Die Tops und Flops der Wochen 36 und 37/2011

Von am 20. September 2011 – 9.11 Uhr 32 Kommentare

Eine kleine Insel, eine torhungrige polnische Fußballerin und eine frühere Leichtathletik-Olympiasiegerin stehen diesmal genauso im Fokus wie bittere Punktverluste, eine unattraktive Auslosung und die Verzweiflungsaktion eines kriselnden Vereins.

Tops

Island weiter auf Höhenflug
Dass die isländische Frauenfußball-Nationalmannschaft einen guten Fußball spielen kann, davon konnte man sich bereits bei der EURO 2009 in Finnland und beim diesjährigen Algarve Cup überzeugen. Doch jetzt setzte das Team von Trainer Siggi Eyjólfsson ein echtes Ausrufezeichen. Gegen WM-Teilnehmer Norwegen gab es in der EM-Qualifikation nach einer vor allem in der ersten Halbzeit überzeugenden Vorstellung einen 3:1-Sieg.

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Bajramaj trifft doppelt
Es war noch nicht alles Gold, was glänzt, doch Fatmire Bajramajs engagierte Vorstellung wurde beim 4:1-Sieg gegen die Schweiz am vorigen Samstag mit zwei Treffern belohnt. „Ich bin Nationalspielerin, um Verantwortung zu übernehmen. Die WM war eine der schwersten Niederlagen, ist aber jetzt verkraftet und wir haben neue Ziele.“

Cloppenburg spitze danke Winczo
Nach einem 7:1-Sieg gegen Aufsteiger Mellendorfer TV und somit dem dritten Sieg im dritten Spiel hat der BV Cloppenburg die Tabellenspitze in der 2. Bundesliga Nord übernommen. Die Polin Agnieszka Winczo steuerte gleich vier Treffer (20./35./52./69.) bei und führt mit sieben Treffern die Torschützenliste an.

Tyresö macht Titelkampf spannend
Mit dem furiosen 5:3-Sieg bei Tabellenführer LdB Malmö hat Tyresö FF neuen Schwung in den Titelkampf der schwedischen Damallsvenskan gebraccht. Katrin Schmidt, früher unter anderem in Diensten von Brauweiler, erzielte die beiden entscheidenden Treffer. Tyresö hat nur noch drei Punkte Rückstand auf Malmö, Spannung für den Rest der Saison ist garantiert!

Multitalent Mutola
Im Jahr 2000 holte Leichtathletin Maria Mutola bei den Olympischen Spielen in Sydney über 800 Meter die erste Goldmedaille der Geschichte für ihr Land Mosambik. 2008 beendete die inzwischen 35-Jährige ihre Karriere, doch nun glänzt sie als Kapitänin der Frauenfußball-Nationalmannschaft ihres Landes, wo sie bei den All African Games in Maputo zuletzt eine knappe 0:1-Niederlage gegen Kamerun einstecken musste.

Flops

Schlagwörter:

England patzt in der EM-Quali
So hätte sich England den Start in die Qualifikation für die EURO 2013 wohl nicht vorgestellt. In Serbien ging die Elf von Trainerin Hope Powell schnell mit 2:0 durch Treffer von Rachel Yankey und Sophie Bradley in Führung, doch am Ende gab es lange Gesichter im Lager der Engländerinnen, denn die Partie in Belgrad endete 2:2, Danka Podovac per Freistoß und Vesna Smiljković in der vierten Minuten Nachspielzeit sorgten für Jubel bei den Gastgeberinnen.

Saarbrücken mit zweiter Auswärtspleite
Zwei Niederlagen in drei Spielen – Bundesliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken hätte sich den Saisonstart in die 2. Bundesliga Süd wohl positiver vorgestellt. Nach der Niederlage beim FV Löchgau ging auch das zweite Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach trotz Führung mit 1:2 verloren. „Wir haben schlecht gespielt, konnten nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben“, so Trainer Winfried Klein.

Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj traf zweimal beim Sieg gegen die Schweiz vor fast leeren Rängen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Denkzettel für DFB-Elf
Nur 6 632 Zuschauer in der SGL-Arena von Augsburg – die Öffentlichtkeit hat der DFB-Elf für ihren misslungenen Auftritt bei der Frauenfußball-WM einen Denkzettel verpasst. Denn trotz der ungünstigen Anstoßzeit, Anstich auf dem Münchner Oktoberfest und spätem Ferienende in Bayern – eine fünfstellige Kulisse wäre wohl möglich gewesen. Die, die kamen, konnten sich über einen 4:1-Sieg der DFB-Elf gegen die Schweiz freuen – auch wenn das Spiel einen nicht gerade von den Sitzen riss.

Pokalauslosung auf dem Abstellgleis
In der Halbzeitpause des EM-Qualifikationsspiels in Augsburg fand auch die Auslosung zum Achtelfinale im DFB-Pokal statt. Doch das bekam kaum einer mit. TV-Sender ARD erschien eine Übertragung offenbar nicht lohnenswert, auch Zuschauer und Medienvertreter im Stadion tappten größtenteils im Dunkeln – denn die Lautsprecher-Durchsagen waren nicht zu verstehen, die Bildqualität des Videowürfels bestenfalls durchschnittlich.

Lunchpartner verzweifelt gesucht
Die Verzweiflung beim norwegischen Erstligisten Røa IL muss groß sein – anders ist nicht zu erklären, dass sich die Spielerinnen für ein Mittagessen versteigern ließen, um die maroden Finanzen aufzubessern. Für ein Tête-à-Tête mit Lene Mykjåland zahlte ein Fan 2 000 Euro, neun weitere Spielerinnen spülten  weitere 8 000 Euro in die Vereinskasse. Ob dies die Sorgen des Vereins dauerhaft lösen wird, ist fraglich, seit April werden nur 55 Prozent der Gehälter ausbezahlt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Inwieweit sich Lira Bajramajs Leistung als „Top“ herausstellen wird, zeigt sich erst bei den nächsten Spielen der Nationalmannschaft, wenn sich wieder die Frage stellt, ob man sie da aufstellt, wo sie am wertvollsten ist oder ob man sie wieder auf die Seite schiebt. Außerdem wird diese Leistung erst richtig zum „Top“, wenn dann auch das Zusammenspiel mit der jeweils aufgestellten Stürmerin (Grings oder Popp) besser klappt. Aber das wäre schon mein Wunsch…

    Ein „Flop“ ist für mich auf jeden Fall das deutsche Innverteidiger-Duo Bartusiak und Krahn…

    waiiy

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  • laasee sagt:

    WM x 2, EM x 7, CL x 6………..and now only 6,632 fans at Augsburg?
    There is a big problem!

    FF needs to wake up!!

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  • Sheldon sagt:

    Komplett richtig, der deutsche Frauenfußball braucht endlich mal wieder integere Stars, Stars, mit denen man sich identifizieren kann und die auch ihre Leistungen bringen.

    Das Problem, dass der deutsche Fußball hat, ist genau das, dass solche Spielerinnen abgewürgt werden.

    Spielerinnen wie Odebrecht: […] Sie ist kein aufgehübschtes Püppchen und sie ist kein Muskelpaket. Sie ist zurückhaltend, sorgt nicht für Skandale, geht nicht an die Öffentlichkeit.
    Sie liefert ihre Leistung ab, sie spielt einen sehr feinen, filigranen Fußball, sie besitzt viel Ruhe und den Fuß und das Auge für den speziellen Pass.

    Spielerinnen wie Sarholz: Sie ist das jugendliche Gegenstück zu Odebrecht. Sie sagt ihre Meinung, sie tritt dominant auf. Sie weiß um ihre Stärken, sie hat ein Auge für die Situation auf dem Platz und außerhalb. Sie besitzt eine gute Ausstrahlung und nutzt diese zum Wohle der Mannschaft, nicht aber zu ihrem eigenen Vorteil.
    Sie hat keine Hemmungen, sich auch mit den großen Herrschaften anzulegen, um ihren Verein zu schützen.

    Spielerinnen wie Islacker: Sie ist immer da, wenn man sie braucht, sie hat keine Probleme damit, sich auch mal in die zweite Reihe zu stellen, doch sie schlägt konsequent zu. Noch dazu besitzt sie diese jugendliche, unbekümmerte Ausstrahlung, die gerade junge Mädchen anspricht.

    Solche Spielerinnen brauchen wir! Spielerinnen, die ein Team führen können, Spielerinnen mit Ausstrahlung! Spielerinnen, die die Fähigkeit zum heimlichen Star innerhalb des Teams haben.
    Spielerinnen, die zu einer neuen Kerstin Stegemann, einer neuen Renate Lingor, einer neuen Nia Künzer oder einer neuen Birgit Prinz werden.
    Der Erfolg der N11 ging immer nur über diese Spielerinnen, nie über Akteure wie Laudehr, Bresonik, Grings etc.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Andreas sagt:

    Die geringe Zuschauerresonanz darf man jetzt nicht so überbewerten. Da spielten ja mehrere Faktoren eine Rolle, die ich jetzt nicht im einzelnen wiederholen will, aber zu den Vereinen, die zur gleichen Zeit ein Männerbundesligaspiel hatten, gehörte auch der FC Augsburg, was noch mehr gegen die Ansetzung spricht. Viele werden sich nach dem Hype und dem darauf folgenden Debakel auch einfach gesagt haben. Da gehe ich jetzt nicht hin.

    Das aus meiner Sicht nach wie vor größte Problem ist aber das mediale Desinteresse am Frauenfußball. Das hat sich ja nun ggü. vor der WM kein Stück verbessert. In meiner sehr großen überregionalen Tageszeitung war erst am Samstag der erste kleine Bericht zu dem Länderspiel, und das waren so ungefähr 10 Zeilen am Rand. Vor einem Länderspiel der Männer ist ne 1/2 Woche lang jeden Tag fast eine ganze Seite zu lesen. Und auch nach dem Spiel war am Montag nur ein kleiner Artikel. Da müsste einfach eine größere Bereitschaft da sein, diesen Sport zu fördern.

    Zur Frauen-Bundesliga gab es in dieser Zeitung übrigens noch keinen einzigen Artikel seit es wieder losgegangen ist.

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  • waiiy sagt:

    @Andreas: Ich gehe mit Dir total konform in allen Punkten.

    „was noch mehr gegen die Ansetzung spricht. Viele werden sich nach dem Hype und dem darauf folgenden Debakel auch einfach gesagt haben. Da gehe ich jetzt nicht hin.“

    –> Das sollte dem DFB und dem Trainer-Team zu denken geben, dass das eben direkt durchschlägt, wie man sich vorher präsentiert. Vielleicht war das auch ein Alarmsignal dort. Ich hoffe es.

    „Das aus meiner Sicht nach wie vor größte Problem ist aber das mediale Desinteresse am Frauenfußball […] Da müsste einfach eine größere Bereitschaft da sein, diesen Sport zu fördern.“

    –> Dann muss man sich aber auch gefallen lassen, dass private Geschichten ausgeschlachtet und interne Intrigen ausgewertet bzw. erfunden werden. Mediales Interesse bedingt leider in der heutigen Zeit, dass man reißerische Schlagzeilen haben will (siehe auch die Überschriften bei den Männern). Das ist also ein zweischneidiges Schwert und man sollte nicht scheinheilig denken, dass größeres mediales Interesse von nichts kommt. Ich denke, dass das noch viele Trainer/-innen und Spielerinnen glauben. Das ist in meinen Augen falsch (auch wenn es vielleicht nicht schön ist).

    waiiy

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  • berggruen1 sagt:

    Wie viele der Zuschauer, die in den Jahren zuvor ins Stadion gegangen sind, waren denn wirklich zahlende Zuschauer und wie war das Verhältnis dieses Mal? Vielleicht sind die großartigen Zahlen (von der WM einmal abgesehen) nur gepushte Zahlen, dieses Mal aber realistischere? (Ich halte eingeladene und damit nicht unbedingt freiwillig ins Stadion gehende Schulklassen nur für bedingt geeignet, das Stadion mit FF-Fans zu füllen…)

    @Waiiy: Grundsätzlich ist es natürlich richtig, dass eine Spielerin erst eine „Top-Spielerin“ ist, wenn sie mehr als einmal eine sehr gute Leistung gezeigt hat. Aber für die Top/Flop-Wertung des einen Spiels gehört Frau Bajramaj, nicht nur wegen der Tore, durchaus dorthin;-). Für mich eher erstaunlich, dass zwar Englands Unentschieden, die Niederlage der Schweiz aber nicht zu den Flops gezählt wird.

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  • sodalith7 sagt:

    Flop:
    Mir fehlt nach wie vor ein taktisches, spielerisches Konzept. Für mich sieht es so aus, dass dieses 4-2-3-1 System auf dem Papierzettel steht und dann werden die Spielrinnen da irgendwie zu aufgestellt. Wie man dieses System aber spielen möchte, dass ist für mich nicht erkennbar. Alles sieht sehr nach Zufall aus. Natürlich haben wir in Deutschland ein RIESEN Potential an tollen Spielerinnen, aber Fußball ist nun mal immer noch ein Mannschaftssport.

    Das größte Problem sehe ich in der Defensive. Jedes mal wenn der Ball vor unser Tor kommt, muss man die Luft anhalten und hoffen das da nichts passiert. Von geordnetem Spielaufbau nach vorne ist nichts zu sehen. Der Ball wird einfach nach vorne geschlagen.

    Das Duo Krahn/Bartusiak ist für mich ein absoluter Unsicherheitsfaktor.

    Top:
    Lira hat wirklich ein super Spiel gemacht. Sie war immer in Bewegung, war dadurch anspielbar und hat für Überraschungsmomente gesorgt. Das nicht alles klappt, ist normal. Warum das bei der WM nicht möglich war, bleibt mir ein Rätsel!!!

    Eine Frage: Auf welcher Position spielt Linda Bresonik bei Duisburg?

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  • waiiy sagt:

    @berggruen: Sehe ich auch so, dass sie dahin gehört, zumal sie endlich mal so spielen durfte, wie ich es für sie erhoffe. Alles andere war die Hoffnung, dass sie öfter bei den Tops erscheint, wenn sie denn weiter so spielen dürfte in der Nationalelf. 🙂

    waiiy

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  • Fuxi sagt:

    Zu Agnieszka Winczo muss man allerdings eins einwenden: Ihre sieben Tore setzen sich zusammen aus drei Treffern in Magdeburg (derzeit 10.) und vier gegen Mellendorf (derzeit 12.). Und gerade der MTV mit 0 Punkten und 4:20 Toren aus drei Spielen (wäre ein guter Flop btw. mit 0:8, 3:5 und 1:7) ist für Teams von Platz 7 und besser doch eher Kanonenfutter bisher.

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  • berggruen1 sagt:

    @waiiy: Entschuldigung, da habe ich es falsch verstanden. – Mit der medialen Präsenz ist es wirklich so eine Sache, allerdings gibt es ja auch noch einen „Mittelweg“ wie ihn etwa die Biathleten schon seit Jahren beschreiten. Es gibt auch Infos aus dem Privatleben, aber relativ bedeckt und relativ skandalfrei, das ist offenbar durchaus steuerbar. Nichtsdestotrotz ist etwa eine Magdalena Neuner deutschlandweit bekannt, in den Medien präsent und mit Sponsoren gesegnet. Frauenfußball wird ja (mit relativer Wahrscheinlichkeit) niemals den gleichen Status wie der Männerfußball erhalten (sondern eher in die Kategorie „Wintersport“ fallen, was Präsenz und Fans im Verhältnis zu MF betrifft), so dass man etwas mehr Einfluß darauf haben kann, was denn an Privatem gezeigt wird. Allerdings sollten dennoch, schon aufgrund ihres Informationsauftrags, Tageszeitungen die Tabellen und wenigsten Kurznachrichten zum FF enthalten; wenn ich daran denke, dass ich sogar zu Faustball und anderen kuriosen Sportarten (die ich jetzt nicht im Gegenzug diskriminieren will) und sogar zu Pseudosportarten Nachrichten und Tabellen finde. Bei diesen Sportarten kennt man weder die Menschen, die sie betreiben, noch deren Privatleben…

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  • waiiy sagt:

    @berggruen:

    Ja, mit der Einschätzung liegst Du sicher richtig, wobei Magdalena Neuner von den Leistungen her sicher über allem steht und auch sie hat ja einiges von sich preisgegeben. Zur Erinnerung (Quelle: bild.de): http://j.mp/qJY1Dl

    waiiy

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  • Ulf sagt:

    Neuner kann man natürlich auch besser verkaufen, da sie ja nachweislich einen Freund hat im Gegensatz zu vielen Fußballspielerinnen, mal abgesehen von einer m.E. aparten Erscheinung und den großen Erfolgen. Dabei ist sie erst 24.

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  • Ulf sagt:

    Ist wohl eher kein Top oder Flop (aber wohin damit ?), und dann mal wieder über den Tellerrand hinaus, letztlich wohl nur für Duisburg-Interessierte, selbst wenn der Inka-Imam wieder reflexartig zeter und mordio schreien wird:
    http://j.mp/poXvZj

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  • laasee sagt:

    @Ulf

    The problems created at FCR have been solely because of incompetence and bad management.
    That is a fact!

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  • Ulf sagt:

    Sorry, aber die Inkompetenz liegt bei Ihnen. Sie sehen nicht die Spiele des FCR, Sie sind dort kein Mitglied, Sie kennen keine Hintergründe zur Entlassung von MVT, Sie kennen keine Hintergründe zum Abschied und zur Person Inka Grings (Sie hat als Arbeitnehmerin einen bestehenden Arbeitsvertrag gekündigt). Sie kennen nicht die wirtschaftlichen Verhältnisse im Verein. Sie haben nur die ewig gleichen Schlagworte,Phrasen,running gags. Machen Sie meinetwegen mal Urlaub in der Schweiz, aber lassen Sie Duisburg links liegen.

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  • Sheldon sagt:

    @Ulf, waiiy und berggruen:

    Die Funktionäre im Biathlon waren immer sehr schlau hier in Deutschland. Sie haben sich nichts aus Geld und medialer Aufmerksamkeit gemacht. Diese kam einfach mit den Erfolgen. Sie haben die mediale Aufmerksamkeit eher gemieden und ihre Sportlerinnen und Sportler geschützt.
    Hier stand immer die Leistung und der Respekt vor dem anderen im Vordergrund. Selbst überführte Doper wurden nicht durch die Biathletengemeinschaft zerrissen.

    Allerdings hat Biathlon auch mehrere Vorteile: Sie brauchen das Geld nicht. Sie sind fast alle bei der Bundeswehr angestellt und bekommen dort ein gutes Gehalt. Es ist nur ein Zubrot, eine Art Hobby.
    Zweitens ist Biathlon ein Einzelsport. Dadurch ist jeder selbst für sich verantwortlich. Auch in Sachen Vermarktung. Am Beispiel Neuner konnte man sehen, dass Biathlon sogar in Deutschland geschaut wird, wenn nur eine diese Sportart exzellent beherrscht.
    Drittens: Biathlon ist eine regionale Sportart wie alle Wintersportarten. Sie ist nicht so über ganz Deutschland verstreut und daher sind seine Stammanhänger auch sehr zentralisiert auf Bayern und Thüringen.

    Das alles macht Biathlon zu einer medienunabhängigen Sportart, ob es nun Fernsehzuschauer gibt oder nicht, das interessiert dort glaub ich herzlich wenig, da die Stadien immer voll sind und man genug Erfolge feiern kann.

    Der FF hat es da um einiges schwerer, doch hier hilft vielleicht das Modell Potsdam deutlich weiter, die es ja vormachen, wie man den Sport weitestgehend medienunabhängig gestaltet. Dies ist aber verbunden mit der höchsten qualitativen Arbeit. Ein weiter und zäher Weg, bei dem aber auch das Interview, das Ulf unter dem Link gepostet hat, zeigt, wie er zu gehen ist!

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  • Mediator sagt:

    Mal ne Frage
    Die Termine wie Oktoberfest sind ja rechtzeitig bekannt. Wieso legt man dann ein solches Spiel nicht nach Freiburg ? dann wären vielleicht auch noch ein paar Schweizer/innen gekommen ??

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  • bneidror sagt:

    Freiburg als Standort war nicht möglich. Das Wochenende war in diesem Fall für das Heimspiel des SC Freiburg geblockt. Im Rahmenkalender der Bundesliga am Anfang der Saison ist noch nicht ersichtlich ob der tatsächliche Termin Freitag, Samstag oder Sonntag stattfindet.

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  • Ulf sagt:

    Flop ist,daß Neid sagt „die besondere Atmosphäre erleben, die die Heimspiele des FC St. Pauli so einmalig machen“. Ich bin mal so frech, dies in Abrede zu stellen bzw. das zu „entglorifizieren“. Ich wohne in der Straße vom Stadion, habe dort bisher 2 Festivals veranstaltet und plane dort ein Konzert, ich bin 13 Jahre bei den Heimspielen gewesen, wovon ich insg. 2 Spiele verpaßt habe (1x Grippe, 1x Hosen-Konzert in Kiel), aber ich möchte bezweifeln, daß Frau Neid jemals dort war, vielleicht höchstens früher mal Doris Fitschen, die aus meiner ehemaligen Nachbarschaft nicht so weit von Hamburg kommt, und (Anekdote) 6 Jahre beim TuS Westerholz spielte, wo es zwischen den beiden Toren einen Höhenunterschied von 2 Metern gab.Den youtube-link zu Hildegard Knefs „von nun an gings bergab“ spare ich mir.
    Lange Rede, kurzer Sinn: momentan ist das Millerntor-Stadion zur Hälfte umgebaut, hat zur Zeit etwa 11.800 Sitz- und 12.700 Stehplätze. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob bei einem Freundschaftsspiel wie gegen Schweden die Stehplätze auch gesperrt sein werden. 11.800 sitzende Besucher muß ja auch erstmal schaffen.
    Auf 3 Tribünen sind die Stehplätze jeweils unterhalb der Sitzplätze.
    Wenn die Stehplätze gesperrt sein sollten, dann sieht das so richtig schön…[…] aus. Wenigstens ist die TV-Kamera auf der nur mit Sitzplätzen versehenen Haupttribüne gegenüberliegenden Seite plaziert.
    Die bisher umgebaute Süd- und Haupttribüne hat zwar von außen eine aufgeklebte Backsteinfassade, was dann nach einem alten Stadion englischer Machart aussehen soll, aber besagte Tribünen sehen im Stadion selbst mit dem grauen Beton halt auch nur noch aus wie in 1000 anderen neuen reinen Fußballstadien.
    Und zum eigentlichen, zur Atmosphäre bei St.Pauli-Spielen: wie in all den anderen Stadien regieren auch dort mittlerweile die Ultras das Geschehen mit ihrem ewig gleichen monotonen Singsang (da lob´ich mir doch die Fischer-Chöre), was mich an Passagen von Fritz Lang-Filmen erinnert.) Mich trifft man dort nicht mehr an, bei den Fernseh-u.Internetübertragungen ja man ja den Ton abschalten. Ich denke „früher war alles besser“ kommt dem zumindest nahe.
    Ich gehe allerdings davon aus, daß die Ultra-Spacken zu dem Frauenländerspiel sicherlich nicht erscheinen werden, somit ich mich dann dort für ein Spiel hinwagen werde und „die besondere Atmosphäre, die die Heimspiele des FC St.Pauli so einmalig macht“ nicht erleiden muß.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    Zu genau diesem Grund, Michele: Um Ausreden zu haben, wenn das Stadion nicht voll wird!
    Zumal hatte Freiburg am Freitag zuvor ein Heimspiel und das geht nunmal vor. Spielen ja auch den deutlich besseren Fußball!

    Was ist leichter zu erklären? Wenn es tausend Gründe gibt, wieso die Leute nicht kommen oder wenn es nicht einen gibt?

    Man scheint sich im DFB bewusst darüber gewesen zu sein, dass man sich wohl dieses Hintertürchen offen halten muss!

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  • bneidror sagt:

    Die Anforderungen sind bei Freundschaftsspielen genauso rigoros, nur Sitzplätze. Die Stehplätze am Millerntor sind (im neuen Bereich) allerdings zu Sitzplätzen umrüstbar. Die finale mögliche Kapazität ist, mir zumindest, bisher unbekannt.

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  • Jan sagt:

    Mi. 21.9., 21:25 Uhr, EM-Quali Island – Belgien im Livestream auf:

    http://j.mp/rk9NyC

    Wer’s verpasst hat:
    – denselben Link aufrufen
    – rechts im Kalender das Datum anklicken
    – dann unterm Kalender aufs Spiel scrollen u. anklicken

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  • Markus Juchem sagt:

    @Jan: Danke! Live gibt es derzeit auch Polen gegen Russland auf der Website des russischen Fußballverbands:

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  • Timo sagt:

    Hier ist nochmal eine Zusammenfassung der Stobba/Winczo Show.
    Wobei ich eher Marta Stobba als Top der Woche sehen würde als Winczo, da sie immer anspielbar war und die Kilometer aufem Platz nur so runtergelaufen ist.

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  • Timo sagt:

    Mist den Link vergessen also jetzt aber http://j.mp/qc3Kks

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  • intersoccer sagt:

    Danke für den Link Markus! Bin immer froh über jeden Stream-Link 🙂

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  • Ulf sagt:

    @ bneidror
    Bisher kann man am Millerntor nur die 3000 Stehplätze auf der Unterseite der Südtribüne in Sitzplätze umrüsten.

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  • bneidror sagt:

    Ich habe nichts anderes behauptet – zwei Tribünen Sitzplätze (Haupt- und Südtribüne) und zwei Tribünen mit gesperrten Stehplätzen im unteren Bereich und Sitzplätzen im oberen Bereich (Nord- und Gegentribüne). So habe ich das Stadion in Erinnerung. Ganz sicher bin ich mir nicht, korrigieren Sie mich wenn ich falsch liege.

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  • laasee sagt:

    @Ulf

    Stop deluding yourself.

    The „gentlemen“ at FCR sacked MVT because they wanted to go to London and get 200,000 euros.
    FCR did not go to London.
    Did the „gentlemen“ accept any responsibility?……No!!!!
    Did the „gentlemen“ show honour and resign?……No!!!

    Next they force Inka out of the club!!!

    At FCR, females play football but all the officials are male!!!
    Is this the modern world???
    If the „gentlemen“ are such football experts then they should go and manage Schalke 04 or HSV in the mens BL.

    FCR is in a mess because of incompetence and bad management!!!

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  • Sheldon sagt:

    laasee, mach dich doch nicht völlig zum Horst! Duisburg hat in dieser Saison noch nicht EIN Spiel nicht gewonnen und bisher erst ein Gegentor kassiert.

    Welches Argument hast du dagegen vorzubringen?

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  • Ulf sagt:

    Ich habe in meinem langen Berufleben ja schon viel mit vielen Engländern zu tun gehabt (nebenbei,West Ham-Fan Billy Bragg habe ich auch mal mit zum FC St.Pauli genommen), aber nicht mit solch einem… wie hier. Die inflationierte Nutzung von Satzzeichen sagt schon alles.

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  • Sheldon sagt:

    @Ulf: Eindeutig deiner Meinung! Muss immer aufpassen, dass ich dich nicht mit User „uwe“ verwechsle, spätestens bei dem Inhalt deiner Kommentare finde ich mich dann aber schon wieder zurecht^^

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