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England besiegt die alten Flüche

Von am 18. Mai 2011 – 9.28 Uhr 4 Kommentare

Anfang April hatte die englische Nationalmannschaft erstmals nach 23 Jahren wieder gegen die USA gewonnen, gestern Abend ist eine weitere Durststrecke zu Ende gegangen: Nach 27 Jahren gelang wieder ein Sieg gegen Schweden. Doch die Treffer waren mehr als glücklich.

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Nach der 0:1-Niederlage in einem Spiel hinter verschlossenen Türen am Sonntag siegten die „Three Lions“ im offiziellen Länderspiel vor 5.167 Zuschauern in Oxford mit 2:0. Tore aus dem Spiel heraus gelangen jedoch keine.

Schweden dominiert Anfangsphase
Beide Mannschaften gingen mit unterschiedlichen Spielsystemen in die Partie. Während die Engländerinnen im  4-2-3-1 aufliefen, setzten die Gäste auf ihr bewährtes 4-4-2-System. Im Sturm sollten Jessica Landström und Therese Sjögran für die Tore sorgen. Und tatsächlich hatte England Glück, nicht bereits früh in Rückstand zu geraten, denn die Schwedinnen kamen deutlich besser ins Spiel. Bereits in der 11. Minute hatte Sjögran die Führung auf dem Fuß, traf jedoch den Pfosten. Zwei Minuten später herrschte nach einer Ecke Verwirrung in der englischen Hintermannschaft, Lotta Schelin setzte den Ball aus fünf Metern aber über das Tor.

Umformierte englische Abwehr
Es war nicht die einzige Unsicherheit, die die englische Defensive zeigte. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrchefin Faye White musste Nationaltrainerin Hope Powell die Viererkette umbauen; die international unerfahrene Sophie Bradley rückte für White nach.

Schweden trifft nicht
In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit kamen die Engländerinnen besser ins Spiel. In der 20. Minute zeigte Jill Scott nach einer Ecke ihre Gefährlichkeit nach Standards. Der Ball flog allerdings über den Kasten von Hedvig Lindahl. Auf der Gegenseite klärte Alex Scott einen Schuss von Linda Forsberg auf der Linie. Es blieb zur Pause beim 0:0, mit dem beide Trainer nicht zufrieden waren.

„Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und hätten ein Tor verdient gehabt“, so Schwedens Trainer Thomas Dennerby. Ihre Mannschaft habe ihr Potenzial nicht abrufen können, so dagegen Powell. „Das haben wir in der Pause diskutiert.“

Jill Scott köpft das 1:0
Was ihr in der 20. Minute noch nicht gelungen war, machte Jill Scott kurz nach dem Wiederanstoß besser: Nach einer Ecke von Rachel Yankey traf Scott per Kopf zum 1:0. Die Szene, die zum Eckball geführt hatte, war allerdings umstritten. „Wir hatten durch das direkte 1:0 einen schweren Start in die zweite Halbzeit“, so Dennerby, „aber die zweite Hälfte war von unserer Seite auch klar schlechter.“ Die „Three Lions“ wirkten in der Folge abgeklärter. Sjögran versuchte es nach einer Stunde aus der zweiten Reihe, doch der Ball flog genau die Arme von Torhüterin Karen Bardsley.

Karen Carney traf per Strafstoß zum 2:0. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Umstrittener Strafstoß
In der 69. Minute lieferten sich Karen Carney und Sjögran ein Laufduell. Die Schwedin hielt ein wenig, Carney lehnte sich in die Gegnerin und fiel – Schiedsrichterin Sarah Garratt zeigte auf den Elfmeterpunkt. Schmeichelhaft. Die Gefoulte schoss und verwandelte selbst. Es stand 2:0.

Abseitstor durch Jakobsson
Sofia Jakobsson absolvierte auf schwedischer Seite ihr erstes offizielles Länderspiel. Am Sonntag hatte sie schon zum 1:0-Sieg Schwedens getroffen, und auch diesmal stellte sie ihr Talent unter Beweis. In der 78. Minute vollendete sie ein schönes Zuspiel zum 2:1-Anschlusstreffer. Die Schiedsrichterassistentin entschied spät – aber korrekt – auf Abseits.

Powell lobt ihr Team
Es blieb beim 2:0, bei dem Powell mehr die Leistung ihrer Elf lobte. Denn dass zumindest der Strafstoß umstritten war, gestand sie unumwunden ein. „Es ist gut zu sehen, dass wir mittlerweile in der Lage sind, Spielerinnen variabel einzusetzen und Qualität von der Bank zu bringen.“ Powell hatte insgesamt sechsmal gewechselt, Dennerby dreimal.

Die Engländerinnen haben in der WM-Vorbereitung nun zwei hochkarätige Gegner besiegt. „Wir kommen den Spitzenmannschaften immer näher“, so Powell, die durch die Spiele eine Messlatte setzen wollte. „Wir sind nicht mehr der Underdog“, urteilte die zur besten Spielerin der Partie gewählte Jess Clarke. Ob das mit Blick auf die WM allerdings ein Vorteil ist, muss sich erst noch zeigen.

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4 Kommentare »

  • Tina sagt:

    die Aufstellungen wären noch interessant

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  • Nora Kruse sagt:

    England:
    Bardsley (78. Chamberlain) – A. Scott, Unitt (46. Rafferty), Asante (46. Houghton), Bradley, Stoney (87. Whelan), Clarke, J. Scott, E. White (46. Aluko), K. Smith (46. Carney), Yankey

    Schweden:
    Lindahl – Rohlin, Sembrant, A. Svensson, Seger, Thunebro, Schelin, Landström, Sjögran (81. Almgren), Forsberg (62. Jakobsson), Hammarström (66. Ekblom Bak)

    Tore:
    1:0 J. Scott (46.)
    2:0 Carney (70.)

    Zuschauer: 5.167

    Schiedsrichterin: Sarah Garratt (England)

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  • Frieda sagt:

    England fand ich persönlich sehr stark, vor allem wenn man bedenkt, dass da nicht die erste Elf gespielt hat. Langsam zeigt sich Powells Arbeit auch in den U Mannschaften auszuzahlen. Ich könne es ihnen.
    Schweden hingegen fand ich enttäuschend. Seger tauchte nur äußerst selten ab, halten wir ihr die weite Anreise zu gute… Aber auch ansonsten, in der Verfassung von gestern (ok, war nur ein Vorbereitungsspiel) kann es echt knapp werden mit der K.O.-Runde.

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  • laasee sagt:

    England have momentum.

    I think that Brazil, Germany and USA are the main favourites for WM2011 but England are almost at eye level.

    England will have the best coach at WM and that is a very big plus factor.

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