Schweden schockt USA

Von am 7. Juli 2011 – 1.47 Uhr 15 Kommentare

Die schwedische Frauenfußball-Nationalelf hat in Wolfsburg gegen die USA gewonnen und somit dem Weltranglistenersten in unangenehmes Viertelfinale gegen Brasilien beschert.

Beim 2:1 (2:0)-Erfolg des Teams von Trainer Thomas Dennerby brachte Lisa Dahlkvist die Skandinavierinnen mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung (16.), Nilla Fischer erhöhte mit einem von Amy LePeilbet abgefälschten Freistoß zum 2:0 (35.), der Anschlusstreffer von Abby Wambach (67.) war zu wenig für das US-Team.

Schweden geht durch Elfer in Führung
Dabei begannen die Amerikanerinnen stark und setzten den Gegner unter Druck, doch als Le Peilbet Lotta Schelin im Strafraum von den Beinen holte, zeigte Schiedsrichterin Etsuko Fukano auf den Punkt, Dahlkvists Schuss war zu platziert, obwohl Hope Solo noch die Ecke erahnt hatte (16.).

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Pech für die USA
Es entwickelte sich eine packende Auseinandersetzung, in der Amy Rodriguez mit einem Schuss an die Querlatte Pech hatte (32.). Und das Glück war dem Team von Trainerin Pia Sundhage auch weiterhin nicht hold, denn einen Freistoß von Fischer fälschte LePeilbet unhaltbar ins eigene Tor (35.).

Schweden

Schweden feiert seinen glücklichen Sieg gegen die USA © Hanna Urbaniak

O’Hara vergibt
Die USA warfen in der zweiten Halbzeit alles nach vorne und nach einer Ecke von Lauren Cheney konnte Wambach per Schulter verkürzen (67.). Doch zu mehr sollte es für die Amerikanerinnen nicht mehr reichen, die beste Ausgleichschance ließ die eingewechselte Kelley O’Hara kurz vor Schluss aus.

Viertelfinalknüller USA-Brasilien
Somit müssen die USA am Sonntag im Viertelfinale in Dresden gegen Brasilien antreten, zuvor bekommt es Schweden in Augsburg mit Australien zu tun.

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Nordkorea gegen Kolumbien torlos
Im zweiten, bedeutungslos gewordenen Spiel der Gruppe C trennten sich Nordkorea und Kolumbien in Bochum mit 0:0, so dass die Asiatinnen hinter Schweden und den USA den dritten Gruppenplatz belegten, während die Südamerikanerinnen als Vierter die Gruppe abschlossen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Das war so ein richtiger Kracher gestern abend in Wolfsburg. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass das Ergebnis eine so super riesengroße Überraschung ist. Die Schwedinnen haben bereits sehr gute Spiele gezeigt, dabei allerdings eine eklatante Abschlußschwäche offenbart. Die USA sind m. M. immer noch nicht da wo sie gerne wären (und wo auch ich sie gerne sehen würde!). Unverständlich wie sehr sie nach dem Gegentor zusammen gebrochen sind. Für das Viertelfinale gegen Brasilien müssen sie sich aber noch deutlich steigern!

    Schön zu sehen, wie viel eine Lotta Schelin gestern gelaufen ist und immer wieder anspielbar war. Schade, dass ihr reguläres Tor aberkannt wurde. Trotzdem sollte es den Schwedinnen viel Selbstvertrauen für die nächsten Partien geben.

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  • ballander sagt:

    herzlichen glückwunsch an die sympathischen schwedinnen! lotta vor, noch ein tor!

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  • intersoccer sagt:

    klar, es ist eine Überraschung. Aber wie der Kommentator sich gestern im Ersten überschlagen hat, fand ich auch etwas überzogen. Er sprach ja „von einer ersten großen Sensation“ 🙂

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  • Camulos sagt:

    Also es muss schon mal gesagt werden, dass in meinen Augen Spielerinnen geschützt werden müssen, die von Wambach beim Kopfballduell einfach überwalzt werden.

    Es hat ja auch teilweise nichts mit Fußball zu tun, wenn die Verteidigerin schlicht und ergreifend völlig chancenlos aus der Bahn geworfen wird …

    Was sollen die denn da machen ? Mehr als hochspringen können sie nicht tun, wenn sie dabei durch die Stürmein voll und ganz aus der Bahn geworfen werden und erst dadurch die Stürmerin an den Ball kommt, dann sollte man das schon pfeifen.

    Man geht da in meinen Augen viel zu Lasch mit den Stürmerinnen um, die doch hier ganz klar bevorzugt behandelt werden.

    Die Abwehrspielerinnen haben da auf jeden Fall keine Chance und sehen da immer etwas blöd aus, obwohl sie eigendlich nichts dafür können.

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  • Speedcell sagt:

    Ich finde es auch nicht überraschend oder eine sensation. Die sensation der vorrunde ist wohl,dass norwegen raus ist. Jedenfalls war es gestern ein super spiel. Aber ich hatte das gefühl,dass die USA diesen willen unbedingt gewinnen zu wollen nicht hatte. Vor allem in den letzten 15min. Insgesamt hat schweden verdient gewonnen.

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  • Frieda sagt:

    @ Camulos
    Meinst du das ernst? Dass die Verteidigerin körperlich unterlegen sind muss man doch nicht abpfeifen! Wambach ist groß, stark, sprunggewaltig und hat ein super Timing deshalb die vielen Kopfballtore. Wenn die Verteidigerinnen da nicht gegen an kommen ist das Pech bzw. falsche Aufstellung aber keinesfalls eine Sache für die Schiedsrichter!

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  • uwe sagt:

    Sehe ich auch so, Schweden ist doch keine Laufkundschaft………..

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  • FFVersteher sagt:

    Die USA hatten gestern doch relativ viel Glück mit der Schiedsrichterin. Glasklare Rote Karte für Le Peilbet bei der Elfmetersituation. Wambach’s Aktion beim Tor war Foul- und Handspiel. Lotta’s aberkanntes Tor war auch kein Abseits.
    Das hätte normalerweise 3:0 für Schweden ausgehen müssen, dazu noch Sperren für Le Peilbet und eventuell Wambach.

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  • Jan sagt:

    Am schärfsten fand sich, wie auf den Rängen Birgit Prinz & Co. beim Spiel gegähnt haben in einer kurzen Einblendung. Das war doch mal eine klare Kampfansage! 😉

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  • Lusankya sagt:

    @Jan: In den Highlights auf FIFA.com kann man in einer Einblendung Kim Kulig und Simone Laudehr vor Freude tanzen sehen. 😉

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  • MatzeM sagt:

    @FFVersteher

    Glasklare rote Karte? Ach komm, das war kein böses, vermutlich nicht einmal absichtliches Foul und Hope Solo hätte den Ball vermutlich auch vor Lotta erreicht. Insofern zolle ich Frau Fukano Respekt für das Fingerspitzengefühl, sie hätte das ja durchaus als Notbremse auslegen können. Aber Elfer, Gelb und Tor war schon in Ordnung.
    Das Abseitstor war natürlich schade, aber IMHO die einzige echte Fehlentscheidung.

    Matze

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  • Eurycantha sagt:

    Aus Norwegen:

    Neue Dopingfälle bei WM!

    link: http://j.mp/oJ9Bf4

    Zwei Spieler aus Nordkorea positiv in Doping-Tests bei der WM für Frauen.

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  • laasee sagt:

    USA have always had great success based on fitness, power, mental strength.
    However, USA does not have a football culture and now it shows.
    Other natons have increased in fitness and power and can now compete with USA in those areas.

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  • Camulos sagt:

    @Frieda:

    Natürlich mein ich das so.

    Zwei Schwedinnen standen günstiger als Wambach und es ist offensichtlich und auch so geschehen, dass Wambach den Ball nur erreichen konnte, wenn sie den Platz min. einer dieser Schwedinnen einnahm.

    Das hat sie ja auch getan, sie hat die eine gnadenlos umgerempelt, sich mit voller Wucht gegen sie geworfen.

    Überträgt man dieses auf eine Situation, wo der Ball flach in den Strafraum gespielt wird, eine Spielerin diesen Ball abschirmt – und nur durch das komplette umlatschen dieser Verteidigerin die Angreiferin an den Ball kommen kann, dann pfeift man hier sofort ab.

    Bei Wambach ist das anders …

    Beantworte mir doch einfach die Frage, wie sich eine Verteidigerin dagegen helfen soll, wenn sie zum Kopfball ansetzt und eine Angreiferin mit voller Wucht auf ihren Rücken aufprallt ?

    … richtig, da denkt sich die Verteidigerin auch nur noch „ich stand doch richtig?“.

    … den Gedankengang hat sie übrigens erst dann, wenn sie sich leicht benommen wieder vom Boden aufrappelt.

    Und das passiert auch einer robusten Verteidigerin, allein schon deshalb, weil man mit solch einem Ansturm nicht rechnet, wenn man sich auf den Ball konzentriert.

    Davor, nämlich vor ungerchten Situationen, müssen in meinen Augen Spielerinnen geschützt werden. In diesem Fall eben die Schwedin.

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  • Frieda sagt:

    @ Camulos
    Das ist doch Unsinn! Fußball ist auch Kontaktsport. Kämpfe um Raum, auch in der Luft, sind klar erlaubt, eben mit gewissen Regeln. Wenn der Arm nicht rausgeht oder so etwas, dann ist das erlaubt. Und als Verteidigerin muss ich mich darauf einstellen, erstrecht, wenn ich gegen eine Spielerin wie Wambach spiele, die ja für diesen kraftvollen Sprünge bekannt ist. Und wenn sie sich nur auf den Ball konzentrieren (zu zweit, nebeneinander) dann haben sie was falsch gemacht. Warum hat nicht die eine den Ball in den Augen gehabt und die andere die Spielerin? Geschicktes Gegenspringen wäre ein Mittel gewesen, die zwei sind eher ängstlich weggesprungen bzw waren unaufmerksam. Als Verteidigerin MUSS ich mit einem robusten Ansturm rechnen, sonst müsste es ja keine Verteidiger geben. Und wenn sie nicht robust oder aufmerksam genug sind, ist das doch nicht Sache der Schiedsrichterin sie zu schützen, das muss A) die Trainerin machen, oder B) ich selber.
    Augen auf bei der Positionswahl!

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