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U19-EM: Pflichtaufgabe oder Stolperstein?

Markus Juchem am 12 Kommentare
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Mit einem Spiel gegen Wales startet die deutsche U19 heute Abend in die zweite Qualifikationsrunde der Europameisterschaft. Auf den ersten Blick eine lösbare Aufgabe, doch Interimstrainerin Bettina Wiegmann bleibt vorsichtig.

Nur die Sieger der sechs Miniturniere und der beste Gruppenzweite qualifizieren sich neben Gastgeber Italien für die Endrunde, die vom 30. Mai bis 11. Juni in Rimini ausgetragen wird.

Nati für Malinowski
Die Generalprobe gelang der DFB-Elf vor einigen Wochen beim 2:0-Sieg gegen die Niederlande in Nettetal, doch durch den Ausfall von Stürmerin Kyra Malinowski fehlt im bereits zuvor nicht immer effizienten Sturm ein wichtiger Baustein. Ersetzt wird Malinowski durch ihre Essener Teamkollegin Sofia Nati, die aber verletzungs- und krankheitsbedingt in der abgelaufenen Saison so gut wie kein Spiel bestritten hat und somit nur über wenig Spielpraxis verfügt.

Kurze Vorbereitung
Zudem nahm die Elf in diesem Jahr wegen der verkürzten Bundesligasaison nicht am Turnier in La Manga teil, es blieb also nur wenig Gelegenheit, aus den Spielerinnen der Jahrgänge 1992 und 1993 eine schlagkräftige Einheit zu formen, vor allem da die Teilnehmerinnen der U17-WM eine längere Pause erhielten, erst anfangs des neuen Jahres erstmals zur Verfügung standen und nach dem traumatischen Viertelfinal-Aus gegen Nordkorea in Trinidad und Tobago erst wieder aufgerichtet werden mussten.

Zuerst gegen Gastgeber Wales
Zum Auftakt geht es heute Abend gegen Gastgeber Wales (20 Uhr, Llanelli), einen Gegner, auf den man sich per Videostudien vorbereitet hat. „Man darf sich keine Ausrutscher erlauben, muss von Beginn an im Spiel und vorsichtig sein. Die Gegner kennt man nicht so gut, sie strahlen aber dennoch Gefahr aus“, so die Einschätzung von Interimstrainerin Bettina Wiegmann, die das Team für die im Mutterschutz befindliche Maren Meinert betreut, die Mitte Januar eine Tochter auf die Welt gebracht hat.

Ähnliche Arbeitsweise
„Es ist schon ein bisschen anders“, so Wiegmann über die ungewohnte Rolle als Cheftrainerin. Doch für die Spielerinnen ändert sich nur wenig. „Unsere Arbeitsweise ähnelt sich stark und wir ergänzen uns ganz gut, so dass es keinen krassen Unterschied gibt.“ Nach dem Spiel gegen Wales geht es am Samstag, 2. April, gegen die Türkei (16 Uhr, Carmarthen), einen Gegner, den man über die Videostudien hinaus auch vor Ort beobachtet hat. Am Dienstag, 5. April, steht zum Abschluss in Island (19 Uhr, Llanelli) die vermeintlich schwerste Aufgabe an.

Sofia Nati

Sofia Nati soll für Kyra Malinowski in die Bresche springen © Karin Reuter

Patzen verboten
„In der Qualifikation kann vieles passieren, man kann auch einmal einen schlechten Tag haben. Deswegen schaue ich auch noch gar nicht auf die Endrunde“, warnt Wiegmann davor, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das Wichtigste für uns ist, dass wir uns für die Endrunde qualifizieren. Denn für die Entwicklung der Spielerinnen ist es wichtig, ein solches Turnier mitnehmen zu können.“

Breit verstreuter Kader
Den Großteil des 18 Spielerinnen umfassenden Kaders stellen Bayer 04 Leverkusen und der SC 07 Bad Neuenahr mit jeweils vier Spielerinnen, gefolgt vom SC Freiburg, der drei Spielerinnen zum Turnier abstellt. Der Kader ist breit verstreut, überraschend kommen nur drei Akteurinnen aus den deutschen Topvereinen: zwei vom 1. FFC Turbine Potsdam und eine vom FCR 2001 Duisburg, der 1. FFC Frankfurt stellt gar keine Spielerin für den Kader ab.

Topteams oft zu hohe Hürde
Dort, wo sich in den vergangenen Jahren nationale und internationale Topspielerinnen angesammelt haben, wird es für junge Nachwuchstalente zunehmend schwerer, Fuß zu fassen. Umso wichtiger, dass sie in den anderen Vereinen in der Bundesliga Spielzeit erhalten und gegen etablierte Vereine ihr Leistungsvermögen auf den Prüfstand stellen können, um dann auch bei internationalen Juniorinnen-Turnieren den Ansprüchen gerecht werden zu können.

Sollte sich die DFB-Elf für die Endrunde in Italien qualifizieren, wird Wiegmann auch dort das Team betreuen, wenn es dann darum ginge, den vierten EM-Titel anzupeilen.

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Markus Juchem (47) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ und Kicker.

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12 Kommentare »

  • Eric sagt:

    “Der Kader ist breit verstreut, überraschend kommen nur drei Akteurinnen aus den drei deutschen Topvereinen 1. FFC Turbine Potsdam, 1. FFC Frankfurt und FCR 2001 Duisburg” Zwei kommen aus Potsdam und keine aus Frankfurt.

  • Markus Juchem sagt:

    Danke, Eric, ist korrigiert.

  • Toni sagt:

    Die Mädels werden das schon richten!

  • Ellen sagt:

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die junge Dame auf dem Foto nicht Sofia Nati ist !?! Gute Besserung an Kyra, sie wird dem Team bestimmt fehlen!

  • SGS-Fan sagt:

    @Ellen:
    Die Essener Haus- und Hoffotografin Karin R. weiß eigentlich immer recht genau wen sie ablichtet. Vielleicht kommt es ja daher, weil Du SN schon lange nicht mehr in natura gesehen hast! (Soll heißen, in der abgelaufenen Saison noch bei keinem Spiel der 1. Bundesliga).

  • tomdo sagt:

    @Ellen

    Die junge Dame auf dem Foto ist mit Sicherheit Sofia Nati!

  • Markus Juchem sagt:

    Ein paar überraschende Ergebnisse zum Auftakt, glatte Niederlage für Frankreich und Deutschlands vermeintlich schärfster Gruppengegner Island verliert gegen die Türkei.

    Ergebnisse 1. Spieltag

    Niederlande – Litauen 11:0
    Frankreich – Dänemark 0:3
    Russland – Finnland 1:0
    Belgien – Serbien 2:2
    Island – Türkei 1:3
    England – Kroatien 3:0
    Norwegen – Portugal 2:0
    Schweiz – Schweden 1:1
    Spanien – Polen 3:0
    Tschechische Republik – Ukraine 18.30 Uhr
    Österreich – Schottland 19 Uhr
    Deutschland – Wales 20 Uhr

  • Ellen sagt:

    @ tomdo
    tja, dann habe ich sie irgendwie anders in Erinnerung, aber sei´s drum.

  • pinkpanther sagt:

    Also ich finde auch: Die Niederlage von Frankreich und der türkische Sieg gegen Island sind für mich DIE Überraschungen des ersten Spieltages. Hoffentlich fügen unsere Mädels nicht noch eine negative hinzu *zitter*
    Habe noch eine Frage zum Reglement: Was ist eigentlich bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften ausschlaggebend, zuerst der direkte Vergleich oder das Torverhältnis? Markus, vielleicht kannst du ja weiterhelfen?

  • Sven sagt:

    Wie bei eigentlich allen UEFA-Wettbewerben zählt zuerst der direkte Vergleich.

  • Ellen sagt:

    Spielende 1:1 gegen Wales, Deutschland hatte mit 1:0 geführt!

  • herfoRDer sagt:

    Österreich – Schottland 3-3, in den letzten 10 Minuten haben die Ösis noch eine 3-1-Führung verspielt. Das 1-0 hat Verena Aschauer erzielt!

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