Teamporträt: Schweden

Von am 19. Mai 2011 – 17.00 Uhr 4 Kommentare

2003 feierte Schweden mit dem Einzug ins WM-Finale seinen bisher größten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft. In den vergangenen Jahren geriet das Team aber ins Stottern, doch diesmal wollen die Skandinavierinnen den großen Wurf landen.

Noch immer schmerzt die Erinnerung an das verlorene WM-Finale gegen Deutschland in Carson, einem Vorort von Los Angeles, wo man sich damals in der Verlängerung mit 1:2 durch ein Golden Goal von Nia Künzer geschlagen geben musste. Bei der WM in China 2007 erlebte das Team von Trainer Thomas Dennerby seine bisher größte Enttäuschung, als bereits nach der Vorrunde die Heimreise angetreten werden musste.

Zittern in den Play-offs
In der Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2011 ließ Schweden nur wenig anbrennen und feierte in der Gruppenphase mit dem 17:0-Sieg gegen Aserbeidschan den höchsten Erfolg. Doch in den Play-offs stand das Team im Duell mit dem skandinavischen Nachbarn nach einem 2:1-Sieg im Hinspiel und einem 0:2-Rückstand im Rückspiel bereits vor dem Aus, ehe Treffer von Charlotte Rohlin zunächst die Verlängerung und dann die WM-Teilnahme sicherten.

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Therese Sjögran

Therese Sjögran ist eine der Schlüsselspielerinnen im schwedischen Team © Nora Kruse / ff-archiv.de

Routinierte Topspielerinnen
Eine ganze Reihe von Spielerinnen hat in den vergangenen Jahren Erfahrung im Ausland sammeln können, allen voran Topstürmerin Lotta Schein (Olympique Lyonnais), die in die Fußstapfen von Hanna Ljungberg und Victoria Svensson getreten ist und ein schweres Erbe angetreten hat. Zu den weiteren Schlüsselspielerinnen im Team gehören Caroline Seger (Philadelphia Independence) und Therese Sjögran (LdB FC Malmö), die im Mittelfeld die Fäden ziehen. Und auch im Tor hat Schweden einen sicheren Rückhalt zu bieten, die reaktionsschnelle Hedvid Lindahl (Kopparbergs/Göteborg) steht zwischen den Pfosten.

Dennerby: „Beste Nationalelf, die wir je hatten“
Schwedens Trainer Thomas Dennerby trat nach der EM 2005 in die Fußstapfen von Marika Domanski-Lyfors, für die er zunächst als Assistenztrainer gearbeitet hatte. Aufgrund der ausbleibenden Erfolge in den vergangenen Jahren stand er in der Öffentlichkeit oftmals in der Kritik, doch von den Spielerinnen wird seine Arbeit geschätzt. Als Vereinstrainer führte er die Mannschaft von Djurgården/Älvsjö zweimal zur Meisterschaft und einmal zum Pokalsieg. Als Aktiver bestritt der sympathische 51-Jährige unter anderem sieben Spiele für die schwedische U21-Auswahl. Nach den Jahren eher spartanischer Erfolge, will man in Deutschland wieder ein anderes Gesicht zeigen. „Ich glaube, meine Mannschaft ist die beste Nationalelf, die wir je hatten“, versprüht Dennerby Optimismus.

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Schwedens WM-Spielplan
28.6. – 15.00 Uhr, Kolumbien – Schweden
2.7. – 14.00 Uhr, Nordkorea – Schweden
6.7. – 20.45 Uhr, Schweden – USA

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Frieda sagt:

    Gegen England hat von der „besten Nationalelf“ nur Sjögran überzeugt. Warten wir das Spiel am Samstag ab, aber es könnte sehr schwer werden, für die Schweden…

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  • Detlef sagt:

    Also bei aller Liebe zu den Tre-Kronors, hier hat Thomas Dennerby wohl stark übertrieben!!!
    Schweden ist nicht mal mehr ein Spitzenteam in Europa, geschweige denn in der Welt!!!
    Damit sind sie Lichtjahre entfernt von ihrem Top-Kader mit Malin Mosström, Hanna Marklund, Hanna Ljungberg und Victoria Svensson!!!

    Eine Lotta Schelin war bei der letzten EM nur noch ein Schatten ihrer selbst, und damit niemals eine würdige Nachfolgerin von Ljungberg und Co!!!
    Da war selbst eine Jessica Landström noch um Längen besser, und die schafte es zuletzt auch nur zu Gelegenheitseinsätzen bei Frankfurt!!!

    Therese Sjögran war zusammen mit Sara Thunebro für mich die besten Gelb-Blauen bei der letzten EM!!!

    Nein, Schweden ist für mich absolut kein WM-Favorit!!!

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  • Rainer sagt:

    Ich glaube auch nicht, dass Schweden es bis ins Halbfinale schafft. Gegen England musste Dennerby jedoch auf eine ganze Reihe von Stammspielerinnen verzichten: Stina Segerström (fällt auch für die WM aus), Lina Nilsson, Lisa Dahlkvist, Nilla Fischer und die wiedererstarkte Josefine Öqvist waren ebensowenig dabei wie die eigentlich beste Torhüterin Sofia Lundgren (wobei ich damit rechne, dass Hedvig bei der WM stehen wird).
    Was Lotta Schelin angeht, stimme ich den Einschätzungen jedoch nicht zu. Sicherlich hätte sie bei der EM mehr bringen müssen, aber ihr fehlt vor allem Stabilität. Das heißt, das sie zu Topleistungen in der Lage ist. Gegen Nordkorea schoss sie 2007 beide Tore, ebenso zwei von drei Scwhedentreffern gegen Deutschland an der Algarve 2009 und auch Arsenal London bekam die Gefährlichkeit von Lotta zu spüren. Potsdam muss sich nächste Woche vorsehen, denn 2010 war die Schwedin beim Champions League Finale verletzt.
    Thomas Dennerby wirkt trotzig nervös in diesen Wochen und Monaten. Ich denke, er steht unter großem Erfolgszwang und weiß das auch. Ein neuerliches Ausscheiden nach einer zugegeben schwierigen Vorrunde würde man ihm sicher selbst im so konflitarmen Schweden nicht noch einmal durchgehen lassen.

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  • Rainer sagt:

    Caroline Seger ist jetzt Teamkameradin von Marta bei Western New York Flash.

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