Hasret Kayikci: „Verstecken uns vor keinem Gegner“

Von am 23. September 2011 – 8.21 Uhr 11 Kommentare

Der morgige Samstag wird für Hasret Kayikci kein Tag wie jeder andere. Denn dann geht es für die Stürmerin des SC Freiburg am vierten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gegen ihren Ex-Verein FCR 2001 Duisburg. Im Gespräch mit Womensoccer verrät die 19-Jährige, warum sie sich auf das Duell freut, aber nicht in Ehrfurcht erstarrt.

„Klar ist das ein besonderes Spiel für mich und ich bin vielleicht noch etwas motivierter als in den anderen Spielen“, so Kayikci voller Vorfreude.


Bleibende Kontakte
Die Erinnerung an die drei Jahre in Duisburg, in denen sie unter anderem als 16-Jährige ihr Bundesligadebüt feierte, ist noch frisch. „Ich habe dort vieles gelernt und ich habe zu den Spielerinnen noch sehr guten Kontakt, mit einigen bin ich sehr gut befreundet. Ich habe mich mit allen super verstanden, das ist immer noch so.“ Ob Femke Maes, Christina Bellinghoven oder Simone Laudehr – der Kontakt ist bis heute nicht abgerissen.

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Teuer verkaufen
Doch wenn am Samstag um 14 Uhr im Möslestadion der Anpfiff ertönen wird, dann wird für 90 Minuten alle Freundschaft vergessen sein. „Wir werden wieder versuchen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen, auch wenn es ein hartes Spiel für uns wird, in dem man auch das nötige Glück braucht, das hoffentlich am Samstag auf unserer Seite ist.“

Hasret Kayikci

Hasret Kayikci in Aktion für den SC Freiburg © Frank Scheuring

Schwere Zeit
Nach dem Kreuzbandriss bei der U19-Europameisterschaft 2010 in Mazedonien durchlebte Kayikci eine schwierige Zeit, der Weg zurück war beschwerlich. „Es ist nach einem Kreuzbandriss natürlich nicht leicht, wieder Spielerfahrung zu sammeln, wenn man Spielerinnen wie Inka Grings oder Alex Popp im Sturm hat.“ Doch Kayikci wollte unbedingt wieder spielen, und so kam das Angebot aus Freiburg gerade recht.

Nächster Halt Freiburg
„Der sportliche Aspekt war hauptsächlich, die Nähe zur Heimat hat bei der Entscheidung keine große Rolle gespielt. Ich dachte mir, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen und zu einer anderen Mannschaft zu gehen.  Ich war ja mit der Schule fertig und wollte etwas anderes ausprobieren und das Angebot aus Freiburg hat rundum gepasst.“ Und so hat sich der Wechsel in den Südwesten bereits jetzt als goldrichtig erwiesen.

Gelungener Saisonstart
Nach dem 2:2 in Bad Neuenahr landete das Team beim 3:1 gegen den FC Bayern München gleich im ersten Heimspiel einen Überraschungssieg, beim Meister 1. FFC Turbine Potsdam ernteten die Spielerinnen trotz der 0:2-Niederlage viel Lob. „Wir freuen uns natürlich, dass uns der Saisonauftakt so gut gelungen ist. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben, aber dass wir Bayern schlagen und vier Punkte aus den ersten drei Spielen holen, hätte keiner erwartet.“ Und so strotzt das Team aus dem Breisgau vor Selbstvertrauen.

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Hasret Kayikci

Hasret Kayikci freut sich auf das Duell mit ihrem Ex-Verein © SC Freiburg

Voller Selbstvertrauen
„Wir werden auch gegen Duisburg mit breiter Brust auftreten. Egal ob Potsdam, Leipzig oder Duisburg – wir verstecken uns vor keinem Gegner.“ Oberstes Saisonziel ist trotz des guten Starts aber vor allem erst einmal, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. „Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen hier und da für eine Überraschung sorgen, dann werden wir sehen, was am Ende rausspringt.“ Doch nicht nur im Verein läuft es für die türkischstämmige Spielerin gut.

Lehrgang mit der U23
Unter der Woche weilte sie beim Lehrgang der U23-Nationalmannschaft in Teistungen. „Ich habe mich gefreut, dass ich eingeladen wurde und man mich nicht vergessen hat. Im November gibt es einen weiteren Lehrgang und ich hoffe, dass ich dann auch wieder eingeladen werde.“ Doch bis dahin gilt die Konzentration voll dem SC Freiburg und der Verbesserung der eigenen Leistung.

Athletik verbessern
Denn vor allem im athletischen Bereich hat sie bei sich Defizite ausgemacht. „Da muss ich auf jeden Fall noch einiges tun. Dienstag- und Donnerstagvormittag mache ich zusätzliches Kraft- und Athletiktraining, manchmal im Kraftraum oder auf dem Platz mit Gewichtsmanschetten.“

Voller Motivation
An Motivation mangelt es der gebürtigen Heidelbergerin jedenfalls nicht. „Ich war sowieso schon topmotiviert, weil ich wusste, dass am Samstag Duisburg kommt, dann noch die Einladung zur U23, das hat mir noch mehr Motivation gegeben. Ich freue mich jetzt schon aufs Wochenende!“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • laasee sagt:

    U23 want Hasret but FCR did not? That is a strange logic.

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  • Sheldon sagt:

    Hä??? Duisburg hätte Kayikci gerne gehalten, der Schritt nach Freiburg zu gehen, kam von ihr persönlich, da ihr Vertrag auslief.
    Und wie sie ja richtig beschreibt, hat sie bei Duisburg keine Perspektive mehr gesehen, weil Grings und Popp, aber auch Islacker ihr vor der Nase saßen.

    Ein weiteres Indiz dafür, dass Grings Gift für die Nachwuchsarbeit im Sturm war.

    Viel war leider in den letzten Jahren nicht mehr von ihr zu sehen, daher hoffe ich, dass sie bei Freiburg genügend Spielpraxis bekommt und auch erfolgreich ist.
    Und vielleicht kommt sie ja eines Tages nach Duisburg zurück, jetzt, wo das Kapitel Grings beendet ist und eine Position freigeworden ist.

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  • waiiy sagt:

    Ich bin gespannt, wie Turbine Potsdam die erste große Bewährungsprobe in Wolfsburg meistern wird. Jetzt ist auch der Augenblick da, da Wolfsburg endlich zeigen darf, inwieweit sie an die großen Drei heranrücken konnten. Immerhin haben sie ja letzte Saison gute Erfahrungen mit Potsdam im eigenen Stadion gemacht…

    Ich freue mich, dass es online übertragen wird. 🙂

    Mein Tipp: 1:3 (alle Tore schießen Potsdamerinnen: Anonma, Nagasato, Hanebeck und Keßler 😉 )

    waiiy

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  • laasee sagt:

    „Ein weiteres Indiz dafür, dass Grings Gift für die Nachwuchsarbeit im Sturm war.“

    Your love for Inka is never ending.

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Ich tippe eher auf ein 4:0 und frage mich, wer überhaupt in Deutschland an der Turbine-Abwehr noch vorbeikommen soll in dieser Saison: Allein 7 der 17 Gegentore im letzten Jahr sind von Spielerinnen erzielt worden, die mittlerweile entweder selbst bei Potsdam spielen oder nicht mehr in der Liga aktiv sind. Dazu hat die Abwehr sind noch einmal qualitativ verstärkt.
    Ich würde mich nicht wundern, wenn es in dieser Saison einen neuen Rekord in der Rubrik geben würde, selbst die „0“ nach 22 Spieltagen ist durchaus denkbar!

    @laasee: Sind denn die Fakten falsch?

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  • laasee sagt:

    @Sheldon

    You do not debate on facts.

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  • Sheldon sagt:

    Dann dürfte es dir doch ein Leichtes sein, sie zu widerlegen^^

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  • waiiy sagt:

    Wenn Tipps immer nach Fakten gehen würden, würde es keine Sportwetten mehr geben… 🙂

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    Geht nicht darum, waiiy 😉 Eher um das altbekannte Thema^^

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  • laasee sagt:

    Some people live in a parallel universe.

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  • Sheldon sagt:

    @laasee: Die dürftest du ja dann persönlich kennen 😀

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