Matildas wahren Viertelfinalchance

Von am 3. Juli 2011 – 17.10 Uhr 14 Kommentare

Die australische Nationalmannschaft hat sich nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien wieder zurückgemeldet. Gegen Äquatorialguinea gewannen die Matildas in einer umkämpften Partie mit 3:2.

Eine frühe Führung reichte den Australierinnen zunächst nicht aus, Bundesliga-Stürmerin Genoveva Anonma hielt ihr Team im Rennen.

Khamis erzielt Führungstreffer
Schon in der achten Minute gingen die Matildas mit 1:0 in Front. Äquatorialguineas Torfrau konnte einen wenig platzierten Schuss von Heather Garriock nicht festhalten, Leena Khamis versenkte den Ball im Nachschuss.

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Den größten Aufreger erlebte die Begegnung in der 15. Minute. Khamis hätte auf 2:0 erhöhen können, traf jedoch nur das Aluminium. Den abprallenden Ball fing Abwehrspielerin Bruna auf und hielt ihn für einen kurzen Moment in der Hand, bevor sie ihn fallen ließ. Schiedsrichterin Gyöngyi Gáal sah das Handspiel im Strafraum unglaublicherweise nicht, entsprechend blieb der Elfmeterpfiff aus.

Anonma trifft
Stattdessen kam der Vize-Afrikameister zum Ausgleich. Australiens Abwehrspielerin Servet Uzunlar hielt den Ball mit dem Rücken zum Feld zu lange, Stürmerin Anonma kam von hinten, nutzte den Überraschungseffekt und sprintete mit dem Ball auf Torhüterin Lydia Williams zu und traf zum 1:1.

Australien

Australien darf weiter vom Viertelfinaleinzug träumen © Marion Kehren / girlsplay.de

Zwei schnelle Treffer
Nach dem Seitenwechsel fanden die Australierinnen schneller in die Partie. Binnen drei Minuten gingen die Matildas mit 3:1 in Führung. Zunächst traf Emily van Egmond (48.) nach Vorarbeit von Khamis, kurz darauf blieb die eingewechselte Lisa De Vanna Siegerin im Eins-zu-Eins-Duell mit Torhüterin Miriam (51.).

Australien ließ in der Folgezeit weitere Möglichkeiten aus, und so kam Äquatorialguinea fast noch zurück in die Partie. Erneut war es Anonma, die in der 83. Minute das 3:2 erzielte. Die Stürmerin, die ab der kommenden Saison für den 1. FFC Turbine Potsdam auf Torejagd gehen wird, nutzte einen erneuten Fehler Uzunlars und überwand Williams.

Entscheidungsspiel gegen Norwegen
Die Australierinnen haben sich durch den Erfolg ihre Chancen auf das Viertelfinale gewahrt. Im abschließenden Gruppenspiel treffen sie am Mittwoch in Leverkusen auf Norwegen.

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14 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Now in football, ‚hand ball‘ is only if one hand touches the ball.
    If both hands are on the ball then all is okay.

    This ’new rule‘ is going to be fun.

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  • Striker sagt:

    „Für einen kurzen Moment“? Das waren zwei Sekunden und das hat J E D E R im Stadion gesehen. Die Zuschauer starrten erst fassungslos zu der Spielerin. Und dann fassungslos auf die Schiedsrichterin als man realisierte, dass sie nicht pfeift. Ein Glück hat das den Spielausgang nicht beeinflusst, aber so etwas darf einfach nicht passieren.

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  • uwe sagt:

    Im Australien Block wars bei der Szene ganz Ruhig so fassungslos waren die Leute. Wenn einer ein Regelbuch dabei gehabt hätte,hätte er/sie vorsichtshalber reingesehen.
    Mich erinnert diese Szene an das letzte Jahr beim U20 WM Spiel DEutschland-Nordkorea. Da brauchte die Schiedsrichterin auch eine Weile. Sie hatte dann aber Elfmeter gepfiffen.

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  • Julee sagt:

    Ich musste auch direkt an die Szene bei der u20-Wm denken. War auch im Stadion aber in unserem Block hat das irgendwie erst gar keiner gemerkit. Ich muss sagen auch mich hat das Orange der Torfrau und die Ähnlichkeit zu den roten Trikots etwas verwirrt. Aber schiri stand ja wirklich ganz nah…

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  • Nora Kruse sagt:

    Beim Korea-Spiel im vergangenen Jahr hatte es die Schiedsrichterin auch nicht gesehen. Dass es den Elfmeter gab, lag an einem kleinen „Beratungsgespräch“ mit der Linienrichterin. Die hatte es gesehen, hat Einspruch erhoben und daher wurde umentschieden. Das ist auch okay, wie ich meine – dafür stehen sie ja als Team auf dem Platz.

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  • Sven sagt:

    Lydia Williams hütete heute das Tor der Matildas. Servet Uzunlar hat beide Tore für Anonma aufgelegt.

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  • Nora Kruse sagt:

    Ist korrigiert, danke.

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  • Jarmusch sagt:

    Langsam wird es echt peinlich mit den Schiedsrichterleistungen. Und man kann ja nicht sagen, dass es die Exotinnen sind, die dafür verantwortlich zeichnen.
    Im übrigen sind 16 Schiedsrichterinnen nominiert und im heutigen 16. Spiel NOR-BRA pfiff Kari Seitz als erste und damit einzige bereits zum zweiten Mal. Hat man Schiedsrichterin Nr. 16, Frau Vulivuli von den Fidschi-Inseln, die Leitung des Spiels nicht zugetraut? Schlechter als Frau Seitz heute, hätte sie es aber ganz sicher auch nicht gemacht.
    Aber den Vogel abgeschossen hat ja wirklich Frau Gaal aus Ungarn beim heutigen Spiel EQG-AUS. Fehler über Fehler, auch oder gerade bei Eckenentscheidungen. Und natürlich dieses Handspiel. Da passte ja gar nichts. Dabei hat die doch schon so lange Erfahrung auf internationaler Ebene.

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  • Schnappa sagt:

    Neulinge unter den Zuschauern müssen bei dieser WM tatsächlich glauben, dass es beim Frauenfußball andere Regeln gibt als bei den Männern:

    – Handspiel mit BEIDEN Händen für weniger als 3 Sekunden erlaubt
    – Torhüterinnen dürfen auch im Fünfmeterraum attackiert werden
    – in Zweikämpfen ist jeglicher Einsatz von Händen+Armen erlaubt
    – Eckbälle werden nach Zufallsprinzip/Ermessen vergeben, unabhängig davon, wer zuletzt am Ball war

    20Elf von seiner schönsten Seite, Gute Nacht!

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  • Schnappa sagt:

    nicht zu vergessen:

    – Einwürfe dürfen im Freistil ausgeführt werden, nur beide Hände müssen am Ball sein, Rest egal.

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  • KarlMai sagt:

    Die Spielerin kann sich ja immer rausreden „Oh ich hatte vorher einen Pfiff gehört…ach der war aus dem Publikum?“ Aber natürlich dürfte sie selbst diese Ausrede nicht retten vor der fälligen Sanktion.

    Ich hatte gehofft, die Schiedsrichterin hätte vorher irgendwas gepfiffen, Freistoß oder Abseits. Auch wenn natürlich beides falsch gewesen wäre. Aber es wär weniger krass gewesen als das Übersehen dieses Handspiels…

    Kombiniert mit dem Foul beim ersten Marta-Tor war das gestern ein schwarzer Tag für die Schiedsrichterinnen, ja.

    Aber generell ist das Niveau nicht besorgniserregend.

    Wir haben jetzt 16 Spiele gesehen, dabei waren in vielen die Schiris gut, in den allermeisten zumidest solide oder unauffällig (also auch gut).

    In 3 Spielen gab es krasse Fehlentscheidungen, das waren die zwei gestern und D-NGR. Das sind unter 20 %.

    Das ist auch bei ner Männer-WM nicht besser. Oder in einer Liga, würde ich wetten.

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  • Schnappa sagt:

    Es sind ja nicht unbedingt die krassen Fehlentscheidungen (die natürlich auffallen und im Gedächtnis haften bleiben). Es sind so viele kleine, offensichtliche Situationen, die falsch bewertet werden.
    Ich habe noch nie derart viele falsche Einwürfe gesehen, wie jetzt bei der WM. Besonders bei Nigeria letzen Donnerstag war gefühlt jeder zweite Einwurf nicht korrekt ausgeführt. Dazu kommen bis dato etwa 10 Fouls gegen Torhüterinnen im Fünfer, die nicht geahndet wurden und zahlreiche falsche Entscheidungen bei Bällen im Toraus (Ecke/Abstoß).

    Klar, bei der Männer-WM letztes Jahr war das auch nicht besser. Das kann aber nicht Anspruch der FIFA sein.
    Überhaupt: Was soll das Mischen der Schiri-Teams? Ich denke, die schlechten Erfahrungen der Männer-WM von 2002 haben gezeigt, dass sowas schnell nach hinten losgeht. Danach wurde das meines Wissens auch nicht mehr praktiziert, warum jetzt wieder?

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  • NaviDrH sagt:

    nach dem 0:3 der Norwegerinnen reicht Australien ein Unentschieden.

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