann etc. eine der besten Sturmreihen überhaupt haben.
    Nur defensiv, da ist die Mannschaft ein ums andere Mal ein 100%-iger Totalausfall. Die 4 Gegentore gegen Deutschland waren noch sehr gnädig von unseren Mädels, früher hätten die da 10 draus gemacht, 3 Gegentore gegen Spanien, ein Gegentor gegen Rumänien, das spricht eine deutliche Sprache.
    „Kick&Rush“ mag bei den Juniorinnen vielleicht noch reichen, bei den Großen brauchst du taktisches Verständnis, Übersicht und eine zweikampfstarke und schnelle Abwehrreihe.
    Doch die Schweiz hat weder die physischen Fähigkeiten noch eine Trainerin, die fähig ist, eine vernünftige Mannschaft zu formen! Die Mannschaftsteile stehen viel zu weit auseinander, Dickenmann hängt da im Mittelfeld arg in der Luft, bei nem gegnerischen Konter rückt die Abwehr zu langsam auf, die Abseitsfalle klappte gegen Deutschland nicht einmal und in der Rückwärtsbewegung wird jede Spielerin sogar noch von einer Linda Bresonik im Joggingtempo abgehängt, die nun wirklich nicht als Flügelflitzerin bekannt ist!

    Klar, Potential hat die Schweiz, aber das musst du auch abrufen können als Mannschaft! Und das scheint die Schweiz zur Zeit nicht zu können!

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  • freiburger sagt:

    In der Tat Sheldon , evtl. ist wirklich der Staff das Problem.
    Es fehlt nicht viel und die Schweiz gehört zu den 12 besten Teams in Europa.

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