Julia Simic erleidet Kreuzbandriss

Von am 13. September 2011 – 21.37 Uhr 62 Kommentare

Julia Simics Hoffnungen auf ein Debüt in der Nationalmannschaft haben ein jähes Ende erfahren. Die Offensivspielerin des FC Bayern München zog sich am Dienstag in Augsburg beim ersten Training der DFB-Elf vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.

Gewissheit über die Schwere der Verletzung ergab eine Untersuchung in der Hessingpark-Clinic in Augsburg. „Der Befund ist eindeutig. Sie muss davon ausgehen, dass sie mindestens sechs Monate ausfällt“, so Mannschaftsarzt Dr. Bernd Lasarzewski.

Am morgigen Mittwoch soll mittels einer Kernspin-Untersuchung geklärt werden, ob neben der Kreuzbandverletzung weitere Verletzungen vorliegen. Simic, die für die verletzte Dzsenifer Marozsan nachnominiert wurde und zum ersten Mal im Kader der A-Nationalmannschaft stand, will sich schnellstmöglich operieren lassen. Sie gehörte neben Kathrin Längert (FC Bayern München), Svenja Huth (1. FFC Frankfurt) und Luisa Wensing (FCR 2001 Duisburg) zu den vier Neulingen in der A-Nationalmannschaft.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

62 Kommentare »

  • Julee sagt:

    Ohje, da scheint ja irgendwie der Wurm drin zu sein.
    Bleibt nur noch zu hoffen, dass wenigstens jetzt alle gesund bleiben.

    Alles Gute für Julia!

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  • sodalith7 sagt:

    NEIN, das gibt es doch nicht !!!

    Ich wünsche ihr gute Besserung.

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  • Detlef sagt:

    Gute Besserung für Julia!!!

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  • Fabs sagt:

    Kann doch nicht wahr sein…

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  • René sagt:

    Oh Mann… Gute Besserung, Julia!

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  • Jarmusch sagt:

    Ist das bitter! – Sie hat doch so lange auf den ‚Traum‘ Nationalmannschaft hingearbeitet.

    Von mir die allerbesten Genesungswünsche! – Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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  • speedcell sagt:

    Nicht zu fassen…gute besserung !! Endlich wurde sie nominiert und nun das…traurig.

    bald gehen uns die kreativen mittelfeldspielerinnen aus…

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  • laasee sagt:

    Horrible news. It is very sad.
    Best wishes to Julia.

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  • Sheldon sagt:

    Ohweia, das ist sehr traurig 🙁 Julia hätte diese Chance so sehr verdient gehabt und dann das… Das tut mir richtig leid für sie!

    Hoffentlich geht das nicht so weiter bei den jungen Spielerinnen!

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  • Fußballmama sagt:

    Sprachlos………..

    Gute Besserung Julia 🙁

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  • Pit sagt:

    Ich glaube schon,dass es bei vielen jungen Spielerinnen passieren wird. Da wird dem jungen Körper einfach zu viel zugemutet. Viele trainieren schon jahrelang ohne Pause obwohl der Körper durch das junges Alter noch in der Entwicklung steckt.Denn alle ,die in den U Natios spielen,spielen in den Bundesligen und anschließend irgendwelche Natioturniere und gehen dann in die Vorbereitung für die neue Saison. Abi, Ausbildung müssen ganz nebenher auch noch gemacht werden. Das hält kein Körper aus.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Schlimm für das Mädel, generell, aber insbesondere zu dem Zeitpunkt ist eine derart schwerwiegende Verletzung mit langer, langer Pause das denkbar Schlechteste, was einem passieren kann. Meine Gedanken sind bei Julia und ich fühle mit ihr!

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  • ballander sagt:

    ach mann… das ist echt traurig. gerade den neulingen habe ich ein schönes erstes spiel gewünscht. kopf hoch julia und gute besserung!

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  • Sheldon sagt:

    @Pit: Stimme dir da auch zu. Klar, U-Turniere sind etwas Schönes. Doch sie verlängern die Saison für die jungen Spielerinnen einfach unnötig. Sie sind zunächst einmal Angestellte ihres Vereines, ihm sind sie Leistung schuldig.
    Allerdings werden die jungen Spielerinnen von dem Trainerstab des DFB doch deutlich unter Druck gesetzt. Spielerinnen, die meinen, ihrem Verein zu schaden, indem sie zusätzlich nach der langen Saison mit bis zu 37, 38 Vereinsspielen noch U-Turniere spielen, haben nie wieder eine Chance in der Nationalmannschaft (Beispiel Sarholz).
    Das bedeutet, zusätzlich zu dem körperlichen Druck, dieses alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, wird den Spielerinnen auch noch entsetzlicher psychischer Druck gemacht, indem man sie durch Präzedenzfälle wissen lässt: Wer einmal „Nein“ sagt in der N11, egal, in welcher, wird nie wieder eine Chance bekommen.

    Letztlich liegt es vor allem am DFB, dass diese Spielerinnen körperlich ausgebeutet werden und somit zahlreiche schwerwiegende Verletzungen entstehen (Maroszan, Malinowski, Simic, Hegering etc.). Bis jetzt ist noch fast keine, die eine wirklich wichtige Rolle in einer der U-Natios gespielt hat, von schweren Verletzungen verschont geblieben!

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  • waiiy sagt:

    Das ist wirklich bitter. Ich hätte ihr sehr gewünscht, dass sie nicht nur dabei ist, sondern auch zum Einsatz kommt.

    Langsam wird es dünner auf der Position. Ich bin gespannt, wer nun dort spielen wird.

    Ganz bitter ist es auch für Bayern München, da Julia in meinen Augen die ganze Mannschaft dort auf ihren Schulter getragen hat. Das kann man im Prinzip nicht ausgleichen.

    waiiy

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  • Winter sagt:

    Fahr zur Nationalmannschaft und sie raffen dich dahin!
    …denn das Niveau ist ja um so vieles höher, bla – bla – bla!
    Wahrscheinlich kommt Frau Bundestrainerin jetzt noch in die Verlegenheit womöglich Odebrecht oder Zietz zu nominieren müssen.
    Das wirft ja die ach so hohe Souveränität unserer „Silv“ völlig durcheinander!“
    Also noch mal ganz klar, diese Bundestrainerin wird am Neuaufbau scheitern, weil sie wird es nicht gebacken kriegen!!!

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  • speedy75 sagt:

    Nun das ist schade vorallem auch vor dem Hintergrund dass sie so hart daran gearbeitet hat für die Nationalelf auf zu laufen.

    Wünsch ihr von hier alles gute.

    Auch dem FC Bayern wird Sie in der Bundesliga ganz schön fehlen.

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  • Aligator sagt:

    Das erste, was ich gestern Abend dachte, als ich die ‚Neuigkeit‘ las „Oh nein, wie schade, ich hätte sie wirklich gerne einmal in der Natio spielen sehen!“. Also auch von mir aus eine gute Besserung! Hoffentlich wirst du wieder schnell fit, Julia.

    Wird jetzt für Julia noch eine Spielerin nachnominiert? Wenn ja, viele Optionen/Spielerinnen für diese Position im kreativen/ offensiven Mittelfeld bleiben m. E. nicht mehr.

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  • Sheldon sagt:

    @Winter: Volle Zustimmung!!!

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  • waiiy sagt:

    Man könnte die Spielmacherin des Deutschen Meisters nehmen…

    waiiy

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  • NRHZ sagt:

    Diese Nachricht stimmt mich sehr traurig. Julia Simic ist eine super Fussballerin, menschlich und sportlich. Ich schliesse mich den kritischen Stimmen an, die dem Trainerstab des DFB eine Breitseite Kritik geben. Der Umgang mit dem Fall Sarholz spricht Baende. Was bedeutet denn Fuersorge fuer Anvertraute jueneren Alters?

    VERANTWORTUNG

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  • kleinschwarz sagt:

    Das ist total übel. So ein Pech. Gute Besserung und eine schnelle Genesung!!

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  • Uwe sagt:

    @Winter
    „Fahr zur Nationalmannschaft und sie raffen dich dahin!“

    Ein Kreuzbandriss kann bei jedem Training bzw. Spiel vorkommen, ob nun im Verein oder in der NM, vielleicht sogar zu Hause, wenn man Pech hat. Wenn man dieses Verletzungsrisiko nicht eingehen will, sollte man keinen Leistungsfussball betreiben. An welchem U-Turnier hat Julia Simic denn im Sommer teilgenommen, das sie so überlastet war?
    Wahrscheinlich ist der DFB auch schuld, wenn eine Turbine-Spielerin beim Gardine aufhängen von der Leiter fällt. Man sollte besser bei den zu kritisierenden Punkten (Aufstellung, Taktik, Mannschaftsführung)bleiben und nicht jede Meldung in eine Kampagne ummünzen. Die Nominierung von Viola Odebrecht z.B. halte ich für eine sehr berechtigte Forderung, denn sie ist in einer tollen Form.

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  • waiiy sagt:

    @Winter: Der Meinung bin ich auch. Ich denke auch, dass gerade bei die Frauen von Nominierungen in der Nationalmannschaft viel mehr profitieren als die Männer. Da ist steigt das Ansehen doch schon viel mehr, als wenn man „nur“ im Verein spielt.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    @Uwe: Wir alle wissen, dass sowas nicht direkt was mit der N11 zu tun hat. Aber einige Entscheidungen des DFBs begünstigen Situationen, in denen die Verletzungswahrscheinlichkeit drastisch erhöht sind.
    Wann reißt denn ein Kreuzband? Soweit ich weiß, hängt das mit zwei Dinge zusammen: Langfristige und kurzfristige Überbelastung in Kombination!

    Das hat jetzt nicht direkt was mit Simic zu tun, allgemein eher mit der Verletzungsanfälligkeit junger Spielerinnen:
    Wenn eine Spielerin bei einem durchschnittlichen BL-Verein vielleicht 26 Spiele (22 BL + 4 Pokal) in der Saison macht auf höchstem Niveau, dazu nochmal vielleicht 5-8 U-Qualispiele und am Ende der Saison noch eine EM oder WM auf höchstem Niveau spielen müssen, dann sind das bis zu 40 Spiele im Jahr für eine vielleicht 19-21jährige Spielerin!
    Bei den Spitzenvereinen vielleicht nicht soviele, da die Spielerinnen zum Teil geschont werden können, dafür aber dann auch in der CL ranmüssen.
    Das ist aber überall so, auch bei den Männern. Bei WM und EM gibt es immer mal wieder wirklich schlimme Verletzungen, viele Kreuzbandrisse etc.

    Dazu kommt in diesem Fall aber noch der psychische Druck: Durch ein nicht intaktes Leistungsprinzip erhöht sich der Druck auf die Spielerinnen immer auch psychisch, sich gut zu stellen mit Neid und die N11 als zweiten Verein zu betrachten. Durch die Rechtfertigungspflicht und den Transport der persönlichen Schiene ins Leistungsprinzip ist die Anspannung der Spielerinnen jeweils deutlich höher bei der N11 als nötig. Daher passieren solche Dinge auch in großer Häufigkeit im N11-Training. Dort ist die Anspannung und der Kampf am größsten um die Loyalität von Neid.
    Außerdem würde ich bei der Häufung der Verletzungen mal die Trainingsmethoden überdenken: Physis ist wichtig, aber es gibt auch ein Übertrainieren, wodurch solche Verletzungen bei Anspannung schnell mal passieren können!

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  • Markus Juchem sagt:

    Frauen sind für Kreuzbandverletzungen deutlich anfälliger als Männer, durch entsprechendes Training lässt sich das Verletzungsrisiko aber verringern.

    Zwei Links zum Thema:

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  • pmm... sagt:

    @Sheldon:

    Besonders Ihr letzter Satz trifft ganz besonders zu.

    In angespannten psychischen Situationen achtet man nicht mehr auf seinen Körper und wenn durch Übertrainig, die physischen Reserven
    aufgebraucht sind kommt es zum Crash. Das muss nicht unbedingt
    Kreuzband sein, es gibt eine ganze reihe Verletzungen ohne gegnerische Einwirkung im Sport.
    Alle Spielerinnen haben eine anstengende Vorbereitung hinter sich.
    Es wurde vehement um die Startplätze gerungen der körperliche und geistige Zustand ist meist noch nicht wieder erreicht. Dann der Druck
    N11, endlich kann man`s mal zeigen aber der Körper sagt Stopp!.
    Beste Genesungswünsche für Julia!

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  • Oliver sagt:

    Ich habe zu dem Thema vor zwei Jahren auch ein Interview mit Dr. Hans-Joachim Kerger, Mannschaftsarzt 1. FFC Frankfurt, geführt:

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  • uwe sagt:

    Zum Thema junge Spielerinnen U-Teams und Verein.

    Bestes Beispiel wie eine junge Frau regelrecht Verheizt wird war doch letzte Saison Lulle Wensing. CL,Pokal,Bundesliga, WM in Trinidad und Tobago, direkt zurück Bundesliga,Pokal,CL bis zur Winterpause die ja keine war wie wir ja alle wissen. Also weiter ohne Pause: CL, Bundesliga,Pokal. Nach Saisonende Pause? Nicht doch, es folgt dann noch die EM in Italien.
    So ein Program haben ja teilweise nich mal Fussballprofies und wir reden über eine damals 17jährige.( Die nebenbei auch noch richtig Schulstress hatte) Das sie ohne Verletzung aus dieser Saison rausgekommen ist grenzt schon an ein Wunder.

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  • NRHZ sagt:

    Danke Oliver, dein Interview mit Dr. Kerger ist sehr informativ

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  • Katerli sagt:

    ja @ waiiy! Seit gestern schon treibt mich der Gedanke um: wenn Frau Neid nicht ganz und gar ignorant ist, kann sie in dieser Situation nur Viola Odebrecht nachnominieren, eine erfahrene Spielerin in Topform. Dass sie zur WM nicht nominiert war, konnte ich damals ein bißchen nachvollziehen, wenn junge Kader ins Team neu ingegriert und entwickelt werden sollen, dann ist Viola (leider) schon etwas zu „alt“. (heute muss ich sagen, vielleicht wäre ihre Erfahrung für den WM-Verlauf doch ganz gut gewesen, aber das ist Spekulation). Aber jetzt in dieser Situation nicht auf sie zurückzugreifen für wenigstens dieses eine Spiel könnte ich gar nicht nachvollziehen.
    Und dann bin ich auch sehr gespannt, ob Schmidti – in ihrer derzeit Glanzform – von Anfang an am Samstag spielen darf. Wenn nicht, verstehe ich die Fußballwelt in Deutschland überhaupt nicht mehr.

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  • Kampfsemmel sagt:

    In meinen Augen geben sich hier viel Nutzer einer Illusion hin, die darin besteht, dass der Trainerstab nicht um die Anfälligkeit wüsste u. nicht alles versuchen würde um dieses zu vermeiden. Außerdem ist eine reduzierung des Trainings nicht möglich.

    Denn die Leistung wird von euch erwartet u. muss demnach erfüllt werden. Dieses ist zwangsweise mit einem erhöhten Trainungsumfang u. intensivität verbunden. Eine Spielerin die diesem Druck nicht standhalten kann, ist nicht geeignet diesem elitären Kader anzugehören.

    Ausfälle, so tragisch sie auch sein mögen, sind demnach völlig unvermeidbar – sowohl für den Trainerstab, als auch für die Spielerinnen, solange auch zukünftig erwartet wird, dass unsere Nation in diesem Bereich zur Weltspitze gehört.

    … und die Lynchjustiz, die sich hier (u. anderswo) nach dem frühen Ausscheiden der Nationalmannschaft gezeigt hat, muss wirklich jeder Spielerinn klar vor Augen geführt haben, dass ein Scheitern nicht mehr akzeptiert wird.

    … und was aus diesem Fiasko für einen ehrgeizigen Trainerstab u. Spielerinnen folgt, dass sollte selbst dem blauäugigsten klar sein.

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  • sitac sagt:

    @Kampfsemmel: Ich würde gerne eine Statistik sehen, die die bei in den Nationalkader berufenen Spielerinnen aufgetretenen Kreuzbandrisse innerhalb des letzten Jahres auflistet der Länder Japan, USA, Frankreich, Schweden und Deutschland. Wenn wir hier im Schnitt liegen würden, wäre deine These von der Unvermeidlichkeit bestätigt. Würden wir statistisch signifikant höher liegen, müsste weiterhin hinterfragt werden. Dann kommt auch wieder die unsäglich lange Vorbereitungszeit auf den Tisch, die Spiele erzwang auf im Prinzip unbespielbaren Plätzen und auf Plätzen, die dem vorgegebenen Mindeststandard nicht entsprachen.

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  • Kampfsemmel sagt:

    @sitac

    Deine gesuchte Statistik hätte nur geringen Aussagewert, da aufgrund der unterschiedlichen sportlichen Leistungen, nationalen – und internationalen Belastungen u. der geringen Anzahl an Vorfällen weder eine vergleichbarkeit gegeben ist, noch diese auf ein „falsches“ Trainingskonzept der Nationalmannschaft zurückzuführen ist.

    Ich kann mit solch einer Statistik nicht dienen. Muss ich aber auch nicht.

    In meinen Augen müssen schon die ihre Punkte belegen, die persönliche u. fachliche Kritik an bestimmten Personen äußern. Nicht diejenigen, die folgerichtig daran glauben, dass ein erfolgreiches u. nur geringfügig kritisiertes Programm, nicht so schlecht sein kann.

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  • Sheldon sagt:

    @Kampfsemmel: Genau das sind die Lektionen, die wir gerade nicht lernen sollten. Scheitern ist nicht gleich mangelndes Training, Erfolg ist nicht gleich erhöhtes Training.

    Das Beispiel dieser WM hat klar und deutlich gezeigt, das es nicht an der Quantität, sondern an der Qualität des Trainings lag. Schweden, Japan, Frankreich, alle diese Mannschaften haben eine ganz ruhige Nummer geschoben und erst 10 bis 12 Tage vorher mit dem Training angefangen. Dadurch konnte die Liga regulär zu Ende gebracht werden, die Spielerinnen hatten alle ihre Winterpause, es gab keinen Lagerkoller, die Schwerpunkte wurden eher auf Konzentration, Spielaufbau, Spielgestaltung und Kreativität im Angriff gelenkt.
    Fazit: Alle drei Mannschaften kamen unter die Top 4, sie hatten nicht eine ernsthafte Verletzung in ihren Reihen (bis auf Necib) und sie kommen jetzt relativ erholt in den Ligaalltag zurück.

    Was passierte bei der deutschen Mannschaft? 90 Tage Intensivtraining, für das die für die Regeneration so eminent wichtige Winterpause ausgesetzt wurde, davor eine lange Saison mit teilweise über 30 Spielen auf häufig unbespielbaren Plätzen.
    Keine qualitative Steigerung innerhalb der Vorbereitungszeit zu erkennen und mit Maroszan und Kulig zwei junge Spielerinnen mit schweren Verletzungen im Verlauf der Zeit ausgeschieden.

    Worauf es immer wieder ankommt, ist, die richtige Mischung zwischen den Spielerinnen auf dem Platz zu schaffen und nach ihren technischen und taktischen Fähigkeiten aufzustellen und diese dann ganz konsequent zu schulen. Dabei muss jede Spielerinnen solche Fähigkeiten mitbringen.
    Es ist dazu wichtig, einen Konsens mit den Vereinen zu schließen über Art und Weise, Länge und Häufigkeit der Belastung. Vereine sollten oder müssen sogar eigentlich ein Vetorecht bekommen bei der Abstellung, wenn dieses im Interesse der Spielerin ist und sie dieses eindeutig wünscht. Außerdem muss das Training bei der N11 mit dem der Vereine konform gehen. Man muss sich auch in Sachen Training zusammensetzen und voneinander lernen, sodass die Art und Weise des Trainings nicht konträr geht.
    Eine filigrane Spielerin, die sich durch technische und taktische Fähigkeiten auszeichnet, kann nicht bei der N11 auf einmal nur noch Kraft- und Konditionstraining machen, wenn sie im Verein vor allem Techniktraining absolviert.
    Diesen Gegensatz halten gerade junge Spielerinnen noch nicht aus.

    Wir müssen weg von diesem totalitären Athletikgedanken kommen, hin zum Training in Kleingruppen, sehr viel individuelle Schulung der einzelnen Spielerinnen in ihren Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit den Vereinen in der Bundesliga. Schwere Aufgaben für Neid, aber sie muss es jetzt verändern, sonst wird sie irgendwann von den BL-Trainern abgesägt, die ihr ihre Spielerinnen nicht mehr anvertrauen, da das physische und psychische Risiko zu groß ist.

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  • Sheldon sagt:

    Gleich mal ne Randnotiz dazu: Kapitänin ist erwartungsgemäß Angerer geworden…

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  • waiiy sagt:

    Hoffentlich kommen neben zu vielen Zuschauern nun nicht auch noch zu viele Anfragen von Journalisten an die Kapitänin. Sonst wird der Druck auf Deutschlands erfahrendste Akteurin wieder zu groß… 😉

    waiiy

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  • dadida sagt:

    Zu einigen hier angeführten Kommentaren würde ich auch gerne meinen Senf geben:

    1. Niemand wird allen Ernstes behaupten, dass Leistungssport (und um den geht es ja wohl hier) der Gesundheit förderlich ist. Daher sind Verletzungen zwangsläufig unvermeidbar. Eine Reduktion des Belastungsumfangs würde logischerweise das Verletzungsrisiko reduzieren, jedoch gegen das Leistungsprinzip sprechen und im Bereich Frauenfußball den Hobbycharakter wieder in den Vordergrund stellen (und das wollen wir ja nicht, oder ?;-)

    2. Wie bereits von einigen informierten Schreibern angeführt, sind die häufigsten schweren Verletzungen im Frauenfußball Bänderverletzungen (bei den Männern sind es Muskelverletzungen). Dies ist anatomisch begründet, was sich allein schon daran erkennen lässt, dass die häufigsten Verletzungen in diesem Bereich ohne Fremdeinwirkung passieren. Die Wahrscheinlichkeit, so eine Verletzung (speziell im Kreuzbandbereich) zu erleiden kann nur durch Risikominimierung und Präventionstraining verringert werden. Risikominimierung ist z.B., dass man nicht die gleichen Schuhtypen verwendet wie die (berühmten) Männer. Hier gibt es Schuhe mit so breiten Nocken, dass diese den Fuß im Rasen faktisch einbetonieren und bei einer Drehung des Beins die Belastung an dem Kreuzband so hoch wird, dass dieses reißt, bevor der Fuß sich mitdrehen kann. Aus meiner Sicht wären Schuhe mit runden Stollen hier weitaus besser, da das seitliche Ausdrehen des Fußes weniger blockiert wird. Weiters hilft regelmäßiges Präventionstraining, welches die Muskulatur rund um den gefährtdeten Bereich aufbaut um zusätzlich Stütze und Schutz für die Bänder zu haben. Damit kommen wir schon zu Punkt

    3. Ein Kreuzbandriss, den eine Spielerin beim Nationalteam erleidet, kann, wenn überhaupt, nur dem Stammverein bzw. der Spielerin angekreidet werden, denn diese sind in erster Linie für die körperliche Konstitution verantwortlich. Ein verbales Hintreten auf die Nationaltrainer(innen) ist damit eigentlich nur mit Unwissenheit, Wichtigmacherei oder Polemik zu erklären.

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  • Frieda sagt:

    In Frankreich gibt es das Problem übrigens auch.
    Und es gibt schon mehrere Studien, die dem Problem auf den Grund gehen wollen. U.a. wird vermutet, dass weniger die physische Konstitution der Frau die vermehrten Verletzungen verursacht, sondern viel mehr die schlechtere sportwissenschaftliche und physiotherapeutische Betreuung bei gleicher Belastung im Vergleich zu männlichen Jugendlichen Leistungssportlern.

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  • Toni sagt:

    Erst einmal alles Gute für Julia und eine baldige Besserung!
    Das Kreuz mit dem Kreuzband, siehe dazu auch anliegenden Link -das weibliche Knie scheint zum Fußballspielen wohl nicht wirklich geschaffen zu sein, aber einige Statements hier sind mE völlig überzogen ….http://www.soccerdrills.de/Theorie/kreuzband.html

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  • Sheldon sagt:

    @dadida: Im Großen und Ganzen stimme ich dir schon zu, doch denke ich ein bisschen weiter.

    Zu 1.: Allgemein muss man im Leistungssport höchsten Anforderungen gerecht werden. Allerdings häufen sich die Wettbewerbe gerade für die jungen Spielerinnen in unerträglichem Maße. Da gibt es zum Teil Spielerinnen, die in zwei Nationalmannschaften gleichzeitig spielen. Und solche Dinge müssen nun wirklich nicht sein.
    Zudem finde ich es auch nicht nötig, das man jetzt U16-, U17-, U19-, U20- und U23-Mannschaften haben muss.
    Das sind einfach viele vermeidbare Spiele und damit viel vermeidbarer Stress und vermeidbare Belastung. Es tut einer Spielerin aus Hamburg beispielsweise nicht gut, mit 16 bereits 10, 12mal im Jahr irgendwo in den Süden zur N11 fahren zu müssen und dort ganz anderen Trainingsmethoden ausgesetzt zu sein als im Verein.
    Das hat nichts mit Hobbyfußball zu tun, das hat einfach mit mangelnder Verantwortung seitens der Bundestrainerin zu tun!

    Zu 3.: Die ganze Schuld auf die Vereinstrainer abzuwiegeln, ist meines Erachtens genauso falsch. Gerade wenn wir uns mal anschauen, wieviele Kreuzbandrisse in den paar Tagen jeweils beim Training mit der N11 passieren und wieviele in dem ganzen Jahr bei den Vereinen passieren. Das lässt doch tief blicken.
    Und großartig niedrigeres Niveau als in der N11 wird in der BL auch nicht gespielt, schließlich ist die BL die beste europäische Liga, die noch dazu relativ ausgeglichen ist.
    Demzufolge: Wieso passieren Kreuzbandrisse immer bei der N11, in den Vereinen aber vergleichsweise selten?

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  • Frank W. sagt:

    @dadida zu Punkte 3: Dir zu folge trainiert die Spielerin im Verein also falsch?
    Ich glaube eher das es umgedreht ist. Der Verein trainiert so, das die Spielerin über die ganze Saison Leistung bringt. Während in der N11 nur für ein Spiel trainiert wird, da ist alles viel intensiver, da muß alles viel schneller gehen, da kommt es dann häufiger zu Überbelastungen.
    Ich gebe da Sheldon mal recht, wenn die Bundestrainerin mal mit den Vereinstrainern reden würde, könnten solche Verletzungen vermindert werden, weil der Vereinstrainer, weiß besser welche Belastungen die Spielerin verträgt.

    Und zum Punkt Nadine Angerer als Kapitän: Ich finde, das ist die falsche Entscheidung, dadurch bekommt sie sozusagen eine Stammplatzgarantie für alle Spiele auch die FS.

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  • pmm... sagt:

    In den meisten Kommentaren ist eine gewisse Plausibilität über das auftreten von Verletzungen zu erkennen.
    Für mich ist festzustellen das der Körper uns genaue Hinweise gibt,
    die aber leider aufgrund des Leistungsdrucks im Elitesport übergangen werden. Wie viele Spielerinnen haben die Möglichkeit jemand ihre Gefühlslage mitzuteilen. Da kann dann eine Sportpsychologische Unterstützung (z.B. Birgit Prinz)sehr hilfreich werden.

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  • Kampfsemmel sagt:

    @Sheldon

    Ich halte deinen ganzen Ansatz für fehlerhaft. In meinen Augen war die deutsche Nationalmannschaft all ihren Gegnern überlegen. Lediglich an der fußballerischen Einstellung, Taktik u. Durchsetzungsfähigkeit hat es gefehlt. Dennoch hätte man mit dieser Leistung auch ohne Frage bis ins Finale kommen u. auch dort siegen können.

    Ich verstehe nicht warum die Leistungen (im Vergleich zur Konkurrenz) so schlecht geredet werden.

    Auch deine weiteren Ausführungen dürften den Trainerstab in der Form sicherlich bekannt sein u. sie werden mit all ihrer Erfahrung das Beste für unsere Nationalmannschaft tun. Dazu gehört selbstverständlich auch den Erhalt der Leistungsfähigkeit unserer Spielerinnen.

    Der Vorfall ist sicherlich ein persönliches Fiasko für die Spielerin. Dabei sollten wir es aber auch belassen und nicht den traurigen Anlass für persönliche Hetzkampagnen oder Schuldzuweisung auszunutzen.

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  • Frank W. sagt:

    Einen interessanten Artikel gibt es dazu in der Sport Bild.

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  • FFKenner sagt:

    @Sheldon: Anna Sarholz spielt nicht in der A-Natio WEGEN DEM DFB!!!
    Wenn die Bt ihr Potenzial nicht erkennt, ist die selbst Schuld. Private Probleme ( ein Streit mit ihrer Mutter) waren der Grund, warum sie damals abgesagt hat.- Nicht um Turbine Potsdam nicht zu schaden!!! Ich find es toll ,das sie mit 19 schon so klar ihre Meinung vertritt un dsich nicht verbiegen lässt!!!!

    Gute Besserung Julia Simic

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  • Therese sagt:

    Frieda sagt:
    Donnerstag, 15. September 2011 um 13.51 Uhr

    In Frankreich gibt es das Problem übrigens auch.

    Auch in den Niederlanden gibt es bereits nach zwei Spieltage sechs Kreuzbandrisse im Eredivisie und auch bei Renee Slegers, die bei Djurgarden in Schweden spielt, gab es ein Kreuzbandriss.

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  • Sheldon sagt:

    @pmm: Das Interessante ist ja, dass die N11 formal eine sportpsychologische Abteilung besitzt. Sie rühmte sich noch vor der EM 2009 ihrer wunderbaren psychologischen Betreuung, kurz vor dem tragischen Tod von Robert Enke.
    Doch man fragt sich schon, wo dort wirklich Betreuung stattfindet. Die Spielerinnen, die eine gesunde Psyche haben (siehe Sarholz) und aus dem richtigen Holz für die N11 geschnitzt wären, werden abgesägt.

    @Kampfsemmel: Deutschland hätte mit der mangelhaften Spielintelligenz und dem ungenügenden taktischen Verständnis es noch nicht einmal verdient gehabt, die Vorrunde zu überstehen.

    Fakt ist doch einfach, dass Silvia Neid noch in den 90ern hängen geblieben ist. Alles auf Athletik und den Gegner überrennen. Dazu kommt, dass Neid anscheinend ihr Selbstwertgefühl über absoluten Erfolg und Statistiken definiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie kaum Debütantinnen einsetzt und selbst in FS kein Risiko eingeht wie Löw beispielsweise gegen Polen.
    Daher vermisse ich auch eine gewisse Verantwortung für die Spielerinnen, die sie betreut. Sie kennt es nicht zu verlieren und ist damit sichtlich überfordert. Vielleicht hat sie die Kompetenz, die Spielerinnen richtig zu trainieren, aber sie nutzt sie nicht, sondern sie beutet die Spielerinnen aus. Sie verheizt junge Spielerinnen in U-Mannschaften, macht sie durch persönliche Entscheidungen zu Spielfiguren, nicht zu denkenden Persönlichkeiten. Jede technisch begabte Spielerin wird durch überzogenes Training kaputtgeschunden, sodass wir schon wieder keinen 10er haben.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • ballander sagt:

    @kampfsemmel: der natio fehlte es an fussballerischer einstellung, taktik und durchsetzungsfähigkeit und war all ihren gegnern überlegen. hä? wie passt das denn zusammen?

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  • Kampfsemmel sagt:

    @ballander

    Die Tatsache, dass ich eine Mannschaft als ihren Gegnern überlegen darstelle, bedeutet nicht zwangsweise, dass diese Mannschaft keine Schwachstellen hatte.

    Ich persönlich fand dennoch, dass Deutschland den Japanerinnen überlegen war.Japan hat destruktiv gespielt – was ihnen positiv angelastet wurde.

    In meinen Augen führt aber solch eine Spielkultur, wenn alle Partein sie beherzigen, zu einem unschönen Spiel. Das wollte u. konnte sich Deutschland nicht erlauben.

    Das ist aber ein ganz anders Thema.

    Wir betrachten hier ja nur die Fitness – und diese war ausreichend. Demnach ist der Kritikpunkt wohl kaum berechtigt, obwohl man den Eindruck hatte, dass die Spielerinnen nicht in Bestform waren.

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  • Sheldon sagt:

    @FFKenner: Sarholz ist das entgegengesetzte Phänomen. Sie wäre wirklich eine der wenigen Spielerinnen, die diese Art des Trainings aushalten würden, aber da spielt halt der andere Faktor hinein, dass sie sich nicht knechten lässt. Das ist auch der einzige Grund, dass sie es überhaupt geschafft hat, so psychisch und physisch stark zu sein.
    Das ist die vollendete Krux beim DFB!

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  • Sheldon sagt:

    Japan hat nicht destruktiv gespielt, sie haben nicht risikoreich nach vorne gespielt, ja. Aber sie haben ihr auf Ballbesitz und Ballkontrolle ausgerichtetes Spiel während der gesamten WM konsequent durchgezogen.

    Nur weil eine Mannschaft sich keine Chancen erarbeitet, heißt das nicht, dass sie destruktiv spielt. Japan war Deutschland nunmal körperlich unterlegen, was genetisch bedingt war (Körpergröße, damit auch die maximale Ausprägung der Muskeln). Dass sie nicht in einen Konter reinlaufen wollten, ist klar.

    Dennoch hat Japan den schönsten, den weltbesten Fußball gespielt, den ich je von einem FF-Team gesehen habe! Und sie würden uns mit dieser Trainerin jederzeit wieder schlagen, darauf gehe ich jede Wette ein!

    […] Deutschland war körperlich übertrainiert, jeglicher Form von Spritzigkeit, Agilität und Kreativität durch das kräftezehrende Training beraubt.
    Sie waren einfach nur total müde bei der WM!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Uwe sagt:

    @Sheldon
    Du scheinst ja die Trainingspläne der N11 ausgezeichnet zu kennen. Gratulation zu soviel Insiderwissen oder woher hast du deine Kenntnisse?
    Glaubst du etwa, das vor einem Spiel wie morgen gegen die Schweiz nur Kondition geknüppelt wird? Das ist doch völlig naiv!!
    Nebenbei: deine Klassenkampfparolen (ausbeuten, knechten) nerven. Wir schreiben 2011, nicht 1981!!

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  • dadida sagt:

    @sheldon: sorry aber deine Argumente sind vielleicht weiter, aber nicht zu Ende gedacht
    Zu 1.: Allgemein muss man im Leistungssport höchsten Anforderungen gerecht werden. Allerdings häufen…

    Ungeachtet dessen, dass das nichts mit dem konkreten Fall Simic zu tun hat, ist Deine Aussage also, dass 16-jährige keinen Leistungssport ausüben sollen (zumindest beim Fußball). Wenn man andere Sportarten betrachtet (Tennis, Turnen, Schwimmen, …) nehmen hier teilweise jüngere Sportlerinnen viel mehr Entbehrungen und Belastungen auf sich, als die Fußballerinnen. Und warum sollte es nicht so viele Nachwuchsauswahlteams geben? Weil es Mädchen sind, oder bist Du generell gegen Nachwuchsteams (also auch bei den Burschen)?

    Zu 3.: Die ganze Schuld auf die Vereinstrainer abzuwiegeln, ist meines Erachtens genauso falsch…..

    ich habe nicht geschrieben, dass die ganze Schuld den Vereinstrainern gehört, sondern dass, WENN ÜBERHAUPT hier falsche oder mangelhafte Trainingsmethoden die Ursache sind, diese am ehesten bei den Vereinstrainern zu suchen sind, da diese für die körperliche Konstitution zuständig sind. Sollte eine Spielerin ins Nationalteam einberufen werden, die aus Sicht des Vereinstrainers nicht fit genug ist, wird dieser wohl den Mumm haben, dies der N11 Trainerin mitzuteilen. Und auf welche Statistiken beziehst Du dich, wenn Du von einer übermäßigen Häufung von Kreuzbandrissen beim N-Team im Vergleich zu den Vereinen schreibst? Wo sind diese Fakten? Welche Trainingsmethoden in der N11 kannst Du beschreiben, die aus Deiner Sicht das Risiko eines Kreuzbandrisses bergen? Ein bißchen Objektivität in Verbindung mit Kritik wäre hier angebracht.

    @Frank:
    zu Punkte 3: Dir zu folge trainiert die Spielerin im Verein also falsch?
    Ich glaube eher das es umgedreht ist. Der Verein trainiert so, das die Spielerin über die ganze Saison Leistung bringt…..

    Gerade jetzt, am Anfang der Meisterschaft und damit am Ende der Vorbereitungszeit, kann man davon ausgehen, dass eine Spielerin körperlich in der Lage ist, auch ein intensives Training / Match zu bestreiten. Wenn das nicht der Fall ist, dann hat doch wohl eher der Verein versagt und nicht die Nation, oder? Ist gesichert, dass die Bundestrainerin nicht mit den Vereinstrainern spricht? Und selbst wenn das der Fall sein sollte, glaube ich nicht, dass im Nationalteam vor einem Bewerbsmatch Kraft und Kondition geschunden wird und die Belastung über das herkömmliche Maß eines Vereinstrainings hinaus geht.

    Ich bin nicht der Verteidiger der Nationaltrainerin, aber ihr solltet offen und ehrlich schreiben: „Ich mag sie nicht, sie ist mir unsympathisch“ oder was auch immer ihr für persönliche Probleme habt, aber nicht irgendwelche Dinge an den Haaren heran ziehen um unter dem Deckmantel der Kritik der Nationaltrainerin ans Bein zu pinkeln..

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  • Sheldon sagt:

    @Uwe: Genial, mir Klassenkampf zu unterstellen. Schließlich bin ich ein ethnischer Westdeutscher und durch und durch konservativ 😀
    Wenn dich solche Worte nerven, dann steht es dir frei, sie nicht zu lesen. Aber sie verstoßen mE nicht gegen die Leitlinien des Blogs. Und glaub mir, was bei mir nicht editiert wird, das verstößt auch nicht dagegen 😀
    Außerdem konnte man gerade vor der WM eine Menge über die Intensivtrainingsmaßnahmen in allen Medien, Fernsehen, Internet und verschiedenen Zeitschriften lesen. Ich glaube nicht, dass diese Methoden großartig umgestellt wurden innerhalb von 3 Monaten.
    Daher das Insiderwissen! Konnte jeder bekommen, der sich dafür interessiert hat.

    @dadida: Ja, mir ist Silvia Neid unsympathisch. Aber nicht einfach so, sondern das gründet sich vor allem auf die genannten Fakten.
    Tennis, Schwimmen, Turnen, das sind alles klassische Sportarten, die für Frauen ausgelegt sind. Hier entspricht das herkömmliche Hochleistungstraining eher den Gegebenheiten des weiblichen, gerade des jungen weiblichen Körpers. Turnen hat nicht viel mit Kraft zu tun, hier gibt es nur immer wieder eine sehr kurzfristige Belastung. Schwimmen dagegen besitzt eine ständig gleichbleibende Belastung, Tennis ist vor allen Dingen auf die Armpartien ausgelegt.
    Nicht zu vergleichen mit dem Fußball. Die wichtigen Partien, die beim Fußball stark belastet werden wie das Kreuzband, sind bei den Frauen im jungen Alter nur sehr schwach ausgeprägt, dort kommt es bis zu 10mal öfter zu Verletzungen als bei den Männern.
    Daher bedürfen die eines langfristigen, kontinuierlichen, gleichmäßigen Aufbautrainings, das die Nationalmannschaften nicht bieten.
    Damit kommen wir auch schon zu Punkt 3: Die Bundesligatrainer sorgen dafür, dass die Aufbauarbeit in den Vereinen langsam und sorgfältig betrieben wird. Natürlich will ich da nicht alle Vereine in Schutz nehmen, doch allgemein kommen sie mit einer stabilen Konstitution dort an. Durch überzogenes Training allerdings kommt es bei der N11 immer wieder zu Kreuzbandriss und anderen Bänderverletzungen. Allein 3 Kreuzbandrisse in der N11 innerhalb der letzten 3 Monate. Das ist doch nicht normal…
    Bei den Trainingsmethoden, nun, da erinnere ich mich beispielsweise in der WM-Vorbereitung an diesen einen Berglauf. Es mag ja alles schön und gut sein, sie sich körperlich quälen zu sehen, aber diese Steigungen, die dort zu bewältigen waren, das ist kein normales Training. Und das ist nix für kreative, junge, dynamische Fußballerinnen.

    Und zum Schluss noch zum unteren Abschnitt: Wie soll Neid sich denn mit den Trainern austauschen können? Sie ist doch letztlich Stammgast in Frankfurt und vielleicht noch zur Zeiten Inka Grings‘ in Duisburg, ich habe nicht gehört, dass sie schon mal in Hamburg, Frankfurt, München oder Wolfsburg war.
    Vor einer Saison wird darauf hingearbeitet, dass die Spielerin die ganze Saison verletzungsfrei übersteht. Das heißt auch, dass sie nicht irgendwann körperlich ermüdet ist. Doch die Philosophie der N11 beinhaltet nur ein Spiel: Das nächste! Und da ist es total egal, wie stark die Spielerinnen gefährdet sind, im nächsten Spiel kannst du 21 neue Spielerinnen nominieren.

    Und meine Güte, das Beispiel Sarholz wird jeden Vereinstrainer davon abhalten, seiner Spielerin zu raten, nicht zur N11 anzureisen. Denn sobald sie sich weigert, ist sie ein für allemal raus. Selbst wenn das für ihre Gesundheit besser wäre, wird dieses (leider) nicht eintreten!

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  • sodalith7 sagt:

    Verletzungen/Verschleißerscheinungen gehören nun mal leider zum Sport dazu, egal ob Frau oder Mann und egal ob Leistungs- oder Hobby-Sport.

    Wenn man die Argumente hier so liest, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit:
    Frauen an den Herd! (Das ist ironisch gemeint)

    @ Sheldon
    Beim Tennis/Turnen werden die Bänder genau so beansprucht.

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  • Sheldon sagt:

    Mag sein, aber vielleicht ist da das Training auch einfach ein anderes?
    Beim Turnen werden sie kurzfristig extrem belastet, dagegen kann man vorbeugen.
    Beim Tennis werden sie immer mal wieder kurz beansprucht, kurze Ruhephase, dann wieder belastet usw.

    Beim Fußball hingegen ist es ähnlich wie beim Tennis. Allerdings hast du schon recht: Wieso passieren beim Tennis eigentlich kaum Risse o.ä. Verletzungen, wieso nur immer beim Fußball?

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  • sitac sagt:

    Tennis: perfektes Geläuf, d.h. Platz ohne Unebenheiten oder Löcher und vor allem Schuhe ohne Stollen. Der Fuss ist bei Drehung des Körpers nicht festbetoniert und kann zumindest zum Teil mitdrehen.Körperdrehung bei fixiertem Fuss, besonders wenn nur ein Bein auf der Erde ist=Riesenchance auf Kreuzbandverletzung, vor allem, wenn die Muskeln das Knie nicht etwas unterstützen. So richtig kann das Knie gegen Drehung eh nicht geschützt werden, egal ob männlich oder weiblich.
    Verweise auf Super-Beitrag von „dadida“ hier im Thread und darin vor allem auf Überlegungen Stollenform.

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  • dadida sagt:

    @sitac:
    danke für die Ausführung, damit spar ich mir das 😉

    @sheldon:
    „…klassische Sportarten, die für Frauen ausgelegt sind.“
    also wenn es Sportarten gibt, die nicht für Frauen ausgelegt sind, dann muss es sich um Sportarten handeln, die mit dem Penis ausgeführt werden 😉 (da kenn ich eigenlich gar keine….)
    Es gibt m.E. nur Sportarten, bei denen es geschlechtsspezifische Vorteile (Kraft, Athletik, räumliches Denken…) gibt, aber es geht doch nicht darum, Männer und Frauen zu vergleichen, das wär wieder das alte Muster von vor 40 Jahren und so konservativ wollen wir ja doch nicht sein, oder? Der Sport Fußball wird durch ein Regelwerk definiert, das für Männlein und Weiblein gleich ist und so soll es ja auch sein. Sonst sollten wir vielleicht daran denken ein eigenes Frauenfußball-Regulativ zu erstellen, in dem die Tore um 1/3 kleiner, die Spielfelder mit hochflorigem Teppich ausgelegt und die Bälle aus Schaumstoff sind. Und ein Berglauf an sich stellt aus meiner Sicht auch keine übermäßige Belastung für eine Leistungssportlerin dar.
    Abschließend zu diesem Thema möchte ich Dir empfehlen, einmal ein Frauen-Handball-Match zu besuchen, da sieht man was Frauen so alles (auch an Verletzungen) in Kauf nehmen, um Leistungssport zu betreiben.

    Betreffend des Austauschs von Frau Neid mit den Bundesligatrainern gibt es ja auch noch andere Kommunikationsformen, bei denen man sich nicht face-to-face gegenüberstehen muss.

    Und ich habe auch nicht geschrieben, dass ein Bundesligatrainer seiner Spielerin abraten soll, dem Ruf der N11 zu folgen, sondern über seine Verantwortung, es den Verantwortlichen der N11 mitzuteilen, wenn er der Meinung ist, dass eine seiner einberufenen Spielerinnen nicht fit genug ist.

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  • Sheldon sagt:

    @dadida:

    Okay, ich will noch einmal kurz die zentralen Fakten zusammenfassen.

    1. Fußball ist ein Sport, bei dem die Männer physisch bevorteilt sind, stärker als in anderen Sportarten.
    2. Kreuzbandrisse passieren im Fußball dadurch gerade bei Frauen sehr häufig. Das ist ganz natürlich und passiert einfach, auf aufgrund von Punkt 1.
    3. Es ist allen bekannt, dass es gerade diese Gefährdung gibt. Auch allen Trainern. Daher stehen alle Trainerinnen und Trainer in der Pflicht, dagegen vorzubeugen.
    4. In der Nationalmannschaft kam es dennoch immer, immer wieder in der letzten Zeit zu vielen Verletzungen, prozentual häufiger als bei den Vereinen.
    5. Es zeigt sich dadurch, dass viele Spielerinnen das Training bei der N11 nicht vertragen, ansonsten würden diese sich ja nicht so häufig verletzen.
    6. Aus welchen Gründen passiert das? Entweder, sie kommen schon angeschlagen zur N11, sind gar nicht richtig fit. Wieso tun sie dies? Weil sie sonst den Anschluss verlieren, weil viele gute Spielerinnen bei der Bundestrainerin kein Vertrauen genießen und sie so sich immer wieder beweisen müssen.
    Oder das Training ist bei der N11 so entgegengesetzt, dass sie es einfach nicht vertragen und sich selbst in bester Fitness verletzen!

    Wie man es auch dreht und wendet, für Neid stellt es immer ein Dilemma dar. Letztlich trägt sie die Verantwortung für die Spielerinnen, sie hat diese in ihrer Obhut und muss das Training so gestalten, dass es kein erhöhtes Verletzungsrisiko für die Spielerinnen gibt.

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  • Uwe sagt:

    Bleibt festzuhalten, das die zentralen „Fakten“ lediglich die kuriose Meinung eines einzelnen Users sind, getarnt als objektive Zusammenfassung dieser Disukussion. Es werden statistische Häufungen von Verletzungen in der N11 behauptet, die durch keine Zahlen belegt werden. Aber Phantasie ist ja auch eine Gabe. 🙂

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  • Janine sagt:

    …und weiter geht’s 🙁 Kreuzbandriss bei Natalie Moik (Bayer 04):
    http://j.mp/nJPEv1

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