Selbstvertrauen getankt

Von am 3. April 2011 – 13.10 Uhr 2 Kommentare

Hope Powell gibt sich in der Regel viel Mühe zu betonen, dass ihr gute Leistungen wichtiger sind als ein Spielergebnis. Aber der Sieg gegen die USA ist der englischen Nationaltrainerin eine Ausnahme wert. Schließlich hat er auch 23 Jahre auf sich warten lassen.

1988 gelang der letzte Erfolg gegen die Amerikanerinnen. „Es war an der Zeit“, so Powell über den 2:1-Sieg gegen den zweifachen Weltmeister.

Selbstvertrauen in der WM-Vorbereitung
Das Resultat hat daher einen besonders hohen Stellenwert. „Wir können gegen die Besten mithalten“, so die Erkenntnis des Abends, die Powell vor der Weltmeisterschaft in Deutschland besonders wichtig war. „Ich wollte unbedingt gegen die USA spielen, um eine Messlatte zu legen, die uns zeigt, wo wir in der Welt stehen.“ Dabei stimmte aus englischer Sicht allerdings nicht nur das Resultat, sondern auch die über weite Strecken grandiose Leistung der „Lionesses“, die gerade in der ersten Halbzeit überhaupt nicht wiederzuerkennen waren. Und das, obwohl (oder gerade weil?) Powell bei der Aufstellung überraschte.

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US-Erfahrung bleibt auf der Bank
Die Nationaltrainerin ließ mit Karen Carney, Eni Aluko und Anita Asante gleich drei Akteurinnen auf der Bank, die Erfahrung in der US-amerikanischen Profiliga vorzuweisen haben. Stattdessen erhielten Ellen White und Jess Clarke ihre Chance in der Anfangsformation, und die Youngsters legten los wie die Feuerwehr. White sollte zwar kein Treffer gelingen, „aber es gibt eben auch Tage, an denen man sich einfach  nur für die Mannschaft die Seele aus dem Leib rennen muss“, war Powell dennoch zufrieden mit dem Einsatz der jungen Stürmerin. Und Clarke bedankte sich für das Vertrauen mit dem frühen 1:0. „Wir sind mittlerweile in der Lage, auch leistungsstarke Spielerinnen von der Bank zu bringen“, so eine sichtlich zufriedene englische Trainerin. „Wir werden immer besser.“

Die Engländerinnen ließen die USA über weite Strecken hinter sich. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Powell warnt vor Übermut
Und tatsächlich war die Leistung der ersten Halbzeit ein Beleg dafür, denn die „Three Lions“ schafften, was sonst selten gelingt: einer Top-Nation das eigene Spiel aufzudrängen, anstatt sich auf die Taktik des Gegners einzustellen. „Es gibt viel Positives an diesem Spiel“, aber Powell warnte auch zugleich vor Übermut. „Wir haben auch noch unglaublich viel zu tun.“ Und dabei dürfte sie vor allem an die letzten zwanzig Minuten der Partie denken, in denen ihrer Mannschaft rein gar nichts mehr gelang und sie sich daher noch glücklich schätzen musste, den Sieg über die Zeit gebracht zu haben.

Bardsley empfiehlt sich für WM
Sicherer Rückhalt war dabei Karen Bardsley. Die in den USA aufgewachsene und dort lebende Torhüterin spielte über die vollen 90 Minuten und erhielt ein Sonderlob ihrer Trainerin. „Karen war exzellent und sehr präsent.“ Es würde kaum überraschen, wenn sie auch bei der WM die „Nummer 1“ ist.

Testspiel gegen Schweden
Auf dem Weg zu den Titelkämpfen empfangen die Engländerinnen am 17. Mai Schweden zu einem weiteren hochkarätigen Testspiel. Für die „Lionesses“ kann es nur darum gehen, auf der Leistung gegen die USA aufzubauen, denn irgendwann kommt eben auch Powell nicht umrum einzugestehen, dass einzig Resultate zählen. Das gegen die USA war „ein grandioses. Aber sie müssen auch dann eintreten, wenn es darauf ankommt. Die WM ist genau dieser Zeitpunkt.“

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2 Kommentare »

  • laasee sagt:

    There are interesting comparisons with Germany and England.

    Coach – Germany have the FIFA Coach of the Year 2010. England have the best coach in International football.

    Star Players – Inka Grings and Kelly Smith are the best European footballers of all time and have many similarities. Both have suffered serious injuries. Both have suffered from neglect by their Federations but for different reasons. Who is the better player? I think it is Inka but the margin is very small. I think that either Inka or Kelly will be in the team that wins WM2011. The biggest stage is always for the best players (Marta has shown that she is a choker in big games).

    Finance – Germany gives more finance on a superficial level but both Federations are guilty of massively under investing in FF. In real terms there is not a great difference in FF finance between both countries.

    WM prearation – Germany have a two month ‚university‘ preparation while in England they play league football until just before WM. I think that playing competitive football is the better way to prepare. Also, I think that needing ’special preparation time‘ is a sign of weakness and a very bad idea.

    Media – FF in England gets hardly any media coverage. At the moment UK journalists just do not care about FF. In Germany it is better but a lot of the FF media is very influenced by the DFB. […]

    Pressure – all the pressure is on the host country. The expectation levels on England will not be high – that could be to their advantage.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Steffen sagt:

    i hope that was not influenced…

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