WM-Ticker ++ 1. Juli 2011

Von am 1. Juli 2011 – 21.44 Uhr 13 Kommentare

Der WM-Ticker dreht sich heute um ausverkaufte WM-Spiele, einen Auftritt von Steffi Jones im Sportstudio und die weiter ablehnende Haltung von Uli Hoeneß.

Uli Hoeneß misstraut Frauenfußball-Hype
Bayerns Münchens Präsident Uli Hoeneß kann sich trotz des derzeit großen Interesses weiterhin nicht für den Frauenfußball erwärmen. „Die Nationalmannschaft ist unheimlich populär, doch in der Bundesliga kommen nur 2000 Zuschauer“, so Hoeneß, der erklärt: „„Ich bin ein großer Freund der Nachfrage und fördere das, was die Zuschauer wollen. Das sieht man momentan im Basketball. So lange in der Frauen-Bundesliga nicht mehr Zuschauer kommen, kann man das nicht unterstützen“, so Hoeneß auf einer Veranstaltung in München.

Anzeige

Steffi Jones

WM-OK-Präsidentin Steffi Jones hofft auf attraktive Paarungen © Nora Kruse / ff-archiv.de

Jones im ZDF-Sportstudio
Steffi Jones nutzt nach wie vor jede Gelegenheit, auch selbst weiterhin medial für Mädchen- und Frauenfußball zu werben. Die nächste bietet sich bereits am morgigen Samstag bei ihrem Live-Auftritt im ZDF-Sportstudio (23.00 Uhr, ZDF). Jones freut sich über sensationelle TV-Quoten und eine Frauenfußball-Berichterstattung wie nie zuvor. „Eine solche Plattform haben wir uns für den Frauenfußball und die Frauen-WM 2011 immer gewünscht. Ich glaube aber auch, dass dies unter anderem ein Ergebnis unserer kontinuierlichen und konsequenten PR-Strategie ist“, so Jones, die ergänzt: „Diese Chance, für den Frauenfußball zu werben, ist einmalig. Die Medien machen es möglich.“

Ausverkaufte WM-Spiele
Auch ohne Beteiligung der DFB-Elf steht die Frauenfußball-WM bei den Fans hoch im Kurs. Das morgige Spiel in Sinsheim zwischen den USA und Kolumbien ist genauso ausverkauft wie die Partie zwischen Brasilien und Norwegen am Sonntag in Wolfsburg. Für die zweite Partie am Samstag zwischen Schweden und Nordkorea in Augsburg sind nur noch rund 1 000 der insgesamt 24 605 Karten erhältlich. In den Städten Sinsheim, Wolfsburg und Augsburg sowie in Bochum, wo am Sonntag die vierte Partie des Wochenendes zwischen Australien und Äquatorial-Guinea ausgetragen wird, finden attraktive Rahmenprogramme in den Fanmeilen statt. Auch das Kulturangebot, das unter anderem von der DFB-Kulturstiftung im Rahmen des WM-Kulturprogramms SPIELRAUM 2011 angeboten wird, bietet viele Veranstaltungen.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    „So lange in der Frauen-Bundesliga nicht mehr Zuschauer kommen, kann man das nicht unterstützen“, so Hoeneß auf einer Veranstaltung in München.“

    Was Uli Hoeneß da von sich gegeben haben soll lässt für die Zukunft des FCB-Frauenfußball nichts Gutes erahnen.
    -Nachtigall ick hör dir trapsen-

    (0)
  • Mosan sagt:

    Die Unterstützung für die Bayern Damen ist eh schon nicht auf gigantischem Niveau. Bertrachtet man allein den Spielort und die Tatsache, dass oft mehr Bayernfans bei Auswärtsspielen kommen, möge sich Honeß mal an die eigene Nase fassen. Die Aussage, dass sich das Interesse an der Nationalelf nicht mit dem Frauenfußball an sich gleichsetzen liesse, stimmt. Daneben wird aber auch niemand Bayern oder Herrn Honeß als Pionier und Vorreiter bei der Unterstützung des professionellen Damenfußballs einordnen. Mehr Initiative wäre wünschenswert und Bayern ist am ehesten als Verein auf allen Ebenen geegnet Sachen anzuschieben, wenn es um Medien und Sponsorenbeziehungen geht. Mit Aussagen wie diesen macht sich eine polarisierende Figur wie Honeß sicher nicht beliebt.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Es sind doch schlussendlich immer die Leistung und die damit erzielten Ergebnisse, die eine Sportart lukrativ für die Zuschauer machen.
    Und wenn Herr Hoeneß hierbei zwei unterschiedliche Maßstäbe zwischen den Männern und Frauen seines Vereins anlegt, schießt er sich selbst ins Bein und macht sich unglaubwürdig.
    Schade, wenn Vermarktungsstrategien zum dominanten Zünglein an der (Geld-)Waagschale werden.
    Heissen eigentlich seine (schlechten) Ratgeber Gerd Müller und KH Rummenigge, die sind doch ab und an in Aschheim?

    (0)
  • KarlMai sagt:

    Es wäre interessant zu wissen, ob bei Bayern die Lage nicht etwas anders wäre, wenn man vor zwei Jahren wirklich Meister geworden wäre und dann in der prestigeträchtigen Champions League angetreten wäre… Ob sich da nicht auch Uli Hoeneß mehr dafür interessiert hätte, auch auf diesem internationalen Parkett gut abzuschneiden, dann hätte es TV-Übertragungen gegeben, falls man weit kommt, ich denke, dann hätte man auch gesagt „Da wollen wir dann die Voraussetzungen schaffen, um auch weiterhin Titel zu holen“… und ob es für den Zuschauerzuspruch was bedeutet hätte, könnte ja auch sein. Aber alles ungelegte Eier.

    Es sind schon manchmal auch schlicht einzelne Momente und Erfolge, die eine Durchbruch bedeuten können, der Dinge ändert, oder zumindest anstößt.

    (0)
  • laasee sagt:

    Olympique Lyon had over 20,000 fans at a CL game.
    Are people in Lyon different to people in Munich?
    Or is it that the attitude of Hoeness is stuck in the past?

    (0)
  • Michael sagt:

    @ laasee

    Als die Bayern-Frauen vor 2 Jahren als Vizemeister in der CL spielten, kamen zum Viertelfinale gegen die französischen Frauen nur etwa 1300 Zuschauer am Abend nach Aschheim. Bayern schied dann in der Verlängerung aus.

    Der Spielort liegt m.E. zu weit ausserhalb von München. Man kommt nur mit dem Auto oder Bus dorthin.

    (0)
  • laasee sagt:

    „Der Spielort liegt m.E. zu weit ausserhalb von München. Man kommt nur mit dem Auto oder Bus dorthin.“

    Lyon allow FF at Stade de Gerland.
    FCB do not allow FF at Allianz Arena.

    The attitude of the two clubs towards FF is as night and day.
    Of all the top mens clubs in Europe, Lyon stand alone in their true support of FF.

    (0)
  • timmy sagt:

    Ich denke nicht, dass die Frauen in der Allianz Arena kicken wollen.

    (0)
  • Michael sagt:

    Ich fände das Grünwalder Stadion in Harlaching ideal für Training und Spiele der FCB-Frauen. Es liegt zentral und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Dann kämen mit Sicherheit auch wesentlich mehr Zuschauer.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Die Bayern-Frauen werden ab der Saison 2013/14 im Grünwalder Stadion spielen, das ist bereits beschlossene Sache.

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Markus Juchem schrieb: „Die Bayern-Frauen werden ab der Saison 2013/14 im Grünwalder Stadion spielen, das ist bereits beschlossene Sache.“

    Wenn Uli Hoeneß bis dahin den Laden mal nicht geschlossen hat.
    Warum wird da noch 2 Spielzeiten gewartet?

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Jarmusch: Das Stadion wird in den kommenden zwei Jahren umgebaut und modernisiert, siehe z. B. http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnwalder_Stadion#Abrissgedanken_und_Sanierung_f.C3.BCr_die_3._Liga

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Ah, danke.
    Aber wenn die Bayern so weit im voraus planen, warum tätigt dann Hoeneß derartige Aussagen? Obwohl, eigentlich ist man ja von ihm auch nichts anderes gewohnt.

    (0)