Zwei Spielerinnen Nordkoreas wegen Dopingverdachts suspendiert

Von am 7. Juli 2011 – 13.19 Uhr 4 Kommentare

Die beiden nordkoreanischen Spielerinnen Jong Sun Song und Sim Pok Jong sind vor dem abschließenden Gruppenspiel ihrer Nationalmannschaft gegen Kolumbien gestern in Bochum von der FIFA wegen Dopingverdachts provisorisch suspendiert worden.

Die beiden Spielerinnen wurden auf eine verbotene Substanz getestet. In Einklaing mit Artikel 58 der FIFA Anti-Doping-Regeln und in Abstimmung mit der internationalen Anti-Doping-Behörde WADA musste sich daraufhin nach dem Spiel gegen Kolumbien die gesamte Mannschaft eines Anti-Doping-Tests unterziehen. „Das ist ein einmaliger Vorgang bei Weltmeisterschaften. Aber wenn es zwei positive Proben in einer Mannschaft gibt, schreiben die Regularien dieses Prozedere vor“, so FIFA-Chefmediziner Dr. Jiri Dvorak.

Dritter Dopingfall
Die FIFA will sich erst wieder zu dem Thema äußern, wenn die Ergebnisse der „B-Probe“ vorliegen werden, die den Verdacht der „A-Probe“ erhärten würden. Zuvor war bereits die kolumbianische Spielerin Yineth Yaron wegen eines Dopingvergehens suspendiert worden. Die Spielerin hatte – anders als die beiden Nordkoreanerinnen – eine Analyse der „B-Probe“ gefordert, die das Ergebnis der A-Probe bestätigte.

Zwanziger: Menschenverachtendes System
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger zeigte sich empört: „Dieser Vorfall unterstreicht den Eindruck von einem menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen. Erfolge, die dann für staatliche Propaganda missbraucht werden können“, so Zwanziger.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Camulos sagt:

    Zwanziger ist nicht nur naiv, sondern vorschnell.

    Das ganze Problem hat nichts mit der Politik zu tun, dann sollte der Herr wissen.

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  • berggruen1 sagt:

    Lieber Herr Zwanziger,
    wie gut, dass es nur in Ländern, in denen Sportler für Propagandazwecke mißbraucht werden, Doping gibt! Da sind wir in Deutschland ja fein raus! Allerdings – ist das in Mode gekommene „ich gehe in die Duschkabine der Männernationalmannschaft“ nicht auch so etwas wie „Propaganda“ oder „Werbung in eigener Sache mit sympathischen weil erfolgreichen Menschen“? Welche Schlüsse darf ich daraus ziehen, dass immer da, wo erfolgreiche Sportler unterwegs sind, sich Politiker aller Couleur einfinden?
    Natürlich ist es ein Skandal, es ist ohne Frage nicht zu tolerieren, dass es in der nordkoreanischen Mannschaft zu Dopingfällen gekommen ist. Aber dies gleich zu einem Politikum zu machen? Da darf ich fragen, ob Sie die finnische Regierung vor einigen Jahren auch in Generalhaftung genommen haben, als quasi die gesamte nordische Mannschaft als Dopingsünder überführt wurden?

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  • uwe sagt:

    Aber,aber Herr Zwanziger, dann gäbe es auf dieser Welt nur menschenverachtente Systeme. (ink.Deutschland)

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  • laasee sagt:

    Zwanzigger should keep his mouth shut.
    It is a FIFA tournament and the matter is the responsibility of FIFA.

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