DFB-Pokal: Topteams spazieren ins Achtelfinale

Von am 11. September 2011 – 18.07 Uhr 7 Kommentare

In der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals gab sich die deutsche Frauenfußball-Elite keine Blöße. Meister 1. FFC Turbine Potsdam hatte im Erstliga-Duell mit der SG Essen-Schönebeck keine Mühe, der 1. FFC Frankfurt, der FCR 2001 Duisburg und der VfL Wolfsburg lösten ihre Auswärtsaufgaben ebenfalls mühelos.

Die Potsdamerinnen kamen vor 1 162 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion zu einem ungefährdeten 5:0 (2:0)-Sieg. Nationalspielerin Babett Peter brachte ihr Team nach Freistoß von Patricia Hanebeck per Kopf in Führung (14.), die 17-jährige Mazedonierin Nataša Andonova erhöhte ebenfalls per Kopf zum 2:0 – erneut hatte Hanebeck die Vorarbeit geleistet (41.).

Turbine in Torlaune
Bianca Schmidt baute die Führung mit einem Schuss aus 12 Metern ins lange Eck weiter aus (53.) ehe Anja Mittag sich unter dem Jubel der Turbine-Fans ebenfalls endlich wieder einmal in die Torschützenliste eintragen konnte (80.). Den Schlusspunkt setzte bei sommerlichen Temperaturen Neuzugang Genoveva Anonma, die aus acht Metern aus halblinker Position traf (82.).

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Jubel des 1. FFC Frankfurt

Der 1. FFC Frankfurt hatte beim VfL Kommern keine Mühe © Lutz Kollmann / girlsplay.de

Treffsichere Garefrekes
Der 1. FFC Frankfurt feierte beim Regionalligisten VfL Kommern einen 6:0 (4:0)-Sieg. Die neu verpflichtete Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic sorgte für einen Blitzstart (1.), zwei Tore der gerade aus dem DFB-Team zurückgetretenen Kerstin Garefrekes (8., 36.) und ein Treffer der erstmals für die A-Nationalmannschaft nominierten Svenja Huth (43.) brachten noch vor dem Wechsel die Entscheidung. In der Schlussphase machten Sandra Smisek (85.) und erneut Garefrekes (89.) das halbe Dutzend voll.

Duisburg im Schongang weiter
Der FCR 2001 Duisburg gewann bei Regionalligist SC Sand im Schongang mit 2:0 (2:0). Gegen das Abwehrbollwerk trafen Mandy Islacker (36.), die nach Schuss von Alexandra Popp im Nachsetzen am Schnellste reagierte, und Simone Laudehr, die einen Eckball von Linda Bresonik sehenswert mit einem Volleyschuss verwertete (45.). Duisburgs Trainer Marco Ketelaer war froh, dass sich keine Spielerin verletzte, bemängelte aber: „In so einem Spiel musst Du im Abschluss eine höhere Trefferquote haben.“

Pohlers trifft zweimal
Der VfL Wolfsburg gewann bei Zweitligist Magdeburger FFC mit 5:0 (3:0). Zweimal Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers (22., 65.), Nadine Keßler (25.), Lena Goeßling (35.) und Kapitänin Martina Müller (68.) sorgten für zufriedene Gesichter bei den Gästen, bei denen Neuzugang Jana Burmeister im Tor ihr Pflichtspieldebüt gab.

Bad Neuenahr gewinnt auswärts
Im zweiten Erstliga-Duell der Runde setzte sich der SC 07 Bad Neuenahr nach einer konzentrierten Leistung mit 1:0 (1:0) bei Bayer 04 Leverkusen durch, die neuseeländische Neuverpflichtung Katie Hoyle (18.) erzielte den Treffer des Tages. Der Hamburger SV gewann bei Regionalligist SV BW Hohen Neudorf durch Treffer von Jessica Wich (9.), Aferdita Kameraj (60.) und Lena Timmermann (83.) mit 3:0. Der SC Freiburg siegte in einer trefferreichen Partie nach zwischenzeitlichem 3:3 gegen den ETSV Würzburg mit 6:3 (3:1), drei Treffer zwischen der 68. und 75. Minute versetzten dem wacker kämpfenden Zweitliga-Aufsteiger jedoch den K.o.

Claudia von Lanken

Leipzigs Trainerin Claudia von Lanken muss mit ihrem Team nachsitzen © Lutz Kollmann / girlsplay.de

Gewitter stoppt Lok Leipzig
Zweitligist Herforder SV behielt gegen den FFC Oldesloe mit 4:1 (1:0) die Oberhand. Im Achtelfinale stehen ebenfalls der FSV Gütersloh 2009 nach einem 4:2 (3:1) gegen den 1. FC Lübars und der VfL Sindelfingen, der gegen Zweitliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach beim 8:0 (4:0) den höchsten Sieg der Runde verzeichnete. Der 1. FFC 08 Niederkirchen unterlag dem FV Löchgau mit 0:1 (0:1), beim Spiel TSV Crailsheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim setzten sich die Gäste nach einem Pokalkrimi mit 5:4 (4:4, 2:2) durch, den entscheidenden Treffer erzielte Christina Arend, Neuzugang vom 1. FC Saarbrücken, in der 95. Minute. Die Partie zwischen dem TSV Jahn Calden und dem 1. FC Lok Leipzig musste in der 69. Minute wegen eines Gewitters beim Stand von 1:0 für die Gäste abgebrochen werden.

Bayern und Jena mit Mühe
Bereits am Samstag hatten sich zwei weitere Erstligisten für das Achtelfinale qualifiziert, dabei aber in Duellen gegen Zweitligisten mehr Mühe als erwartet gehabt. Der FC Bayern München mühte sich beim 1. FC Saarbrücken durch einen Freistoßtreffer von Neu-Nationalspielerin Julia Simic zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg, der FF USV Jena musste gegen den BV Cloppenburg gar in die Verlängerung, ehe das Team der früheren Duisburger Trainerin Martina Voss-Tecklenburg am Ende mit 3:2 (2:2, 1:0) gewann.

Umständliche Bayern, glückliches Ende für Jena
“Es war ein Arbeitssieg” bilanzierte Bayern-Trainer Thomas Wörle. “Das Ergebnis stimmt, aber wir haben uns sehr umständlich verhalten.” In Jena gingen die Gastgeberinnen durch Sylvia Arnold (6.) und Stephanie Milde (77.) zweimal in Führung, doch der Zweitligist bewies zweimal Moral und kam durch Marie Pollmann (47.) und Verena Aschauer (90.+1) zurück in die Partie. Doch Milde war es, die anfangs der Verlängerung nach einem Eckball für die Entscheidung sorgte (93.).

Werder gewinnt Déjà-vu
Bereits am Freitagabend hatte Werder Bremen mit einem 1:0-Sieg nach Verlängerung beim SV Meppen die 2. Hauptrunde eröffnet. Kira Bullers Treffer (91.) sorgte dafür, dass Werder fünf Tage nach dem 2:0 gegen den gleichen Gegner in der Liga erneut die Oberhand behielt.

DFB-Pokal, 2. Hauptrunde, Ergebnisse im Überblick:

SV Meppen – Werder Bremen 0:1 n.V.
FF USV Jena – BV Cloppenburg 3:2 n.V.
1. FC Saarbrücken – FC Bayern München 0:1
FSV Gütersloh 2009 – 1. FC Lübars 4:2
SC Sand – FCR 2001 Duisburg 0:2
VfL Sindelfingen – Borussia Mönchengladbach 8:0
TSV Jahn Calden – 1. FC Lok Leipzig 0:1 (Spielabbruch in der 69. Minute wegen Gewitter)
SV BW Hohen Neudorf – Hamburger SV 0:3
Herforder SV – FFC Oldesloe 4:1
1. FFC Turbine Potsdam – SG Essen-Schönebeck 5:0
Magdeburger FFC – VfL Wolfsburg 0:5
VfL Kommern – 1. FFC Frankfurt 0:6
Bayer 04 Leverkusen – SC 07 Bad Neuenahr 0:1
TSV Crailsheim – 1899 Hoffenheim 4:5 n.V.
1. FFC 08 Niederkirchen – FV Löchgau 0:1
SC Freiburg – ETSV Würzburg 6:3

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • intersoccer sagt:

    Weiß jemand, was das Reglement im Fall des Spiels Calden – Leipzig vorsieht? Fortsetzungsspiel?

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  • TomS sagt:

    Das würde mich auch mal interessieren, auf der homepage von LOK und bei Facebook war noch nichts zu lesen. Wie wird sowas in der regel gehandhabt.

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  • Frank W. sagt:

    Normalerweise Wiederholungsspiel.

    Weil aber schon mehr als 2/3 gespielt ist kann es auch sein, das es am nächsten Tag in der 69. Minute weiter geht.

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  • waiiy sagt:

    Ich habe leider die 1. Halbzeit im Spiel von Turbine nicht sehen können, da meine Tochter noch selbst gespielt hat. Von daher würde mich interessieren, wie stark Patti so gespielt hat. Offensichtlich hat sie ja die beiden ersten beiden Tore wieder vorbereitet.

    Was mir in dem Spiel in der 2. Halbzeit sehr imponiert hat, was die körperliche Überlegenheit und die viel größere Ausdauer von Turbine. Immerhin kam da ein Gegner, der ja die letzten Spiele auch erfolgreich war. Das war Spielfreue pur, bei der man auch fast jede Spielerin nennen könnte.

    Die gegnerischen Mannschaften dürfen jetzt zittern, da Anja nun endlich ihren Saisoneinstand gegeben hat, Genoveva trifft, wie sie will und Yuki aus Asien zurück erwartet wird.

    Was sich sich schon in den ersten Saisonspielen angedeutet hat, bleibt dabei: die Standardsituationen sind diese Saison eine Waffe, mit der man rechnen muss. Diesmal war es ein Freistoß von Patti.

    Auf jeden Fall sind die Zuschauer im Karli gut unterhalten, was eine Leistung ist.

    waiiy

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  • P.Enalty sagt:

    @ intersoccer: Hab gerade im ARD-Text gelesen, dass das Spiel Calden-Leipzig neu angesetzt wird…

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  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    ich habe das Spiel leider nicht gesehen, entnehme aber den verschiedenen Berichten und dem Live-Ticker, daß TURBINE wieder sehr viele Chancen vergeben hat!!!
    Die Frage wird also auch in den kommenden Spielen lauten, wie kann unser Team seine Effizienz vebessern???

    OK, Essen war in der Vergangenheit immer so ein „Angstgegner“ wenn es um Pokalbegegnungen ging!!!
    Diese Hürde wurde dieses Mal mit Bravur übersprungen!!!

    Ich freue mich vor allem für ANJA!!!
    Jedes Tor gibt ihr ein bisschen mehr Selbstvertrauen, und ich wünsche ANJA, daß dies in Wolfsburg noch größer wird!!!

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  • waiiy sagt:

    @Detlef:

    Das mit den vielen Chancen sehe ich nicht so verbissen. Sie suchen auh viel öfter den Abschluss als noch letzte Saison. Da sind dann auch viele „Chancen“ dabei, die drin sein können, die aber nicht unbedingt drin sein müssen.

    Dann darf man nicht verkennen, dass da Uschi Holl im Tor stand bei Essen. Sie fängt ja nun doch den einen oder anderen Ball (mehr) ab.

    Und viele dieser Chancen entstehen vor allem diese Saison, weil Anonma wirklich hinter jedem Ball hinterhergeht, auch wenn es noch so aussichtslos erscheint und dadurch wirklich viele unverhoffte Ballgewinne macht. Wo andere bei 30°C Kräfte sparen, scheint sie unglaubliche Reserven zu haben.

    Was aber gut ist, dass eben quer durch die Mannschaft der Abschluss gesucht wird. Selbst Jennifer Cramer und Inka Wesely haben den Drang, aufs Tor zu schießen, wenn sich die Möglichkeit beitet. Dadurch werden die Tore auch durch viele verschiedene Spielerinnen geschossen und Turbine noch schwer auszurechnen (auch wenn Anonma momentan in jedem Spiel ihr Tor schießt).

    waiiy

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