Schweden in Unterzahl zu Bronze

Von am 16. Juli 2011 – 19.36 Uhr 15 Kommentare

Die schwedische Nationalmannschaft hat den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft erreicht. Die Skandinavierinnen besiegten Frankreich in einer engen Partie, auf allerdings mäßigem Niveau, mit 2:1.

Wie bei bisher jeder Partie gingen die Schwedinnen in Führung. Doch diesmal gaben sie den Sieg mit dem Ausgleich nicht aus der Hand.

Zwei Verletzungen bei Frankreich
In der 29. Minute schoss Top-Stürmerin Lotta Schelin die Schwedinnen in Führung. Besonders bitter für Frankreich: Im Duell mit Schelin knickte Torhüterin Bérangère Sapowicz um und musste verletzt ausgewechselt werden. Nur wenige Minuten später musste auch Louisa Nécib verletzt vom Feld. Die Mittelfeldspielerin bekam im Zweikampf einen Schlag aufs Knie – für sie kam Élodie Thomis ins Spiel.

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Spielszene Schweden - Frankreich

Therese Sjögran (re.) im Duell mit Wendie Renard © Zetbo / Framba.de

Rote Karte für Öqvist
In der zweiten Halbzeit kamen die Französinnen besser in die Partie und wurden sicherer. In der 56. Minute kam dafür der verdiente Lohn. Thomis erzielte mit einem flachen Schuss das 1:1. Den größten Aufreger gab es allerdings in der 68. Minute. Nach einem Zusammenprall zwischen Josefine Öqvist und Sonia Bompastor, trat die Französin nach, woraufhin Öqvist mit weit größerer Stärke zurücktrat. Folge: Schiedsrichterin Kari Seitz schickte die Schwedin mit einer Roten Karte vom Feld. Bompastor hätte man für ihre Provokation die Gelbe Karte geben können, doch der Platzverweis gegen Öqvist ging absolut in Ordnung.

Siegtreffer von Hammarström
Nach zunächst guter Leistung zu Beginn der zweiten Halbzeit ließen die Französinnen nun nach. Die Partie schritt auf eher mäßigem Niveau voran. Chancen konnten sich beide Mannschaften nicht erspielen, denn ein geordnetes Aufbauspiel fand nicht statt, die Fehlpassquote war enorm. So war es eine Standardsituation, die in der 82. Minute die Entscheidung brachte. Nach einem zu Unrecht gegebenen Eckball traf Marie Hammarström aus etwa 14 Metern mit einem sehenswerten Treffer zum 2:1.

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15 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Sweden are probably the only success story for Europe at this WM.
    Also, it is positive for the EURO 2013 tournament.

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  • XQ sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an Schweden zum 3. Platz. War echt verdient. Aber wo hat die ARD so einen gut deutsch sprechenden Franzosen als Reporter aufgetrieben, der war doch nur peinlich. Zwei ähnlich gelagerte Handspiele (beide wohl unbeabsichtigt) bewertet er völlig unterschiedlich. Die Situation, die zur Roten Karte von Öquist führt, muss die Schiedsrichterin, wenn sie die Situation sieht, auch mit Rot für die Französin bewerten, denn sie war es, die die erste Tätlichkeit beging und Tätlichkeit läßt keine andere Farbe zu. Unser Reporterchen sah das anders. Er hinterfragte auch, was gewesen wäre, wenn der französische Pfostenschuss reingegangen wäre. Nach dem der Schwedinnen fragte er nicht… Sicher wurden die Französinnen durch die Verletzung von Necib geschwächt, beim Torhüterwechsel sah ich das nicht so. Dass die Schwedinnen nicht mit stärkster Kapelle auflaufen konnten, war nur ’ne Randnotiz.

    Im Ende war die Fehlentscheidung mit der Ecke für mich ausgleichende Gerechtigkeit, denn das Tor mussten die Schwedinnen trotzdem selbst machen, gegen eine Frauschaft, die in meinen Augen zu Unrecht in Überzahl war.

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  • XQ sagt:

    Randnotiz vom Spiel. Sehr deprimiert sah Nadine Angerer nicht mehr aus.

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  • Bernd Zeller sagt:

    Die Französinnen waren technisch stark, doch mitunter zu ballverliebt und die finalen Pässe kamen nicht an. Nach der Überzahlsituation nahmen sie unverständlicherweise das Tempo aus dem Spiel, anstatt die Entscheidung zu suchen und die Schwedinnen spielten taktisch klug.

    Das französische Team hat aber mit der Halbfinalteilnahme und der Olympiaqualifikation einen schönen Erfolg erzielt.

    Wenn die Turnierleistung der Schwedinnen insgesamt betrachtet wird, geht die Bronzemedaille sicherlich in Ordnung, zudem Olympiaqualifikation und für die EM 2013 im eigenen Land gesetzt, sicherlich Anwärterinnen auf den EM-Titel.

    Die Leistung der Schiedsrichterin auch in diesem Spiel, immerhin ein Spiel um Platz 3, wieder nur durchschnittlich (Fehlentscheidung Eckstoß für Schweden, fragwürdige Handsituation). Die Qualität und Leistungsdichte im internationalen Frauenfußball nimmt zu und die FIFA, als auch die UEFA, wären gut beraten, sich über die Qualifizierung von Schiedsrichterinnen Gedanken zu machen.

    Die Französinnen für mich eine technisch starke Mannschaft und der Fähigkeit zu ästhetisch schönem, sauberen Fußball. Die Schwedinnen sind mir in vielen Situationen zu körperbetont.

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  • Holle sagt:

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch an die schwedische Mannschaft zum dritten Platz. Wunderschöne Bilder der Freude nach einem engen Kampf, auch Frankreich hatte durchaus Chancen. Nach dem verletzungsbedingten Doppelwechsel noch in der ersten Hälfte gab es jedoch einen kleinen Bruch. Wie so oft hatte auch die Unterzahl der Schwedinnen keinen zählbaren Vorteil für die Gegnerinnen gebracht. Frankreich fehlte das Glück und Könne im Abschluss. Schade, dass die Leistung der Schiedsrichterin einmal mehr Anlass zu so mancher Diskussion bietet!

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  • Holle sagt:

    @ XQ Ich denke eine zweiwöchige Staatstrauer wäre fehl am Platz. Lass doch die Frau ihrer Teamkollegin bei Fußball zusehen…

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  • Rainer sagt:

    Marie Hammarströms Tor könnte das Tor der WM werden. Dass die Ecke, die dazu führte, unberechtigt war, war extrem schwer zu sehen für das Schiri-Team.

    Bompastor hätte auch Rot sehen müssen. Josefine Öqvist sagte dem schwedischen Fernsehen, dass sie von Bompastor getreten worden sei und dann hätte sie einfach zu viel Adrenalin gehabt und zurückgetreten. Sie fand, dass aber auch Sonia Bompastor hätte gehen müssen ohne damit ihre eigene Handlung rechtfertigen zu wollen.

    Für Schweden ein grossartiges Turnier. Sechs Spiele werden mit fünf Siegen und einer Niederlage absolviert. Man nimmt Bronze mit und ist für Olympia 2012 qualifiziert.

    Die Aufwärmphase für die EURO 2013 in Schweden hätte kaum besser anfangen können.

    Riesenerfolg für Thomas Dennerby, der es sich nach viel Kritik in den letzten Jahren jetzt erst mal auf seinem Stuhl gemütlich machen kann.

    Einziger Fehler: Er hätte statt Hedvig Lindahl den zahllosen Stimmen (u.a. auch von Therese Sjögran) nachgeben sollen und Sofia Lundgren ins Tor stellen sollen. Dann hätte man zwei Treffer weniger gegen Japan kassiert und wer weiss wies dann ausgegangen wäre (obwohl die Japanerinnen klar besser waren, aber im Fusball zählen nun mal Tore).

    Aber geschenkt! Grattis Sverige!

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  • Holle sagt:

    @ Rainer Das Tor von Hammarström war absolut sehenswert. Da es nach einer unberechtigtigten Ecke fiel (symptomatisch für die entwicklungsfähigen Schiedsrichterleistungen), teile ich deine Meinung, dass es das Tor dieser WM werden könnte.

    Zu deinem Statement bezüglich Hedvig Lindahl: So schlecht sehe ich sie nicht. Was mich aber viel nachdenklicher macht ist was ARD-Bartels sagte oder wars der Mann von Eurosport? Egal. Ich fänds schwach in der Außendarstellung, wenn eine Therese Sjögran tatsächlich öffentlich Stimmung gegen eine Mispielerin macht und sie aus dem Team fordert. Wie glaubhaft ist da noch eine Umarmung nach dem Spiel?

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  • Rainer sagt:

    @Holle: Therese Sjögran war vergangenen Dezember auf die Torwartfrage angesprochen worden und hatte sich da für Sofia Lundgren als Nummer 1 stark gemacht. Während der WM sprach ein schwedischer Journalist Lindahl darauf an, worauf diese in Tränen ausbrach…

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  • Holle sagt:

    @Rainer Nagut, was die Medien daraus machen, steht dann natürlich auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber im Sinne eines positiven Mannschaftsklimas sollte man halt sensibel mit Äußerungen gegenüber der Presse sein. Das ist doch ein gefundenes Fressen…

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  • Rainer sagt:

    Absolut richtig. Mit 33 sollte Terre Sjögran eigentlich wissen, dass so eine Äusserung gefundenes Fressen ist.

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  • Jan sagt:

    Dank Frau Seitz durften wir ein phänomenales Tor bestaunen! Und vermutlich weil Bompastor bei diesem Siegtreffer ausgepielt wurde, war diese kurz nach Spielende so verärgert.

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  • elfi oemml sagt:

    Frau Bompastor sollte froh sein, dass sie dank Frau Seitz zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Spielfeld war.Da sie ganz klar als erstes getreten hat, hätte sie genauso wie Öqvist vom Platz gemusst (die Tatsache, dass ihre Tritte nicht voll getroffen haben, macht es nicht weniger eine Tätlichkeit).

    Ich fand es nahezu unerträglich, wie der Kommentator den schwedischen Sieg quasi an der Fehlentscheidung zur vorangegangenen Ecke festgemacht hat. Einfach erbärmlich!

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  • Eurycantha sagt:

    @Rainer,

    Einziger Fehler: Er hätte statt Hedvig Lindahl den zahllosen Stimmen (u.a. auch von Therese Sjögran) nachgeben sollen und Sofia Lundgren ins Tor stellen sollen. Dann hätte man zwei Treffer weniger gegen Japan kassiert und wer weiss wies dann ausgegangen wäre (obwohl die Japanerinnen klar besser waren, aber im Fusball zählen nun mal Tore).

    In Frankreich wird Bruno Bini kritisiert wegen seinen Wahl fuer
    Sapowicz, Deville und Philippe als Torfrauen und nicht Bouhadi!

    link: http://j.mp/rq2xI2

    10 buts encaissés 5 sur erreur de placement ou sortie au fraises des gardiennes!
    Hier premier but refusé, erreur de sortie de la gardienne!
    premier but validé erreur de sortie de la gardienne.

    bravo a vous les filles car sur le terrain vous avez etait les meilleur du tounoi maintenant avec une gardienne de haut niveau nous serion surement championnes du monde!!!! et cette gardienne nous l avions mais elle est reste en france!!

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  • sitac sagt:

    Ich gratuliere Frankreich zum 4. Platz und vor allem zur Olympia-Teilnahme. Ich freue mich schon darauf.
    Die Französinnen haben uns spannende und sehenswerte Spiele geschenkt auf hohem Niveau.
    Während des Live-Erlebnisses Frankreich-Nigeria in Sinsheim tauchten bei mir Erinnerungen und Assoziationen auf zum WM-Gruppenspiel 1974 Polen-Italien in Stuttgart, bei dem ich als jetzt schon älterer Knabe auch live dabei war. Damals schickten die Polen durch ein 2:1 den haushohen Favoriten Italien nach Hause.
    Die Polen hatten mit Lato rechtsaußen und Gadocha linksaußen phantastische und mittlerweile legendäre Flügel. Genauso haben mich jetzt die Flügel der Französinnen begeistert und die Traumpässe, mit denen sie eingesetzt wurden.

    Alles Gute für den sympathischen Monsier Bini und seine Frauen!
    Wie sagte er nach der Halbfinal-Niederlage? „Das Leben bleibt schön“.

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