Teamporträt Norwegen

Von am 14. April 2011 – 13.39 Uhr

Einmal Weltmeister und Olympiagold, zwei Titel bei der Europameisterschaft. Die norwegische Nationalmannschaft hat jahrelang gemeinsam mit den Vereinigten Staaten den internationalen Frauenfußball dominiert. Doch der letzte Titel liegt mittlerweile elf Jahre zurück. Dennoch hat Nationaltrainerin Eli Landsem bei dieser WM viel vor: „Wir wollen eine Medaille.“

Zweifellos muss man die Skandinavierinnen bei den Titelkämpfen zum Favoritenkreis zählen – das Team hat bereits in der Vergangenheit bewiesen, bei Top-Ereignissen auf den Punkt fit sein zu können.

„Turniermannschaft“ Norwegen
Den letzten Titelgewinn feierten die Norwegerinnen bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. In den Folgejahren wurde es etwas ruhiger um den Weltmeister von 1995, der auch in der Weltrangliste vom dritten auf den aktuell neunten Rang abrutschte. Doch bei den Top-Ereignissen war er immer zur Stelle. Bei der Europameisterschaft 2005 scheiterte Norwegen erst im Finale an der deutschen Mannschaft, die WM 2007 beendete man auf dem vierten Platz.

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Selbst bei der EM 2009, in deren Vorfeld es nach Streitigkeiten zwischen Mannschaft und dem damaligen Trainer Bjarne Berntsen unruhig gewesen war, kamen die Norwegerinnen bis in Halbfinale. Dort dominierten sie die Partie gegen Deutschland lange Zeit – unterlagen aber am Ende mit 1:3.

Dauerduell gegen die Skandinavierinnen
Überhaupt ist Norwegen die Mannschaft, gegen die Deutschland am häufigsten gespielt hat. 33 Mal trafen die beiden Teams aufeinander, 15 deutschen Siegen stehen fünf Unentschieden und 13 Niederlagen gegenüber. Diese Bilanz wendete sich für die DFB-Auswahl erst in den vergangenen Jahren zum Positiven.

Norwegen

Die norwegische Nationalmannschaft will eine Medaille. © Nora Kruse, ff-archiv.de

WM-Generalprobe gegen das Landsem-Team
Traditionell absolvieren Deutschland und die defensivstarken Norwegerinnen Spiele in Vorbereitung auf Großereignisse. So auch in diesem Jahr: Die DFB-Auswahl wird das letzte Spiel vor der WM am 16. Juni gegen die Mannschaft von Eli Landsem bestreiten.

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Landsem übernahm die Mannschaft nach der EM 2009 und reaktivierte Leistungsträgerinnen, wie Lise Klaveness, die zuvor aus dem Nationalteam zurück getreten waren, weil sie nicht mehr unter Berntsen hatten spielen wollen.

Spielerinnen zu Vereinswechseln geraten
Seit Aufnahme ihrer Trainertätigkeit hat Landsem selbst den Stammkräften ihrer Mannschaft klar gemacht, nur bei regelmäßiger Spielpraxis eine Chance auf die WM-Nominierung zu haben. So wurde Leni Larsen Kaurin geraten, den 1. FFC Frankfurt in Richtung VfL Wolfsburg zu verlassen. Bei den Hessinnen hatte Kaurin nur kurze Einsatzzeiten. Ähnlich verhielt es sich mit Melissa Wiik, die ihrerseits in Wolfsburg kaum zum Zug gekommen war und daher zum norwegischen Champion Stabæk zurück kehrte.

Halbe Mannschaft verletzt
Star-Spielerin Ingvild Stensland, von der Bundestrainerin Silvia Neid einmal sagte, sie gerne im eigenen Kader haben zu wollen, steht noch im Kader von Olympique Lyonnais, hat allerdings nach ihrer Rücken-Operation im Frühjahr schon seit Monaten kein Spiel mehr absolviert. Ob sie rechtzeitig zur Weltmeisterschaft fit wird, ist unklar. Damit ist Stensland allerdings nicht die einzige Spielerin, die momentan verletzungsbedingt nicht spielen kann. Mehr als die halbe Mannschaft war in den vergangen Wochen angeschlagen, darunter auch Trine Rønning. Klaveness und Isabell Herlovsen sind mittlerweile aber für ihre Vereine wieder aufgelaufen.

Schwere Gruppe
Bei der WM wird Norwegen in Gruppe D gegen Brasilien, Australien und Äquatorialguinea antreten. Eine schwere Gruppe, wie Landsem kurz nach der Auslosung erklärte. Sollte Norwegen das erste gesetzte Etappenziel erreichen und einen der ersten beiden Gruppenplätze einnehmen, könnte es schon im Viertelfinale zum Klassiker gegen die USA kommen.

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