Topteams wollen nächsten Dreier einfahren

Von am 27. August 2011 – 8.08 Uhr

Die siegreichen Teams des vorigen Wochenendes müssen am zweiten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga am Sonntag überwiegend auswärts antreten, nur der VfL Wolfsburg kommt in den Genuss eines Heimspiels. Dabei muss das Top-Trio der vergangenen Saison in seinen Auswärtsspielen auf seine japanischen Weltmeisterinnen verzichten.

Ohne Saki Kumagai, die mit der japanischen Nationalelf am 1. September ein Olympia-Qualifikationsspiel gegen Thailand, muss der 1. FFC Frankfurt beim Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig antreten (11 Uhr), der bei der knappen 1:2-Niederlage in Duisburg eine gute Visitenkarte abgab.

Frankfurt will an zweite Halbzeit anknüpfen
„Wir wollen da ansetzen, wo wir am vergangenen Sonntag im zweiten Durchgang aufgehört haben“, erklärt FFC Trainer Sven Kahlert. „Ich erwarte, dass wir von Beginn an sowohl in der Offensive als auch in der Rückwärtsbewegung konzentriert und mit Leidenschaft agieren.“ Ebenfalls fehlen werden Gina Lewandowski, die heute Abend das WPS-Finale mit den Western New York Flash gegen Philadelphia Independence bestreiten wird, und verletzungsbedingt Kim Kulig (Reha nach Kreuzbandriss), Valeria Kleiner (Aufbautraining nach Innenbandriss) sowie Silvana Chojnowski (Aufbautraining nach Rückenproblemen).

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Wensing zurück in der Viererkette, Ando fehlt
Der FCR 2001 Duisburg reist zum Hamburger SV (11 Uhr) und will sich am zweiten Spieltag nach dem schweren Auftakterfolg gegen Leipzig verbessert zeigen. Dabei soll zur Stabilisierung der Abwehr Luisa Wensing in die Viererkette zurückkehren, Linda Bresonik wird nach ihrem Kurzeinsatz womöglich in der Anfangsformation in zentraler Position zum Einsatz kommen, da auch Kozue Ando wie Kumagai fehlen wird. Duisburgs Trainer Marco Ketelaer erklärt: „Auch der HSV muss erst geschlagen werden; und dafür müssen wir deutlich besser werden, 100 Prozent unseres Könnens abrufen und möglichst das schnelle Tor schießen, das uns gegen Leipzig eben nicht gelungen ist.“

Vorfreude auf die großen Bayern
Beim SC Freiburg freut man sich nach dem 2:2 in Bad Neuenahr über die Heimpremiere (14 Uhr). „Wir gehen frohen Mutes in dieses Spiel gegen die Bayern“, so Trainer Milorad Pilopovic, der nach den Länderspiel-Abstellungen wieder auf sein Schweizer Trio Caroline Abbé, Marisa Brunner und Isabelle Meyer wird zurückgreifen können, aber weiter auf Stéphanie Wendlinger (Innenbandanriss), Alisa Schmidt (Reha nach Kreuzbandriss), Sonja Giraud (Meniskus-Operation) und Isabella Schmid (Knie-Prellung) verzichten muss. Auch Essi Sainio ist von der finnischen Nationalmannschaft zurück und hat das Training wieder aufgenommen.

Pilopovics Elf geht besonders motiviert in die Partie, denn „es ist immer etwas Besonderes gegen den FC Bayern zu spielen und vielleicht sogar zu gewinnen.“, so Pilipovic. Seine Mannschaft bereitet er auf einen vor allem in der Offensive gut besetzten Gegner vor, der auf „eine sehr, sehr starke zentrale Achse bauen kann.“ Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärt: „Freiburg wird ein ganz schwieriges Spiel. Auch wenn sie Aufsteiger sind: Sie werden sicher im Mittelfeld landen!“

Laura Brosius und Lena Goeßling

Jenas Kapitänin Laura Brosius (vorne) ist trotz Auftaktniederlage optimistisch © Holger Peterlein / girlsplay.de

Selbstkritische Analyse
Beim FF USV Jena hat man das ernüchternde 0:3 gegen den VfL Wolfsburg vor dem Duell bei der SG Essen-Schönebeck (14 Uhr) akribisch analysiert und sich einiges vorgenommen. Kapitänin Laura Brosius meint: „Wir wollen in Essen kämpferisch noch zulegen und mannschaftlich geschlossen auftreten. Dann werden wir unser Ziel, die drei Punkte nach Jena zu holen, auch erreichen. Wir haben diese Woche im Training sehr konzentriert gearbeitet. Ich bin sehr zuversichtlich für das Spiel gegen Essen.“

Und Trainerin Martina Voss-Tecklenburg ergänzt: „Die Mannschaft ist sehr offen und selbstkritisch und mit ihrer Leistung umgegangen und in Essen wollen wir natürlich anders auftreten, früher in den Zweikämpfen und von der ersten Sekunde an hellwach sein.“

In zwei weiteren Spielen empfängt ab 14 Uhr (live auf DFB-TV) der VfL Wolfsburg im Rahmen seines Saisoneröffnungsfests den SC 07 Bad Neuenahr, bereits ab 11.00 Uhr ist der Deutsche Meister 1. FFC Turbine Potsdam bei Bayer 04 Leverkusen im Einsatz.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.