Göransson fährt mit Schweden zur WM

Von am 30. Mai 2011 – 14.44 Uhr 3 Kommentare

Schwedens Nationaltrainer Thomas Dennerby hat bei einer Pressekonferenz in Stockholm seinen 21 Spielerinnen umfassenden Kader für die Frauenfußball-WM in Deutschland (26. Juni bis 17. Juli) bekanntgegeben, darunter drei Spielerinnen aus der deutschen Bundesliga.

Neben den beiden Frankfurterinnen Sara Thunebro und Jessica Landström schaffte auch Antonia Göransson vom Hamburger SV den Sprung in den WM-Kader, insgesamt finden sich 12 Spielerinnen mit Auslandserfahrung im Kader wieder. „Davon habe ich geträumt, seit ich 13 bin“, freute sich Göransson in einer ersten Reaktion.

WM ohne Aslani
Überraschend verzichtet Dennerby auf Kosovare Aslani, die keinen Platz im schwedischen Kader fand, weil dem Vernehmen nach die Konkurrenz zu groß gewesen sei. Mit dabei ist hingegen trotz ihrer erst kürzlichen Operation Josefine Öqvist. „Die Physiotherapeuten arbeiten täglich mit ihr“, so Dennerby.

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Viertelfinale als Minimalziel
Als minimale Zielsetzung hat man das Erreichen des Viertelfinales ausgegeben, auch wenn die Erwartungen groß seien, wie Dennerby einräumte. „Es wird ein tolles Turnier werden, vielleicht das beste überhaupt“, ist er sich sicher. Die frühere Nationaltrainerin Marika Domanski-Lyfors, die mit ihrem Team bei der Frauenfußball-WM 2003 in den USA erst im Finale an Deutschland scheiterte, ist von der Stärke des schwedischen Kaders überzeugt: „Die Mannschaft hat eine Qualität, die wir zu meiner Zeit nicht hatten. Das, was wir 2003 geschafft haben, können wir wieder schaffen.“

Zwei Testspiele
Kurz vor der WM wird Schweden noch zwei Testspiele bestreiten. In Göteborg geht es am 16. Juni gegen Mexiko, bevor am 23. Juni dann schon auf deutschem Boden ein abschließender Test gegen Japan in Bochum auf dem Programm stehen wird.

Riesenfreude: Antonia Göransson fährt zur WM © Nora Kruse, ff-archiv.de

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WM-Kader Schweden

Tor: Hedvig Lindahl (Kristianstad), Kristin Hammarström (Göteborg), Sofia Lundgren, (Linköping)

Abwehr: Charlotte Rohlin (Linköping), Linda Sembrant (Göteborg), Annica Svensson (Tyresö), Sara Thunebro (1. FFC Frankfurt), Sara Larsson (KIF Örebro), Lina Nilsson (Malmö)

Mittelfeld: Caroline Seger (Western New York Flash), Sofia Jakobsson (Umeå), Antonia Göransson (Hamburger SV), Therese Sjögran (Sky Blue), Linda Forsberg (Malmö), Lisa Dahlkvist (Göteborg), Nilla Fischer (Malmö), Marie Hammarström (KIF Örebro)

Angriff: Lotta Schelin (Lyon), Jessica Landström (1. FFC Frankfurt), Josefine Öqvist (Tyresö), Madelaine Edlund (Tyresö)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Jan sagt:

    ? ? ?

    Sind DAS? vllt. jene „12 im Ausland spielende Akteurinnen im Kader“:
    – 4x Frankfurt: Sara, Thunebro, Jessica, Landström
    – 2x Hamburg: Antonia, Göransson
    – 2x Lyon: Lotta, Schelin
    – 2x New York: Caroline, Seger
    – 2x Sky Blue: Therese, Sjögran
    = 12 😉 oder wie??

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  • Markus Juchem sagt:

    Falsch ausgedrückt, sollte heißen: 12 mit Auslandserfahrung, wenn ich mich nicht vertan habe.

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  • Rainer sagt:

    Es gab nur eine wirkliche Überraschung im Kader, das war die Nominierung von Madelaine Edlund. Die hat in dieser Saison bislang gut gespielt, aber serienweise Chancen versiebt, was nicht gerade für eine Stürmerin spricht.

    Dass die wendige und schnelle Göteborgerin Linnéa Liljegärd nicht dabei sein würde, obwohl sie bisher auf sieben Saisontore (in acht Spielen) kam, ahnte man.

    Dass die agile, schnelle und brave Sofia Jakobsson dabei sein würde, war nach ihren furiosen Wochen ebenfalls zu erwarten.

    Es ist vor allem das Fehlen Asllanis, das Stirnrunzeln verursacht. Nicht, dass ich ein großer Anhänger wäre, aber sie ist eine der wenigen kreativen Spielerinnen, die auch mal das unerwartete tun. Die aber sicher auch motzen und aufbegehren, wenn sie nur auf der Bank sitzen.

    Thomas hat viele Positionen doppelt besetzt. Als er Marie Hammarström als Mittelfeldspielerin vorlas, wies er die Presse darauf hin, dass die auch links in der Viererkette spielen könne. Abwehr und Sicherheit gehen vor. So ist das nun mal im Fußball.

    Der schwedische Kader strotzt vor physischer Kraft. Es fehlt etwas die elegante Leichtigkeit, vielleicht kommt die teils durch Schelin und Joker Jakobsson, Asllani hätte mehr davon geboten.

    Ein Argument war, dass Asllani mehrere Verletzungen gehabt hat. Aber wieso nominiert man dann die frisch operierte Josefine Öqvist, die eine sehr schnelle Spielerin ist, die so manche Abwehr auseinanderziehen kann, die aber sehr verletzungsanfällig ist. Nilla Fischers Achillssehne tut seit Wochen weh. Lina Nilsson ist angeschlagen.

    Nein, der wahre Grund für die Nichtnominierung Asllanis ist eher ihre positive Eigenschaft – sie ist unberechenbar.

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