USA siegen dank Steigerung

Von am 28. Juni 2011 – 20.06 Uhr 7 Kommentare

Die US-Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in Gruppe C mit einem Arbeitssieg gegen Nordkorea in die Frauen-WM in Deutschland gestartet. Eine Halbzeit lang tat sich der Favorit schwer, doch dann brach Lauren Cheney den Bann und das Spiel der Amerikanerinnen kam ins Rollen.

Beim 2:0 (0:0)-Sieg vor 21 859 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion von Dresden erzielte Cheney per Kopf nach schöner Vorarbeit von Abby Wambach die Führung (54.), Rachel Buehler sorgte mit einem platzierten Flachschuss für die Entscheidung (76.) gegen in der zweiten Halbzeit nicht mehr so starke Asiatinnen.

Die Nordkoreanerinnen begannen in der Anfangsformation mit zehn Spielerinnen, die bei der 0:2-Niederlage gegen Deutschland in Ingolstadt am 21. Mai in der Startformation gestanden hatten, auch in der US-Aufstellung gab es keine Überraschungen, mit Ausnahme von Lauren Cheney, die überraschend von Beginn an das Vertrauen von Pia Sundhage geschenkt bekam.

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USA beginnen gut
In der von Bibiana Steinhaus geleiteten Partie sorgte Amy Rodriguez bereits früh aus 20 Metern für einen Hauch von Gefahr (2.), Carli Lloyd scheiterte mit einem Kopfball (10.) genauso wie Lauren Cheney (11.), die Anfangsphase gehörte den Amerikanerinnen. Doch die Nordkoreanerinnen hielten dagegen und das US-Team bekam zunehmend Probleme.

Nordkorea findet in die Partie
Jon Myong Hwa gab einen ersten Warnschuss ab (25.). Der Vizemeister Asiens verlagerte das Spiel nun immer mehr in die US-Hälfte, Hope Solo machte mit einem Reflex die beste Chance der Nordkoreanerinnen von Kim Su Gyong zunichte, die aus der Drehung abgezogen hatte (35.).

Nordkorea lässt gute Chancen liegen
Song Jong Sun überlief Amy LePeilbet am rechten Flügel, legte den Ball quer nach innen, doch fand keine Abnehmerin (38.). In den Schlussminuten der ersten Halbzeit entwickelte Nordkorea immer mehr Druck, Ra Un Sim (42.), Jo Yun Mi (43.) und Yun Hyon Hi (45.+2) machten zu wenig aus der Überlegenheit dieser Phase, doch auch die Amerikanerinnen kam über die schnell Rodriguez zu einer gefährlichen Szene (44.). Nordkorea war in Halbzeit eins das torgefährlichere Team.

Amy Rodriguez

Amy Rodriguez sorgte auf dem Flügel für viel Unruhe © Hanna Urbaniak

USA drehen auf
Doch mit dem Seitenwechsel änderte sich das Spiel völlig. Die Amerikanerinnen dominierten die Partie nun nach Belieben, ein langer Pass von Carli Lloyd erreichte Abby Wambach am linken Flügel, die ließ Ri Un Hyang mit einer schnelle Drehung aussteigen und fand den Kopf von Cheney, die aus fünf Metern zur Führung einköpfte (54.). Ri Ye Gyong fand fast mit einem Schuss knapp über die Latte eine schnelle Antwort (56.), doch die Partie gehörte nun vollends dem US-Team. Wambach köpfte an die Latte (65.), Rodriguez verfehlte nur knapp (73.) und Buehler sorgte mit einem platzierten Flachschuss aus 12 Metern für die Entscheidung (76.). US-Trainerin Pia Sundhage freute sich über einen gelungenen WM-Auftakt.

Sundhage und Wambach zufrieden
„Das war ein guter Turnierstart. Wir haben in der Halbzeit einige Veränderungen vorgenommen und waren dann gegen ein sehr gutes Team stärker“, spielte sie auf die Verstärkung des Flügelspiels an. „Ich bin zufrieden mit der Art, wie wir die Tore erzielt haben.“ Und Abby Wambach erklärte: „Ich weiß einfach, dass wir uns in großen Turnieren steigern können. Das 1:0 von Cheney hat mir soviel Selbstvertrauen gegeben für den Rest der zweiten Halbzeit. Wir alle glauben, dass wir dieses Turnier gewinnen können.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • laasee sagt:

    USA were very strong in the second half.
    They are a very fit team – the first substitution was not until 74 minutes.
    Hope Solo is also the best goalkeeper at WM.
    USA will be very difficult to beat.

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  • Mika sagt:

    Hope Solo vs. Natze… naja, mal sehen. Die amerikanischen Medien sind auch von Solo begeistert aber ich würde eher auf Angerer setzen. Eine Szene gab es, da hat Solo gar nicht gut ausgesehen. Ging aber glücklicherweise für sie an die Latte.

    Trotzdem stimme ich dir zu: Die USA haben in der 2. Halbzeit klasse gespielt und werden ein harter Gegner sein.

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  • laasee sagt:

    Yeah, I also rate Natze highly but for me Hope Solo is the best.
    She also helps the team tactically with her long kicks.
    USA are better defensively than Germany and that always helps a goalkeeper.

    Hope Solo had a bad experience at WM 2007 and that will be extra motivation for her at this tournament.

    I also like that Hope speaks her mind and is very outspoken. She is not afraid to criticise coaches or other players (similar attitude as the German girl that sits on the bench). It is good to have characters in football.

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  • Jan sagt:

    Die US-Girls haben einen starken Eindruck hinterlassen! Was mich aber wundert, ist, wieso Silke Rottenberg und der Womensoccer-Tip Nordkorea vor Schweden sehen? Denn:
    Erstens sind die Spielerinnen Nordkoreas im Schnitt nur 21 Jahre jung.
    Zweitens endeten 2007 beide erste Gruppenspiele remis (USA-PRK, SWE-NGA), wovon man 2011 ja nicht grad ausgehen konnte.

    Kann natürlich sein, dass Nordkorea Schweden besiegt – jedoch gewann 2007 Schweden.

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  • Lusankya sagt:

    Also die US Frauen haben mir auch sehr gut gefallen, aber deren Defensive war eigentlich noch das Schlechteste an ihnen. Keine Ahnung, wo laasee da Vorteile gegenüber der deutschen Defensive sieht. Insbesondere die linke Seite der Amerikanerinnen hat ständig Schwächen offenbart.

    Die deutsche Abwehr hat natürlich auch ihre Schwächen, aber das scheint sich ja durch alle Mannschaften zu ziehen. Bisher habe ich noch keine Mannschaft mit einer besonders guten Abwehr gesehen.

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  • laasee sagt:

    @Lusankya

    USA defend better as a team than Germany that helps to make the defence more secure. They have a very good team shape.
    In the first half N Korea caused problems but hardly any in the second half.

    Pia Sundhage is a very intelligent coach. In the second half she put Abby Wambach on the left side and that changed the context of the game.
    The Americans became more dominant and the Koreans were less offensive.
    Defending is not just about four players and a goalkeeper, but about the way the whole team is organised and structured.
    The best way to defend is to play the game in the opponents half of the pitch.

    I was very impressed with the Americans today, especially the second half.
    They are Olympic Champions and it will take a very good team to beat them at this WM.

    The problem that Germany have is that 4 defenders and Kulig and Laudehr do not seem to be cohesive. I think that Hingst would make the team stronger.
    I do not think that Bresonik is a natural right back. In Euro 2009, Kelly Smith and England caused her big problems. That is now forgotten because of the 6-2 score.
    Bartusiak is not a top international defender. She might actually be better in defensive midfield but she is not a top defender.
    Krahn has lost virtually a whole season to injury. So she is a massive risk. Now she also has a yellow card and that is not good.
    Peter is the best and only top defender that Germany have, but she plays out of position.
    So,I do not have much confidence in the Germay defence (except for Peter).

    As a team Germany do not defend well. That was clear in the last ten minutes against Canada – a goal and two yellow cards.
    Today, in a similar position at 2:0, USA were able to close out the game without big problems.

    In addition, USA appear to be totally united and focused as a whole group. Unity is always uber important at tournaments.

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  • Jennifer sagt:

    Das Spiel hätte meiner Meinung nach ausverkauft sein müssen. Dresden, Hallo?! Da kommt der Fifa-Ranglisten-Erste und spielt gegen den asiatischen Vizemeister und wo sind die Fans? Da hätte ich mir mehr Zuschauer erwartet. Zumal im Vorfeld immer wieder behauptet wurde, wie wichtig der Standort Dresden im Osten ist und dass es schade sei, nicht noch mehrere Angebote im Osten zu haben. Vielleicht hat dann aber auch in diesem Fall die Organisation mit der Entscheidung nur Dresden als Standort funktioniert.

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