Japan holt sich Weltmeistertitel

Von am 17. Juli 2011 – 23.37 Uhr 42 Kommentare

Japan hat es geschafft: In einem dramatischen WM-Finale haben sich die Japanerinnen gegen die über weite Strecken überlegenen USA nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Auch ein zweimaliger Rückstand brachte das Team nicht vom Erfolgsweg ab.

Beim 5:3 (2:2, 1:1, 0:0)-Sieg nach Elfmeterschießen vor 48 817 Zuschauer im FIFA WM-Stadion Frankfurt war es die zur zweiten Halbzeit eingewechselte Alex Morgan, die mit ihrem zweiten WM-Treffer die  US-Führung erzielte (69.). Doch Aya Miyama erzwang die Verlängerung (81.), ehe Abby Wambach per Kopf die USA erneut in Front brachte (104.). Doch Homare Sawa glich erneut aus (116.) und Saki Kumagai verwerteten im Elfmeterschießen den entscheidenden Strafstoß für die Japanerinnen.

Japan unverändert, USA mit zwei Wechseln
Japans Trainer Norio Sasaki vertraute der Formation, die im Halbfinale Schweden mit 3:1 bezwungen hatte. US-Trainer Pia Sundhage nahm zwei Wechsel vor: Rachel Buehler rückte nach Ablauf ihrer Rotsperre für Becky Sauerbrunn zurück in die Innenverteidigung, Megan Rapinoe durfte von Beginn an spielen, für sie musste Amy Rodriguez Platz auf der Ersatzbank nehmen, Lauren Cheney agierte als zweite Spitze neben Abby Wambach.

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Cheney hat frühe Führung auf dem Fuß
Die Partie begann furios, denn die Japanerin Azusa Iwashimizu ließ sich auf der rechten Abwehrseite von Cheney überlaufen, die zog nach innen, Japans Torhüterin Ayumi Kaihori klärte den Schuss nach nur 20 Sekunden. Und die Amerikanerinnen hatten auch die zweite gute Chance, als Rapinoe von links nahe an der Grundlinie scharf nach innen passte, Cheney aber den Ball knapp am Pfosten vorbeischob (8.). Nur Sekunden später setzte sich Abby Wambach erstmals in Szene, ihr Schuss aus 25 Metern ging aber übers Tor (9.).

USA schnüren Japan ein
Die USA drückten gegen etwas müde wirkende Japanerinnen weiter aufs Tempo, Carli Lloyd verzog nach Kopfballablage von Wambach von der Strafraumgrenze (11.). Es ging weiter mit Chancen im Minutentakt, Rapinoe vergab aus sechs Metern nach Vorarbeit von Heather O’Reilly die nächste gute Gelegenheit (12.). Die Japanerinnen überstanden diese Druckphase jedoch unbeschadet, Chancen hatte jedoch weiter nur der Weltranglistenerste, Lloyd (17.) und Rapinoe, die den Außenpfosten traf (18.), scheiterten aber mit ihren Schussversuchen. Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe Japan erstmals gefährlich vor das US-Tor kam, Shinobu Ohno verfehlte aber aus 20 Metern das Tor. Die USA hatten Pech, als Wambach mit einem wuchtigen Schuss von der linken Strafraumgrenze nur die Latte traf (28.).

Japan gestaltet Partie ausgeglichener
Nach schönem Steilpass von Ohno hatte Kozue Ando die beste japanische Chance auf dem Fuß, doch Hope Solo konnte sich erstmals auszeichnen und hielt sicher (31.). Cheney setzte einen Kopfball nach weitem Schlag von Kapitänin Christie Rampone nur knapp über die Latte (34.). Eine Ecke von Aya Miyama nahm Nahomi Kawasumi auf, doch ihr Schuss ging übers Tor (38.). Einen Hereingabe in den Strafraum von Ohno verpasste Ando nur knapp, die Japanerinnen waren jetzt etwas besser in der Partie (43.), doch insgesamt ging es für Japan mit einem schmeichelhaften Remis in die Pause.

Morgan trifft Pfosten
Die für Cheney eingewechselte Alex Morgan hatte das 1:0 auf dem Fuß traf aber nach scharfer Hereingabe von O’Reilly aus kurzer Distanz nur den Pfosten (48.). Die Partie nahm langsam wieder Fahrt auf, Lloyd versuchte es von der rechten Strafraumgrenze (52.), Wambach scheiterte aus 18 Metern (53.). Ein toller Pass von Homare Sawa hätte fast für Gefahr gesorgt, doch Ando hob den Ball etwas überhastet über das Tor (62.). Auf der Gegenseite lenkte Kaihori einen Wambach-Kopfball reflexartig über die Latte (64.).

Morgan sorgt für Führung, Japan schlägt zurück
Ein Ballverlust der eingewechselten Yuki Nagasato leitete die US-Führung ein: Rapinoe schlug den Ball weit aus der eigenen Hälfte, Morgan setzte sich gegen Iwashimizu durch, Saki Kumagai kam zu spät und der Newcomer setzte den Ball aus 14 Metern schräg ins Netz (69.). Die Amerikanerinnen schienen nun einem Sieg entgegenzusteuern, doch Japan schlug zurück. Buehler konnte einen Ball unter Druck nicht richtig klären, Ally Krieger legte den Ball auf Miyama auf, die aus kurzer Distanz ausglich (81.). Die Japanerinnen bekamen die zweite Luft, Mizuho Sakaguchi scheiterte nur knapp von der Strafraumgrenze (89.). O’Reilly vergab die letzte Chance der regulären Spielzeit (90.+1).

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Wambach mal wieder mit Köpfchen
Die starke Morgan versuchte es mit einem Drehschuss, der sein Ziel knapp verfehlte (95.). Und die Morgan-Show ging weiter. Nachdem eine Rapinoe-Flanke abgeblockt wurde ging Morgan mit dem Ball bis zur Grundlinie durch und legte maßgerecht auf Wambach auf, die mit ihrem vierten WM-Treffer die 2:1-Führung köpfte (104.). Doch Japan hielt dagegen und Sawa wäre fast in aussichtsreicher Position an den Ball gekommen (112.). Das Spiel war nun an Dramatik kaum noch zu überbieten, Rampone musste einen Heber von Yukari Kinga in höchster Not klären (115.).

Als erstes asiatisches Team gewinnt Japan die WM. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Sawa rettet Japan ins Elfmeterschießen
Und dann schlug die Stunde von Sawa: Nach einer Ecke von Miyama hielt die Kapitänin die Hacke hin und traf mit ihrem fünften WM-Treffer zum 2:2 (117.). Wambach wurde auf der Gegenseite am Fünfmeterraum gerade noch am Schuss gehindert (119.). Iwashimuzu sah in der Schlussminute Rot, weil sie Morgan von den Beinen holte (120.). Der anschließende Freistoß brachte nichts ein, es ging ins Elfmeterschießen. Gleich drei Amerikanerinnen versagten die Nerven, die Neu-Frankfurterin Saki Kumagai schoss Japan zum Weltmeistertitel.

Elfmeterschießen

0:0 Kaihori klärt per Fuß gegen Boxx
1:0 Miyama
1:0 Lloyd schießt über das Tor
1:0 Solo hält gegen Nagasato
1:0 Kaihori hält gegen Heath
2:0 Sakaguchi
2:1 Wambach
3:1 Kumagai

Japan – USA 5:3 (2:2, 1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen

Japan: Kaihori – Kinga, Iwashimizu, Kumagai, Sameshima – Sakaguchi, Sawa – Ohno (66. Maruyama, 118. Iwabuchi), Miyama – Kawasumi, Ando (66. Nagasato)
USA: Solo – Krieger, Buehler, Rampone, LePeilbet – Boxx, Lloyd – O’Reilly, Rapinoe – Wambach, Cheney (46. Morgan)
Tore: 0:1 Morgan (69.), 1:1 Miyama (81.), 1:2 Wambach (104.), 2:2 Sawa (117.)
Gelbe Karte: Aya Miyama (97.)
Rote Karte:
Iwashimizu (120.).
Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Deutschland)
Zuschauer: 48 817 (ausverkauft)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

42 Kommentare »

  • XQ sagt:

    Wenn auch glücklich, einfach geil!

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  • laasee sagt:

    Congratulations Japan.
    Tonight was the best advertisement for FF – brilliant.

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  • Mika sagt:

    Boxx hat beim Elfmeter nicht den Pfosten getroffen. Es sah nur in der ersten Kameraperspektive so aus. Der Ball wurde genial von der japanischen Keeperin mit dem Fuß abgewehrt.

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  • Maskal69 sagt:

    Klasse dieses Finale, Glückwunsch an Japan!!

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  • unsuwe sagt:

    Jetzt schon ein Klassiker.Das wird als eines der besten Endspiele aller Zeiten,Männer und Frauen, in die Geschichte eingehen.

    Herzlichen Glückwunsch Nippon.

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  • Bernd Zeller sagt:

    Verdiente Weltmeisterinnen, Glückwunsch an Japan, das ist eine neue Qualität des Frauenfussballs

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  • Uwe sagt:

    Mein Gott, was für ein Finale, welche Dramatik. Das war großer Sport. Die US-Girls tun mir ein wenig leid. Sie hätten schon zur Halbzeit klar führen müssen, liegen zweimal vorne und kassieren jedesmal den Ausgleich. Und dann diese Elfmeter, haben die das nie geübt? Diese unbeugsamen Japanerinnen, mit Sawa als Anführerin und diesem coolen Coach haben den Titel verdient, aber das beste Team des gesamten Turniers war USA.

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  • jeanwood sagt:

    Einfach nur Power und grosse Klappe, das reicht nicht in jedem Fall, schüchtet nicht jeden ein. Fussballerisch gab es bessere Mannschaften als die USA in der WM. Wenn eine Hope Solo im Tor steht, haben etliche Stürmerinnen Angst und Probleme, den Ball ins US-Tor zu befördern. Die Amerikanerinnen spielen fast sowas wie kick and rush und profitieren von ihrer Kraft und ihrem nach Aussen hin demonstrierten Selbstbewusstsein, verbunden mit einer gewissen Arroganz. Sundhaga sagt ja, dass A. Wambach ein Biest ist, die die eigene Truppe damit schon stärker macht. Wie der Spruch von A.W. zu verstehen ist, dass Deutschland den USA zweimal die WM gestohlen habe, sehe ich etwas differenzierter. Sowas würde ich als Gast gegenüber meinem Gastgeber nie sagen. Ist das der US-Spirit? Mich hat das ganze zu den Japanerinnen überwechseln lassen.

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  • jochen-or sagt:

    Abbitte an die US-Girls!
    Noch heute schrieb ich, dass die US-Girls den Pokal dank ihrer Kampfkraft gewinnen würden. Den spielerischen Bonus gab ich vorab den Japanerinnen. Tatsächlich muss ich als Zeuge vor Ort gestehen, dass die Art und Weise, wie die US-Girls gespielt haben, heute durchaus weltmeisterlich war und dem Auftritt der Japanerinnen gegen die Schwedinnen kaum nachstand. Das Kombinationsspiel war fast durchgängig hervorragend. Beeindruckend war, wie sie durch ständige Spielverlagerungen von einem auf den anderen Flügel sowie die Verschiebung der Spielerinnen die Japanerinnen zum Laufen zwangen und deren Vorchecking, was gegen Schweden so hervorragend funktionierte, unterliefen. Zudem ließen sie deren Angriff kaum zum Zuge kommen.
    Lob an den Trainerstab, der diese Taktik festlegte (so ja die Aussage der klugen Trainerin, die sich nicht allein alle Ehre einheimst).

    Angesichts dieser Dominanz war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der (Tor-)Erfolg kommen musste.
    Nur durch viel Pech war das Spiel nicht früh zu ihren Gunsten entschieden.

    Zu beanstanden ist allenfalls, dass die Eckenvariante “ hoch und nicht zu hart auf den langen Pfosten“ bis weit in die 2. Halbzeit stets wiederholt wurde, so dass sich die Japanerinnen schnell darauf einstellen konnten.

    Japan – wegen Yuki eine meiner drei persönlichen Lieblingsmannschaften – hat sehr viel Glück beansprucht und ist – nur dieses Spiel betrachtet – ein noch glücklicherer Weltmeister als zuletzt die Deutschen in China, wo im Endspiel auch die Brasilianerinnen die bessere Mannschaft waren!

    Aber da dies das beste Spiel der US-Girls war und diese vorher nicht immer überzeugten, kann der Erfolg der Japanerinnen in der Gesamtsicht als durchaus verdient bezeichnet werden.
    Für den FF ist dies allemal gut, denn Abwechslung bei der Titelvergabe schafft neue Fans – wenn auch in anderen Ländern bzw. hier sogar Kontinenten.

    Gratulation Japan!
    Ein wenig Beileid und Schulterklopfen USA!

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  • shoni sagt:

    Warum bekommt Japan so viel Lob? Das Spiel heute war vor allem in der ersten Halbzeit ziemlich lahm von den Japanerinnen. Die machen nichts anderes, als Tempo rausnehmen, kurze Pässe hin und herspielen, hinten zu machen und lauern. Passiv und langweilig, wäre da nicht ein toller offensiver Gegner, der Schwung reinbringt, etliche Torchancen hat, leider viele vergibt. Es hätte schon in der ersten HZ 4:0 für die USA stehen können. Japan hatte einfach nur Glück. Warum werden die so gefeiert? Nur damit Deutschland besser da steht, gegen den Weltmeister verloren zu haben? Das ist doch lächerlich. Und der Fair Play Award ist doch sich ein Witz, seit wann haben den Mannschaften mit ner roten Karte verdient?

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  • Jarmusch sagt:

    Uwe schrieb: „Und dann diese Elfmeter, haben die das nie geübt?“

    Fast zeitgleich zum WM-Finale der Frauen hat das Männerteam Brasiliens bei der ‚Copa‘ sein Viertelfinale gegen Paraguay gespielt. Nach 120 Minuten stand es 0:0 und es gab Elfmeterschießen. Brasilien durfte 4x vom Punkt antreten und verschoss 4x!!! Endstand: 0:2 nach Elfmeterschießen. Und damit ist Brasilien, wie zuvor schon Gastgeber Argentinien im Viertelfinale ausgeschieden.

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  • pinkpanther sagt:

    @shoni: Ich finde Japan hat über das gesamte Turnier gesehen verdient den Titel geholt!
    Die USA haben heute ihr mit Abstand bestes Spiel gemacht bei dieser WM und vor allem deswegen hat sich Japan lange Zeit sehr schwer getan. Aber sie sind immer zurückgekommen! Und in den ersten beiden Vorrundenspielen und im Halbfinale haben sie gezeigt, dass sie auch wunderbar nach vorne spielen können. Sie haben aber weder gegen Deutschland noch die USA den Fehler gemacht diesen zumindest körperlich überlegenen Mannschaften ins offene Messer zu laufen, sondern sich insgesamt taktisch sehr clever verhalten. Und dass die USA in der deutlichst überlegenen ersten HZ ihre Tore nicht gemacht haben, das ist nunmal deren Bier.
    Für den Frauenfußball finde ich es super, dass sich nicht der athletische und „wuchtige“ Fußball a la Wombach durchgesetzt hat, sondern eine Mannschaft wie Japan mit ihrem feinen und im Halbfinale sogar überragenden Kurzpassspiel.
    Und dass Deutschland jetzt „besser“ da steht halte ich – ehrlich gesagt – für ausgemachten Blödsinn!
    Die Vergabe des Fairplay-Awards ist für mich allerdings auch nicht nachvollziehbar.
    @jochen-or: Komme grade aus F zurück und war heute natürlich auch vor Ort 🙂 Sowohl die Japanerinnen als auch die USA habe ich in diesem Turnier mehrfach gesehen und die Amis haben mich heute ehrlich gesagt auch überrascht mit ihrem heute richtig guten Kombinationsspiel, das sie in den vorigen Spielen aber nur ansatzweise gezeigt hatten.
    Heute hat sicher die glücklichere Mannschaft gewonnen – aber wie gesagt auf das gesamte Turnier bezogen ist Japan ein absolut würdiger und verdienter Weltmeister!
    Und dass Sawa als beste Spielerin ausgezeichnet wurde und Marta die Torjägerkanone noch vor der Nase weggeschnappt hat, hat mich so richtig gefreut für diese durch und durch symphatische und tolle Sportlerin 🙂

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  • pinkpanther sagt:

    @unsuwe: Das war jetzt mein zweites WM-Finale live im Stadion (nach 2006) und ich kann dir nur recht geben, das heutige Spiel hat mir um einiges besser gefallen als das 2006er-Finale und ich denke auch, dass heute wirklich Fußballgeschichte geschrieben worden ist! Eine Werbung für den Frauenfußball 🙂

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  • Matt sagt:

    USA war die klar bessere mannschaft, die wegen Pech und Unvermögen aus mehr als 10 Chancen nur 2 Tore brachte und dann durch deren eigene schlechte Abwehr verlor, das Elfmeterschiessen ist sowieso Glückspiel.

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  • Stefan sagt:

    Wenn Elfmeterschießen Glücksspiel ist, dann ist es das ganze Fußballspiel auch. Ich finde, dass der Sieg für Japan letztendlich verdient war. Sie waren, die ersten, die die Abwehrschwäche der Amerikanerinnen wirklich nutzen konnten. Meines Erachtens hätte für die USA spätestens im Halbfinale Schluss sein müssen, aber das Unvermögen der Französinnen respektive eine gute Hope Solo haben das Finale erst ermöglicht.

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  • henry1 sagt:

    glückwunsch an japan,
    allerdings war ich doch sehr beeindruckt von dem starken spiel der amis, das hätte ich nicht gedacht nach den jüngsten spielen, überrascht hat mich ja in gänze die reaktion unserer BT auf der tribüne beim ausgleichstreffer der japanerinnen, da hat sie gleich ein bischen boden bei mir gut gemacht

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  • Uwe sagt:

    @shoni:
    Warum bekommt Japan so viel Lob?
    Team Japan ist zu loben, denn sie haben für ihr Spiel eine Strategie gehabt, wie sie ihre eigenen Fähigkeiten am besten zur Geltung bringen können. Schnelle Ballpassagen, kluges Vorbereiten eigener Angriffe, viel Ballbesitz, auch um viele direkte Zweikämpfe zu vermeiden, bei denen sie Teams aus Europa/Amerika unterlegen sind. Gestern sind sie aber auf ein US-Team getroffen, das unheimlich gut gegen den Ball gearbeitet und die Räume zugestellt hat, so das Japan zu vielen langen, erfolglosen Pässen gezwungen wurde. Gestern ein glücklicher Sieg ohne Frage, aber die gesamte Turnierleistung verdient große Anerkennung und eben Lob.

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  • dadida sagt:

    aus meiner sicht ein hervorragendes finale und absolute werbung für den fussball (nicht nur frauenfussball). beide teams haben eine, vor allem taktisch, starke leistung dargeboten und auch das schiedrichterinnenteam hat ausgesprochen souverän agiert!
    beeindruckend für mich war vor allem die taktische disziplin der japanerinnen, die auch im rückstand nie panisch agierten sondern konsequent ihr spiel durchgezogen haben.
    und bei einem elfmeterschießen von glück zu reden, halte ich für falsch. es werden ja nicht münzen geworfen, sondern hier entscheiden, wie auch im spiel, die psychischen und physischen fähigkeiten von schützinnen und torhüterinnen. sonst müsste ein elfmetertor während des spiels ja auch als glückstor qualifiziert werden.
    verdient hätten es sich jedenfalls beide teams, aber es ist schön, wenn der sogenannte „underdog“ letzten endes triumphieren kann.
    und wenn wer, der dieses finale gesehen hat, immer noch behauptet, frauenfussball ist langsam, ungenau und langweilig, dann kann das nur mehr zwei gründe haben: zerebrale dysfunktion oder verlustangst 😉

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  • Stefan sagt:

    Wenn ich mir die japanischen und amerikanischen K.O.-Spiele betrachte, so muss man sagen, dass nur einmal die Mannschaft mit dem Chancenplus gewann, und das war Japan im Halbfinale. Und bei den Erfolgen hättet ihr bestimmt nicht gesagt, das sei unverdient gewesen…meiner Meinung nach hat den Titel Japan verdient, auch wenn die USA auch ein gutes Spiel geliefert haben…

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  • eisbär sagt:

    Die USA haben ihre beste Leistung für das Finale aufgehoben. Was sie sich aber selbst anheften müssen, dass sie nach der jeweiligen Führung ihr Pressing eingestellt und Japan kommen lassen haben. Auch im Viertelfinale und im Halbfinale haben sie nach den schnellen Führungstreffern das Spielen eingestellt und den Gegner kommen lassen. Warum sie daraus nicht gelernt haben, bleibt mir ein Rätsel. Beim Stand von 0:0 und 1:1 haben sie das Spiel in die Hand genommen und auf die Japanerinnen so viel Druck ausgeübt, dass sie kaum aus der eigenen Hälfte gekommen sind, nach den Führungstreffern hat sich selbst Wambach weit in die eigene Hälfte zurück fallen lassen, einfach nur unverständlich. Japan dagegen hat wie schon gegen Deutschland auf ihre wenigen Chancen gelauert und diese dann genutzt. Und wer Deutschland und die USA bei einer Weltmeisterschaft schlägt, ist auch verdient Weltmeister!

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  • stefan sagt:

    verdient hat es die mannschaft, die am schluss den pokal holt, und nicht die, die viele chancen vergeben usw.. Wer mehr chancen für weniger Tore braucht, hat halt weniger Qualität.

    peinlich fand ich nur die jubel-orgien der deutschen mannschaft für japan. Sowas ist einfach nur erbärmlich.

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  • dadida sagt:

    @stefan
    warum ist das peinlich oder erbärmlich? waren die mädels als neutrale beobachter eingeladen oder waren sie zuschauer wie alle anderen auch? ist es auch erbärmlich und peinlich, wenn andere zuschauer, die nicht japanischer herkunft sind, sich für japan freuen? ich glaube, hier wird gleich unterstellt, dass sie nur deswegen gejubelt haben, damit die eigene leistung nicht so schlecht wirkt, weil sie ja gegen die weltmeisterinnen ausgeschieden sind. das kann man ja unterstellen, wäre aber trotzdem nur menschlich und nicht peinlich, oder?
    man kann aber auch unterstellen, dass die japanerinnen einfach eine ausgesprochen sympatische truppe sind und sich mit ihrem verhalten auf und neben dem platz viele freunde gemacht haben.

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  • Till sagt:

    Auch wenn ich sicherlich nicht ganz objektiv bin, da ich der USA nach Deutschland die Daumen gedrückt hab, so verstehe ich nicht, wie man Japan als verdienten Weltmeister hinstellen kann …
    Achso ich drück jeher schon den USA auch die Daumen und nicht nur in dem gestrigen Spiel.
    Sicherlich waren die Japanerinnen nicht schlecht und sind technisch stark, aber gerade gestern waren sie so richtig unterlegen und haben nur mit viel Glück gewonnen.
    Das hin- und herschieben des Balles in der eigenen Viererkette kann ich zumindest nicht also super Schachzug werten – es sei denn man spielt von Anfang auf Zeit.
    Aus keiner Chance zwei Tore zu machen ist sicherlich hochgradig effektiv, aber gerade das erste Tor war ja wohl ein Zufallsprodukt und nicht mal herausgespielt.
    Über das ganze Turnier betrachtet – mhh da hab ich leider nicht alle Spiele gesehen. Aber von den Spielen, die ich gesehen habe, würde ich da keine Mannschaft deutlich besser sehen als die Andere und im direkten Vergleich sah halt die USA um Längen besser aus.

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  • stefan sagt:

    ich finde es peinlich…

    weil es zum anstand gehört, dass man sowas nicht macht…

    und klar freut man sich nur aus zwei gründen:

    – man ist gegen die Übermannschaft aus Japan ausgeschieden

    – alle anderen Favoriten sind auch nicht Weltmeister geworden

    Hätte sich Frau Angerer ne Woche vorher auch so schnell und hüpfend bewegt, dann wäre man auch nicht ausgeschieden.

    Die Nummer gestern zeigt, dass die Mannschaft überheblich und arrogant ist. Und bestätigt so meinen Eindruck. Passt irgendwie gut zu der lächerlichen „3.Plätze“-Nummer.

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  • Winter sagt:

    @stefan

    Stimme Dir zu!
    Jetzt kann sich Frau „Peinlich-Neid“ wieder hinter ihren üblichen Platitüden verstecken. Es wird sich zeigen, ob sie eine Mannschaft entwickeln kann. Ich traue es ihr ehrlich gesagt nicht zu und vermute das die Nationalmannschaft wertvolle Zeit verliert – weil, „man macht ja alles so gut und richtig“!

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  • shoni sagt:

    @stefan: Was denn für eine “3.Plätze”-Nummer? Falls es um die Werbung geht, das war eine Kampagne von ARD und ZDF und nicht von der Natio – mit den Spielerinnen selbst hat die nichts zu tun!

    Und das Foul in der 120. Minute, das den Entscheidungstreffer verhindert haben könnte, zeugt für mich nicht für ein faires Verhalten auf dem Platz.

    Okay, die Taktik der Japanerinnen zahlt sich aus, aber ob Zeitspiel ab der 1. Minute und den Gegner durch Kurzpassspiel mürbe machen dauerhaft so schön anzusehen ist, finde ich fraglich, und dass es als so extrem toll hervorgoben werden muss, finde ich übertrieben.

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  • stefan sagt:

    wer sich den spruch ausgedacht hat weiss ich nicht, wenn man sich aber dafür hergibt, dann ist das niveaulos…

    am schluss ist der erfolg entscheident und den hatten die japaner. Man spielt Fußball um zu gewinnen und nicht um schön zu verlieren.

    Deswegen sind Beckham und C.Ronaldo auch keine großen Fußballer für mich. Da sie kaum Erfolg hatten. Und auch ein Messi kann nur mit Inesta und Xavi Erfolg haben. In der Nationalelf geht garnix bei ihm.

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  • Rallfb sagt:

    @shoni

    Das ist einfach Fussball. Dafür hat es zu Recht Rot gegeben. Was bitte ist unfair an der Aktion der Japanerin? Es ist eine Notbremse gewesen, nicht mehr und nicht weniger, und dafür gabs dann, wie gesagt Rot. Wenn sie nichts macht, fällt (wahrscheinlich, mit Sicherheit kann man das gar nicht sagen, bei der Chanchenverwertung der Amis)) das 3:2 für die USA, und Japan hätte einfach zu wenig Zeit gehabt, nochmal darauf zu reagieren. Also ist das Inkaufnehmen von Rot absolut nachvollziehbar. Auch in einem Männerfinale hätte es in einer vergleichbaren Situation auch kurz vor Ende der Verlängerung eine Notbremse gegeben. Die USA braucht sich nicht zu beschweren. Sie hatten genügend Chanchen, schon nach 90 Minuten als Sieger vom Platz zu gehen. Natürlich tut mir die USA schon leid, sie wären auch ein würdiger Weltmeister gewesen, beide Teams haben bei diesem Turnier absolut überzeugt und standen verdient im Finale.
    Mit zwei verschiedenen Systemen wurde gestern abend tolle Werbung für den Frauenfussball gemacht. Spannung, fussballerische Feinheiten, tolle Athletik und Dynamik der Amis, phasenweise wieder feinstes Kombinationsspiel der Japanerinnen, Dramatik, Strafraumszenen, Verlängerung, das Elfmeterschiessen auf meiner Seite hinterm Tor, was will man mehr ?
    Dieser Abend im Stadion war jeden Cent wert.

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  • shoni sagt:

    @Rallfb: Du meinst also es gibt faire Fouls, interessant. Deshalb auch der Fair-Foul-Award. 😉

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  • kleinschwarz sagt:

    Ich war live im Stadion dabei, ganz großes Kino, unvergeßlich, vielen Dank Japan und USA! Glückwunsch an beide Mannschaften!

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  • Daniela sagt:

    @Rallfb

    Es gab mal bei den Männern bei einer WM ein Spiel, Türkei gegen keine Ahnung. Da gab es selbige Situation – und der Türke hat den Gegner nicht umgenietet (wodurch aber der Siegtreffer für den Gegner fiel) – dafür bekam er dann einen Fairplay-Preis.

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  • karl sagt:

    Am besten waer man suspendiert ab sofort alle Japanjubler aus der N11 …..
    Ich gebe zu dass ich USA Fan bin , und eigentlich haette ich das auch von den deutschen Spielerinnen eher erwartet , und seis nur wegen Abby Wambachs Jublern beim letzten Finale.

    Aber vielleicht sollte man sie erstmal fragen warum sie sich so verhalten haben. Koennte ja auch wegen ner Wette gewesen sein, oder weil ne Torhueterin eher mit anderen Torhuetern mitfiebert und ne potentielle eelfmeterschuetzin eher mit den anderen elfmeterschuetzinnen , wer weis das schon ……

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  • eisbär sagt:

    @ Daniela

    Das war Alpay Özalan bei der EM’96 gegen Kroatien.
    In unzähligen Interviews danach hat er aber immer wieder betont, dass er den Gegner hätte lieber foulen sollen und dafür auf den Preis gerne verzichtet hätte. Vielleicht hat diese Szene auch seine Karriere (negativ) beeinflusst, da er des Öfteren den Fair Play Gedanken auf dem Spielfeld vermissen lassen hat.

    Bei der WM 2010 gab es das Viertelfinalspiel zwischen Ghana und Uruguay als Luis Suarez (Uruguay) ein sicheres Tor von Ghana in der letzten Minute der Verlängerung mit der Hand verhindert hat. Er sah die Rote Karte, aber Ghana verschoss den Elfmeter und anstatt mit 1:2 zu verlieren gewann Uruguay anschließend das Elfmeterschießen und zog ins HF ein.

    Da sollte man der Japanerin keinen Vorwurf machen, denn es war kein brutales Foul. Ich denke sogar, dass sie versucht hat, den Ball zu spielen und unterstelle ihr keine Absicht bei dem Foul.

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  • Bobbele sagt:

    Ich liebe es, wenn Underdogs den vermeintlich übermächtigen Gegner schlagen 😉 Nun ja, es sei denn wir sind dieser übermächtige Gegner 😀

    Aber im ernst: Ich freue mich sehr für das japanische Team. Von den verbliebenen vier Mannschaften im Turnier hab ich es ihnen am ehesten gegönnt, den Pokal mit nach Hause zu nehmen!

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  • Der Hamburger sagt:

    Weiß jemnad, warum Pia Sundhage sechs Minuten vor Ende der Verlängerung Megan Rapinoe vom Platz genommen und durch Tobin Heath ersetzt hat? Megan war nicht nur wieder ein Aktivposten im amerikanischen Mittelfeld und hatte bereits die dritte Torvorlage (neben einem selbst erzielten Treffer) im Turnier gegeben, sondern ist mit ihrer sehr guten Schusstechnik auch die deutlich bessere Elfmeterschützin als die mental nicht so starke Tobin Heath. Ein Elfmeterschießen war zum Zeitpunkt der Auswechselung noch möglich und ist dann bekanntlich auch eingetreten. Wollte Pia eine dribbelstarke Spielerin bringen, die in den letzten Minuten den Ball gut halten kann? War Rapinoe mit ihren Kräften am Ende oder sogar leicht angeschlagen?

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  • Holle sagt:

    Ich gebe Dir recht – sie war auch in diesem Spiel ein Aktivposten, hat in der Anfangsphase mächtig Alarm gemacht und gute Flanken reingebracht. Die Vorlage zum Tor später war absolute Weltklasse. Sie hat dann aber nachgelassen. Mein Eindruck war definitiv, dass sie ausgepowert war. Da die USA zu dem Zeitpunkt in Führung lagen, ging es sicher darum ne frische Spielerin zu bringen und das Ergebnis zu halten. Ich denke nicht,dass Sundhage an ein Elfmeterschießen gedacht hat..

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  • Stefan sagt:

    Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass sich die japanische Torhüterin beim ersten Elfmeter von Shannon Boxx zu früh bewegt hat. Was meint ihr?

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  • Markus Juchem sagt:

    @Stefan: Sie darf sich ja auf der Linie bewegen, nur nicht die Linie verlassen.

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  • Stefan sagt:

    Ja, aber ich hatte das Gefühl, dass Ayumi Kaihori die Linie schon verlassen hatte, noch bevor Shannon Boxx ihren Elfmeter schoss. Shannon Boxx lief an, aber noch bevor sie den Schuss abgefeuert hatte, lag Kaihori schon am Boden. Ich weiß nicht, ob der Pfiff der Schiedsrichterin das entscheidende Signal ist, oder der Moment, wo sie schießt. Und vielleicht täusche ich mich auch, ich hatte das Gefühl, eine kleine, aber möglicherweise, entscheidende Unregelmäßigkeit zu bemerken.

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  • henry1 sagt:

    @stefan,
    du hast vollkommen recht, sie hat sich eine nyance zu früh bewegt,
    ich schlage vor, wir starten weltweit eine unterschriftensammlung, um das finale wiederholen zu lassen,
    ach was, lass uns das ganze turnier wiederholen,
    so was unfaires, deutschland einfach raus zu kicken! wo gibts denn sowas!
    irony mode off

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  • Stefan sagt:

    Ja, einfach unfair 😀 Nein, ich gönne es den Japanerinnen wirklich. Ich wollte nur wissen, ob beim Elfmeter alles korrekt war bzw. ob mein Eindruck richtig war.

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