Ärger für Saki Kumagai

Von am 22. Juli 2011 – 13.13 Uhr 17 Kommentare

Saki Kumagai, Japans frisch gekürte Weltmeisterin und Neuzugang bei Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt, hat sich nur wenige Tage nach dem Titelgewinn Ärger mit dem japanischen Verband (JFA) eingehandelt.

Die 20-Jährige hatte am Mittwochabend mit einigen Studenten den WM-Titel bei einem Abendessen gefeiert, dabei kritische Töne gegenüber Trainer Norio Sasaki und die Teamhierarchie geäußert und angeblich auf ihrem Mobiltelefon auch Nacktfotos von Teamkollegin Karina Maruyama gezeigt. Dies geriet an die Öffentlichkeit, weil einer der Studenten die Infos über Twitter verbreitete.

Saki Kumagai

Saki Kumagai, Neuzugang beim 1. FFC Frankfurt © Zetbo / Framba.de

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TV-Auftritte abgesagt
Kumagai hat sich inzwischen über ihren eigenen Twitter-Account entschuldigt, ihre geplanten TV-Auftritte wurden abgesagt. Sasaki erklärte: „Ich möchte mich im Namen aller, die die Nadeshiko unterstützt haben, tief entschuldigen. Ich habe meine Aufsichtspflicht vernachlässigt.“

Auf eigenes Verhalten achten
JFA-Vizepräsident Kuniya Daini erklärte: „Ich habe den Chef der Frauenfußball-Abteilung instruiert, allen mitzuteilen, sie mögen auf ihr eigenes Verhalten achten und sich nicht hinreißen lassen.“

Kumagai bestritt bei der Frauenfußball-WM in Deutschland alle sechs Spiele ihres Teams und verwertete im Finale gegen die USA den entscheidenden Elfmeter. Zur neuen Saison wechselt sie von Urawa Reds Ladies zum 1. FFC Frankfurt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Lusankya sagt:

    Ja, davon habe ich schon gelesen, aber mangels Japanischkenntnissen konnte ich mich nicht vergewissern.

    Hiermal ein Auszug, was ein User aus einem anderen Forum so alles in der japanischen Presse aufgeschnappt hat:

    „She [Kumagai] began by saying she didn’t really want the gold medal, insinuating that she couldn’t care less about the final’s victory, and she reportedly said to the guy if you want it, you can have it. Then she started ripping the relationship between the coach and the team, between the Japanese Football Association and the team. And everything went south from there. She ripped every big name player on the team except Sawa. She called Maruyama a narcissist and showed the guys a topless photo of Maruyama; she thought Miyama was so ugly she questioned why she would wear perfume before matche; She said Nagasato was egotistical; team members bullied little Iwabuchi; and that Sameshima likes surfer guys. And there’s so much more not substantiated yet.

    Basically, it has stirred up a big internet story in Japan than the actual world cup victory in the past couple of days. And in all likelihood, Kumagai has played her last game with the JWNT. Just an anti-climatic ending to this supposedly joyous occasion.“

    Denkt natürlich daran, nicht jedes Wort aus dem Auszug für bare Münze zu nehmen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    In puncto Miyama hätte sie nach meinem Empfinden Recht gehabt. Deren Posen auf dem Platz wichen doch erheblich von denen ihrer Mitspielerinnen ab und würden den Fakt der Selbstdarstellung zulassen, aber bei Maruyama?
    Nur, wie das Ganze hier gelaufen ist, ist doch mehr als bedauerlich und unverständlich, sind doch damit einige Wermutstropfen verschüttet worden. Und wenn wir bereits während der WM einen (Doping-)Skandal hatten, dann kommt jetzt einer der Nach-WM-Zeit!
    Bin echt gespannt, was bei dieser Harakiri-Aktion von Kumagai noch rumkommt!

    Auf alle Fälle sollte man in Ff. keine Handys in den Duschen zulassen… 😀

    Ach ja, hatte Kumagai nicht eine Kopfverletzung, die sie zumindest im 1. Spiel zwang, mit einem Verband aufzulaufen? Vielleicht war da ja noch mehr im Spiel…

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  • Andi sagt:

    Gewinnen ist eben doch nicht alles, Scheiß auf Gold, das ist die richtige Einstellung!

    Die Dame die sie nackig fotografiert hat war doch die die gegen Deutschland das Tor geschossen hat, die war danach wahrscheinlich so happy das die erstmal überall nackig rumgelaufen ist, die ganzen Perversen die da immer gleich fotografieren müssen…unmöglich.

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  • jeanwood sagt:

    @Andi
    Oder die „Dame“ hat sich in der Kabine ganz einfach die vom Spiel verschwitzten Klamotten ausgezogen, etwas, was die männlichen Fussballer bereits teilweise ( Trikot ) auf dem Platz machen und dabei von Millionen TV-Zuschauern gesehen werden. Während des Spiels gibt es dafür die gelbe Karte. Nach dem Schlusspfiff ist das egal. Viele Männer, die sich eigentlich nicht für den FF interessieren, begründen am Stammtisch ihr Interesse daran damit, nicht Tore, Schüsse und Kopfbälle sondern den finalen Trikottausch sehen zu wollen.
    Übrigens, wenn ich den englischen Text, zitiert von Lusankya, richtig übersetze, dann waren es nicht mehrere Bilder von der nackten Maruyama, sondern „ein“ topless ( oben ohne )-foto. Und so werden aller Voraussicht nach viele der Spielerinnen in der Umkleide nach einem Spiel rumlaufen und sich sogar nackt duschen. Früher brauchte man für solche Fotos eine Kamera, die aufgefallen wäre. Handys sind da unauffälliger. Wenigstens ist das Foto nicht ins Internet gestellt worden.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    für den letzten Eintrag hätte ich gern ein „gefällt mir absolut nicht Abwärts-Daumen“!!!
    Solche Schlagzeilen sind das aller Letzte!!!
    „Bei Weltmeister Japan geht es nackt und hasslich zu“
    Bei jeder Mann- und Frauschaft geht es nach dem Spiel „nackt zu“, oder wer duscht angezogen???

    „Fusball-Weltmeisterin Kumagai sorgt fur handfesten Skandal“
    Saki hat gar nicht für den „Skandal“ gesorgt, sondern der Typ, der das Ganze Getwittert hat, und damit an die Öffentlichkeit gebracht hat!!!
    Hat irgend ein Journalist dazu schon mal Saki selber befragt???
    Bevor man sie verurteilt, sollte man erst mal ihre Version kennen!!!

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  • pinkpanther sagt:

    @Detlef: Meine volle Zustimmung!!!
    In Japan gibt es eine ungeschriebene Regel, die besagt, dass das was man abends in einer Kneipe z.B. in betrunkenem Zustand beim außergeschäftlichen Zusammensein jemandem sagt (das kann sogar der Chef sein!) als nicht gesagt gilt!
    Dass nun so ein behämmerter Typ hergeht und das gleich twittert und quasi weltöffentlich macht, damit wird Saki Kumagai wohl kaum gerechnet haben.
    Dummerweise hat sie jetzt die A…-karte und kann einem so richtig leid tun. Ich wünsche ihr jedenfalls, dass sie wegen des Vorfalls nicht gänzlich aus der japanischen Mannschaft gekickt wird.

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  • Frieda sagt:

    Ich hoffe meine Vorredner meinen ihre Worte nicht ernst.

    Da geht jemand in eine Bar und zieht über ihre Teamkollegen her und zeigt obendrauf noch Bilder, die die Privatsphäre verletzen und nun soll man Mitleid mit ihr haben? Hallo?

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  • waiiy sagt:

    „Any news are good news.“

    Wir wollten (weltweit) mehr Aufmerksamkeit und die gibt es jetzt. Dass damit auch ein ungeschriebenes Gesetz in Japan außer Kraft gesetzt wurde, damit konnte man rechnen.

    Aber vielleicht kommen auch dadurch in Frankfurt 50 oder 100 mehr Zuschauer ins Stadion. Immerhin wird sich der neue Abwehrstar jetzt beweisen wollen. 🙂

    Ansonsten sollte man immer wieder mal daran denken, dass das alles junge Menschen um die 20 Jahre sind. Die reagieren halt auch mal so (zum Glück). Es können ja nicht alle so abgeklärt sein wie Birgit Prinz. Verrückte Sachen tun dem Fußball gut.

    Ganz davon abgesehen ist klar, dass es vom japanischen Verband bestraft werden musste. Inwieweit die Nationalmannschaftskarriere nun wirklich beendet ist, wird man sehen. Auch da sollte man verzeihen können, wenn es die betroffenen Spielerinnen untereinander ausgeräumt haben.

    Was ich viel schlimmmer finde (wenn es denn stimmt), dass sie ihre Goldmedaille verkaufen wollte…

    waiiy

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Über die mentalen Folgen dieser Entgleisung kann man diskutieren, aber das sie sich jetzt wird beweisen wollen, ist spekulativ. Genauso kann es sein, sie fällt erstmal in ein tiefes Loch und steht völlig neben sich. Definitiv sollte man nicht derart den Stab über sie brechen, jeder hat nämlich eine 2. Chance verdient!
    Gibt es eigentlich ein Statement vom 1.FFC zum Thema oder hält man sich dort noch zurück?

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  • Detlef sagt:

    @Frieda,
    warst Du etwa dabei, als Saki über ihre Team-Kolleginnen „hergezogen“ ist???
    Hast Du vielleicht selber (aus Entrüstung darüber) diese Meldung getwittert???

    Man soll nicht alles glauben, was Dritte im Netz verbreiten!!!

    Und nicht alle Nationaltrainer sind so extrem nachtragend wie die Deutschen!!!

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  • Emmi sagt:

    Vorweg, ich war auch nicht dabei, aber würde sie sich über ihren Twitter-Account für diese Entgleisungen entschuldigen, wenn sie nichts getan hätte???

    Denke nicht 😉

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  • Detlef sagt:

    @Emmi,
    Soweit mir die japanische Mentalität bekannt ist, ist „Entschuldigen“ dort Nationalsport!!!
    Die entschuldigen sich dort für alles und jeden!!!
    Sogar Herr Sasaki entschuldigte sich für diese negativen Schlagzeilen, obwohl er sicher weder beim „Foto-Shooting“, noch beim „Teamkolleginnen-Bashing“ dabei war!!!

    Und noch etwas OT,
    Sogar die japanischen Manager von Tepco haben sich entschuldigt!!!
    Darauf hätte man in Deutschland lange warten können, wenn so eine Panne bei RWE, EON oder Vattenfall passiert wäre!!!

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  • pinkpanther sagt:

    @Emmi: Ich war genauso wenig dabei wie du, aber da ich des japanischen nicht mächtig bin, bin ich auf die spärlichen Infos in den Medien angewiesen. Was jedoch relativ klar zu sein scheint ist, dass Frau Kumagai privat mit (vermeintlichen) Freunden/Bekannten zusammengesessen ist und dort wahrscheinlich Bier und Sake etwas aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Und ja, in privatem Kreis wird täglich 1.000-fach über die Kollegin/Freundin gelästert, kritisiert, Ärger rausgelassen – who cares? Die Frau ist gerade mal 20 Jahre alt! Hier den moralischen Stab zu brechen finde ich vollkommen daneben. Hätte nicht irgendein Idiot sich bemüßigt gefühlt, hier irgendwas zu twittern, wäre das nie an die Öffentlichkeit gekommen.
    Da das nunmal geschehen ist, muss sie sich natürlich entschuldigen. Das ist aber kein Eingeständnis, dass sie etwas Schlimmes getan hat, sie hat schlicht eine Dummheit begangen bei den „falschen“ Freunden, deren Ausmaß sie in keiner Weise so vorhersehen konnte.

    Und ja, diese junge Frau tut mir leid! Weil sie kein Medienprofi ist, die Medien sich jetzt aber auf die getwitterten Aussagen vonwemauchimmer stürzen und dies jetzt weidlich Ausschlachten.

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  • Zaunreiter sagt:

    Gehts eigentlich noch?

    Frieda und Emmi, vielleicht ist euch neben der Empathie auch die soziale Kompetenz abhanden gekommen.

    Um es noch mal mit pinkpanther oder waiiy zu sagen:
    Derjenige, der den Tabubruch begangen hat, war ihr studentischer Tischnachbar und nicht Frau Kumagai.
    Oder anders ausgedrückt: Wenn ich persönliches aus einem religiösen Ritual an die Öffentlichkeit bringe, begehe ich den Tabubruch und nicht derjenige, der im Ritual etwas getan oder gesagt hat.

    Ich darf in solchen Runden alles sagen, nur: Es hat nichts – rein garnichts nach außen zu dringen! Das hat wiederum was mit Vertrauen zu tun 😉 .

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  • Frieda sagt:

    @ Zaunreiter
    Frau Kumagai ist keine 12 Jahre und sie sollte wissen, wie schnell Dinge in einigen Ländern, darunter ihre Heimat, Gesagtes bei Twitter oder anderen sozialen Netzwerken landet. Das ist soziale Kompetenz. Wenn sie also ihren Tischnachbarn nicht einschätzen kann, inwieweit er vertraulich mit ihrem Tabubruch (Lästern ist auch ein Tabubruch, auch wenn es ein sehr gängiger ist) umgeht, dann muss sie entweder den Mund halten, oder mit den Konsequenzen rechnen. Auf keinen Fall kann man sie aber als armes kleines Opfer darstellen! Naivität kann auch nicht immer eine Ausrede sein.

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  • Jochen-or sagt:

    Man sollte wirklich nicht alles so hochhängen!
    Da hat pinkpanther meine volle Zustimmung (Daumen hoch)!

    Es gibt noch eine Privatsphäre, wo auch eine Person des ( hier gerade mal kurz vorher entstandenen) öffentlichen Interesses sich betrinken und über andere ablästern darf.
    Oder muss ich jetzt als solche Person mit Rücksicht auf meine Bekanntheit Vorbildcharakter bis ins Schlafzimmer üben? Arme Kumagai oder wer auch immer, der mal in die Schlagzeilen geraten ist.

    Das verwerfliche Verhalten und der Vertrauensbruch liegt hier eindeutig bei dem Kommilitonen, der nichts Besseres zu tun hatte, als dies schnell zu verbreiten.
    Ich erinnere daran, dass der Persönlichkeitsschutz in unseren Breiten nicht erlaubt, dass die Presse im familiären/persönlichen Bereich Geäußertes verwertet. Zum persönlichen Bereich dürfte auch ein Trinkgelage mit vermeintlichen Freunden gehören.

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  • Micol sagt:

    In Japan glauben übrigens inzwischen offenbar viele, dass dieser Student sich die angeblichen Kommentare aus Jux ausgedacht oder zumindest stark übertrieben hat. Er soll sich bei Kumagai inzwischen entschuldigt haben. Kumagai selbst hat gesagt, dass das, was sie an dem Abend gesagt hat, nicht richtig verstanden und wiedergegeben worden sei. Sie hat sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt, die das Ganze dem Trainer und dem Team verursacht hat. Und der Korrespondent, von dem diese Story ursprünglich stammt, hat offenbar schon öfter reißerisch über Ereignisse im japanischen Fußball berichtet und dabei Fakten verdreht.

    Fazit: Nix Genaues weiß man nicht, vermutlich wurde hier eine Party-Dummheit reichlich aufgebauscht, und eine 20-Jährige, die sich plötzlich ungewohnt in der Öffentlichkeit wiederfindet, hat gelernt, dass sie selbst mit harmlosen Lästereien vorsichtig sein muss. Fertig.

    Ich freu mich jedenfalls auf Saki Kumagai in Frankfurt. Vor allem hoffe ich, dass sie tatsächlich Einsatzzeit bekommt. Nach dem Kommentar von Sigi Dietrich, dass sie den Kader „in der Breite“ verstärkt, hab ich da nämlich so meine Zweifel…

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