Beschäftigungstherapie für Bundesligisten

Von am 22. April 2011 – 15.24 Uhr

Pausenfüller, Liga der Langweile oder Cup der guten Hoffnung – der wegen der verkürzten Saison ins Leben gerufene Bundesliga-Cup stößt nur auf wenig Gegenliebe. Doch immerhin lässt sich die Pause bis zur neuen Saison verkürzen und ein wenig Werbung in der Region machen.

Von Ostersamstag, 23. April, bis zum auf 2 x 30 Minuten verkürzten Finale der Gruppensieger am 21. Mai in Ingolstadt nehmen in zwei Gruppen an fünf Spieltagen alle zwölf Bundesligisten der abgelaufenen Saison teil, neben einer Antrittsprämie von 10 000 Euro darf sich der Gewinner über eine Zusatzprämie von 6 000 Euro als Zuschuss für ein Trainingslager freuen, der Zweite erhält 3 000 Euro, die beiden Dritten jeweils 1 500 Euro.. Die beiden Gruppenzweiten sind nach Abschluss der Vorrunde automatisch die Drittplatzierten des Turniers.

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Nationalspielerinnen fehlen
Auch wenn die sportliche Aussagekraft und Wertigkeit des Turniers begrenzt ist, da zahlreiche Nationalspielerinnen wegen der WM-Vorbereitung fehlen, werden die Teams die Gelegenheit nutzen, bereits erste taktische Varianten für die Spielzeit 2011/12 zu testen, auch wenn die Teams ihre Partien noch mit dem alten Kader bestreiten werden. Einige Vereine tragen ihre Spiele abseits der gewohnten Umgebung aus, um für den Frauenfußball Werbung in der Region zu betreiben.

Bayern München als Favorit
Den Auftakt in Gruppe A macht am Samstag um 13 Uhr die Partie FC Bayern München gegen die SG Essen-Schönebeck. Die Münchnerinnen gelten als einer der Favoriten auf den Gewinn beim Bundesliga Cup. „Sie stellen die stärkste Mannschaft, denn sie haben keine Abstellungen“, so Essens Trainer Markus Högner, der verletzungsbedingt auf Ina Mester, Deniz Özer, Elena Hauer, Stefanie Löhr und Kyra Malinowski verzichten muss. Weitere Spiele des ersten Spieltags sind 1. FC Saarbrücken gegen SC 07 Bad Neuenahr sowie 1. FFC Frankfurt gegen Bayer 04 Leverkusen.

Spieszene Essen gegen Bayern

Vanessa Martini (re.) und die SG Essen-Schönebeck wollen Favoriten ärgern © Frank Scheuring / girlsplay.de

Varianten testen
Frankfurts Trainer Sven Kahlert will die Spiele nutzen, um Spielerinnen aus U23 und U16 auf ihre Tauglichkeit für höhere Aufgaben zu testen. Neuzugang Silvana Chojnowski und Valeria Kleiner sind nach überstandener Verletzung einsatzbereit und auch Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers sowie die schwedischen Nationalspielerinnen Jessica Landström und Sara Thunebro sind mit von der Partie. Beim Gegner könnte Winter-Neuzugang Claudia Götte ihr Debüt geben, die wegen eines Formfehlers zuvor nicht spielberechtigt war, wieder einsatzbereit sind Spielführerin Maren Henseler und Shelley Thompson.

Duisburg will Spielfreude wiederfinden
In Gruppe B ist Meister 1. FFC Turbine Potsdam ab 14 Uhr beim Hamburger SV zu Gast. Zeitgleich empfängt der FF USV Jena den VfL Wolfsburg, ab 16 Uhr trifft der FCR 2001 Duisburg auf den Herforder SV. Die nach Aussage von Trainer Marco Ketelaer „weiterhin spielstärkste Mannschaft der Liga“ will sich nach dem Aus in der Champions League im Wettkampf die Spielfreude wiederholen: „Das geht so besser als beim Training.“

Fünf Partien live im Web
Vier Vorrunden-Spiele und das Finale werden live im Internet zu sehen sein:

25.04.2011, 14 Uhr: VfL Wolfsburg – FCR 2001 Duisburg
30.04.2011, 14 Uhr: SG Essen-Schönebeck – Bayer 04 Leverkusen
08.05.2011, 14 Uhr. Hamburger SV – VfL Wolfsburg
14.05.2011, 17 Uhr. VfL Wolfsburg – 1. FFC Turbine Potsdam
21.05.2011, 15 Uhr: Finale in Ingolstadt

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.