In der Zweiten Liga Nord wird aufgerüstet

Von am 28. August 2011 – 9.17 Uhr 10 Kommentare

In den vergangenen Jahren waren die Meisterschaften in der Zweiten Bundesliga Nord stets klare Angelegenheiten. Nicht selten waren Mannschaften vom ersten bis zum letzten Spieltag dominant – doch das könnte in diesem Jahr anders werden, denn mehrere Kandidaten haben das Zeug, oben mitzuspielen.

Auf dem dritten Tabellenplatz beendete der 1. FFC Turbine Potsdam II die vergangene Saison. Traditionell spielen die Brandenburgerinnen um die Meisterschaft mit. Aufsteigen werden jedoch andere, denn dies ist der Reserve eines Erstligisten nicht erlaubt.

Lübars und Bremen mit Perspektive
Wichtige Rollen im Kampf um die vorderen Plätze können der SV Werder Bremen und der 1. FC Lübars spielen. Beide Mannschaften haben zahlungskräftige Proficlubs im Hintergrund – Lübars kooperiert mit Hertha BSC Berlin. Im vergangenen Jahr war man auf beiden Seiten nicht unglücklich, dass es im Endspurt nicht für ganz oben gereicht hat. „Zu früh“ war die einhellige Aussage. Doch auch wenn insbesondere Bremen das Unternehmen Erste Bundesliga betont langsam angeht, hat man auch dort das klare Ziel des mittelfristigen Erstligaaufstiegs.

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Meppen auf Einkaufstour in Polen
Der SV Victoria Gersten ist all die Jahre in der Zweiten Bundesliga dabei gewesen. Doch auch wenn die Mannschaft von Trainerin Maria Reisinger immer mal wieder oben anklopfte, waren die Möglichkeiten der Emsländerinnen im Verein dennoch beschränkt. Nun hat sich die Mannschaft dem SV Meppen angeschlossen, um auch strukturell einen Schritt nach vorne zu tun. Der SV ist ein eingespieltes Team, hat kaum Abgänge zu verzeichnen, dafür aber eine lange Liste bei den Neuzugängen. Mit Marta Sega, Ewa Zyla und Agata Manczynska kamen unter andrem gleich drei Spielerinnen von Unia Raciborz aus Polen.

Marie Pollmann stürmt künftig für den BV Cloppenburg. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Cloppenburg will angreifen
Weit imposanter liest sich allerdings die Liste der Neuzugänge beim BV Cloppenburg. Im vergangenen Jahr ist das Team von Trainerin Tanja Schulte nur knapp dem Abstieg entgangen, jetzt wollen die Niedersächsinnen oben mitmischen. Viele Spielerinnen hat Schulte in die zweite Mannschaft degradiert, ersetzt wurden sie mit für Zweitligaverhältnisse hochkarätigen Neuzugängen – an der Spitze Marie Pollmann und Verena Aschauer von Schultes Ex-Club Herforder SV sowie Imke Wübbenhorst aus Hamburg. Nach dem schweren ersten Zweitligajahr wird es jetzt vor allem darum gehen, sich oben festzusetzen – ob Leistung und Konstanz für ganz oben reichen, bleibt abzuwarten.

Wie stark ist Herford?
Hinter der Leistungsstärke des Herforder SV steht dagegen ein großes Fragezeichen. Nach dem letzten Bundesligaabstieg 2008/2009 gelang der direkte Wiederaufstieg – doch damals blieb das Team zusammen. Jetzt hat der Verein wichtige Abgänge zu verzeichnen; neben Pollmann und Aschauer auch Laura Feiersinger, Sabrina Schlottmann, Heleen Jaques sowie Spielführerin Kerstin Nolte, die ihre Karriere beendet. Die Abgänge wurden vor allem mit Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft kompensiert, denn der Abstieg bedeutete für Herford einen schmerzhaften finanziellen Einschnitt. Um den Aufstieg werden die Ostwestfälinnen wohl nicht spielen, aber ein guter und stabiler Mittelfeldplatz ist im „Aufbaujahr“, wie es der Verein nennt, Pflicht.

Kampf um Perspektive und gegen den Abstieg
Kandidat für einen stabilen Mittelfeldplatz sind darüber hinaus „Dauerbrenner“ FSV Gütersloh sowie der FFC Oldesloe. Wobei beide Mannschaften perspektivisch schauen müssen, nicht dauerhaft im „Niemandsland“ der Zweiten Liga zu stehen. Auch hier wird, wie durch andere Clubs deutlich gemacht, aufgerüstet.  Auf Augenhöhe dieser Clubs könnte die Bundesligareserve des FCR 2001 Duisburg landen, die in diesem Jahr in der Nordstaffel antritt. In den Kampf gegen den Abstieg geraten könnten der FFC Magdeburg sowie die Aufsteiger FF USV Jena II und der Mellendorfer TV.

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10 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Die Aufsteiger USV Jena II (1-6 gegen Herford) und Mellendorfer TV (0-8 in Meppen) mussten erst mal gehörig Lehrgeld zahlen. Ihre Gegner stehen somit an der Tabellenspitze.
    Geheimfavorit Cloppenburg hatte gegen Gütersloh mehr Mühe als erwartet. Auch die Niederlage von Oldesloe gegen Magdeburg kommt überraschend, die von Lübars gegen Potsdam II dagegen nicht.
    Für die ‚Zweite‘ des FCR wird es keine leichte Saison, denn diese Staffel ist m.E. nicht schwächer als die 2.Liga Süd, in der sie bisher eingeteilt waren.

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  • jochen-or sagt:

    Lübars hat nach dem Eindruck vom heutigen Spiel nicht ausreichend Qualität für einen Aufstieg.

    Aber auch die eingesetzten Spielerinnen aus dem Kader der 1. von Potsdam( Löwenberg, Draws, Starke u.a.) drängten sich nicht für höhere Einsätze auf. Die meiste Power entwickelte noch Monique Kerschkowski – sie war jedoch bei Pässen und Flanken nicht sehr präzise.

    180 Zuschauer (handgezählt)

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  • Detlef sagt:

    @jochen-or,
    Danke für den kurzen Bericht, und Deine Meinung über die Stärke von Lübars!!!
    TURBINE 2 wird wohl diese Saison ganz oben dabeisein, weil einige Spielerinnen aus dem Erstligakader (Beispiele wurden genannt), und einige erfahrene Zweitligaspielerinnen (JOSCHI, BRAUN) ein sehr schlagkräftiges Team ergeben!!!
    Dazu kommen noch einige Jungtalente (S. ANDONOVA, KULIS, DILLMANN, EL-KASSEM), die mittelfristig für die Erste aufgebaut werden sollen!!!

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  • Timo sagt:

    Das erste Spiel von Cloppenburg war ja noch nicht so super aber für alle Interessieten mal den Link zu BVCtv http://j.mp/r3Yie1
    ab 5 min und etwas wird über das Spiel berichtet

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  • susifan sagt:

    Die 2. Mannschaft vom FF USV Jena kann eigentlich die Klasse gar nicht halten, das Team ist eine reine Regionalligamannschaft, der Kader wurde auch für die 2. BuLi überhaupt nicht verstärkt und ob das dann klappen kann ist doch sehr zweifelhaft, denn es gibt nur 1-2 Spielerinnen die die Qualität für diese Liga haben. Sehr schade!!!

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  • jochen-or sagt:

    Ich weiß nicht , wie ihr das seht!

    Aber ich habe zwischenzeitlich eine derartige Aversion gegen „unsere“ Silvia Neid, dass dies negativ auf meine Sympathien und mein Interesse für die Nationalmannschaft durchschlägt.

    Dies gilt nicht, weil ich sie nicht mehr für eine gute Trainerin wie vor der WM erachte, sondern weil ich ihre Haltung und ihren Charakter, wie er sich vor und erst recht nach der WM gezeigt hat, so schlimm finde.

    Mich würde es interessieren, ob dies anderen auch so geht.

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  • FFFan sagt:

    @ jochen-or:
    Mich würde interessieren, was deine Aversion gegen Frau Neid mit der 2.Liga Nord zu tun hat? 😉

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  • slartie sagt:

    Hut ab vor Magdeburg, Glückwunsch nach Gersten, ähem, Meppen zum erstaunlich gutem Saisonstart!!!
    Greade mal gut gegangen BVC, aber die „harte“ Nuss Gütersloh doch geschlagen.
    Wenn mkan den oben genannten Bericht liest, sieht es so aus,
    als ob kein Verein der 2.Liga Nord aufsteigen möchte.
    Etablieren heißt das Zauberwort bei (fast) allen Vereinen.
    Aber wird es für Bremen nicht langsam mal Zeit aufzusteigen?
    In der Liga sind sie doch jetzt wohl mal so langsam angekommen, im 3.Jahr!!!
    Wie stark der Herforder SV einzuschätzen ist, lässt sich auch nach dem ersten Spieltag nicht endgültig feststellen, dafür war der Sieg in Jena zu deutlich.
    Die nächsten Spiele gegen Turbine 2 und Duisburg 2 werden es zeigen, aber von einem Qualitätsverlust der Spielanlage ist bei den „jungen“ Herforderinnen nichts zu spüren.
    Aber dennoch: Der HSV will nicht aufsteigen, aber wenn´s passiert, bitteschön, nehmen wir gerne mit 😉

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  • OK sagt:

    die herforderinnen?

    wären nicht abgestiegen, wenn freddi abt in der 1. liga im tor gestanden hätte….
    und sie steigen wieder auf, wenn sie nicht weggekauft oder verletzt wird. die frau spielt auf dem niveu von natze oder sarholz, wobei letztere dagegen etwas behäbig wirkt.
    grosse worte? freddis auftritt gegen potsdam 2 war absolut überzeugend, hat die anderen letztlich mitgerissen und den sieg möglich gemacht. wobei ich die leistung der anderen nicht kleinreden will. die kämpferische leistung war top. wenn ihr gesehen hättet, wie die potsdamerinnen nach dem schlusspfiff am boden lagen und die herforderinnen glücklich über den platz spazierten, ihr würdet mich verstehen….

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  • Sheldon sagt:

    @OK: Also ein bisschen langsam mit den jungen Pferden. Ein gutes Spiel macht noch lange keine Weltklassetorhüterin, schon gar nicht in der 2. Liga. Wichtig ist gerade im Tor Konstanz. Das sieht man beispielsweise an Lisa Schmitz, die zwischen grauenvoll und sagenhaft tendiert. Der Vergleich mit Sarholz, den finde ich da schon sehr gewagt, dann lieber mit Bellinghoven oder Weech.
    @jochen-or: Vollste Zustimmung, kann ich nur bestätigen!

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