Sonja Spieler: „Fußball wird immer Teil meines Lebens sein“

Von am 22. April 2011 – 11.00 Uhr

Neben der Österreicherin Nina Aigner hat auch Landsfrau Sonja Spieler vor einigen Wochen ihre aktive Fußball-Laufbahn bei Frauenfußball-Bundesligist FC Bayern München beendet. Im Interview mit Womensoccer blickt die 32-Jährige auf ihre Karriere zurück, spricht über die Zeit danach und die deutschen Chancen bei der nahenden Frauen-WM.

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Womensoccer: Sie haben erst vor kurzem Ihre Karriere beim FC Bayern beendet, werden Sie noch einmal für einen anderen Verein die Fußballschuhe schnüren?

Sonja Spieler: Mitte März gingen für mich tatsächlich wunderbare Jahre zu Ende. Ich hatte in München und zwischenzeitlich beim FC Staad in der Schweiz eine unglaublich schöne Zeit. Der Fußball wird immer Teil meines Lebens sein, in Zukunft wohl eher mehr als Hobby und als begeisterte Zuschauerin.

Womensoccer: Wie fällt Ihr persönliches  Resümee nach 110 Bundesligaspielen, etlichen Pokal- und sonstigen Spielen beim FC Bayern München aus?

Spieler: Von der sportlichen Seite her betrachtet habe ich leider nicht alle Ziele erreicht, so blieb mir z. B. der Einzug ins DFB-Pokalfinale mehrfach sehr knapp verwehrt oder auch die Chance, mit meiner Mannschaft die Meisterschaft zu gewinnen. Trotzdem habe ich immer wieder neue Herausforderungen gesucht und kann somit ein überaus positives Resümee ziehen.

Carina Wenninger und Sonja Spieler

Sonja Spieler (re.) scherzt mit ihrer früheren Teamkollegin Carina Wenninger © privat

Womensoccer: Welche Zukunft sehen Sie für die junge Bayern-Mannschaft, vor allem die Österreicherinnen: Wenninger, Schnaderbeck, Puntigam, Prohaska oder Feiersinger …

Spieler: Insbesondere die letzte Saison hat gezeigt, dass die jungen „Ösi-Bomber“ mit der richtigen Führung, einer Perspektive und dem Ehrgeiz, den die Mädels mitbringen, eine absolute Bereicherung für das Team sind. Ich bin ein Stück weit traurig, dass ich nicht länger mit den Mädels zusammen spielen konnte, habe ich sie doch alle sehr in mein Herz geschlossen.

Womensoccer: Die WM in Deutschland steht vor der Tür, werden Sie Spiele live miterleben und welche Endplatzierung erwarten Sie für Gastgeber Deutschland?

Spieler: Ich werde mit einer kleinen Gruppe zum Eröffnungsspiel nach Berlin reisen und auch zum Endspiel in Frankfurt sein. Das deutsche Team hat sicher sehr gute Chancen, das Turnier im eigenen Land zu gewinnen und den Titel zu holen.

Womensoccer: Welcher Sport wird Ihre Freizeit bereichern, wenn Sie tatsächlich dem Leistungssport für immer „Adieu“ sagen?

Spieler: Ich spiele gern Squash, Tennis und fahre gern mit dem Rad. Ganz ohne Ball wird es nicht gehen, vielleicht versuch ich mich mal auf dem nahe gelegenen Beachvolleyballplatz. Eine Studienkollegin ist begeisterte MTB-Fahrerin, ich könnte mir auch gut vorstellen, dass ich – da ich auch gerne in der Natur unterwegs bin – in und um Vorarlberg die MTB-Strecken unsicher mache.

Womensoccer: Welche Wünsche haben Sie für Ihre persönliche Zukunft und die Ihrer ehemaligen Kolleginnen?

Spieler: Mein vorrangiges Ziel ist es, mein Studium erfolgreich abzuschließen und viel Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen. Meinen ehemaligen Mitspielerinnen wünsche ich, dass sie von Verletzungen verschont bleiben und als Team weiter zusammenwachsen. Den Mädels, die wie ich meine Karriere beendet haben, Glück und Zufriedenheit, dass sie dem Fußball in irgendeiner Form erhalten bleiben und natürlich eine zweite Karriere als Hobbysportlerin.

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