Ein Name, zwei Generationen

Von am 27. Juni 2011 – 13.00 Uhr

Sie trennen elf Jahre, aber in Verein und Nationalmannschaft spielen sie zusammen: Faye und Ellen White. Mit dem Spiel gegen Mexiko beginnt für beide Engländerinnen am Abend eine besondere WM: Während Youngster Ellen White ein für sie fantastisches Jahr mit dem ersten Auftritt auf der Weltbühne krönt, wird ihre Namensvetterin die letzte WM ihrer Karriere spielen.

„Vor zehn Wochen habe ich gedacht, dass ich keine Chancen mehr auf die WM habe“, sagt Faye White, die sich in einem Ligaspiel eine Oberschenkelverletzung zuzog. Doch sie hat es rechtzeitig geschafft, um „meine letzte WM“ zu spielen.

Vorschusslorbeeren für den WM-Kader
„Das ist der beste Kader, den wir je hatten“, so Nationaltrainerin Hope Powell bei der Verkündung ihrer 21 Spielerinnen, und Faye White stimmt zu. „Wir haben zwölf Monate sehr viel ausprobiert und junge Spielerinnen ins Team gebracht.“ Eines dieser jungen Talente ist Ellen White. Die Stürmerin von Arsenal LFC erlebt derzeit „ein großartiges Jahr“. Sie spielt erst seit 16 Monaten in der Nationalelf, doch Powell hat sie schon jetzt in den höchsten Tönen gelobt.

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Sonderlob für Ellen White
„Eine Stürmerin wie Ellen hatten wir noch nie“, schwärmt Powell, denn die 22-Jährige hat einen Torriecher und Durchsetzungsvermögen – von Powells Lob fühlt sie sich geschmeichelt. „Das ist natürlich ein großartiges Lob von Hope, aber ich muss mich weiter beweisen und aufdrängen.“

WM-Erfahrung hat sie keine, gleiches gilt für andere junge Mannschaftskameradinnen, wie Steph Houghton. „Aber sie haben die richtige Einstellung“, lobt Spielführerin Faye. „Wir wollen uns beweisen“, sagt Ellen. „Ich denke, für uns jungen spricht der Enthusiasmus und die Energie.“ Aber von den „alten Hasen“ möchte sie noch viel lernen. „Sie haben WM-Erfahrung und sind mit der großen Bühne vertraut.“

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Faye White hofft, die WM lange genießen zu können. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Hohe Erwartungen an deutsche WM
Doch die Bühne dieser WM wird größer als bisher, davon ist Faye überzeugt. „1999 habe ich die WM in den USA vor dem Fernseher verfolgt“, sagt die 33-jährige Abwehrspielerin, die damals begeistert war von der Stimmung. „Diese WM wird größer, und ich werde dabei sein“, ist sie voller Vorfreude. „Es ist die Art, wie ihr Deutschen organisiert, das wird erste Klasse“, lacht Faye, die vor allem von der Unterstützung, die diese Weltmeisterschaft erfährt, sowie der  Zahl der verkauften Tickets beeindruckt ist.

Viertelfinaleinzug wiederholen
Die Stimmung in Deutschland möchte sie so lange wie möglich genießen. „Ein Ziel ist schwer zu formulieren. Wir möchten aber das zeigen, von dem wir überzeugt sind, es zu können. Unsere Qualifikation war nicht wirklich gut, aber in der Vorbereitung haben wir gezeigt, was wir draufhaben.“

Bei der WM 2007 kam England bis ins Viertelfinale. „Das ist natürlich die Marke, die man wieder erreichen möchte“, so Faye. „Und wir sind stärker geworden – sowohl auf als auf neben dem Platz, was zum Beispiel den mentalen Bereich angeht. „Aber wir müssen unsere volle Konzentration zunächst auf die Gruppenphase legen. Bei einer WM gibt es keine einfachen Gegner.“

Vorsicht vor Mexiko
Zum Auftakt geht es gegen Mexiko, bislang gab es nur ein Aufeinandertreffen der beiden Teams – der liegt allerdings schon sechs Jahre zurück. „Wir werden Mexiko nicht unterschätzen. Sie sind technisch stark und passsicher.“ Das Team hat in der WM-Qualifikation die USA geschlagen und wird den „Three Lions“ ein ebenbürtiger Gegner sein, der mehr als nur ein Stolperstein werden kann.

Im Sturm wird es dabei auf die junge White ankommen. In ihren bisherigen 14 Länderspielen hat sie fünf Tore erzielt – eine Quote, die für die häufig eher ineffizienten englischen Stürmerinnen herausragend ist. So gut, wie die ihres Vorbilds, dem ehemaligen Nationalstürmer Gary Lineker ist sie allerdings noch nicht; ihm gelangen in 80 Länderspielen 48 Treffer. Ellen White ist aber noch von einem anderen Aspekt seiner Karriere angetan: „Er hat seine Länderspielkarriere ohne eine einzige Gelbe Karte beendet.“ Noch sie ebenfalls eine weiße Weste

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