EM-Qualifikation nimmt Fahrt auf

Von am 14. September 2011 – 13.54 Uhr 10 Kommentare

Island und Weißrussland sind bereits mit Siegen in die Qualifikation zur Frauenfußball-EM 2013 in Schweden gestartet. Heute Abend greift WM-Vierter Frankreich ins Geschehen ein, am Samstag dann auch die DFB-Elf und ein Großteil der anderen Teams. Womensoccer beleuchtet die Ausgangslage.

Die sieben Gruppensieger und der beste Gruppenzweite (es zählen nur die Ergebnisse gegen den Ersten, Dritten, Vierten und Fünften der Gruppe) werden zusammen mit den Gewinnern der drei Play-off-Duelle der restlichen Gruppenzweiten sowie dem automatisch qualifizierten Gastgeber Schweden dann das zwölf Teams umfassende Teilnehmerfeld der Titelkämpfe bilden.

Russland und Polen wollen Italien ärgern
In Gruppe 1 ist Italien favorisiert, das nur knapp in den WM-Playoffs am Weltranglistenersten USA (0:1 und 0:1) scheiterte. Als schärfster Rivale könnte Russland, EURO-Viertelfinalist von 2009, den Italienerinnen gefährlich werden. Doch auch Polen, das nur knapp die WM-Playoffs verpasste, macht sich leise Hoffnungen, zumindest im Kampf um Platz zwei ein Wörtchen mitreden zu können. Für die weiteren Gruppengegner Griechenland, Mazedonien sowie Bosnien und Herzegowina dürfte die EM-Qualifikation unter dem Motto „Erfahrung sammeln“ stehen. Italien startet am Samstag mit einem Auswärtsspiel in Bosnien und Herzegowina, im Duell Polen gegen Russland werden in Racibórz bereits die ersten „Big Points“ vergeben. Griechenland und Mazedonien steigen erst im Oktober in die Qualifikation ein.

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Silvia Neid

Bundestrainerin Silvia Neid will sich mit ihrem Team für die EURO 2013 qualifizieren © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

DFB-Elf klarer Favorit
Gruppe 2 steht ganz im Zeichen der deutschen Nationalelf, die sich mit der Schweiz, Spanien, Türkei, Rumänien und Kasachstan ebenfalls in einer Sechsergruppe auseinandersetzen muss. Trotz der durchwachsenen WM ist die DFB-Elf klarer Favorit, um Platz zwei sollten sich Spanien, das in der WM-Qualifikation nur knapp an England scheiterte, und die Schweiz duellieren. Erst zum zweiten Mal nach dem 12:1 in Istanbul im Februar 1999 wird Deutschland ein Länderspiel gegen die Türkei austragen, im Duell mit den robusten Rumäninnen wird vor allem Zweikampfstärke gefragt sein. An Spanien hat Bundestrainerin Silvia Neid unangenehme Erinnerungen: Bei der U19-EM 2004 in Finnland gab es in der Gruppenphase zwar einen 7:0-Sieg, im Finale unterlag man dann den Spanierinnen unerwartet mit 1:2. Los geht es für die DFB-Elf am Samstag in Augsburg mit einem Heimspiel gegen die Schweiz, Spanien reist in die Türkei, Rumänien tritt in Kasachstan an.

Island oder Norwegen?
In Gruppe 3 ist Island bereits im Mai mit einem 6:0-Sieg gegen Bulgarien erfolgreich gestartet, doch schon am Samstag steht das Heimspiel gegen Norwegen an, das einen ersten Fingerzeig im Kampf um den Gruppensieg liefern könnte, denn diese beiden Teams dürften die Plätze 1 und 2 unter sich ausmachen. Islands Trainer Siggi Eyjólfsson ist vor allem erleichtert, nicht gegen Frankreich oder Deutschland spielen zu müssen. “Gegen Norwegen sahen wir in der Vergangenheit immer ganz gut aus.” Hinter Island und Norwegen dürften sich Belgien und ein verbessertes Team aus Ungarn ein Duell um Platz 3 liefern, während Nordirland und Bulgarien die Gruppe komplettieren und nur Außenseiterchancen haben.

Frankreich und Schottland obenauf
WM-Vierter Frankreich will in Gruppe 4 zeigen, dass die tolle Leistung bei der Frauenfußball-WM in Deutschland keine Eintagsfliege war. Nach dem heutigen Spiel in Israel geht es bereits am kommenden Mittwoch mit einer Partie in der Republik Irland weiter. Neu in den 18er-Kader aufgerückt ist seit der WM einzig Torhüterin Karima Benameur von Rodez Aveyron. Ernsthafte Konkurrenz wird für die Französinnen einzig das Team aus Schottland bilden, das erst im Oktober ebenfalls mit einem Auswärtsspiel in Israel in die EM-Qualifikation einsteigen wird. Weiterer Gruppengegner ist Wales.

Finnland versprüht Optimismus
Namhafteste Teams der Gruppe 5 sind Finnland und die Ukraine, die beide 2009 das EM-Viertelfinale erreichten, seitdem aber nicht mehr an die damalige Leistung anknüpfen konnten. Im September steht nur die Partie Estland gegen Ukraine auf dem Programm, Finnland beginnt Ende Oktober mit einem Heimspiel gegen Estland. „Wir haben eine gute Chance auf den Gruppensieg“, so Finnlands schwedischer Trainer André Jeglertz optimistisch, der in der Ukraine den Hauptkonkurrenten sieht. In der Fünfergruppe sind Weißrussland und die Slowakei die weiteren Gruppengegner.

Offizielles Logo der UEFA Women's EURO

Offizielles Logo der UEFA Women's EURO © UEFA

Neuauflage des EM-Halbfinales
In Gruppe 6 kommt es zum reizvollen Duell zwischen England, EM-Finalist 2009, und den Niederlanden, die beim damaligen Turnier überraschend das Halbfinale erreichten, ehe sie im direkten Duell mit den Engländerinnen den Kürzeren zogen. Beide Teams starten mit Spielen gegen Serbien, die von Teams vom Balkan geprägte Gruppe komplettieren Slowenien und Kroatien. WM-Teilnehmer England ist favorisiert, doch die Niederländerinnen werden im Kampf um den Gruppensieg ein Wörtchen mitreden wollen. Englands Trainerin Hope Powell erklärt: „Wir haben eine gute Ausgangsbasis und müssen auf der WM in Deutschland aufbauen, auch wenn wir dort nicht unsere beste Leistung gezeigt haben, obwohl wir Weltmeister Japan geschlagen haben.“

Dänemark vor lösbarer Aufgabe
Gut meinte es das Los mit Dänemark, das in der Gruppe 7 im Duell mit der Tschechischen Republik, Österreich, Portugal und Armenien die Nase klar vorne haben sollte. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2009 und der etwas unglücklich verpassten Teilnahme an der WM 2011 wollen die Däninnen endlich wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. „Ich freue mich, dass es endlich los geht, wir haben uns gut vorbereitet“, so Dänemarks Trainer Kenneth Heiner-Møller, der allerdings zum Auftakt am 21. September in  Armenien auf die am Knie verletzten Maiken W. Pape und Christina Ørntoft verzichten muss. Österreich startet am Samstag mit einem Heimspiel gegen die Tschechische Republik in den Wettbewerb. Im 18er-Kader von Trainer Dominik Thalhammer stehen sechs Spielerinnen, die in den deutschen Bundesligen aktiv sind: Laura Feiersinger, Nadine Prohaska, Carina Wenninger, Viktoria Schnaderbeck (alle FC Bayern München) sowie Jasmin Eder (BV Cloppenburg) und Marion Gröbner (Herforder SV).

Alle Infos zur EM-Qualifikation

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • labrys sagt:

    Das Spiel zwischen Frankreich und Island wird heute auf direct 8 übertragen, ab 2035….hat jemand einen Livestream?

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  • intersoccer sagt:

    hab gestern leider auch keinen Stream gefunden. Falls jemand einen Tipp hat, wie generell direct 8 auch in Deutschland per Stream zu sehen ist, bitte hier posten!!! 😀 dort wird ja öfters FF übertragen.

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  • Therese sagt:

    @labrys
    Island sollte Israel sein!

    Israel – Frankreich (0-1HZ) 0-5FT
    5’0-1 Franco
    63’0-2 Franco
    71’0-3 Abily
    86’0-4 le Sommer
    87’0-5 Delie

    link: http://j.mp/qNDqki

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  • labrys sagt:

    huch, wieso schrieb ich island? 😀 meinte natürlich israel….

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  • intersoccer sagt:

    hier eine Zusammenfassung von ISR – FRA:
    http://j.mp/p34uzV

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  • Therese sagt:

    Erste Uberrasschung: Serbien – England 2-2FT

    Vielleicht eine zweite Uberrasschung? Island – Nowegen, Island fuhrt nach 45+’3-0!

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  • Frank W. sagt:

    Ein paar interessante Ergebnisse von anderen Quali-Spielen.
    England vergibt eine 2:0-Führung in Serbien und spielt nur 2:2.
    Österreich rettet einen Punkt zu Hause gegen Tschechien mit dem 1:1.
    Island schickt Norwegen mit dem 3:1 in eine Krise.
    Und das „Frauenfußballentwicklungsland“ (laut Aussage von Lufen und Künzer) Spanien gewinnt in der Türkei „nur“ mit 10:1.
    Italien gewinnt nur durch einen Elfmeter mit 1:0 in Bosnien.

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  • Therese sagt:

    Serbien – England 2-2

    link bbc: http://j.mp/ofTr8U

    link the fa:

    aber (noch) kein Bericht in die englische Zeitungen! Keine Interesse?

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  • sodalith7 sagt:

    Was ist denn mit „meinen“ Norwegerinnen los?!
    Alles blöd …

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  • Therese sagt:

    labrys sagt:
    Mittwoch, 14. September 2011 um 18.37 Uhr
    Das Spiel zwischen Frankreich und Island wird heute auf direct 8 übertragen, ab 2035….hat jemand einen Livestream?

    Audience TV : 721 000 téléspectateurs en moyenne pour Israël – France 15/09/2011

    link: http://j.mp/mYFL0r

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