Bundesliga-Ausblick: Die untere Tabellenhälfte

Von am 21. August 2011 – 10.49 Uhr 7 Kommentare

In Teil zwei unserer Saisonvorschau auf die Frauenfußball-Bundesliga werfen wir einen Blick auf die Teams, die unserer Meinung nach die Plätze 7 bis 12 unter sich ausmachen werden.

Wie schlägt sich der neue HSV?
In der vergangenen Saison war der Hamburger SV mit Platz 4 das Überraschungsteam der Saison. Doch Abgänge wie die von Kim Kulig, Ana-Maria Crnogorcevic (beide 1. FFC Frankfurt), Antonia Göransson (1. FFC Turbine Potsdam) und fünf weiteren Spielerinnen haben das Team merklich geschwächt. Es bleibt abzuwarten, inwiefern Neuzugänge wie Marie-Louise Bagehorn und Jessica Wich (beide 1. FFC Turbine Potsdam) oder die aus den USA zurückgekehrte Friederike Engel sowie die frisch verpflichtete Kristina Brenner dies kompensieren können. An die Super-Saison aus dem Vorjahr werden die Hanseatinnen sicherlich nicht anknüpfen können.

Duisburger Duo soll Bayer helfen
Mit zwei ehemaligen Spielerinnen des FCR 2001 Duisburg hat Bayer 04 Leverkusen seinen Kader verstärkt. Marina Hegering und Turid Knaak sollen helfen, dass die Werkself auch in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Doch wann Hegering ihre hartnäckigen Fersenprobleme endgültig überwunden haben wird und wieder ihre volle Leistung wird abrufen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Außer den beiden verstärkte sich das Team nur aus der eigenen Jugend. Die hohen Testspielsiege gegen unterklassige Teams sind kein echter Fingerzeig, das Auftaktprogramm mit Spielen gegen München, Potsdam und Duisburg hat es zudem in sich. Dennoch sollte das Team erneut in der Lage sein, nichts mit dem  Abstieg zu tun zu haben.

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Freiburg gut gerüstet
Nach dem Abstieg aus der ersten Liga gelang dem SC Freiburg ein souveräner Durchmarsch in der 2. Bundesliga Süd und der sofortige Wiederaufstieg. Mit cleveren Verstärkungen wie der Schweizer Nationalspielerin Caroline Abbé (vorher FC Yverdon Féminin), Hasret Kayikci (FCR 2001 Duisburg) und Chioma Igwe aus den USA (Bay Area Breeze) scheint das Team bestens gerüstet, den Anforderungen der ersten Liga diesmal besser gewachsen zu sein. Auch wenn Trainer Milorad Pilipovic zum Saisonauftakt wegen Länderspiel-Abstellungen (Isabelle Meyer, Caroline Abbé) und einigen Verletzungen (Stéphanie Wendliner, Alisa Schmidt, Sonja Giraud, Isabella Schmid) nicht seinen besten Kader zur Verfügung haben wird, sollte das Team eine ordentliche Rolle in der Liga spielen können.

Martina Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg: Kann sie den FF USV Jena vor dem Abstieg bewahren? © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Jena mit Top-Trainerin, aber ohne Top-Stürmerin
Wie groß ist der Voss-Tecklenburg-Faktor? Die Hoffnungen beim FF USV Jena ruhen ganz auf der neuen Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, die das Team aus Thüringen vor dem Abstieg bewahren und in ein ruhigeres Fahrwasser führen soll. Vor allem der Abgang von Genoveva Anonma schmerzt, die in der Vorsaison mehr als die Hälfte aller Treffer ihres Teams erzielte. Doch Neuzugänge wie der von Mirte Roelvink (FCR 2001 Duisburg) oder der neuseeländischen Nationalspielerin Amber Hearn sollen dazu beitragen, dass das Team schnellstmöglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat. Dank „gesunder Hierarchie“ im Kader ist Voss-Tecklenburg optimistisch, dieses Ziel erreichen zu können.

Für Essen und Leipzig wird es eng
Auch für die SG Essen-Schönebeck wird es darum gehen, dem Abstiegsgespenst zu entkommen, daran ändert auch die Verpflichtung von Nationaltorhüterin Ursula Holl nichts. Gleich elf Abgänge hat das Team zu verzeichnen, acht Neuzugänge sollen dies kompensieren, die meisten von ihnen aus unterklassigen Teams. Besonders optimistisch scheinen die Fans nicht zu sein, denn eine geplante Fan-Fahrt zum Auftaktspiel nach Frankfurt wurde wegen des geringen Interesses abgesagt. Dabei gelangen zum Abschluss der Vorbereitung bei einem Turnier in Belgien Siege gegen den RSC Anderlecht und ADO Den Haag sowie ein Remis gegen Standard Fémina de Liège.

Für Aufsteiger 1. FC Lokomotive Leipzig kann das Ziel in der Debütsaison der ersten Liga nur der Klassenerhalt sein. Mit der ehemaligen Trainer des HSV II, Claudia von Lanken“ sowie einigen namhaften Neuverpflichtungen wie Anne van Bonn (FCR 2001 Duisburg) oder den Hamburgerinnen Angelina Lübcke und Jobina Jahr sowie Torhüterin Gaëlle Thalmann aus der Schweiz soll der Abstieg verhindert werden. Doch das dürfte ein überaus schwieriges Unterfangen werden.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Wieb Ke sagt:

    Es wird hier in den Kommentaren oft reklamiert, dass die Jugend keine Chance hätte. Leverkusen zeigt sich da allerdings sehr mutig. Mal gespannt, ob es klappt.

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  • Kavalor sagt:

    Lok hat schon mal ne ordentlichen Auftakt abgeliefert – nur 2:1 in Duisburg verloren – und dabei 59 min geführt – das stimmt mich optimistisch für die Saison .

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  • eisbär sagt:

    Und mich eher pessimistisch was den FCR betrifft. Wenn Grings einmal in Duisburg aufhört, sehe ich schwarz für den FCR. Und schade, dass Essen nicht eine ihrer sehr guten Chancen zur Führung genutzt hat.

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  • Aufreger sagt:

    Die Trainerin, von Lanken, hatte ihre Mannschaft hervorragend in der Abwehr eingestellt, und fast hätte es geklappt, wären die Konterchancen konsequent genutzt worden. Allerdings hatte man anfangs einiges Glück, vlt. wäre das Spiel dann anders gelaufen.

    Selten einen so engagierten Aufsteiger zum Auftakt gesehen. Dem FCR Trainer ( ihm fiel kein taktisches Gegenmittel ein )und auch die Mannschaft – mit den vielen Nationalspielerinnen – wußte kein Gegenmittel einzusetzen.

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  • B randy74 sagt:

    @ eisbaer: wie du siehst,mit Inka ging es schneller als man denkt….

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  • franksquasher sagt:

    Ich bin entsetzt. In Vorbericht der lokalen Presse stand noch „Popp hat wieder Kust auf Fussball“…der Ball hatte aber wohl noch keine Lust auf Popp. Immerhin glückte ihr der Ausgleich und ein gewisses Maß an Einsatz war vorhanden. Für Krahn ist die Kapitänsbürde wohl zu schwer, Laudehrs Fehlpassorgie war kaum zu ertragen, Ando hatte einen Kreisklassentag erwischt (nicht den ersten) und Osters Auswechslung gegen Müller folgerichtig die Höchststrafe. Apropos…wenn diese Sportart professioneller werden will, dann sollten sich die Akteure auch so verhalten. Dieses Verhalten beeinhaltet auch einen entsprechenden Ernährungsplan. Müller´s Check kurz vor Spielende sorgte zwar für allgemeine Belustigung, erinnerte aber stark an alte Schwarz-Weiss-Beiträge aus den Anfängen des Frauenfussballs. Gleiches gilt für Bellinghoven, ich bin mir nicht sicher ob es die Unentschlossenheit war die den Gegentreffer begünstigte, glaube eher sie konnte einfach nicht schneller. Auch hier…unbedingt Schokopudding streichen.
    Leipzig hat eine gute Visitenkarte abgegeben, etwas hausbacken, aber mit Sicherheit haben sie eine Chance auf den Klassenerhalt.
    Bisher habe ich den Abgängen nicht nachgeweint. Aber bei Anne ist es angebracht. Die hätte ich heute wieder gerne auf der anderen Seite gesehen…

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  • Wieb Ke sagt:

    Inka Grings verlässt den FCR Duisburg

    Derwesten.de – vor 5 Minuten

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