EM-Quali: Die Schweiz müht sich zum Sieg

Von am 21. September 2011 – 23.34 Uhr 29 Kommentare

In den Mittwochspielen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 haben einige der am Wochenende ins Straucheln geratenen Teams zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Die Isländerinnen haben jedoch wertvolle Punkte eingebüßt, und die Schweiz musste zittern.

Nach der 1:4-Niederlage gegen Deutschland konnten sich die Schweizerinnen gegen Rumänien rehabilitieren und siegte auf heimischem Platz mit 4:1 – ein Ergebnis, das deutlicher war als der Spielverlauf.

Schweizerinnen haben Mühe
Die Eidgenössinnen mussten auf Lara Dickenmann verzichten, die sich gestern im Training einen Muskelfaserriss zuzog. Gegen die Rumäninnen war man auf dem Feld zwar optisch überlegen, zeigte sich im Spielaufbau aber zu umständlich und langsam. So ließ der erste Treffer bis zur 43. Minute auf sich warten. Ana Maria Crnogorcevic verwandelte einen Eckball von Martina Moser per Kopf zur Pausenführung. Die hielt unter den Augen der in die Schweiz gewechselten Inka Grings und Sonja Fuss allerdings nur bis zur 54. Minute. Nach einem Torwartfehler von Marisa Brunner, die den Ball am Fuß vertändelte, netzte Cosmina Duşa zum 1:1 ein.

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Ramona Bachmann gelangen zwei wichtige Treffer. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Bachmann rettet den Sieg
Die Schweizerinnen hatten weiter Mühe und zeigten sich erst in den letzten zwanzig Minuten klar überlegen. Nach Vorarbeit der eingewechselten Isabelle Meyer brachte Ramona Bachmann mit einem Schrägschuss (73.) ihr Team auf die Siegerstraße und erhöhte elf Minuten später auf 3:1. Den Schlusspunkt zum 4:1 setzte Crnogorcevic in der 87. Minute.

Gruppe 1: Russland übernimmt Tabellenführung
Mit einem 2:0-Erfolg in Polen ist das russische Team in die EM-Qualifikation gestartet. Damit feierte der neue Trainer Farid Benstiti, der früher Olympique Lyonnais betreute, einen erfolgreichen Einstand, und Russland ist neuer Tabellenführer. Punktgleich auf dem zweiten Rang liegen die Italienerinnen, die am Wochenende mit 1:0 in Bosnien Herzegowina gewannen. Mazedonien und Griechenland haben noch nicht ins Geschehen eingegriffen.

Gruppe 3: Norwegen zurück auf der Siegerstraße
Nach der überraschend deutlichen 1:3-Niederlage gegen Island hat Norwegen zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Der Weltmeister von 1995 gewann in Oslo mit 6:0 gegen Ungarn. Die Treffer erzielten Isabell Herlovsen (2), Ingvild Stensland, Marita Lund, Solfrid Andersen und Gry Tofte Ims.

Im zweiten Spiel der Gruppe kamen die Isländerinnen nicht über ein 0:0 im heimischen Reykjavík gegen Belgien hinaus. Mit sieben Punkten – und einem Spiel mehr als Norwegen – bleibt Island allerdings an der Tabellenspitze. Erst in der Endabrechnung wird sich zeigen, wie schmerzhaft dieses Unentschieden sein wird.

Gruppe 6: Niederlande gelingt Kantersieg gegen Serbien
Nachdem die englische Nationalmannschaft zum Qualifikationsauftakt am Wochenende gegen Serbien nicht über ein 2:2 hinaus gekommen war, gelang den Niederlanden nun ein deutlicher 6:0-Erfolg gegen die Serbinnen. Erfolgreichste Torschützin war Manon Melis, der allein vier Treffer gelangen. Damit haben die Niederländerinnen einen „Big Point“ gegen England im Kampf um den ersten Platz in der Gruppe eingefahren. Die „Three Lions“ stehen morgen gegen Slowenien auf heimischem Platz unter Druck, nicht noch ein weiteres Mal gegen einen vermeintlichen Außenseiter Punkte zu verlieren.

Gruppe 7: Dänemark lässt keine Zweifel aufkommen
Mit einem deutlichen 5:0-Sieg gegen Armenien ist die dänische Nationalmannschaft in die Qualifikation gestartet. Eine weitere Partie fand in der Gruppe nicht statt, aufgrund des besseren Torverhältnisses behalten die Portugiesinnen die Tabellenführung.

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29 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    4:1 der Schweiz – genauso souverän wie Deutschland!
    Schön, dass Bachmann wieder zweimal zugeschlagen hat!

    Ansonsten waren meine Däninnen heute wieder sehr gut, freut mich sehr. Hoffe, sie können ihre Leistung noch steigern!

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  • waiiy sagt:

    Wenn man sich zu einem 4:1 „müht“, dann ist es doch okay. Ich denke, dass man einfach sehen muss, dass auch nominell nicht so starke Teams wissen, wie man zumindest 60 Minuten dagegenhalten kann, wenn man einfach körperlich alles gibt und hochkonzentriert ist. Da hilft dann auf Seiten des Favoriten nur Geduld. Von daher sollte man schon mit dem Spiel zufrieden sein und nicht von „mühen“ sprechen, wenn es einmal nicht von Anfang an gleich mit Treffern losgeht.

    Glückwunsch an die Schweiz!

    waiiy

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  • Markus Juchem sagt:

    @waiiy: Ich denke mal, die Schweiz ist vor allem damit zufrieden, dass man einen „Dreier“ gelandet und am Ende noch ein, zwei Tore nachgelegt hat. Mit der Spielweise werden sie definitiv nicht rundum zufrieden gewesen sein, da man zu umständlich und teilweise zu pomadig agiert hat. Also „mühen“ trifft es schon, deswegen können sie ja mit dem Ergebnis durchauszufrieden sein, denn bei 0:0 und 1:1 gab es durchaus ein paar Szenen, wo das Spiel hätte kippen können.

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  • intersoccer sagt:

    ich fand die Leistung der Schweizerinnen auch nicht souverän, due Rumäninnen waren durchaus gelegentlich gefährlich. Aber natürlich war es ein verdienter Sieg. Trotzdem denke ich, dass sich auch Rumänien verbessert hat.

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  • Sheldon sagt:

    Ich finde hier einfach nur die Betrachtungsweise zum Teil sehr interessant. Da beschreien gleich die Medien nach einem ähnlich entstandenen 4:1 der Deutschen gegen die Schweiz die Auferstehung des Phönix, wo es doch nur die Einzelleistung von Bajramaj und Behringer sowie eine katastrophale Defensive der Schweizerinnen war, die diese Leistung möglich gemacht haben.

    5 Tage später wird dann der Auftritt der Schweizerinnen, die mit einem ähnlichen Spiel ebenfalls 4:1 gewannen, richtigerweise als pomadig hingestellt.

    Frage: Wo ist da die Objektivität? Ist man heute schon medientechnisch so labil, dass man jeden noch so kleinen Fetzen durchschnittlicher Leistung hochjubelt und alles Erdenkliche nur tut, um ein wenig Lob sich von den Lippen zu ringen?
    Ist das nicht ein Armutszeugnis für unsere Medien, die schon so unter dem Pantoffel von Silvia Neid stehen, dass sie nicht mal nur im Ansatz kritisieren, sondern loben, bis sich die Balken biegen? Haben sie nicht die Macht, hier mal konsequent Druck auszuüben, indem sie der N11 aufzeigen, wo ihre Schwächen liegen, indem sie das einfordern, den Spielstil, den man vorher großkotzig versprach?

    Und dabei wird mir immer Subjektivität und Polemik vorgeworfen…

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  • Therese sagt:

    Norwegen – Ungarn 6-0 aber sehr enttauschende Anzahl Zuschauer!

    link:

    Kampfakta:

    NORGE – UNGARN 6-0 (2-0)

    Sted: Nadderud Stadion.
    Tilskuere: 103.
    Dommer: Natalia Avdonchenko – Russland.
    Kort: Ingen.
    Mål: Solfrid Andersen Dahl (23.min). 2-0 Isabell Herlovsen (31.min). 3-0 Isabell Herlovsen (62.min). 4-0 Maritha Skammelsrud Lund (65.min). 5-0 Ingvild Stensland (78.min). 6-0 Gry Tofte Ims (89.min).

    Norges lag (4-2-3-1): Ingrid Hjelmseth – Hedda Strand Garsjord (Kristine Hegland 59.min), Solfrid Andersen Dahle, Maren Mjelde, Marita Skammelsrud Lund – Trine Rønning (Madeleine Giske 20.min), Ingvild Stensland – Emilie Haavi, Lene Mykjåland, Elise Thorsnes (Gry Tofte Ims 80.min) – Isabell Herlovsen

    link: http://j.mp/n6JHY9

    There were 193 spectators (edit: both fotball.no and NTB say it’s 103, probably independent of each other…so I guess that’s right then.). Still absolutely dire; the early kickoff might have been a factor but for heaven’s sake Røa almost get this many. (And indeed a sizeable portion – probably 10-15 % – were Røa-sympathizers.)

    Terrible with the injury on Rønning. She was unsure how it was, but shed didn’t seem to optimistic. Then half of the four in the defence for Stabæk may be out for the important matches in the league and WCL.

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  • Sheldon sagt:

    Wenn wir nicht aufpassen, haben wir in Deutschland bald genauso viele bei N11-Spielen!

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  • berggruen1 sagt:

    @sheldon: Du hast doch den Artikel „Pflichtsieg vor Trauerkulisse“ gelesen (jedenfalls kommentiert)? Dort liest man:
    „…Die wenigen Zuschauer, die ins Stadion gekommen waren, durften sich zumindest über einen Erfolg der deutschen Mannschaft und fünf Treffer freuen, obwohl die Qualität des Spiels bei spätsommerlichen Temperaturen bestenfalls durchschnittlich war.“

    Das „bestenfalls durchschnittlich“ bezog sich bestimmt nicht nur auf die Schweiz!

    Im Artikel DFB-Elf startet mit Sieg liest man:

    „Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in Augsburg mit einem klaren Sieg gegen die Schweiz in die EM-Qualifikation gestartet, ließ aber spielerisch in einer durchschnittlichen Partie gegen harmlose Schweizerinnen zu wünschen übrig.“

    Ähnliche Dinge habe ich auch in anderen Medien gelesen! Da ist Nichts von „Phönix aus der Asche“. Aber offensichtlich bis Du dermaßen auf Krawall gebürstet, dass es nicht anders geht als zu meckern! Abgesehen davon dass doch Du es warst, der den Schweizer FF in die Niederungen der Kreisliga geschrieben hat – auch die NM!

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  • Uwe sagt:

    Ich denke, man kann ws nun wirklich keinen Vorwurf machen, die Leistung gegen die Schweiz hochgejubelt zu haben.
    Was mir allerdings in der Fussball-Fernseh-Berichterstattung allgemein immer wieder auffällt, ist in der Tat ein Übermass an Lobhudelei und fehlendem Mut zur Kritik. Insbesondere die Interviews mit Trainern, besonders nach Länderspielen, sind „glattgebügelt“. Keine kritischen Spielanalysen, sondern nur ganz dezent angehaucht pseudo-kritische Fragen. Der einzige, der es sich im MF mal erlauben konnte, offen Kritik zu formulieren war G. Netzer. Dagegen ist Nia Künzer als Co-Moderatorin zwar nett anzusehen, aber viel zu brav. Auch bei Silke Rottenberg kam während der WM nur verbales Kopfnicken. Ich sehe diese Tendenz aber sowohl im MF als auch im FF. Vielleicht gibt es ja seit der famosen Völler/Waldi-Show anno 2003 ein Agreement mit dem DFB nur nicht zu kritisch zu sein.

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  • Andreas sagt:

    Die Berichterstattung in der ARD war tatsächlich grenzwertig, bzw. eigentlich schon jenseits davon. In dem Interview mit SN habe ich das Spiel tatsächlich kaum wieder erkannt. Die haben 10 Minuten gelobt wie toll Bajramaj gespielt hat und alles negative unter den Tisch fallen lassen. Selbst als das Gegentor kam, wurde nicht richtig nachgebohrt. Dabei waren insbes. die Leistungen von Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Bianca Schmidt echt unterirdisch. Bianca Schmidt hat glaube ich einen neuen Fehlpassrekord aufgestellt und die beiden anderen wussten nie was sie mit dem Ball anfangen sollten. Aber da hat niemand kritisch nachgefragt, echt unfassbar.

    Einzig interessant fand ich das Interview mit Simone Laudehr. Die hat sich nach der Frage zur weiteren Zusammenarbeit mit SN und deren Fehlern meinem Eindruck nach total gewunden, hat sich dann aber schließlich zu einem Statement durchgerungen, dass es jetzt mal gut sein müsse mit der WM-Kritik. Das wirkte auf mich total so, als ob sie lieber was anderes gesagt hätte.

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  • Sheldon sagt:

    Habe ich irgendwo WS erwähnt? Ich denke: Nein! Mein Beitrag war in der Tat ein Wink Richtung Hauptmedien ARD/ZDF, wo selbst Nia Künzer mittlerweile im DFB-Netz gefangen ist.

    Das, was meine zwei Vorredner gesagt haben, stimmt voll und ganz! Auch ich fande die Passage mit Laudehr sehr gut. Es ist eindeutig, was auch innerhalb der Mannschaft, auch im Mannschaftskern gedacht wird. Nur mit Simone hast du zu diesem Thema eine, die das auch mit ihrer Körperhaltung andeutet. Die anderen überspielen das in dem Wissen, sobald sie etwas sagen, sind sie raus.

    Man kann den Spielerinnen nicht zumuten, sich gegen Neid zu stellen, obwohl das mal ein Zeichen wäre!

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  • labrys sagt:

    Das Spiel von Irland-Frankreich wird heute um 2045 auf direct 8 live übertragen

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  • Sheldon sagt:

    @berggruen: Was soll man denn anderes tun als Meckern? Ich glaube, hier haben es viele noch nicht verstanden, aber wenn es im FF so weiter geht, dann befindet der sich innerhalb von 1, 2 Jahren wieder auf dem Stand von 1989.
    Es wird so ziemlich dieselbe Mannschaft wie 2011 sein, die ja schon gezeigt hat, dass sie versagen. Ebenso die Trainerin.
    Man wird sich ihrer schämen, der N11 sowie Silvia Neid.

    Die WM hat genau das Gegenteil von dem gebracht, was sie erreichen wollte. Die Stadien werden wieder leerer und Tristes kehrt ein.
    Und langsam, aber sicher verschwindet Frauenfußball wieder im Untergrund, weil niemand die Chance der WM genutzt hat!

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  • labrys sagt:

    http://j.mp/r0daKh
    Frankreich spiel live

    http://j.mp/hmxohX
    Englandspiel live, momentan 2:0

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  • Andreas sagt:

    @sheldon: Ich hoffe nicht, dass Du recht hast. Mein erstes Frauen Spiel war z.B. tatsächlich das Eröffnungsspiel der WM. Und trotz des Ausscheidens hat es mir so gut gefallen, dass ich weiter mit großem Interesse am Ball bleibe. Ein paar mehr, denen es ähnlich geht wie mir, wird es ja vielleicht noch geben. Zweifelsohne ist dafür natürlich wichtig, dass die N11 bald wieder in die Erfolgsspur zurückfindet, denn sie ist nunmal das Aushängeschild, worüber das Interesse für den FF gesteigert werden kann.

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  • intersoccer sagt:

    @ Andreas: Muss dir da beipflichten. Es gibt hier nicht nur User, die alles im schlechten Licht sehen. Ich habe genauso großes Interesse an der Nationalmannschaft, wie vor der WM. Selbst wenn einem die eine oder andere Person nicht gefällt, muss man damit ja nicht gleich allen Nationalspielerinnen die Missachtung aussprechen. Und wenn man (aus welchem Grund auch immer) kein Interesse daran hat, muss man die Spiele ja nicht verfolgen. Manche erwecken ja fast den Eindruck, sie würden dazu gezwungen.
    Kurz: Ich freue mich auf die restlichen Quali-Spiele.

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  • waiiy sagt:

    @Andreas u. intersoccer:

    Man muss einfach immer mal wieder sehen, dass die Entwicklung des Frauenfußballs vor 40 Jahren begonnen hat und es einfach mit anderen Sportarten vergleichen, die diese Zeit hinter sich haben. Da kann man mit der Entwicklung schon sehr zufrieden sein. Außerdem ist es eine weltweite Entwicklung, bei der Deutschland vielleicht mal eine Delle haben kann, sich aber nicht von der Entwicklung der anderen Länder abkapseln wird. Jetzt wird es also in Japan und Asien einen Boom geben. Da werden mehr Spielerinnen aus der Region in die Ligen kommen, wo besser bezahlt wird bzw. wo es besseren Wettbewerb gibt. Davon werden dann diese Ligen wieder profitieren.

    Ich denke schon, dass man sich immer bemühen sollte, oben dabei zu sein und alles dafür tun sollte. Aber es ist auch kein Weltuntergang, wenn es eine Zeitlang nicht so ist.

    Die Vergleiche mit dem Männerfußball sind natürlich zulässig, aber sollten dann auch in der Relation gesehen werden. Ich denke, da steht der Frauenfußball für sein junges Alter schon ganz gut da. Aber man sollte diese Entwicklung auch nicht bremsen und die Frauen in einem beschaulichen Amateur-Dasein fristen lassen wollen.

    waiiy

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  • intersoccer sagt:

    Volle Zustimmung waiiy.
    Ich kann nur manche User hier nicht verstehen, die eine regelrechte Antipathie zu allem, was mit Nationalmannschaften zu tun hat, entwickelt haben und gar nicht mehr differenzieren. Zu einem Artikel hier hat jemand geschrieben, er habe gejubelt, als die Schweiz das Tor geschossen hat und habe gehofft, dass Deutschland verliert. Solche Äußerungen kann ich nicht nachvollziehen. Damit stopft man alle Beteiligten in einen Topf und verweigert jeder einzelnen Spielerin im Kader den Respekt für ihre Leistung.
    Als nächster Prüfstein kann sicher das Testspiel gegen Schweden gelten. Warte das doch mal ab, Sheldon. Man hat den Eindruck, die Mannschaft könnte jedes Spiel bis zur EM gewinnen und trotzdem malst du alles schwarz.

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy, intersoccer und Andreas:

    Es geht nicht um die Erfolge der N11. Die sind da. Es geht hier um viel mehr. Es geht hier um den Charakter einer ganzen Sportart. Wollen wir diesen ganzen Sport der Alleinherrschaft von ein oder zwei Personen überlassen?
    Es geht hier um die gesunde Entwicklung eines Sports und der Frauenfußball kann langfristig nur so überleben. Wie sieht es denn mit dem Fußball in den südamerikanischen Ländern aus, die in der Anfangszeit, den 30ern den Sport dominiert haben?
    Klar, die Erfolge sind da, aber was ist dort mit der Vereinskultur? Dort wandern alle Spieler ab, Uruguay, Argentinien oder Brasilien gleichermaßen.
    Fußball ist dort nur da zum Geldmachen. Wollen wir wirklich, dass in 20 Jahren die Top 50 oder Top 100 unserer Spielerinnen im Ausland ihr Geld verdienen?

    Ich will das nicht! Mir geht es dabei um mehr.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • intersoccer sagt:

    @ Sheldon:
    „Klar, die Erfolge sind da, aber was ist dort mit der Vereinskultur? Dort wandern alle Spieler ab, Uruguay, Argentinien oder Brasilien gleichermaßen.“

    Die Spieler wandern doch nicht wegen der Vereinskultur aus diesen Ländern ab. Es mangelt dort einfach an Wirtschaftskraft, somit an Sponsorengeldern und zum Schluß sind eben dadurch einfach die Gehälter in Europa um ein vielfaches höher.

    „Wollen wir diesen ganzen Sport der Alleinherrschaft von ein oder zwei Personen überlassen?“

    Ich verstehe nicht, was du damit meinst.

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  • laasee sagt:

    The problem is simple – FF will not make real progress while under the control of MF.
    The solution is simple – FF has to create its own identity, structures, organisations etc.

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  • Sheldon sagt:

    Ja, genau, es mangelt dort an einer funktionierenden Liga. Da geht es nicht nur um Wirtschaftsfragen, jemand, der in Argentinien oder Brasilien spielt, wird einfach nicht derartig wahrgenommen, diese Ligen haben kein Prestige.

    Weiß einer, wer die Copa Libertadores gewonnen hat, welche einzelnen Spieler? Bei der CL wissen das alle weltweit.

    Doch genau diese Entwicklung wird gerade massiv geschädigt. Der Schwerpunkt der medialen Wahrnehmung wird, wenn wir nicht aufpassen, ganz schnell nach Japan oder USA rücken, Spiele in diesen Ligen werden bald attraktiver werden als Spiele der eigenen Ligen. Ähnlich wie bei der NHL oder der NBA.

    Und dann kommen wir auch schon zu unseren zwei bis drei Personen, nämlich Neid, Zwanziger und vielleicht noch Fitschen oder Jones. Diese Personen bestimmen über wohl und wehe der Wahrnehmung des deutschen Frauenfußballs. Das darf nicht sein! Gerade jetzt sehen wir die katastrophalen Auswirkungen davon.
    Wären vorher die Vereine medial gestärkt worden, hätte man den Fokus vor der WM auf den gesamtdeutschen Frauenfußball gelenkt, so hätte man selbst in der Gruppenphase punkt- und torlos ausscheiden können und die langfristige Begeisterung der Zuschauer wäre deutlich leichter gefallen als jetzt.

    Man kann es doch nicht hinnehmen, dass mit einem solchen Kurs der Frauenfußball nur punktuell wahrgenommen wird wie beispielsweise Hockey, immer wenn mal ein Länderspiel stattfindet, man muss doch dafür sorgen, dass gerade so etwas nicht passiert!
    Denn dann wird man nur solange Zuschauer haben, wie der Erfolg stimmt und wird in zehn Jahren wieder zweimal die WM gewinnen müssen, um auf dem Stand der Wahrnehmung von heute zu sein!

    Jetzt ist es doch einmal an der Zeit, Klartext zu reden, auch wenn es wehtut, auch wenn dabei vielleicht Unschuldige getroffen werden.
    Diese Schönrednerei, die hier immer stattfindet, dieses bedingungslose Konsumieren der immergleichen populistischen Floskeln, das führt zu nix.

    Wenn man echter Fan ist, dann wird man nicht einfach nur dabei sitzen und zusehen, wie die Nationalmannschaft zugrunde geht, sondern dann versucht man einerseits wirklich absolut alles zu tun, was in der persönlichen Macht steht, um Frauenfußball medientechnisch aufgewertet wird, aber man muss dann auch die anderen verpflichten.
    Und im Moment sehe ich in der FF-Abteilung beim DFB nicht eine einzige Person, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und die weiß, dass auch das Amt einer Nationaltrainerin beispielsweise Arbeit, echte Knochenarbeit verlangt!
    Das wird man doch mal fordern dürfen, dass die Herren und Damen ihren Job richtig ausführen!

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  • karl sagt:

    @sheldon: Du schreibst ‚Weiß einer, wer die Copa Libertadores gewonnen hat, welche einzelnen Spieler? Bei der CL wissen das alle weltweit. ‚ .
    Also ich hab weder ne Ahnung wer die CL gewonnen hat und wie die Spieler heissen weis ich schon garnicht, und die Copa Libertadores auch nicht. Ich interresiere mich nicht besonders fuer Maennerfussball (ausser bei welt und europameisterschaften) und fuer Vereinsfussball schon garnicht. Beim Frauenfussball ist das etwas anders , aber auch hier finde ich vorwiegend die Nationalmannschaft interresant , no matter what ( ob sie nun Weltmeister werden oder im Viertelfinale rausfliegen) . Natuerlich hab ich da auch schon meine Lieblingsmannschaften (USA Deutschland Frankreich England Schottland Norwegen(haengt ein bisschen mit meinen Arbeitsorten zusammen)) und Mannschaften die ich nicht so mag , wie etwa Brasilien. Aber seit einiger Zeit verfolge ich schon auch den Vereins FF und weis sogar wer da der letzte CL Sieger war und ich koennt da auch ein paar Spielerinnen benennen, sogar von der Mannschaft die das Finale verlorn hat, aber nochmal – ich kenn keinen einzigen Verein oder Spieler vom Maenner CL Finale, das kann ich beschwoeren.

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  • Sheldon sagt:

    @karl: Ich meine ja auch den normalen Männerfußballfan.

    Ich habe den Männerfußball mit dem Frauenfußball verglichen. Ist klar, dass das auch Leute wie dich nicht zutrifft, dennoch würde ich zu 100% wetten (solltest du nicht ganz hinterm Mond sein), dass du Mannschaften wie Barca, Real, ManU, Milan oder Porto kennst und wenigstens die Mannschaft, die letztes Jahr die CL gewonnen hat: Messi, Villa, Iniesta, Xavi etc.

    Doch im FF kennst der durchschnittliche Fan nicht die CL- oder UEFA-Cup-Sieger, er weiß vielleicht noch, dass Potsdam die CL gewonnen hat.

    Doch selbst ich bin jetzt soweit, dass ich, wenn ich es mal irgendwie einrichten kann, per Internet irgendwo lieber Japan oder die japanische Liga im Fernsehen schaue als ein Länderspiel der deutschen Mannschaft im FF. Und sollte es vom DFB kein positives Signal des Respekts und der Anerkennung geben, dann sind sehr viele gute Spielerinnen ganz schnell weg, in Japan, Schweden oder USA.

    Und dann wars das größstenteils mit dem guten deutschen FF!

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  • karl sagt:

    Selbst wenn einige gute Spielerinnen ins Ausland verschwinden werden noch genug hier sein fuer eine Konkurenzfaehige Nationalmannschaft.Und auch wenn gute Spielerinnen nach Japan, schweden oder in die USA gehn koennen die doch trotzdem in der deutschen Nationalmannschaft spielen solange sie die deutsche staatsbuergerschaft behalten.

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  • Sheldon sagt:

    Das schon. Aber sage mir, wieviele Leute interessieren sich hierzulande wirklich für Basketball, wieviel für Eishockey?
    Auch in diesen Sportarten haben wir einige gute Spieler. Doch wirklich interessieren tut man sich beim Basketball nur wegen Überspieler Nowitzki, ansonsten gar nicht.
    Ich sag dir: Wenn Deutschland ein paar Jahre nix mehr gewinnt und danach sieht es aus, werden viele Spielerinnen ins Ausland wechseln und hier in Deutschland wird sich keine Sau mehr für Frauenfußball interessieren!

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  • karl sagt:

    Vom Basketball hab ich keine Ahnung, das war mir immer irgendwie zu langweilig , aber Hockey ist doch ziemlich populaer auch wenn die Deutsche Nationalmannschaft da unter ferner liefen spielt und selten mal uebers Viertelfinale hinauskommt(kommt bei mir gleich nach Frauenfussball). Naja und wenn die N11 ein paar Jahre nix mehr gewinnt isses auch nicht schlimm, was hat Schweden denn schon gross gewonnen und die haben doch wohl auch ne ordentliche Liga. In den letzten Jahren waren wir halt etwas verwoehnt, jetzt gehts wieder zurueck zur Normalitaet.
    Und Vielleicht wars ja nur ein einmaliger Ausrutscher wegen Inka Grings – immer wenn sie dabei ist ist im WM Viertelfinale schluss (1999 und 2011) – bei der naechsten WM wird sie wohl nicht mehr dabei sein , es gibt also Hoffnung 🙂 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Die Eishockey-N11 war nur einmal populär, weil die N11 ne Heim-WM gehabt hat. Damals war AufSchalke und die N11 hat danach ne fantastische WM gespielt.
    Diese WM war schon fast gar nix mehr los oder weiß jemand, wo die Natio dieses Jahr gelandet ist?
    Oder, eine beliebte Fangfrage: Wie heißt der letzte deutsche Stanley Cup-Sieger?

    Weiß kein Schwein, vielleicht 10000 Deutsche überhaupt nur.

    Der Basketball hat sich besser verkauft, da kennt man Nowitzki. Aber frag mal die Leute, wer dieses Jahr Deutscher Meister geworden ist.

    Bei Schweden sieht das anders aus, die haben vielleicht so ne Liga wie mittlerweile Dänemark oder Italien. Im letzten Jahr nicht mal mehr eine Mannschaft im Halbfinale.
    Wollen wir in Deutschland ähnlich enden? Zum Vergleich, der Zuschauerdurchschnitt bei der WM in Schweden 1995 lag bei unterirdischen 4.316, wohl gemerkt, bei einer WM!

    Ich stehe für kontinuierlichen, qualifizierten Vereinsfußball! Oder, wie sagt Schröder so treffend: Kein Ei ohne Henne!
    Wenn es keinen starken Vereinsfußball in Deutschland gibt, dann gibt es auch keinen guten Nachwuchs. Wenn es diesen nicht gibt, gibt es auch keine gute Nationalmannschaft. Gibt es diese nicht, gibt es auch keine Fans mehr! So einfach funktioniert das!

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  • Andreas sagt:

    @sheldon: Ganz richtig mit der Nachwuchsarbeit. Die Vereine müssen da ran. Warum ist die Männer-N11 momentan so erfolgreich, doch nur, weil fast alle großen Vereine mittlerweile eine systematische Nachwuchsarbeit betreiben, so dass ständig herausragende Talente nachkommen. Ich bin da aber auch beim Frauenfussball optimistisch, da immer mehr Mädchen mit dem Fußball spielen beginnen. Deutschland wird m.M.n. seine Spitzenstellung auch in der Zukunft behalten, wenn auch mehr andere Nationen oben mitmischen. Da war 2011 eher ein Betriebsunfall, wenn auch ein ärgerlicher. Talente sind doch genug vorhanden.

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