Nigeria: Niederlage sorgt für Unruhe

Von am 17. Mai 2011 – 13.30 Uhr

In der Vergangenheit lief in Nigeria die Vorbereitung auf große Turniere nur selten geräuschlos ab. Die Frauen-WM 2011 in Deutschland macht da keine Ausnahme, denn nach der Niederlage gegen Ghana herrscht im Team mächtig Unruhe.

Die 1:2-Niederlage am Sonntag in Accra in der Qualifikation zu den All African Games bedeutete, dass Nigeria erstmals in der Qualifikation eines kontinentalen Wettbewerbs gescheitert ist, obwohl der nigerianische Verband zu diesem Spiel extra die im Ausland aktiven Spielerinnen eingeladen hatte, die im Hinspiel zwei Wochen zuvor noch gefehlt hatten, weil sie von ihren Vereinen keine Freigabe erhielten.

Historische Niederlage

Anzeige

Nach dem 1:1 im Hinspiel zwei Wochen zuvor schien das Team nach einem frühen Treffer von Kapitänin Perpetua Nkwocha (8.) auf der Siegerstraße, doch die Black Queens drehten in der zweiten Halbzeit die Partie, Faiza Ibrahim gelang der Ausgleich (67.), Verteidigerin Rosemary Ampem sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 2:1 in der Nachspielzeit für einen historischen Sieg.

Nigerianische Fans

Die nigerianischen Fans hatten am Wochenende keinen Grund zum Jubeln © Frank Scheuring

Eingeplante Medaille verloren

„Ich bin so traurig. Es ist schade, das wir bei den All Africa Games nicht dabei sind. Das wäre eine sicher garantierte Goldmedaille für uns gewesen“, sagte der völlig aufgelöste Generalsekretär Barrister Musa Amadu: „In einem Monat ist die WM in Deutschland. Da müssen wir jetzt sehen, dass wir gut vorbereitet sind.“

Schlagwörter:

Obliers statt Uche?

Für die schon spätestens seit der 0:8-Niederlage in Deutschland in der Kritik stehende Trainerin Eucharia Uche dürfte die WM-Vorbereitung nun noch schwieriger werden. Hinter den Kulissen wird bereits gemutmaßt, Sportdirektor Thomas Obliers könnte das Team bei der Frauen-WM in Deutschland trainieren.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.